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Vom Zentrum

Neue Publikation

R. Kunz and R. A. Giselbrecht (ed.), Sacrality and Materiality: Locating Intersection (Vandenhoeck & Ruprecht, October 2015):

Sacrality

Die christliche Tradition betrachtet das Heilige traditionellerweise als das genaue Gegenteil des Profanen. Diese Polarität ist ein Denkmal der zeitgenössischen Entheiligung, Profanisierung, und Sakralisierung, welche für die Geschichte der modernen Realität ein Portal darstellen. Weder entheiligen wir unsere Umgebung in unserem limitierten Raum, noch re-sakralisieren wir die Welt. Die Linien sind verschwommen, und unsere Wahrnehmung von Spiritualität ist weder immanent noch transzendent. Während die Worte fehlen, um die Bedingungen dafür benennen, werden Geschichten erzählt und kommen Fabeln von Erfahrungen zusammen, um neue theoretische Netze, Systeme und Kategorien zu bilden.

Der Tagungsband "Sacrality and Materiality: Locating Intersections" zielt darauf ab, folgende Fragen zu beantworten: Wo kreuzt das Heilige die Materie? Was passiert, wenn diese zusammenkommen? Zuerst jedoch, existiert das Heilige überhaupt? Wäre es produktiver, die sakramentale Diskussion am Schnittpunkt einer neuen Matrix zu beginnen?

Historisch gesehen ist die Materie etwas anderes als das Spirituelle – ein Schnittpunkt der beiden stellt also ein unfassbares Ereignis zwischen Intellekt und Geist dar. Wir müssen einen bipolaren Ansatz im Kontext deren eigenen Geschichte verfolgen, um über das Unaussprechliche zu sprechen.

Obwohl Spiritualität und Materie nicht geeignet sind, die zugewiesenen Kategorien der anfänglichen Polarität von Heiligem und Profanem einzunehmen, spricht dieser Band diese Verengung an. "Sacral materialism" und "sacral spiritualism" haben beide einen Anspruch zu existieren, und christliche Theologie hat mehr zu bieten als Polaritäten. Das Heilige ist der Treffpunkt, um das Denken zu spalten.

Ist das Heilige ein Ansatzpunkt, um eine postmoderne Geschichte von spiritueller Erfahrung zu erzählen? Hat die evangelikale Theologie des Heiligen eine Relevanz? Gehört theologische Rede über heilige Materie in den konfessionellen und interreligiösen Dialog?

"Sacrality und Materiality: Locating Intersections" startet einen Dialog zu diesen Themen.