Peng-Keller wird zum Professor für Spiritual Care ernannt

Medienmitteilung der Universität Zürich vom 23.09.2015

Der Universitätsrat hat Dr. Simon Peng-Keller zum ausserordentlichen Professor für Spiritual Care ernannt. Mit der neu geschaffenen Professur, die von den beiden Landeskirchen für sechs Jahre finanziert wird, will die Universität Zürich die Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Spiritual Care vorantreiben. Schwerpunkte bilden dabei die Palliativmedizin und die Seelsorge.

Die Universität Zürich schafft per 1. Oktober 2015 eine neue Professur ad personam für Spiritual Care. Diese ist an der Theologischen Fakultät angesiedelt und vorerst auf sechs Jahre befristet. Die Professur wird in einem 50-Prozent-Pensum ausgestaltet, ebenfalls vorgesehen ist eine Assistenzstelle. Der Lehrauftrag umfasst ein Wahlpflichtmodul im Rahmen des Mantelstudiums an der Medizinischen Fakultät sowie die Mitwirkung an der Lehre der Theologischen Fakultät.

Der Universitätsrat hat mit Beschluss vom 21. September 2015 Dr. Simon Peng-Keller zum ausserordentlichen Professor ad personam für Spiritual Care ernannt. Der 46-Jährige habilitierte an der Universität Freiburg/Schweiz und wirkte als Dozent an der Theologischen Hochschule Chur, der Theologischen Schule Einsiedeln sowie an der Universität Freiburg. Zudem war er als Seelsorger im Kantonsspital Luzern tätig sowie in verschiedenen Altersheimen in Zürich. Er weist eine fundierte Erfahrung in der interdisziplinären Forschung an der Schnittstelle von Theologie und Medizin auf und wird seine Lehr- und Forschungstätigkeit noch im Herbstsemester 2015 aufnehmen.

Spirituelle Unterstützung für Schwerkranke

Die neue Professur vermittelt angehenden Ärztinnen und Ärzten sowie Theologiestudierenden den Umgang mit religiösen und spirituellen Bedürfnissen schwer- und chronisch kranker Menschen. Ausserdem soll die entsprechende Forschung auf dem Gebiet der Palliativmedizin und Seelsorge vorangetrieben werden. «Insbesondere bei schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Krankheiten ist neben der ärztlichen Behandlung auch die psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung der Betroffenen äusserst wichtig», erklärt Thomas Schlag, Dekan der Theologischen Fakultät der UZH. «Indem wir die Forschung und Lehre zu Spiritual Care an der Universität Zürich aufbauen, können sich die Studierenden der Theologie wie der Medizin auf diesem Gebiet akademisch fundiert ausbilden und voneinander profitieren.»

Unterstützung durch die beiden Landeskirchen

Die Professur wird von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und der Evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich gemeinsam finanziert. Die katholische Kirche bezahlt insgesamt 800'000 Franken, die reformierte Kirche 320'000 Franken. Die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre ist vollumfänglich gewahrt.

«Wir sehen es als Aufgabe der Kirche an, Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit ihren Ängsten nicht allein zu lassen und ihr Vertrauen auf einen guten Ausgang des Lebens zu stärken», erklärt Generalvikar Josef Annen das Engagement der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. «Spiritual Care praktiziert die Kirche durch ihre Seelsorge im Gesundheitsbereich seit Jahrhunderten. Dass Forschung und Lehre in Theologie und Medizin sich dem Thema nun wissenschaftlich annehmen, ist ein wichtiger nächster Schritt, den die Kirchen gerne unterstützen», sagt Michel Müller, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

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