Der jüdische Festkalender

Einführung

Der jüdische Kalender orientiert sich an der Sonne und am Mond. Bezüglich des Monats ist der Umlauf des Mondes um die Erde entscheidend, so dass ein jüdischer Monat 29 oder 30 Tage dauert. Wenn nur der Mondkalender zur Berechnung der Tage in einem Jahr ausschlaggebend wäre, würde das jüdische Jahr 354 Tage zählen. Doch der jüdische Kalender bezieht sich auch auf den Sonnenkalender. Da die Erde ca. 365,25 Tage benötigt, um die Sonne zu umkreisen, werden dementsprechend Schaltmonate im jüdischen Jahr eingesetzt (Solomon 2006, 66-67).

Zur Zeit des Zweiten Tempels musste immer die Sichtung des Neumondes abgewartet werden, um bestimmen zu können, wann der neue Monat beginnt. Nachdem dann Zeugen den Neumond entdeckt hatten, wurden Leuchtfeuer entzündet, die von einer weiten Entfernung gesehen werden konnten, um den Anfang des neuen Monats zu verkünden. Doch einige Gruppen nutzten die Gelegenheit für ein Ärgernis und zündeten zu einem falschen Zeitpunkt ein Täuschfeuer an. Da in der Folge die Umgebung das echte Feuer nicht erkennen konnte, wurde entschieden, Boten auszusenden, die den Beginn des neuen Monats ansagen sollten. Oft kamen die Boten jedoch durch die Beschwernisse der Reise verspätet in der Diaspora an. Deshalb werden die jüdischen Feste in der Diaspora bis heute immer an zwei Tagen gefeiert (Galley 2003, 27; Mach TRE 11, 107).

Der jüdische Kalender weist in sich einen Dualismus auf, insofern als Neujahr nicht nur einem Termin im Jahr gilt. Zum einen wird der Beginn des Jahres im Monat Tischrej (Sept./Okt.) mit Rosch Haschanah gefeiert, zum anderen bezeichnet die Hebräische Bibel den Nissan (März/Apr.) als den ersten Monat. Dieser Dualismus spiegelt ein Bewusstsein von Universalismus und Partikularismus: Die jüdische Weltanschauung ist sich bewusst, dass sich die menschliche Existenz nicht auf einen Faktor reduzieren lässt. Unterschiedliche Momente widersprechen sich zum Teil und sind dennoch gleichzeitig gültig. Beispielsweise wurde der erste Mensch gemäss dem Talmud am ersten Tischrej erschaffen. Die Erschaffung des Menschen im Monat Tischrej ist für alle Menschen gültig und somit universal. Im Monat Nissan hat nach dem Talmud das Judentum begonnen, weshalb sich das Neujahr im Frühling nur auf das Judentum bezieht und die Betonung auf die Partikularität gelegt wird.

Der jüdische Kalender unterscheidet zwischen biblischen, rabbinischen und neuen rabbinischen Feiertagen. Die Bibel nennt die Feste Rosch Haschanah und Jom Kippur, welche als die Hohen Feiertage bezeichnet werden und Pessach, Sukkot und Schavu`ot als die Wallfahrtsfeste. Diese biblischen Feiertage sind mit einem vollen Arbeitsverbot verbunden, die rabbinischen hingegen nicht. Zu den älteren rabbinischen Feiertagen gehören Chanukka und Purim, zu den neueren der Jom Haazma`ut und der Jom Jeruschalajim. Daneben gibt es nach Tragödien in der neueren Geschichte zusätzlich eingeführte Trauertage, wie zum Beispiel der Jom Haschoah (Mach TRE 11, 107).

Zu den spezifischen Gemeinsamkeiten der Festtage gehört neben dem Abend-, Morgen und Nachmittagsgebet wie am Schabbat ein viertes Gebet, das Mussafgebet genannt wird. Zudem werden zu Hause Kerzen entzündet und Segenssprüche über Brot und Wein rezitiert. An den freudigen Feiertagen ist Festfreude nicht nur erwünscht, sondern sogar geboten (Mach TRE 11, 107). Weitere Vorschriften für die Feiertage sind in der Mischna festgelegt. Um ein Beispiel zu geben, wird im Folgenden die Frage diskutiert, wann, was und wie viel gekocht werden darf, wenn ein Feiertag vor einen Schabbat fällt. Darüber verhandelten die im 1. Jh. n. Chr. blühenden, nach ihren Gründern benannten Gelehrtenschulen, die Wesentliches zur Entwicklung der Halacha beitrugen: Bet Hillel und Bet Schammai. Zwischen den beiden Lehrhäusern bestanden zahlreiche Meinungsverschiedenheiten, wie nachstehend ersichtlich wird (Rosenthal 1987, 942):

„[Was ist mit] ein[em] Feiertag, der auf den Vorabend eines Sabbats fällt? Niemand darf am Feiertag von Anfang an [absichtlich] für den Sabbat kochen, aber man darf an ihm für den Feiertag kochen, und wenn etwas [davon] übrig bleibt, darf man es für den Sabbat übriglassen. Aber man darf am Vorabend des Feiertags Speise bereiten und davon [auch] für den Sabbat übriglassen. Die Schule Schammais sagt: [Man darf] zwei Gerichte [vorbereiten], aber die Schule Hillels sagt: [Nur] ein Gericht. Und sie stimmen überein bei einem Fisch und einem Ei, das auf [ihm] ist, dass das zwei Gerichte sind. Hat man es [am Feiertag aus Versehen] gegessen, oder ist es verloren gegangen, darf man deswegen nicht noch einmal ein neues [Gericht absichtlich für den Sabbat] kochen, aber wenn man von ihm irgend etwas übrigbehalten hat, darf man es für den Sabbat übriglassen“ (Mischna, Seder Mo'ed, Trakta Besa, II 1). Wenn der Fall eintritt, dass der Festtag auf dem Vorabend von Schabbat liegt, dann darf am Festtag nicht für den Schabbat gekocht werden, aber es dürfte etwas übrig gelassen werden, falls es unbeabsichtigte Reste gibt. Und es ist erlaubt, am Vorabend des Feiertages für den Schabbat zu kochen und die Speise für den Schabbat übrig zu lassen. Die Schammaiten schreiben vor, man dürfe zwei Gerichte zubereiten, die sonst milderen Hilleliten sind hier strenger und erlauben nur ein Gericht. Aber beide sind sich einig, dass Fisch und Ei zwei Gerichte sind und es sind immer noch zwei Gerichte, auch wenn man den Fisch im Ei umdreht. Wenn es sich ergibt, dass man die Speise für den Schabbat am Feiertag aus Versehen isst oder wenn man das Essen verliert, dann darf man nicht noch einmal neu kochen für den Schabbat.

Pessach

Beachte den Ährenmonat, und halte ein Passa für den HERRN, deinen Gott, denn im Ährenmonat hat der HERR, dein Gott, dich herausgeführt aus Ägypten bei Nacht. Und du sollst dem HERRN, deinem Gott, als Passa Rinder und Schafe opfern an der Stätte, die der HERR erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Du sollst nichts Gesäuertes dazu essen, sieben Tage lang sollst du dazu ungesäuerte Brote essen, Brot des Elends - denn in angstvoller Eile bist du ausgezogen aus dem Land Ägypten, damit du dich erinnerst an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten dein Leben lang. Und man soll sieben Tage lang bei dir keinen Sauerteig sehen in deinem ganzen Gebiet, und von dem Fleisch, das du am Abend des ersten Tages opferst, soll nichts über Nacht bleiben bis zum Morgen. (Dtn 16,1-4)

Um die Hintergründe des Pessachfestes besser verstehen zu können, ist es nötig, zunächst einige Grundlagen des jüdischen Selbstverständnisses anzuführen. Im Judentum gibt es keine systematische Lehre wie in der christlichen Theologie. Die Inhalte werden nicht wie in christlichen, traditionellen Dogmatiken in die Bereiche der Soteriologie, Eschatologie, Schöpfungslehre, Hamartiologie etc. unterteilt, sondern die Theologie wird in einer anderen Form nahe gebracht (Lenzen 2002). Die Inhalte bilden sich vielmehr aus der schriftlichen und mündlichen Tora heraus. Das Judentum stand in der Spannung, die Tora als das Lebensgesetz ernst zu nehmen und sich gleichzeitig den sich entwickelnden und verändernden Lebensweisen anzupassen. Deshalb wurde die Auslegung der schriftlichen Tora durch eine mündliche Tora nötig (Stemberger 1992, 25). Die mündliche Tora gehört grundlegend zur schriftlichen und erst durch die mündliche Tradition wird die Tora anwendbar (Stemberger 1992, 40). Dabei muss zur Kenntnis genommen werden, dass sich die Aufmerksamkeit nicht auf die Einhaltung des Buchstabes zentriert, sondern es ist entscheidend, dass die Intention der Schrift eingehalten wird (Krupp 1999, 19). Die mündliche Tora wurde gemäss dem rabbinischen Verständnis im Talmud verschriftlicht, wobei innerhalb des Talmuds zwischen halachischen und aggadischen Teilen unterschieden wird. Während die Halacha die religionsgesetzlichen Aspekte diskutiert und entscheidet, besteht die Aggada aus Erzählungen und Geschichten. Der Begriff Haggada bezieht sich nur auf die Liturgie des Sederabends bei Pessach (Ben Chorin 1985, 11-29).

Diese Liturgie wird am ersten Tag des Pessachfestes, am 15. Nissan, nach dem Synagogengottesdienst im Familienkreis vollzogen. Pessach findet vom 15.–21. Nissan statt. Nur der erste und siebte Tag sind volle Feiertage, die Tage dazwischen sind Halbfeiertage. Die Halbfeiertage gehören zwar zur Festzeit, aber an ihnen darf gearbeitet werden. Zum einen gedenkt Pessach dem partikularen Neujahr, der Zeit, in welcher das jüdische Volk entstanden ist, zum anderen zentriert sich aber Pessach um die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten gemäss Exodus 12. Bevor der 14. Nissan endet, muss der gesamte Haushalt von allem „Gesäuerten“ (Chamez) gereinigt werden, denn der Besitz von Gesäuertem ist an Pessach verboten. Wenn der 14. Nissan ein Schabbat ist, muss die Reinigung am 13. vorgenommen werden. Mit „Gesäuertem“ sind alle Nahrungsmittel gemeint, die die von den Rabbinen als gesäuert festgesetzte Getreidesorten beinhalten (Mach TRE 11, 108).

Religionsgeschichtlich gesehen existierte vermutlich in der vordeuteronomischen Zeit ein von Pessach unabhängiges Mazzotfest, das sich durch das Essen ungesäuerter Brote auszeichnete und eine Dauer von sieben Tagen aufwies (Vgl. Ex 23,15 und Ex 34,18). Ursprünglich könnte zum Zeitpunkt der Ernte ein Frühjahrsfest gefeiert worden sein, das allmählich theologisiert wurde und Züge eines israelitischen Volksbewusstseins annahm und so die Bedeutung des Exodus aus Ägypten integriert werden konnte. Wahrscheinlich wurde das Mazzotfest dann später mit Pessach verknüpft, das sich durch die deuteronomistische Zentralisationsforderung zu einem Wallfahrtsfest entwickelte (Vgl. Dtn 16). Pessach könnte sich zunächst nur auf das Bestreichen der Türpfosten mit Blut konzentriert haben, damit die Familie durch die Magie des Blutes vor dem Angriff fremder Mächte geschützt wird. In späterer Zeit könnte dieses Ritual dann auf die schützende Kraft JHWHs übertragen worden sein. Indem Pessach zur Zeit des Zweiten Tempels als Wallfahrtsfest wahrgenommen wurde, wurde am Tempel die Schlachtung der Pessachlämmer als Blutopfer am Tag des 14. Nissans üblich (Otto TRE 11, 96-99).

Am Sederabend sitzt die Familie an einem mit Symbolspeisen reich gedeckten Tisch. Auf dem Sedertisch befinden sich Mazzot, die an den Exodus aus Ägypten erinnern. Die Israeliten mussten so eilig ausziehen, dass sie keine Zeit mehr hatten, auf das Aufgehen des Teiges zu warten. Der Tradition nach gibt es seither Fladenbrote (Ben Chorin 1985, 50-51). Ein weiteres Element ist der Maror, das Bitterkraut. Dafür kann Meerrettich verwendet werden, der so scharf ist, dass er Tränen in die Augen treibt. Denn Israel soll sich an die Bitternis der Sklaverei in Ägypten erinnern. Als ein Zeichen für den Lehm, mit welchem die Israeliten Ziegel herstellen mussten, funktioniert Charosseth, der aus einer Mischung von Äpfeln, Nüssen und Gewürzen besteht. Zusätzlich befindet sich auf dem Sedertisch ein Knochen mit Fleisch daran, der auf das während der Zeit des Zweiten Tempels an Pessach geschlachtete Lamm verweist. Eine weitere Symbolspeise ist das Ei, wofür verschiedene Deutungen vorhanden sind. Zum Beispiel kann das Ei als ein Zeichen für den Frühling und die Erneuerung des Lebens gesehen werden, zumal das Pessachfest im Frühling gefeiert wird. Ein anderes Element ist der Karpass, der für die Fruchtbarkeit des Bodens steht, wofür Sellerie, Rettich, Kartoffeln o.ä. verwendet werden können. Zudem steht auf dem Sedertisch ein Krug mit Salzwasser, in das der Karpass eingetaucht werden soll und das an die Tränen in Ägypten erinnert. Letztlich werden am Sederabend vier Kelche Wein getrunken, die mit den Rettertaten Gottes aus Exodus 6,6–7 verbunden werden: „Ich bin der HERR. Ich werde euch aus der Fron Ägyptens herausführen und euch aus ihrem Dienst erretten und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und durch gewaltige Gerichte. Ich werde euch annehmen als mein Volk und euer Gott sein.“ Die Schule Hillels und die Schule Schammais waren sich darüber uneinig, ob sich die Rettertat in Vers 8 „und ich werde euch in das Land bringen“ in einem fünften Kelch widerspiegeln soll oder nicht. Aus dem Streit entstand ein Unentschieden (tejku) und daraufhin wurde jeweils ein fünfter Kelch auf dem Tisch stehen gelassen, welcher sich dann zum Becher für Elia, der Herold des Messias, entwickelte (Ben Chorin 1985, 34-39).

Der Sederabend beginnt mit dem Kiddusch, nachdem die Lichter angezündet worden sind. Im Kiddusch wird Gott geheiligt und es wird ihm gedankt, insbesondere für die Gabe dieses Festes. Dann wird der erste Kelch Wein getrunken und es folgt eine rituelle Waschung der Hände. Im nächsten Schritt taucht der Sedergebende den Karpass ins Salzwasser und sagt einen Segenspruch. Dann zerbricht er die Mazzen. Er erhebt das Ei und den Knochen, die als Brot der Armut aus Ägypten dargestellt werden. Daraufhin wird der zweite Kelch mit Wein gefüllt und der Jüngste am Tisch stellt die Frage, warum diese Nacht anders ist als alle anderen Nächte. Denn an allen Abenden wird gesäuertes Brot gegessen, an diesem Abend aber nur ungesäuertes, sonst werden alle möglichen Kräuter gegessen, heute aber nur Bitterkraut, in den anderen Nächten werden die Speisen nicht in Salzwasser eingetaucht, ausser in dieser Nacht und an anderen Tagen kann jeder angelehnt oder nicht angelehnt sitzen, heute aber sitzen alle angelehnt. Im Talmud werden vier Arten von Kindern unterschieden. Das kluge Kind fragt, was denn die Gebote bedeuten, die heute eingehalten werden. Das böse Kind fragt, wozu euch (und nicht auch ihm selbst) dieser Brauch dient. Das einfältige Kind fragt, was das ist. Schliesslich gibt es das Kind, das noch nicht fragen kann. Die Tischgemeinschaft gibt zur Antwort: „Weil wir Sklaven waren unter dem Pharao in Ägypten...“ und es wird die ganze Geschichte ausführlich erzählt, wie es dazu kam, dass die Israeliten nach Ägypten zogen, was sie in Ägypten erlebten und warum und unter welchen Umständen sie das Land wieder verliessen. Es werden Bibelstellen und Gedichte aufgesagt und viele Rabbinen zitiert. Dann wird der zweite Kelch Wein getrunken und mit dem Festmahl begonnen. Nach dem Essen wird ein langes Tischgebet gesprochen und anschliessend der dritte Becher Wein getrunken. Die Familie sitzt weiterhin noch lange zusammen und es werden das Hallel und andere Lieder gesungen. Nach dem prägnanten Ausspruch „Das kommende Jahr in Jerusalem“, der im Verlauf des Abends erklingt, wird der vierte Kelch getrunken und es werden weitere Geschichten nach Belieben erzählt (Ben Chorin 1985, 132-159).

Beim Pessachfest ist der Stellenwert der narrativen Theologie im Judentum besonders zu beachten. Die Geschichten, die am Sederabend erzählt werden, werden nicht als ein Rezitieren von Texten verstanden, sondern im Vordergrund steht das freie Erzählen. Die Erzählung beschränkt sich auch nicht auf blosse Erinnerungen längst vergangener Zeiten, sondern während die Geschichte vergegenwärtigt wird, „entsteht lebendige Heilsgeschichte“ und der „Vorgang wird immer wieder aktualisiert“ (Ben Chorin 1985, 16). Während der Erzählung ist es so, als wären die Anwesenden selber in Ägypten gewesen und es entsteht ein „Gleichzeitigwerden“ und eine „Identifikation“ mit den Vorfahren (Ben Chorin 1985, 94). Nur in der Aktualisierung der Heilsgeschichte und des Wiedererlebens sind Erzählung und Erinnerung verständlich.

Der christliche Theologe Johann Baptist Metz hat das Konzept einer narrativen Theologie entwickelt und beschreibt im Erinnerungsvermögen des Judentums ein Spezifikum als besonders charakteristisch: „In meinen Augen ist es eine besondere Art von Wehrlosigkeit, von Armut, in gewisser Weise die Unfähigkeit Israels, sich von den Widersprüchen, von den Schrecken und Abgründen der Wirklichkeit erfolgreich zu distanzieren – etwa durch Mythisierungen oder Idealisierungen der Lebenszusammenhänge. (...) Man könnte also geradezu sagen, Israels ‘Erwählung’, seine Gottfähigkeit zeigte sich in dieser besonderen Art seiner Armut, seiner Unfähigkeit: nämlich der Unfähigkeit, sich durch Mythen und Ideen trösten zu lassen“ (Metz 1990, 113). Israel kann Schmerzerfahrungen im Nachhinein nicht auf eine positive Art deuten, sondern ist untröstlich. Immer wieder erinnert es sich an die Zeiten des schweren Leidens und die Rückfrage an Gott nach dem Warum bleibt „eingesenkt in die Gestalt der Nacht, in die Erfahrung des Untergangs der Seele“ (Metz 1990, 114). Aber gibt es denn ausserhalb der narrativen Theologie des Judentums nicht auch das Erinnern an vergangene Zeiten? Johann Baptist Metz würde darauf antworten, dass das Phänomen der Erinnerung natürlich auch ohne den beschriebenen Hintergrund existiert, allerdings ist dann der Schmerz in der Erinnerung still gelegt (Metz 1997, 150) und was bleibt, ist „eine seltsame Art des Vermissens“ (Metz 1997, 153). So setzt sich Metz dafür ein, dass auch Christen lernen, wieder betroffener und untröstlicher zu werden. Denn zum Beispiel gab es zwischen Karfreitag und Ostern eben auch Karsamstag – den Tag, an dem man nicht wusste, wie es weitergeht und der von Dunkelheit und Leere geprägt war (Metz 1998, 103). „Wer die Botschaft von der Auferweckung des Christus so hört, dass in ihr der Schrei des Gekreuzigten unhörbar geworden ist, der hört nicht das Evangelium, sondern einen Mythos“ (Metz 1990, 105).

Rosch Haschanah

Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll für euch ein Feiertag sein, ein Gedenktag mit Jubelgeschrei, eine heilige Versammlung. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit tun. Und dem HERRN sollt ihr ein Feueropfer darbringen. (Lev 23,24)

Rosch Haschanah bedeutet „Kopf des Jahres“ und bezeichnet das jüdische Neujahr. Das Hauptziel von Rosch Haschanah – und natürlich Jom Kippur – ist „Teschuwah“, was im religiösen Kontext Rückkehr zu Gott bedeutet. Teschuwah ist allerdings nicht nur auf Gott ausgerichtet, sondern auch auf den Menschen bezogen. Wenn jemand einem anderen Menschen etwas angetan hat, kann er nicht mit Gott Frieden schliessen, wenn er sich nicht zuerst mit dem geschädigten Menschen versöhnt hat.

Nachdem Rosch Haschanah mit dem Nachmittags- und Abendgebet begonnen hat, findet später zu Hause im familiären Kreis ein Essen statt. Als typische Elemente werden dabei Äpfel und Honig gegessen, da die Feiernden sich ein süsses, neues Jahr wünschen. Weitere Symbole am jüdischen Neujahrsfest sind Granatäpfel, da die guten Taten so verbreitet sein mögen wie die vielen Körner im Granatapfel oder auch die Farbe weiss, die für Reinheit steht. Bei den Sephardim ist an Rosch Haschanah ein reiches Festmahl üblich, wobei zum Beispiel Fischköpfe beliebt sind als Zeichen dafür, dass man am Anfang stehen will und nicht am Schluss.

Der Morgengottesdienst dauert ungefähr fünf Stunden und weist somit eine ausserordentliche Länge auf. Während des Gottesdienstes wird nach der Toralesung das Schofar geblasen, das als Weckruf aufgefasst wird: Jetzt ist der Zeitpunkt des Nachdenkens gekommen. Im Midrasch wird die Vorstellung dargelegt, dass Gott an Rosch Haschanah mit seinem Gericht auftreten wird. Drei Bücher sind dabei bedeutend: Das Buch der Guten, das Buch der Bösen, das Buch der Mittleren. Bis zu Jom Kippur kann das Urteil, in welchem Buch der Einzelne eingeschrieben ist, noch beeinflusst werden und jeder möchte einen möglichst guten Richtspruch erhalten. So ist Rosch Haschanah der Anfang der zehn Busstage, an denen die Rückkehr geübt wird. An jedem dieser zehn Tage wird das Avinu Malkeinu gebetet. Rosch Haschanah war im Jahr 2011 am 28. September, was nach jüdischer Zeitrechnung mit dem 1. Tischrej 5772 gleichzusetzen ist (Galley 2003, 52-64; Mach TRE 11, 111-112).

Jom Kippur

Und dies soll eine ewige Ordnung sein für euch: Im siebten Monat, am Zehnten des Monats, sollt ihr fasten und keinerlei Arbeit tun, weder der Einheimische noch der Fremde, der in eurer Mitte lebt. Denn an diesem Tag erwirkt man Sühne für euch, um euch zu reinigen. Von all euren Sünden sollt ihr rein werden vor dem HERRN. Ein Sabbat, ein Feiertag, ist es für euch, und ihr sollt fasten. Das ist eine ewige Ordnung. Die Sühnehandlung aber soll der Priester vollziehen, den man salben und dem man die Hand füllen wird, damit er anstelle seines Vaters als Priester diene. Und er soll die Gewänder aus Leinen, die heiligen Gewänder, anziehen. Und er soll für das Allerheiligste Sühne erwirken, und für das Zelt der Begegnung und den Altar soll er Sühne erwirken, und er soll Sühne erwirken für die Priester und für das ganze Volk der Gemeinde. Und das soll eine ewige Ordnung sein für euch, einmal im Jahr für die Israeliten Sühne zu erwirken für all ihre Sünden. Und Aaron machte es, wie der HERR es Mose geboten hatte. (Lev 16, 29-34)

Jom Kippur wird am 10. Tischrej vollzogen – zehn Tage nach Rosch Haschanah. Er ist der höchste jüdische Feiertag und durch striktes Fasten und Gebet geprägt. An diesem Tag gibt es fünf Verbote, die für gesunde Menschen gelten – Kinder, Kranke und Alte sind davon ausgenommen: Essen und Trinken, Sich-Waschen, Kosmetik, das Tragen von Lederschuhen und Geschlechtsverkehr sind an Jom Kippur nicht erlaubt. Denn diese fünf Aspekte sind Ausdruck des körperlichen Genusses. Doch Jom Kippur will die Entfernung davon erreichen und den Versuch des Eintauchens in eine andere Sphäre und in ein rein spirituelles Dasein erstreben. Deshalb tragen an diesem Tag auch viele Männer einen weissen Kittel, der üblicherweise den Toten angezogen wird. Zur Vorbereitung von Jom Kippur ist es am Vortag geboten zu essen, damit das Fasten durchgehalten werden kann und zudem wird ein Reinigungsbad in der Mikwe genommen.

Jom Kippur wird nicht wie Pessach hauptsächlich zu Hause begangen, sondern in der Synagoge. Dieser Feiertag ist so bedeutsam, dass dann auch die säkularen Juden die Synagoge besuchen. Dem Abendgottesdienst wird das Kol Nidrej vorangestellt, das eigentlich nur ein kurzes Gebet ist, dennoch wurde der ganze Gottesdienst als Kol Nidrej bezeichnet. Inhaltlich enthält das Kol Nidrej die Bitte, dass alle Gelübde, die voreilig gegenüber Gott ausgesprochen wurden, wieder aufgelöst sein mögen. Denn man möchte nicht mit ungehaltenen Versprechen vor Gott stehen, sondern die Einigung mit Gott soll vollständig sein. Die Auflösung aller Gelübde bezieht sich aber nur auf die Verbindung zwischen Gott und dem Menschen, die zwischenmenschlichen Versprechen bleiben bestehen.

Ein weiteres Element im Gottesdienst ist das Viduj-Gebet – das Sündenbekenntnis. Dem Alphabet entlang wird für jeden Buchstaben ein Verb verwendet, das eine Sünde ausdrückt und für jedes Vergehen wird um Vergebung gebeten. Dieses Gebet dauert lange und zeichnet sich durch Intensität aus: Der Beter klopft sich an die Brust und beugt sich nach vorne als Ausdruck des Sündenbekenntnisses. Zudem erfolgt wieder, wie an den vorangegangenen Tagen, das Gebet Avinu Malkeinu. Nach den Stücken der Liturgie, die in jedem Gottesdienst üblich sind, geht man nach Hause, aber setzt sich nicht wie gewöhnlich an den Esstisch, sondern fastet und man spürt die seltsame Stimmung dieses Tages.

Besonders auffallend an Jom Kippur ist die Stille: Die Strassen sind vollkommen leer und auch das Radio sendet nicht. Im Morgengottesdienst wird zusätzlich zur gewöhnlichen Liturgie das Jiskorgebet gesprochen, das den Toten gedenkt – zum einen allgemein den israelischen Soldaten und zum anderen den eigenen Verwandten. Gegen Mittag folgt das Zusatzgebet (Musaf), wie es auch am Schabbat vollzogen wird. In diesem Gottesdienst ist die Rezitation des Vollzugs von Jom Kippur zur Zeit des Zweiten Tempels besonders beeindruckend, indem das Sühneopferritual des Hohenpriesters im Tempel beschrieben wird. Damals hat der Hohepriester dreimal ein Sündenbekenntnis abgelegt. Zuerst für sich und seine Familie, dann für die Gemeinde und schliesslich für das ganze Volk. Die Mischna beschreibt, dass bei diesem Ereignis alle Anwesenden im Tempel auf die Knie gefallen sind. Um dieses Sündenbekenntnis möglichst nahe ebenso zu erleben, wird auch heute während dem Musafgebet eine dreimal wiederkehrende Proskynese vollzogen.

Nach einer gewissen Pause findet das Nachmittagsgebet statt, in welchem das Buch des Propheten Jona vorgelesen wird. Ausserordentlich werden an Jom Kippur fünf Gebete praktiziert, weshalb sich unmittelbar nach dem Nachmittagsgebet zusätzlich das Nöilagebet anschliesst. Dieses Gebet ist die letzte Möglichkeit, sein eigenes Urteil noch beeinflussen zu können. Der Zeitpunkt des Siegels ist nun gekommen und die Tore schliessen sich. Dann wird das Schofar geblasen und die Stimmung der Ernsthaftigkeit wandelt sich in Freude. Die ganze Schwere fällt ab und das Singen, Tanzen und Essen beginnt (Galley 2003, 65-68; Solomon 2006, 73-76).

Die ausführlichen biblischen Festkalender erwähnen Jom Kippur nicht – auch in Levitikus 16 wird er namentlich nicht genannt. Nur in Levitikus 23 und 25 wird er als Tag des Fastens und der Sühne aufgezählt, der am 10. Tischrej begangen werden soll. Dennoch ist Jom Kippur vermutlich kein junges Fest, da er in Verbindung mit einem alten Ritual steht: der Entsendung eines Tieropfers in die Wüste zu Asasel. Durch das Opfer sollte der Dämon Asasel besänftigt werden. Die menschliche Schuld sollte dabei auf das Tier übertragen und fortgeschickt werden (Galley 2003, 68-69). In der Mischna wird auf dieses Ritual Bezug genommen und der Verlauf des Versöhnungstages im Zweiten Tempel beschrieben. Nur einmal im Jahr durfte der Hohepriester das Allerheiligste betreten – an Jom Kippur. Nach rituellen Waschungen, dem Entzünden der Menora und zahlreichen anderen Vorbereitungen ging der Hohepriester in den Tempelvorhof. Dort sprach er ein Sündenbekenntnis und die Menge warf sich zu Boden. Dann näherte er sich dem Altar und schlachtete einen Stier, dessen Blut in einer Schale aufgefangen wurde. Während des Schlachtens sprach der Hohepriester wieder ein Sündenbekenntnis. Dann nahm der Hohepriester die Schale mit Blut und betrat das Allerheiligste, um das Blut darin zu versprengen. Während dieses Aktes war die Stimmung im Volk äusserst angespannt: Wird die Entsühnung gelingen? Wird der Hohepriester die Nähe Gottes, die vom Allerheiligsten ausgeht, überleben? Nach dem Wiedererscheinen des Hohepriesters wurde ein Ziegenbock genommen und wieder ein Sündenbekenntnis gesprochen. Anschliessend wurde der Bock von einem Fels hinabgestürzt und somit Asasel übergeben. Damit neigte sich der Tag der Entsühnung dem Ende zu und die Anspannung verwandelte sich immer mehr in Freude (Mischna, mJoma I,I ff; Galley 2003, 72-74).

Sukkot

Am fünfzehnten Tag des siebten Monats aber, wenn ihr den Ertrag des Landes einsammelt, sollt ihr das Fest des HERRN feiern, sieben Tage lang. Am ersten Tag ist ein Feiertag, und am achten Tag ist ein Feiertag. Und am ersten Tag sollt ihr euch schöne Baumfrüchte nehmen, Palmwedel und Zweige von dichtbelaubten Bäumen und Bachweiden, und ihr sollt sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott. Sieben Tage lang sollt ihr in Laubhütten wohnen. Alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen, damit eure künftigen Generationen erfahren, dass ich die Israeliten in Hütten wohnen liess, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte. Ich bin der HERR, euer Gott. (Lev 23,39–40.42–43)

Das Laubhüttenfest, Sukkot, beginnt am 15. Tischrej und dauert sieben Tage lang. In Levitikus 23, dem so genannten Heiligkeitsgesetz, heisst es, die Israeliten sollen sieben Tage lang in Laubhütten wohnen und diesen Brauch auch in späteren Generationen beibehalten. Denn das Volk Israel soll sich immer wieder an die Wanderung in der Wüste erinnern und an die Bewahrung Gottes gemäss der schriftlichen Tora. Sukkot erscheint in jedem Festkalender der Hebräischen Bibel und wird vermutlich eines der wichtigsten und ältesten Feste gewesen sein. In Ex 23,16 wird ein „Fest der Lese“ genannt, das eine ältere Form des Laubhüttenfestes darstellt und zugleich den Zusammenhang mit der Landwirtschaft verdeutlicht. Neben Gesang, Tanz, Festmahl und Wein war der Kult an den Heiligtümern wie Bethel und Silo auch ein Element dieses Erntedankfestes. Später wurden spezifisch israelitische Vorstellungen auf dieses Fest übertragen und in Verbindung mit der Wanderung in der Wüste gebracht. Zudem wurde in einem weiteren Schritt eine Modalisierung dieses Festes durch die Kultzentralisation erfahren und durch die Wallfahrt zum Tempel in Jerusalem erweitert (Galley 2003, 84-87).

Für die jüdische Praktisierung dieses Festes in der heutigen Zeit können für den Bau einer Laubhütte Anweisungen aus der Mischna entnommen werden. (Z.B. „[Was ist mit einem,] der sich mit seinem Kopf und dem grösseren Teil seines Körpers in der Laubhütte befindet, aber seinen Tisch im Haus [stehen] hat? Die Schule Schammais erklärt [seine Laubhütte] für untauglich, aber die Schule Hillels erklärt sie für tauglich.“ [Mischna, Traktat Sukka, Kapitel 2,7a]). Für den Boden und die Wände gibt es keine Vorschriften, ausser dass sie einem normalen Wind standhalten müssen. Die Wände können aus Holz, Stoff oder einem mit Stoff eingespannten Metallgerüst bestehen. Die Hütte muss vier, drei oder zweieinhalb Wände enthalten. Bezüglich der Bedachung gibt es allerdings Anweisungen: Das Dach muss hergestellt werden mit einem Material, das im Boden gewachsen, aber von der Pflanze entfernt ist. Zudem muss das Dach über folgende Dichte verfügen: Wenn die Sonne im Zenit steht, muss mehr Schatten gewährt sein als Sonne, aber in der Nacht müssen die Sterne sichtbar sein. Es soll möglichst viel Zeit in der Sukka verbracht werden. Mahlzeiten sollen in der Hütte eingenommen oder es kann auch darin übernachtet werden (Vgl. Mischna, Traktat Sukka, Kapitel 2,9b: „Von wann an ist es erlaubt, [die Laubhütte] zu räumen, gehen Regengüsse nieder? Von [dem Augenblick an,] wo der Brei verdirbt.“ )

Um die Verbundenheit dieses Festes mit dem Ursprung aus der Landwirtschaft zu betonen, ist der Feststrauss, der Lulav, ein weiteres Element von Sukkot. Die Pflanzen Etrog, Palmzweig, Myrrthe und Bachweide werden zu einem Strauss zusammengebunden. Der Etrog hat Ähnlichkeit mit einer Zitrone, er riecht gut und aus ihm kann Konfitüre hergestellt werden. Die Früchte von Palmblättern, etwa Datteln, können gegessen werden und sind sehr gesund. Die Blätter der Myrrthe riechen ausserordentlich gut und erfreuen die Sinne. Nur die Bachweide hat keinen Nutzen. Doch die Bachweide wird absichtlich auch in den Lulav integriert, um daran zu erinnern, dass auch nichtsnutzige Menschen einen Wert haben und in die Gemeinschaft aufgenommen werden müssen. Der Lulav wird mit in den Gottesdienst genommen und an bestimmten Stellen in der Liturgie geschüttelt. Zu Schemini Azeret hat der Feststrauss im Tefilat Hagäschäm, im Gebet um Regen, besondere Verwendung. Denn das Schütteln des Lulav klingt wie das Fallen von Regentropfen. Der Nahe Osten ist auf den Regen angewiesen, weshalb die Erhörung der Bitte in Israel ein wirkliches Bedürfnis ist. Ansonsten ist im Synagogengottesdienst während des Laubhüttenfestes herausragend, dass am Schabbat, der auf die Halbfeiertage fällt, die Megillah von Kohelet gelesen wird.

Am achten Tag wird zum Abschluss des Laubhüttenfestes Schemini Azeret begangen. Dieser Tag gilt als eine Zeit des Anhaltens, denn Gott hat es so genossen zu feiern, dass er noch einen weiteren Tag anschliessen wollte. In Israel (in der Diaspora am neunten) wird am achten Tag auch Simchat Tora gefeiert: Der Zyklus der Toravorlesung wird abgeschlossen und sofort wieder neu begonnen. Am Abend von Simchat Tora ist die Stimmung ausgelassen, es werden alle Torarollen aus dem Schrein herausgeholt, es wird getanzt, gesungen und Süssigkeiten werden gegessen. Im Morgengottesdienst wird jeder einzelne für eine Lesung aufgerufen. Sogar die Kinder vor der Bar Mizwah sollen einen Abschnitt vorlesen. Den letzten oder den ersten Abschnitt vorlesen zu dürfen, ist eine besondere Ehre. Der erste und der achte Tag von Sukkot sind mit einem Arbeitsverbot belegt, die Tage zwei bis sieben sind Halbfeiertage und an ihnen findet sich keine eigentliches Arbeitsverbot. Wegen der einstigen Unsicherheit des Monatsanfangs zur Zeit des Zweiten Tempels ist in der Diaspora an den ersten beiden Tagen ein Arbeitsverbot vorgesehen, Schemini Azeret wird auf den achten Tag gelegt und Simchat Tora auf den neunten.

Geselliges Beisammensein in der Sukka vom Theologischen Studienjahr in Jerusalem 2010. Die Sukka wurde gemäss den Vorschriften der Mischna gebaut und als tauglich erachtet.

Lida Leonie Panov, Universität Zürich

Literaturverzeichnis

BEN CHORIN, Schalom, Narrative Theologie des Judentums anhand der Pessach-Haggada. Jerusalemer Vorlesungen, Tübingen 1985.

GALLEY, Susanne, Das jüdische Jahr. Feste, Gedenk- und Feiertage, München 2003.

KRUPP, Michael, Der Talmud. Eine Einführung in die Grundschrift des Judentums mit ausgewählten Texten, Gütersloh 19992.

LENZEN, Verena, Jüdisches Leben und Sterben im Namen Gottes. Studien über die Heiligung des göttlichen Namens (Kiddusch HaSchem), Zürich 20022.

MACH, Dafna, Art. Feste und Feiertage. III. Judentum, TRE, Bd. 11, 107–115.

METZ, Johann Baptist, Theologie als Theodizee?, in: Oelmüller, Willi (Hg.), Theodizee – Gott vor Gericht?, München 1990, 103–118.

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