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ISSN 2195-3171





Göttinger Predigten im Internet hg. von U. Nembach

8. Sonntag nach Trinitatis, 14.08.2011

Predigt zu Jesaja 2:1-5, verfasst von Reinhard Gaede

 

Liebe Gemeinde!

I. In Montenegro, dem Land der Schwarzen Berge, lebte einst ein Junge mit Namen Blascho. Rade, sein Vater, nannte ihn immer „Lamm", und fragte sorgenvoll, was machen wir, wenn die Wölfe kommen? Blascho war ein nachdenklicher, friedliebender Junge. Zu dieser Zeit gab es noch die Blutrache. Man erschoss und erschlug Männer aus anderen Stämmen, weil jene zuvor Männer des eigenen Stammes umgebracht hatten. Eine Kette von Morden ohne Ende.

Blascho hatte in der Bibel Sätze gelesen, die er noch nie aus dem Munde seiner Landsleute gehört hatte, wie Jesus die Friedfertigen selig preist, sogar auffordert, in die Nächstenliebe seine Feinde einzuschließen und wie zuvor der Prophet Jesaja das kommenden Friedensreich Gottes verheißen hatte. So freute er sich sehr, als er hörte, dass sein Stamm mit den feindlichen Djuranowitschi Frieden schließen wollte. Auf einer Wiese standen sie sich gegenüber. Ohne Ende verklagten sie sich gegenseitig und rechneten die Zahl der Toten gegeneinander auf. Da hob Rade die Hände und erinnerte sie: Wir wollten doch Frieden schließen: „Wer dafür ist, stehe auf", rief er. Da sprangen die Ersten auf. Andere zögerten, schließlich standen alle. Da schrie die alte Andja: „Nein, kein Friede, ehe mein Sohn gerächt ist!" Und als alle noch starr dastanden, zog ihr jüngster Sohn blitzschnell die Pistole und schoss. Lärm entstand. Sofort hätte eine große Schlacht begonnen, wenn Rade nicht gebrüllt hätte: „Wer ist getroffen?" Da war es still. Da wandte sich Rade den Djuranowitschi zu. „Wäre einer von uns getroffen, lebte Andjas jüngster Sohn nicht mehr. Du hast den Krieg befohlen Andja, nun befiehl deinem Sohn den Frieden!" Mit verschlossenem Gesicht erhob sich als Letzte die alte Frau. „So sei denn Friede!" rief Rade und schlug das Kreuz. Die Familien brachen auf. Der jeweilige Hausherr ritt, der älteste Sohn führte das Pferd, die übrigen folgten. Aber Rade, der große Krieger, führte in seiner Familie das Pferd, und sein Sohn ritt. Blaschos Hand lag auf einer Wunde. Und Rade sagte zu einem Djuranowitsch, der diesen Aufzug verspottete: „Dieses Lamm hat den Frieden mit seinem Blut be­zahlt. Die Kugel hatte ihn getroffen, aber er hat keinen Laut von sich gegeben." Da schrieen die Frauen auf. Die Männer aber schauten staunend oder bewundernd auf den Jungen.

II. James Krüss (1926-1997) hat uns diese „Geschichte eines Knaben" überliefert. Und sogar Kindern konnte er damit die Weltgeschichte erklären: Kriege und Rache und wieder Kriege. Aber das muss ein Ende haben.

In der Region des ehemaligen Staates Jugoslawien - Montenegro hatte nahezu neunzig Jahre dazu gehört - gibt es jetzt wieder Spannungen: Im jüngsten Konflikt zwischen Serbien und Kosovo demonstrierten beide Seiten Härte, statt Kompromissbereitschaft. Hintergrund des aktuellen Konflikts ist der Streit um die Kosovo-Zollstempel, die Serbien nicht anerkennen will. Begründung: Kosovo sei kein selbstständiger Staat, sondern nach wie vor eine serbische Provinz. Folge: Waren aus dem Kosovo können nicht nach Serbien gelangen. Die Kosovo-Regierung hat deshalb ein Importverbot für serbische Waren verhängt. Die KFOR -Schutztruppe - Kosovo Force ist die im Jahre 1999 nach Beendigung des Kosovo-Krieges aufgestellte multinationale militärische Formation unter der Leitung der NATO, die gemäß der vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 1999 beschlossenen Resolution für eine sichere Rückkehr von Flüchtlingen sorgen soll - hat große Mühe, die Feinde von einander zu trennen.

Weil die Ser­ben unter ihrem Diktator den Völkermord zuließen, entstand der Kosovo-Krieg. Aber weil die Nato-Staaten kein UNO-Mandat hatten, hatte er keine rechtliche Legitimation. Und forderte außerdem Opfer unter der serbischen Bevölkerung, zerstörte Wirtschaft und Umwelt. Ohne Bindung an ein internationales Recht, besteht immer die Gefahr, dass die Staaten ins mittelalter­liche Faustrecht zurückfallen.

III. Dass Friede und Recht miteinander verbunden werden, ist heute besonders wichtig. Wo jeder nur an sich denkt, den eigenen Besitz vermehren will, auch mit Gewalt, zerfallen Staaten. Das staatliche Gewaltmonopol zerbröselt, die Gewalt wird privatisiert und kommerzialisiert. So entstanden die „failing states", die zerfallenden Staaten, und schließlich auch die „failed states", die bereits zerfallenen Staaten wie Somalia oder der Kongo. Heute haben wir an der Südgrenze der USA einen zerfallenden Staat. In Mexiko sterben jährlich mehr Menschen an der Gewalt zwischen rivalisierenden Drogenbanden, aber auch zwischen Drogenbanden und der Polizei (manchmal auch dem Militär), als in Afghanistan Menschen umgebracht werden. Und dort herrscht Krieg, wie inzwischen alle zugeben müssen.

Alle Konflikte wurden in den letzten sechs bis achttausend Jahren angegangen nach der Devise: „Si vis pacem, para bellum, wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor". Der Friede eines Landes sollte durch Abschreckung eines möglichen Angreifers erreicht werden.

Seit den Weltkriegen, in denen ca. 10 Millionen und 60 Millionen Toten Menschen umkamen, sollen wir aber wissen: „Friede ist nicht nur eine Frage der Humanität und Moral, sondern eine Frage der nackten Existenz". Das sagte bereits der religiöse Sozialist Theodor Haubach, geboren 1896, als Widerstandskämpfer 1945 von den Nazis hingerichtet. In Zeiten möglicher Vernichtung durch Atomwaffen ist Frieden heute die Bedingung des Überlebens.

Nach dem Kosovo-Krieg wissen wir: Friede muss Menschenrechte, den Schutz der Minderheiten einschließen. Und internationale Straf- und Schutzaktionen brauchen den Auftrag, das Mandat der Vereinten Nationen. Während des noch andauernden Krieges in Afghanistan merken wir: Bewaffnete Einsätze der Völkergemeinschaft zum Schutz von Hilfsmaßnahmen und zum Aufbau des Landes können nur erfolgreich sein, wenn in dem Land der Wille zum Frieden vorhanden ist. Wenn die Helfer als Besatzung angesehen werden und Terroristen sie angreifen, sind die Helfer hilflos und müssen um ihr Leben fürchten. Jeder, der an ihnen vorbeigeht, könnte ein Terrorist sein, der einen Anschlag verüben will. Statt immer neue Soldaten auszusenden, sollte die Politik alle Anstrengungen zur Förderung von Verhandlungen unternehmen, alle Konfliktparteien, incl. der Taliban und der Nachbarstaaten, im Sinne einer Friedensordnung für die Gesamtregion einbeziehen.

Heute erfahren wir, dass die ganze Welt unser Lebensraum ist. Jeder, der in andere Länder reist, erfährt das. Daraus folgt, dass der Friede unteilbar ist, dass er - wie Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) schon wusste - „eine Ordnung der Erhaltung der Welt auf Christus hin", eine Lebensordnung sein muss. Also sollte es nur eine einzige bewaffnete Macht geben, unterstellt der Völkergemeinschaft, der UNO, die - wie bisher die Polizei im Inland - das Recht durchsetzt, jetzt international. Das ist ein Fortschritt: In Deutschland wird jetzt zum ersten Mal das internationale Völker-Strafgesetzbuch angewendet, weil zwei mutmaßliche Kriegsverbrecher aus dem Kongo wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden. Der internationale Friede kann erst kommen, wenn internationales Recht von den Staaten beachtet wird, wenn die Staaten sich einigen, ihre Konflikte dem Urteil eines Internationalen Schiedsgerichtshof zu unterwerfen. Dafür sollten alle Menschen, Christen wie Menschen aus anderen Religionen nimmermüde eintreten.

IV. Alle Welt braucht den Frieden, den wahren Frieden, bei dem „Gerechtigkeit und Friede sich küssen" (Psalm 85,11).

Jesaja - um 738 vor Christi Geburt trat er auf - hat den Traum vom wahren Frieden. Jesaja schaut das Ende der Geschichte. Das hebr. Sprachbild „acharith" meint die Zeit hinter der Zeit, in der man auf die ganze Zeit zurückschaut. Diese Endzeit ist die Zeit Gottes. Der kleine Hügel in Jerusalem erhebt sich, wird höher als die höchsten Berge. Das Haus Gottes, das dort steht, wird der Mittelpunkt der Welt. Nicht mehr alleine steht das Volk Gottes und ist auch nicht dem Ansturm kriegerischer Völker aus­gesetzt. Nein, wie zu einem Gottesdienst gehen die Völker. Über Israel hinaus geht seine Lehre. Von Zion wird Weisung ausgehen. Thora, Weisung, ist das Wort Gottes, sein Gesetz mit den Geboten. Das Wort, das ins Leben weist. Nicht nur Israel folgt ihm, son­dern auch die Völker. Und deshalb, weil Gottes Recht sich ausbreitet, kommt auch der Friede, der der Welt so fehlt und nach dem sie sich so sehr sehnt. Die Schwerter werden zu Pflug­scharen und die Spieße zu Rebmessern. Arbeit des Pflügens ist die Grundlage der Ernährung. Die Arbeit des Weinanbaus gibt die Grundlage für fröhliche Feste. Brot und Wein haben die Menschen. Ihr blutiges Handwerk des Krieges gerät in Vergessenheit, sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ja, die Waffen, das Symbol des Krieges, werden umgewandelt, aus Instrumenten des Tötens werden Instrumente des Lebens.

V. Ist das nicht das Paradies? Ja, so ist es. Jesaja sieht die neue Schöpfung. Die Unheils­geschichte, für die der Brudermord des Kain steht, ist aufgehoben. Und nach unzähligen Raubzügen ziehen die Völker nach Israel, um das Beste zu holen, was Israel hat. Die Thora, das Wort Gottes, als Weisung zum Leben.

„Ach Jesaja, wie weit sind wir noch von seinem Traum entfernt!" mögen wir jetzt seufzen.

Viele Menschen resignieren und sagen: „Wir können nichts machen. Kriege wird es immer geben." Leonhard Ragaz, Theologieprofessor, Führer der religiösen Sozialisten und des Schweizer Versöhnungsbundes (1868-1945), wies falsche Alternativen zurück: „Beides ist wahr, dass Gott es allein tut, und dass er nichts tun will und kann ohne uns. Man darf sagen, der Mensch habe so große Vollmacht, dass einige wenige treffliche Menschen und Führer es vermöchten, die Welt zum Frieden zu bringen, und man kann ebenso gut sagen, auch die gewaltigste und lauterste Menschenkraft vermöge nichts, wenn Gott nicht seinen Creator spiritus (Schöpferischen Geist) wehen lasse." Er sagte: Das Reich Gottes ist zwar „nicht von dieser Welt, aber für diese Welt." Wir Menschen sind aufgerufen, ihm den Weg zu bereiten. Er schrieb dazu in seinen Kommentaren zur Bibel: „Schon das Kommen des Reiches ist auch Sache des Menschen. Es ist gerüstet, es wird angeboten, aber es kommt nicht, wenn nicht Menschen da sind, die darauf warten, die darum bitten, die für sein Kommen arbeiten, kämpfen, leiden." Wie Leonhard Ragaz hat auch Friedrich Siegmund-Schultze sein ganzes Leben als Sozialpädagoge und Sozialethiker für den Frieden gearbeitet. Am 1.-3. August 1914, bei Beginn des Ersten Weltkriegs gründete er mit anderen den „Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen", die Keimzelle der Ökumene in Deutschland, und zugleich mit Henry Hodgkin den Internationalen Versöhnungsbund. Kriegsgefangenen-Seelsorge und

-Hilfe organisierte er, mit Elisabeth Rotten die Quäkerspeise für Berliner Schulkinder, wurde Direktor des ersten Jugendamtes in Berlin. Seine Zeitschrift „Die Eiche" war in Deutschland der Kompass für die Ökumene. Wegen seiner Hilfe für Juden wurde er von den Nazis ausgewiesen. In seinem ökumenischen Archiv in Soest konnte ich ihn kurz vor seinem Tod 1969 noch kennen lernen. Die ökumenische Gemeinschaft hat die Chance, dass die weltweite Kirche als Großmacht der Versöhnung tätig wirken kann.

Jesajas Traum brauchen wir mehr denn je. Denn er ist der Maßstab für das, was der Welt noch fehlt. Und er zeigt das Ziel, wohin Menschen die Welt nach Gottes Willen und mit seinem Beistand hinbringen sollen.

Im Garten des UNO-Hauptgebäudes sind die Worte ‚Schwerter zu Pflugscharen' ein Denkmal geworden. Gerade die atheistische Sowjetunion hatte 1959 eine Bronzeskulptur von Jewgeni Wutschetitsch, der UNO 1959 geschenkt: Der Schmied schmiedet das Schwert um zur Pflugschar. Und die Friedens­bewegung trug das Symbol in der Deutschen Demokratischen Republik an der Kleidung aufgenäht, auch wenn das verboten war. Einer der Gründe für den Zusammenbruch der Mauer lag darin, dass Christen und Christinnen in der DDR immer wieder Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung gefordert hatten. Von den Kirchen in Leipzig, Dresden und Ostberlin brachten sie den Aufruf „Keine Gewalt" auf die Straßen dieser Städte und trugen entscheidend dazu bei, dass eine gewaltlose Revolution, die schließlich die Einheit Deutschlands brachte, möglich wurde.

„Krieg darf um Gottes Willen nicht sein", hat der Ökumenische Rat der Kirchen 1948 gesagt.

Der Friede des Gottesreiches ist noch nicht da, aber er hat angefangen. Als das Christkind geboren wird, singen die Engel: „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens." Der „Fürst des Friedens", den Jesaja erwartete - damals selbst in einer Welt des Krieges -

ist gekommen. „Er ist unser Friede", bekennt die christliche Gemeinde. Er verpflichtet seine Nachfolger und Nachfolgerinnen als Zeugen und Zeuginnen des Friedens. „Macht zu Jüngern alle Völker", sagt der erhöhte Herr. Was Gott einst vollenden wird, das Reich Gottes, das Reich des Friedens und der Gerechtig­keit, soll jetzt schon beginnen und weiter wachsen so wie die Saat wächst, wie ein Gleichnis Jesu sagt (Mk. 4, 26-29). Die Anfänge beginnen im eigenen Haus und in der Nachbarschaft und erweitern sich über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. „Lasst uns wandeln im Licht des Herrn!" mahnt der Prophet. Weil wir die Hoffnung auf Gottes Reich haben, sollen wir unsere täglichen Auf­gaben wahrnehmen. Es gibt viele Mut machende Beispiele der Versöhnung und der tätigen Nächstenliebe:

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand durch die Initiative des französischen Hauptmanns Etienne Bach die Bewegung der „Chevaliers du Prince de la Paix", auch „Kreuzritter", später „Christlicher Friedensdienst" genannt. Diese Christen wollen einen Beitrag zur internationalen Verständigung und für die soziale Integration von Menschen leisten. Sie vermitteln Jugendliche weltweit in internationale Jugendbegegnungen und Freiwilligendienste. Dieses Engagement verstehen sie als aktiven Friedensdienst. Wie es dazu kam, erzählte der Offizier so: Während der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen besuchte er eine deutsche Kirche „Ich merkte, dass die Leute unruhig wurden, als ich hereinkam, aber ich setzte mich. Dann kam das Abendmahl. Was tun? Mich zurückziehen aus Furcht, Aufsehen zu erregen? Weshalb? Jesus lud mich zu seinem Tisch und nicht die Menschen. Ich stand auf und ging hin - und erschrak furchtbar. Neben mir stand der Bürgermeister, mein erbitterter Gegner... Die Hand des Pfarrers zitterte, als wir aus demselben Kelch tranken und vom gleichen Bot aßen." Ein Anfang davon, dass Feindschaften in Europa sich überlebt haben. Ehemalige Kriegsgegner Deutsche, Engländer, Franzosen, Polen, Russen leben im gemeinsamen Haus Europa.

Aus aller Welt kommt Besuch. In der Gemeinde Laar, Herford, erinnern sich Menschen noch an den Besuch der beiden alten Damen aus Nicaragua, die an unserer Abendmahlsfeier teilnahmen. Sie sagten nicht: Wir beiden alten Frauen können doch nichts machen! Sondern sie tun, was das ganze Kultusministerium des Landes nicht schafft: Sie bilden in ihrem Land junge Mädchen zu Lehre­rinnen für ganz entlegene Dörfer aus. Die Treffen helfen Lehrern und Lehrerinnen, in ihrem schwierigen und schlecht bezahlten Beruf auszuhalten, in einem Land, das dem Bürgerkrieg entronnen ist. Und die beiden alten Damen werden dabei unterstützt von Solidaritätsgruppen. Wenn die Menschen nämlich lesen lernen, werden sie auch die Bibel kennen lernen, so wie der junge Blascho in Montenegro, der Schmerzen ertrug, um den Frieden zu bewahren. Gottes Wort enthält alles, was Menschen zu einem Leben in Frieden brauchen.

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 stehen Grundrechte, die sich aus der Rechtsfülle der Thora ableiten lassen. Ein Schritt auf dem Wege zum Gottesberg, dem noch viele folgen müssen. Auch jede/r von uns bekommt seine Aufgabe zum Friede-Stiften, in der Nähe ebenso wie in der weiten Welt. Lasst uns sie annehmen in der Hoffnung auf das Kommen Reiches! In der Gemeinde Laar, Herford, erinnert eine Glocke daran. Sie war früher eine Kanone in Frankreich, bis der Kriegsminister Graf Roon die zur Glocke umgeschmolzene Kanone den Bauern der Gemeinde schenkte. Nun ruft sie, die jetzige Glocke, zum Gebet, morgens, mittags abends: „Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!" Ps. 34, 4 ist ihre Inschrift. „Schwerter zu Pflugscharen", ruft Jesaja, „Kanonen zu Glocken", ist ein Ton im Kirchturm zu Laar, gleichzeitig der Ruf zum Gebet: „Dein Reich komme"!

Amen

 



Pfarrer i. R. Dr. Reinhard Gaede
Herford
E-Mail: reinhard-gaede@gmx.de

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