Michel Lansel

Dr. med., lic. theol.
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
Doktorand Praktische Theologie

Bild Michel Lansel

Medizinische Ausbildung

1975 – 1982 Studium der Medizin an der Universität Zürich
1977 – 1978 Vorklinisches Semester an der Medical School, University of Missouri-Columbia, USA
1982 Medizinisches Staatsexamen
1983 – 1984 Fortbildung in Anästhesiologie, Rheumatologie und Geriatrie
1987 – 1992 Fortbildung in zahlreichen psychiatrischen Institutionen in den Bereichen stationärer und teilstationärer Akut- und Gerontopsychiatrie sowie ambulanter Psychiatrie
1993
Promotion zum Thema „Panikerkrankungen“. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Praxiseröffnung

 

Theologische Ausbildung

1984 – 2009

Theologiestudium an der Universität Zürich (mit Unterbrüchen)

2009

Lizenziatsarbeit zum Thema: „Die Gefühle Jesu nach den Evangelien. Die Bedeutung der Affekte als Brücke zwischen Bericht und Bekenntnis“.

2009

Theologisches Staatsexamen. Seither Doktorand.
Thema: „Seelsorge und Psychotherapie im Dialog. Gemeinsamkeiten  ̶ Unterschiede“.

 

Aktuelles Projekt

Das Verhältnis von Seelsorge und Psychotherapie lässt sich als eine Geschichte von Nähe und Distanz lesen. Beide Positionen haben je nach gewählter Perspektive ihre Berechtigung.

Betrachtet man die grundlegenden Bedingungen beider Disziplinen, zum Einen die stützenden, führenden und aufdeckenden Funktionen und zum Anderen die unabdingbaren Eigenschaften von Seelsorgern und Psychotherapeuten, namentlich Empathie, Wertschätzung und Authentizität, so lassen Seelsorge und Psychotherapie durchaus eine gemeinsame Basis erkennen.

Ändert man dagegen die Blickrichtung und untersucht die grosse Vielfalt psychotherapeutischer und seelsorgerlicher Ausrichtungen, dann lassen sich diese nur sehr bedingt vergleichen. So wurde etwa von Eduard Thurneysen moniert, dass die mechanistische Weltanschauung der Psychoanalyse und das biblische Menschenbild nebeneinander keinen Platz hätten.

Es sind daher zwei unterschiedliche Strukturmuster zu definieren, um die divergierenden Relationen beider Disziplinen abzubilden: Das Autarkiemodell wird am ehesten den verschiedenen theoretischen Konzeptionen gerecht. Wählt man dagegen eine Basisbetrachtung, so bietet sich das Kooperationsmodell an mit der Option der bereichernden wechselseitigen Ergänzung. Diese konstituiert zugleich das Proprium der jeweiligen Disziplin.

Spezifisch für die Psychotherapie ist das sog. Setting, welches den örtlichen, zeitlichen und situativen Rahmen definiert, in welchem sich eine Psychotherapie abspielt. Dadurch werden der Psychotherapie entsprechend einer lege artis-Behandlung ganz bestimmte Grenzen gesetzt. Kaum Grenzen kennt indes aufgrund ihrer Radikalität die Seelsorge. Als ihr eigentliches Proprium erweist sich schliesslich die Sinnfrage, welche angesichts der Sprach- und Fassungslosigkeit vor dem Tod die Psychotherapie verstummen lässt und nur von der Seelsorge beantwortet werden kann.

Forschungsschwerpunkte

  1. Das Phänomen Angst aus (existenz-)philosophischer, psychologischer und christlicher Sicht
  2. Erkenntnistheoretische Fragen im Rahmen der psychiatrischen und psychotherapeutischen Forschung sowie die Frage nach der Willensfreiheit
  3. Das Verhältnis von Seelsorge und Psychotherapie

 

Publikationen