Göttinger Predigten

deutsch English español
português dansk Schweiz

Startseite

Aktuelle Predigten

Archiv

Besondere Gelegenheiten

Suche

Links

Gästebuch

Konzeption

Unsere Autoren weltweit

Kontakt
ISSN 2195-3171





Göttinger Predigten im Internet hg. von U. Nembach

Invokavit, 05.03.2017

Gott bewahrt das Leben - trotz Tod, Gewalt und Überheblichkeit des Menschen
Predigt zu Genesis (1. Buch Mose) 3:1-24, verfasst von Christian Wolff

1 Die Schlange war das klügste von allen Tieren des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie fragte die Frau: »Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft die Früchte von den Bäumen im Garten nicht essen?« 2 »Natürlich dürfen wir sie essen«, erwiderte die Frau, 3 »nur nicht die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: Esst nicht davon, berührt sie nicht, sonst müsst ihr sterben!« 4 »Nein, nein«, sagte die Schlange, »ihr werdet bestimmt nicht sterben! 5 Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet wie Gott sein und wissen, was gut und was böse ist. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.« 6 Die Frau sah den Baum an: Seine Früchte mussten köstlich schmecken, sie anzusehen war eine Augenweide und es war verlockend, dass man davon klug werden sollte! Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon und er aß ebenso. 7 Da gingen den beiden die Augen auf und sie merkten, dass sie nackt waren. Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze. 8 Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie, wie Gott, der Herr, durch den Garten ging. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott hinter den Bäumen. 9 Aber Gott rief nach dem Menschen: »Wo bist du?« 10 Der antwortete: »Ich hörte dich kommen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Da habe ich mich versteckt!« 11 »Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?«, fragte Gott. »Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?« 12 Der Mensch erwiderte: »Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon; da habe ich gegessen.« 13 Gott, der Herr, sagte zur Frau: »Was hast du da getan?« Sie antwortete: »Die Schlange ist schuld, sie hat mich zum Essen verführt!« 14 Da sagte Gott, der Herr, zu der Schlange: »Verflucht sollst du sein wegen dieser Tat! Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang - du allein von allen Tieren. 15 Und Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Nachkommen und den ihren. Sie werden euch den Kopf zertreten, und ihr werdet sie in die Ferse beißen.« 16 Zur Frau aber sagte Gott: »Ich verhänge über dich, dass du Mühsal und Beschwerden hast, jedes Mal wenn du schwanger bist; und unter Schmerzen bringst du Kinder zur Welt. Es wird dich zu deinem Mann hinziehen, aber er wird über dich herrschen.« 17 Und zum Mann sagte Gott: »Weil du auf deine Frau gehört und mein Verbot übertreten hast, gilt von nun an: Deinetwegen ist der Acker verflucht. Mit Mühsal wirst du dich davon ernähren, dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln werden dort wachsen, und du wirst die Pflanzen des Feldes essen. 19 Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Ja, Staub bist du, und zu Staub musst du wieder werden!«

20 Der Mensch nannte seine Frau Eva, denn sie sollte die Mutter aller Menschen werden. 21 Und Gott, der Herr, machte für den Menschen und seine Frau Kleider aus Fellen. 22 Dann sagte Gott: »Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden und weiß, was gut und was böse ist. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!« 23 Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht war. 24 So trieb Gott, der Herr, die Menschen hinaus und stellte östlich von Eden die Keruben und das flammende Schwert als Wächter auf. Niemand sollte zum Baum des Lebens gelangen können.

1. Mose 3,1-24 – Gute Nachricht Bibel

 

Es bedarf nicht erst einer tiefenpsychologischen Auslegung dieser Geschichte, um zu entdecken, dass das Paradies Urbild für den Mutterleib und die Vertreibung aus demselben Symbol für den Geburtsvorgang ist. Danach beginnt das Drama – das Drama des menschlichen Lebens, das ständig darum bemüht ist, sich von allen Bindungen selbst zu befreien; das den Konflikt zwischen gut und böse für eindeutig lösbar hält und sich gerade deswegen in den Sackgassen des Bösen verrennt; das Leben, das es für einen Erfolg ansieht, Gott los zu werden, und nicht mehr bedenkt, wie viel Urvertrauen und Verantwortung dabei verlorengehen. Dieses Verhängnis des Menschen wird in der alten Geschichte aufgearbeitet und auf seine Ursachen zurückgeführt. Zunächst aber eröffnet sich uns eine heile Welt: Der Mensch lebt in einem Garten vollendeter Schönheit und in völliger Harmonie mit Gott und der Natur. Jeder ist Partner des anderen. Angst, Misstrauen, Feindschaft, Konkurrenz, Neid, Eifersucht sind im Paradies unbekannt. Denn – so Gottes Gebot – vom Baum der Erkenntnis dessen, was gut und böse ist, hat noch niemand gegessen und darf auch niemand essen, da er sonst sterben muss.

 

Doch in dieser heilen Welt lebt auch die Schlange. Scheinheilig und als ob sie eine belanglose Plauderei beginnen will, zieht sie die Frau (es könnte auch der Mann sein) in ein Gespräch, dessen dramatische Folgen der Frau überhaupt nicht bewusst sind. Die Schlange tut auch alles, um ihre wahre Absicht zu vertuschen.

»Hat Gott wirklich gesagt:

so fragt sie die Frau

Ihr dürft die Früchte von den Bäumen im Garten nicht essen?«

»Natürlich dürfen wir sie essen«

antwortet die Frau

»nur nicht die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: Esst nicht davon, berührt sie nicht, sonst müsst ihr sterben!«

»Nein, nein«

erwidert die Schlange

»ihr werdet bestimmt nicht sterben! Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet wie Gott sein und wissen, was gut und was böse ist. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.«

Damit ist das Gespräch beendet. Aber damit hat die Schlange erreicht, was sie wollte. Sie hat dem Menschen seine Begrenzung, den Unterschied zwischen Gott und ihm, aufgezeigt und gleichzeitig die Neugier geweckt, die letzte Hürde, die ihn von Gott trennt, zu überwinden.

 

Die Schlange tritt von der Bühne ab. Die Frau steht allein vor dem Baum der Erkenntnis – begeistert, beeindruckt, geblendet von den verlockend prächtigen Früchten. Was soll sie tun? Eigentlich ist dies ja keine Frage mehr. Denn wenn es stimmt, was die Schlange ihr vorausgesagt hat (nämlich dass dem Menschen die Augen aufgehen werden und er sein wird wie Gott), dann würde sich die Frau einer ungeheuren Möglichkeit begeben, wenn sie nicht zugreift.

 

Damit aber rückt das Geschehen im Garten Eden ganz dicht an unsere Wirklichkeit heran. Denn heute versuchen wir, jede Erkenntnis dadurch zur Anwendung zu führen, dass eventuelle Vorbehalte mit der vorwurfsvollen und Neugier weckenden Frage zurückgedrängt werden: Mit welchem Recht verwehren wir es den Menschen, mögliche Erkenntnisse auch zu verwirklichen? Ist das nicht ein unzulässiger Eingriff in die Freiheit des Menschen? Je deutlicher uns Menschen die Begrenztheit des Lebens vor Augen geführt wird, desto größer wird unser Bestreben, diese zu überwinden. Ich brauche nur die Stichworte zu nennen:

Immer geht es dabei um die Auseinandersetzung, in die die Frau von der Schlange hineingezogen wird: Darf ich alles, was mir möglich ist? Soll alles produziert werden, was technisch machbar ist? Dürfen wir die ethischen Grenzziehungen überspringen, um mit dem erhofften Fortschritt Schritt zu halten? Die Partei der Schlangen sagt eindeutig: Ja! Denn nur so werden uns die Augen aufgetan und wir werden Alles wissen. Dass dieses Wissen aber mit der an sich untragbaren Last verbunden ist, sein zu können wie Gott, sich gut und böse verhalten zu können und darüber entscheiden zu müssen, was gut und böse ist, das wird meist verschwiegen.

 

Die Frau und der Mann essen Früchte vom Baum der Erkenntnis. Zunächst passiert genau das, was die Schlange vorausgesagt hat: Ihnen gehen die Augen auf. Doch das ist nicht alles. Sie werden sich nun auch ihrer Nacktheit bewusst. Was nichts anderes bedeutet: Die Lust, alles zu wissen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, wird zur Last. Denn der Mensch kann die Verantwortung, die ihm daraus erwächst, kaum tragen. Hier wird nun der ganze Zynismus der Schlange offenbar: Sie hat den Menschen zu einer Tat verführt, indem sie die von Gott angesagte Folge, den Tod, bestritten, aber die tatsächlichen Folgen für das Leben verschwiegen hat. Wohl gemerkt: die Schlange hat nichts Falsches gesagt: Den Menschen gingen die Augen auf und sie starben nicht. Die Schlange hat sich nicht anders verhalten als diejenigen, die angesichts der krassen Schreckensszenarien von außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerken oder Naturkatastrophen, die ja nur als Ausdruck krankhafter Veränderung des Weltorganismus gedeutet werden können, beruhigend beschwichtigen: so schlimm, wie Greenpeace oder die Klima-Experten es vorhersagen, wird es schon nicht werden. Es wird schon nichts passieren, wir haben alles im Griff! Und dann trifft uns doch mit unvorstellbarer Wucht ein Tsunami und die Mär von der technischen Beherrschbarkeit fällt in sich zusammen. Es gilt das Gleiche wie bei den Menschen im Paradies: Die Möglichkeiten der Erkenntnis übersteigen die Fähigkeiten des Menschen und zerstören die Gemeinschaft mit Gott und der Menschen untereinander. Alle Feigenblätter, alle Schutzschilde und Schutzanzüge ändern nichts an unserer Nacktheit.

 

Die Widersprüche bleiben: Aller wissenschaftlicher Fortschritt und alle fortschreitende Erkenntnis haben weder Auschwitz noch den millionenfachen Hungertod, weder Kriege noch technische Katastrophen verhindern können. Im Gegenteil: Schmerzhaft müssen wir einsehen, dass wir in Sachen Wissen, Technik, Information zwar Riesen sein mögen, in Sachen Gerechtigkeit, Frieden, Menschlichkeit aber oft genug ein zwergenhaftes Dasein fristen. Alle Bekämpfung unheilbarer Krankheiten wird nichts daran ändern, dass wir Menschen sterben müssen. Trotzdem versucht die Partei der Schlangen die zum Leben notwendige Selbstbeschränkung des Menschen, also die Gebote Gottes, als seine Unfreiheit zu denunzieren. Dabei merken wir immer deutlicher, dass die ungehemmte Fortentwicklung des Lebens zu immer größer werdenden Einschränkungen der Freiheit führt – wenn wir allein an die Überwachungsapparate denken, die moderne Technik erfordert. Müssten uns diese Erfahrungen nicht dazu veranlassen, um der Freiheit willen auf Möglichkeiten zu verzichten?

 

Der Blick auf den Fortgang der alten Geschichte sollte uns sehr kritisch machen gegenüber der Partei der Schlangen. Denn was ist der Erfolg der Erkenntnis? Adam und Eva verstecken sich, weil sie ihre Nacktheit, ihre Schamlosigkeit nicht ertragen können. Als Gott ruft:

»Wo bist du?«

kann der Mensch nur antworten:

»Ich hörte dich kommen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Da habe ich mich versteckt!«

Dem Menschen wird plötzlich bewusst, dass er seine Erkenntnismöglichkeit gar nicht ertragen und den Folgen nicht gerecht werden kann. Darum das Versteckspiel, das aber allein schon deswegen zum Scheitern verurteilt ist, weil sich der Mensch gar nicht hinter dem Baum verstecken kann. Denn was heißt „hinter“, wenn man nicht weiß, aus welcher Richtung der Suchende, der Rufende kommt? Es erweist sich eben als ein untaugliches Unterfangen, sich vor den Folgen seines Tuns zu drücken. Die dringen von allen Seiten auf uns ein.

 

Trotzdem, oder gerade deswegen setzt das ein, was jeder von sich selbst kennt, wenn wir nicht mehr zu unserem eigenen Handeln stehen können.

»Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?«

fragt Gott den Menschen. Anstatt klar zu antworten, sich zu bekennen, schiebt der Mann alles auf die Frau:

»Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon; da habe ich gegessen.«

Die Frau versucht, sich mit einer Schuldzuweisung an die Schlange aus der Affäre zu ziehen:

»Die Schlange ist schuld, sie hat mich zum Essen verführt!«

Das also ist das Ergebnis der versprochenen Erkenntnis: nicht ein Mehr an Lebensqualität, nicht das Sein wie Gott, sondern das Zerbrechen der Harmonie zwischen Gott, Mensch und Natur; ja, das Zerbrechen der menschlichen Gemeinschaft. Mit der Möglichkeit, alles zu wissen, ist Vertrauen ebenso verlorengegangen wie die Verantwortung. Der von Gott gelöste Mensch wird zum Einzelkämpfer – unfähig zur Solidarität, zur Verantwortung und zur Schulderkenntnis.

 

Auch hier bedarf es nur einiger Stichworte, um die Aktualität dieser biblischen Gedanken ins Gedächtnis zu rufen. Denken wir nur daran, wie schnell wir bei der Hand sind, Schuld zu relativieren, die Verhältnisse, die Umwelt für unser Versagen verantwortlich zu machen – je nach Interessenslage. Wie schnell wird Schuld gegenseitig aufgerechnet – bis hin zur ekelhaften Rede vom „Kriegsschuldkult“ eines Björn Höcke. Alles Verstecken nutzt aber nichts. Gott ruft uns Menschen heraus aus dem Verdrängen und Verleugnen in die Verantwortung:

»Wo bist du?«

 

Mit dieser entscheidenden Frage, die an jeden Einzelnen gerichtet ist, beginnt die neue Geschichte Gottes mit den Menschen, mit uns. Und am Anfang dieser Geschichte steht – zu unserem Glück - der Ruf Gottes, die Berufung des Menschen:

»Wo bist du?«

Damit stellt Gott den Menschen als Täter - und würdigt ihn gleichzeitig als Persönlichkeit, die verantwortlich ist für das, was war, und für das, was wird. Gott läst uns nicht allein – auch nicht mit und in unserer Schuld: Invokavit – ER ruft mich an. Auf diese Weise bewahrt Gott das Leben des Menschen und seine Individualität. Der Mensch stirbt nicht. Gleichwohl muss der Mensch, müssen wir die Konsequenzen des Handelns tragen. Die Lasten, die sich daraus ergeben, schlagen sich in der Gefährlichkeit der Schlange, in der besonderen Belastung der Frau bei der Schwangerschaft und Geburt, in der Arbeit sowie im Sterben des Menschen nieder. Mehr noch: Nach der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies müssen sie unter den Bedingungen leben, die sie selbst herbeigeführt haben: in der Widersprüchlichkeit von Erkennen und Vermögen; in der Zwiespältigkeit von gut und böse, in der Wirklichkeit des Leidens. Der Mensch erkennt mehr, als er verkraften kann, und steht in der Gefahr, sich dadurch selbst zu vernichten. Doch das letzte, aber eben vergebliche Streben des Menschen, mit dem er diesem Konflikt zu entrinnen versucht, gilt der Suche nach dem Baum des Lebens. Um den Menschen vor dieser letzten, ihn vernichtenden Überheblichkeit zu bewahren, vertreibt Gott ihn aus dem Paradies:

»Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden und weiß, was gut und was böse ist. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!« Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg ...

 

Wir Christen wissen von einem anderen Baum des Lebens diesseits von Eden: das Kreuz Christi. Der Weg zurück zum Paradies, in den Schalom Gottes, führt nicht über den Genuss köstlicher Früchte, nicht darüber, das Jenseits ins Diesseits zu holen, auch nicht darüber, dass wir uns mit der Widersprüchlichkeit des Lebens einfach abfinden. Der Weg führt über den gekreuzigten Christus. Jesus verspricht uns nicht, sein zu können wie Gott. Er deckt vielmehr unsere Schuld und unser Versagen auf, öffnet uns aber verschlossene Türen durch seine Bitte um Vergebung:

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Jesus ruft nicht nur „Wo bist du?“, sondern lädt uns ein:

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid!

 

So ist die Vertreibung aus dem Paradies nicht der tragische Endpunkt unseres Schicksals. Im Leben des Gekreuzigten wird uns der Weg gewiesen, aus dem Dilemma der Schuld herauszufinden. Dieser Weg führt durch die Wüste. Auf diesem Weg sind wir auch den Versuchungen ausgesetzt, denen Jesus widerstehen konnte (vgl. das Evangelium Matthäus 4,1-11). Er verweigert dem Teufel, dem Vorsitzenden der Partei der Schlangen, den Gehorsam, indem er sich auf die Grundlagen besinnt, die uns durch das Essen der Früchte vom Baum der Erkenntnis verloren gegangen und durch Gottes Ruf aus dem Versteck neu aufgetragen sind:

Dass dieser Weg beschwerlich und ein Weg des Leidens ist, das bedenken wir in diesen Wochen der Passionszeit und erleben es gleichzeitig hautnah in unserer Wirklichkeit. Aber im Leiden des Gekreuzigten scheint die aufregende Verheißung durch, dass Gott – auf dem Umweg seiner Vernichtungsabsichten – zur Einsicht gelangt: Gegen Tod, Gewalt und Überheblichkeit des Menschen gibt es nur ein Mittel – die Bewahrung des Lebens. Es ist ein Segen, dass Gott von dieser Gnade nicht abrückt. Amen.

 

 



Pfarrer i.R. Christian Wolff
Leipzig
E-Mail: info@wolff-christian.de – www.wolff-christian.de

(zurück zum Seitenanfang)