Die spirituelle Dimension in der Schmerzbehandlung

SNF-Forschungsprojekt "Die spirituelle Dimension in der Schmerzbehandlung" im Rahmen des NFP 74- Projekts "Sektor-übergreifende Versorgung"

Die Berücksichtigung der spirituellen Dimension in der interprofessionellen Behandlung soll einen Beitrag zur besseren Versorgung chronisch Schmerzkranker leisten. Die Studie schafft dafür Grundlagen und Instrumente für die interprofessionelle Ausbildung und die klinische Praxis.

(Projektseite des Schweizerischen Nationalfonds)

Projektverantwortliche und Kooperationspartner und -mitarbeiter

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Simon Peng-Keller, Professur für Spiritual Care, Universität Zürich

Prof. Dr. Michael Rufer, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UniversitätsSpital Zürich

Rebecca Spirig, Direktorin Pflege und MTTB, UniversitätsSpital Zürich

Prof. Dr. Guttormsen Sissel, Institut für Medizinische Lehre, Universität Bern

Prof. Dr. Nikola Biller-Andorno, Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich

Prof. Dr. Alexander Bischoff, Haute école de santé Fribourg, Fribourg

 

Kooperationspartner:

Prof. Ursina Baumgartner, Kalaidos Fachhochschule, Zürich

PD Dr. Jan Breckwoldt, Medizinische Fakultät, Universität Zürich

Prof. Dr. Christoph Daetwyler, Drexel University College of Medicine, Philadelphia, USA

Dr. René Hefti, Klinik SGM Langenthal, Langenthal

Dr. André Ljutow, Scheizer Paraplegiker Zentrum, Nottwil

Dr. Hanspeter Mörgeli, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UniversitätsSpital Zürich

Dr. Isabelle Rittmeyer, Zürcher RehaZentrum Davos

Prof. Dr. med. Haiko Sprott, Arztpraxis Prof. Sprott, Zürich

 

Projektmitarbeiter:

Dr. Horst Rettke, Zentrum für Klinische Pflegewissenschaft, UniversitätsSpital Zürich

Lic. theol. Nina Streeck, Professur für Spiritual Care, Universität Zürich

Projektbeschrieb

Die Bedeutung spiritueller Aspekte im Umgang mit chronischen Schmerzen wird mittels einer Literaturanalyse beschrieben. Basierend auf den Ergebnissen sowie weiteren Daten wird unter Einbezug von Schmerzpatienten und Fachpersonen ein Instrument entwickelt und getestet. Dieses soll es ermöglichen, die spirituellen Bedürfnisse und Ressourcen von Schmerzpatienten systematisch zu erheben, um sie in die Schmerztherapie einbeziehen zu können. Schliesslich wird ein e-Learning-Tool für die Kommunikation zwischen Fachpersonen und Patienten mit Fokus auf Schmerz und Spiritualität entwickelt. Die Wirksamkeit des Tools sowohl für die Ausbildung als auch für ein weiterführendes Training wird unter Einbezug von verschiedenen Bildungseinrichtungen evaluiert

Hintergrund/Ausgangslage

Chronische Schmerzen haben oftmals gravierende physische, psychische und soziale Folgen für die Betroffenen. Die Integration der spirituellen Dimension in die interprofessionelle Behandlung, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation gefordert wird, kann einen Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden, umfassenden Versorgung leisten. Es fehlen jedoch bislang geeignete Instrumente, um spirituelle Bedürfnisse der Betroffenen im klinischen Alltag zu erfassen und Fachpersonen für diese Aspekte der Schmerzbehandlung auszubilden und sie zu unterstützen.

Ziele

Die Studie verfolgt zwei Ziele: Erstens wird die Bedeutung der spirituellen Dimension in der medizinischen Behandlung und Pflege von Patienten mit chronischen Schmerzen untersucht und ein entsprechendes Erhebungsinstrument entwickelt. Zweitens wird ein e-Learning-Tool für die Kommunikation zwischen Fachpersonen und Patienten entwickelt und dessen Wirksamkeit überprüft.

Bedeutung/Anwendung

Die Studie liefert Grundlagen und Instrumente zum bedürfnisorientierten Einbezug spiritueller Aspekte in der Therapie von chronischen Schmerzen. Durch gezielte Lehr-/Lernangebote soll die Kompetenz des Gesundheitspersonals, spirituelle Anliegen von Patienten wahrzunehmen, gestärkt werden. Durch die Vernetzung wichtiger Bildungsinstitutionen und Kliniken der Schweiz wird der Einbezug der spirituellen Dimension in die Behandlung von chronischen Krankheiten gefördert.