{"id":10039,"date":"2021-02-07T19:49:29","date_gmt":"2021-02-07T19:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10039"},"modified":"2022-10-27T13:07:22","modified_gmt":"2022-10-27T11:07:22","slug":"roemer-11-25-32-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-11-25-32-2\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 11, 25-32"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Balanceakte<br \/>\nPredigt f\u00fcr den 10. Sonntag nach Trinitatis am 15. August 2004<br \/>\nin der Kloster- und Wallfahrtskirche zu G\u00f6ttingen-Nikolausberg<br \/>\nvon Ulrich Braun<\/p>\n<p>Predigttext: R\u00f6mer 11, 25-32<em><br \/>\nIch will euch, liebe Br\u00fcder, dieses Geheimnis nicht verhehlen,<br \/>\ndamit ihr euch nicht selbst f\u00fcr klug haltet: Verstockung ist einem<br \/>\nTeil Israels widerfahren, so lange bis die F\u00fclle der Heiden zum<br \/>\nHeil gelangt ist; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben<br \/>\nsteht (Jesaja 59,20): \u00abEs wird kommen aus Zion der Erl\u00f6ser,<br \/>\nder abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund<br \/>\nmit ihnen, wenn ich ihre S\u00fcnden wegnehmen werde.\u00bb<br \/>\nIm Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber<br \/>\nim Blick auf die Erw\u00e4hlung sind sie Geliebte um der V\u00e4ter<br \/>\nwillen. Denn Gottes Gaben und Berufung k\u00f6nnen ihn nicht gereuen.<br \/>\nDenn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit<br \/>\nerlangt habt wegen ihres Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehorsam<br \/>\ngeworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch<br \/>\nsie jetzt Barmherzigkeit erlangen.<br \/>\nDenn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller<br \/>\nerbarme.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nI.<br \/>\nEs ist seltsam mit der Religion. Da geht es um die Seele und ihren Gott,<br \/>\num Gott und die Seele, um das Erlebnis, den Sch\u00f6pfer des Himmels<br \/>\nund der Erde zum Vater zu haben. Es geht um die Zugeh\u00f6rigkeit zu<br \/>\nGott. Zugleich ist aber das Gef\u00fchl der Gottesn\u00e4he in ebenso<br \/>\nhohem Ma\u00dfe fl\u00fcchtig, wie die Sehnsucht gro\u00df ist, es<br \/>\nals Gewissheit auf Dauer zu stellen. Und genau dieser Sehnsucht m\u00f6gen<br \/>\ndie Lehren von einer Erw\u00e4hlung einer Gruppe oder eines Volkes durch<br \/>\nGott als probates Mittel erwiesen haben, n\u00e4mlich die Zugeh\u00f6rigkeit<br \/>\nzu Gott vom eigenen religi\u00f6sen Empfinden ab- und an eine Gruppen-<br \/>\noder Volkszugeh\u00f6rigkeit anzukoppeln.<br \/>\nDie Vorteile dieser Vorstellung liegen auf der Hand. Geh\u00f6re ich<br \/>\nzur Gruppe der Erw\u00e4hlten, ist mir das Heil gewiss \u2013 selbst<br \/>\ndann, wenn ich zeitweise gar keinen inneren Bezug dazu habe. Die Nachteile<br \/>\nder Vorstellung m\u00fcssen wir ebenfalls nicht lange suchen. Wo Erw\u00e4hlung<br \/>\nist, da muss auch Nicht-Erw\u00e4hlung sein \u2013 mehrheitlich sogar,<br \/>\nweil die Ausgew\u00e4hlten doch allermeist eine Minderheit sein werden.<br \/>\nWenn man genau sagen kann, wer dazu geh\u00f6rt, wer also durch diese<br \/>\nZugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe seiner Zugeh\u00f6rigkeit zu Gott<br \/>\ngewiss sein darf, dann l\u00e4sst sich auch sagen, wer nicht dabei ist.<\/p>\n<p>In den Anf\u00e4ngen des Christentums vollzieht sich ein religi\u00f6ses<br \/>\nDrama um genau diese Kategorie der Erw\u00e4hlung. Die Gemeinden nennen<br \/>\nsich \u201eekklesia\u201c, die Herausgerufenen, die Ausgew\u00e4hlten<br \/>\nund Berufenen. Und sie erz\u00e4hlen einander die Geschichten der Verhei\u00dfung<br \/>\nund davon, dass nun mit dem Christus, dem Messias, sich diese Verhei\u00dfungen<br \/>\nerf\u00fcllt haben. Und sie erz\u00e4hlen einander von der aller Verhei\u00dfung<br \/>\nzugrunde liegenden Erw\u00e4hlung. Von der Erw\u00e4hlung Israels nat\u00fcrlich,<br \/>\nwas nahe liegt, weil die ersten Christen ja Juden wie Jesus sind. Sie<br \/>\nleben von den Worten der Propheten, und sie kennen ihren Jesaja.<br \/>\nDoch die Rede von dem Christus bleibt nicht in den kulturellen Grenzen<br \/>\nIsraels. So, wie Jesus von der Seele und ihrem Gott geredet, so, wie<br \/>\ner den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde als seinen Vater empfunden<br \/>\nhat, so k\u00f6nnen das auch die Griechen verstehen, die R\u00f6mer<br \/>\nund all die andern V\u00f6lker, die man in Abgrenzung zu den Erw\u00e4hlten<br \/>\nIsraels kurzerhand Heiden nennt.<br \/>\nAuch die Rede von der Erw\u00e4hlung bleibt den V\u00f6lkern nicht verschlossen.<br \/>\nNicht sie kommen zu Gott, sondern Gott kommt ihnen entgegen. Er ist<br \/>\nMensch geworden, hat das Leben und sogar den Tod mit ihnen geteilt.<br \/>\nWie will man das anders als \u201eErw\u00e4hlung\u201c bezeichnen?<br \/>\nGott hat sich f\u00fcr sie, die Menschen entschieden. Er macht keine<br \/>\nUnterschiede nach Grieche, Jude oder R\u00f6mer. Es gilt nur noch das<br \/>\nChristusbekenntnis.<\/p>\n<p>II.<br \/>\nSo, und damit entsteht ein Problem. Nicht, dass dieser Erw\u00e4hlungsgedanke<br \/>\ngrunds\u00e4tzlich falsch w\u00e4re. Gott ist den Menschen nahe gekommen<br \/>\nin der Religion Jesu. Der Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde soll<br \/>\nihr himmlischer Vater genannt werden. Allein: wenn die Zugeh\u00f6rigkeit<br \/>\ndurch das Christusbekenntnis bestimmt ist, dann kann man auch sagen,<br \/>\nwer nicht dazugeh\u00f6rt, wer also nicht erw\u00e4hlt ist.<br \/>\nUnd damit ger\u00e4t diese neue Erw\u00e4hlung in Konkurrenz zu der<br \/>\nalten, zur Erw\u00e4hlung Israels. Da nun die Trennung der Christen<br \/>\nvon der j\u00fcdischen Gemeinde und der j\u00fcdischen Gemeinde von<br \/>\nden Christen in dieselbe Zeit f\u00e4llt, man sich also nicht mehr in<br \/>\nder Synagoge, sondern an eigenen Versammlungsorten trifft, stehen Entscheidungsfragen<br \/>\nan: Wer ist denn nun erw\u00e4hlt? Gibt es verschiedene Formen der Erw\u00e4hlung,<br \/>\nverschiedene Wege zur Gottesn\u00e4he oder gar verschiedene Grade?<br \/>\nDie R\u00f6mer m\u00f6gen zu bestimmten Zeiten fr\u00fche Formen religi\u00f6ser<br \/>\nToleranz gekannt haben. Eine besondere St\u00e4rke des fr\u00fchen Christentums<br \/>\nist die religi\u00f6se Toleranz nicht. Da werden Herrenworte \u00fcberliefert,<br \/>\ndie eine andere Auslegung erfahren: \u201eIch bin der Weg, die Wahrheit<br \/>\nund das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich\u201c. Und die<br \/>\nKonkurrenz zu einer besonderen Hochsch\u00e4tzung des Gesetzes als eines<br \/>\nausgezeichneten Weges zu Gott, wie sie in ma\u00dfgeblichen Teilen<br \/>\nIsraels ge\u00fcbt wurde, zeichnet sich \u00fcberdeutlich in die Evangelien<br \/>\nein.<br \/>\nIsrael wird streckenweise zur dunklen Folie, auf der der ganze Glanz<br \/>\nde neuen Religion erst recht zum Strahlen gebracht wird. Lange wird<br \/>\nman auch auf die Rede von den Juden als Christus- und als Gottesm\u00f6rder<br \/>\nnicht mehr warten m\u00fcssen. Ausgerechnet, sie, die doch die Verhei\u00dfungen<br \/>\nkannten, ausgerechnet sie haben den Messias, als er dann kam, nicht<br \/>\nerkannt, sondern verachtet.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Um sich der eigenen Erw\u00e4hlung um Christi willen<br \/>\ngewiss zu machen, wei\u00df man mit einem Mal, wer zu den Erw\u00e4hlten<br \/>\nauf keinen Fall geh\u00f6ren kann: die Juden. Denn die halten, man kann<br \/>\nes nicht anders als st\u00f6rrisch nennen, an ihrer alten Religion fest.<br \/>\nZweifellos sind sie nicht nur nicht erw\u00e4hlt, sondern geradezu verworfen.<br \/>\nUnd auch dazu wird man gen\u00fcgend Schriftstellen gefunden haben,<br \/>\n\u00fcber das halsstarrige Volk, dem Gott die weitere B\u00fcndnistreue<br \/>\nverweigern will um ihrer Missetat willen.<br \/>\nMit solcherlei antijudaistischer Polemik hat es Paulus in unserer R\u00f6merbriefstelle<br \/>\nzu tun. Er h\u00e4lt fest, dass Gott sich seine Erw\u00e4hlung Israels<br \/>\nnicht gereuen lassen wird. Mit anderen Worten: er wird an dem festhalten,<br \/>\nwas er Abraham verhei\u00dfen, was er Mose gew\u00e4hrt und dem Volk<br \/>\nbeim Durchzug durch das Schilfmeer machtvoll bewiesen hat. Er wird nicht<br \/>\nvon seinem Bund abr\u00fccken, den er am Sinai geschlossen hat.<br \/>\nGanz offenbar stehen Paulus w\u00fcste Polemiken vor Augen, die in christlichen<br \/>\nGemeinden kursiert sein d\u00fcrften. Und diese w\u00fcsten Beschimpfungen<br \/>\nund wenig N\u00e4chstenliebe verstr\u00f6menden Feindbilder m\u00fcssten<br \/>\nuns auch heute gar nicht mehr interessieren, wenn sie sich nicht so<br \/>\nungl\u00fcckselig fortgesetzt und in die Geschichte von Juden und Christen<br \/>\neingezeichnet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Wenn Paulus sich schon im Brief an die R\u00f6mer m\u00e4\u00dfigend<br \/>\neinmischt, tut er das wohl in dem Bewusstsein, dass er an der Entstehung<br \/>\npolemischer Fronten seinen Anteil hat. Im Galaterbrief hat der diejenigen,<br \/>\ndenen an der Zugeh\u00f6rigkeit zur Synagoge und ihrer Regeln gelegen<br \/>\nist, verspottet. Beschneidung sei nicht nur unn\u00fctz, sondern geradewegs<br \/>\nfalsch, Verschneidung gewisserma\u00dfen, im Zuschnitt verdorben. Im<br \/>\nPhilipperbrief blickt Paulus voller Abscheu auf seine eigene religi\u00f6se<br \/>\nBiographie als gesetzestreuer und -gelehrter Jude zur\u00fcck. F\u00fcr<br \/>\nau\u00dferordentlich sch\u00e4dlich halte er nun all das, was ihm dereinst<br \/>\nso wichtig gewesen war, l\u00e4sst er seine Briefpartner wissen, und<br \/>\nscheut zu diesem Zweck auch vor Schimpfworten nicht zur\u00fcck. Ein<br \/>\n\u201eDreck\u201c sei es, was er f\u00fcr Religion gehalten habe (Phil.<br \/>\n3,8). Man muss nicht Griechisch k\u00f6nnen, um zu ahnen, dass das griechsiche<br \/>\nWort eigentlich das Wort gebraucht, das wir unseren Kindern mit guten<br \/>\nGr\u00fcnden zu verbieten suchen.<br \/>\nJetzt also rudert Paulus zur\u00fcck. Vielleicht merkt er, dass sich<br \/>\netwas verselbst\u00e4ndigt hat, dass n\u00e4mlich die Rede von der N\u00e4he<br \/>\nGottes, von Gemeinschaft der Seele und ihrem Gott, und der Rede \u00fcber<br \/>\ndie Juden so gar nichts mehr zu tun hat<br \/>\nSolange er, Paulus, nur \u00fcber seine eigene religi\u00f6se Biographie<br \/>\nsprach, stand er selbst f\u00fcr das ein, was hinter sich gelassen hatte.<br \/>\nEs waren seine Irrt\u00fcmer und seine Verirrung gewesen. Nun drohte<br \/>\neine Lehre daraus zu werden, die von der Verwerfung Israels sprach,<br \/>\ndie den Heilsplan Gottes in \u00dcberg\u00e4ngen beschrieb, bei denen<br \/>\nzun\u00e4chst Israel das erw\u00e4hlte Volk wurde, dann aber dieser<br \/>\nErw\u00e4hlung verlustig ging, weil es den verhei\u00dfenen Messias<br \/>\nnicht anerkannte. Es macht einen gro\u00dfen Unterschied, ob einer<br \/>\nvon seinem eigenen Weg mit Gott und Gottes Wegen mit ihm erz\u00e4hlt,<br \/>\noder ob eine allgemeine Lehre \u00fcber Erw\u00e4hlung und Verwerfung<br \/>\nim Entstehen begriffen ist.<\/p>\n<p>Ganz vermag sich Paulus diesen allgemeinen Erw\u00e4gungen nicht zu<br \/>\nentziehen. Wie auch? Sein ganzes religi\u00f6ses Leben war davon bestimmt<br \/>\ngewesen. Und so formuliert er, dass Israel durchaus verstockt sei, geradezu<br \/>\nrettungslos uneinsichtig in den Weg Gottes mit seinen Menschen sei.<br \/>\nDie Verstockung aber sei selbst eine geradezu notwendige Ma\u00dfnahme,<br \/>\ndamit n\u00e4mlich klar wird, dass es keinen abgesicherten Weg zu Gott<br \/>\ngibt \u2013 au\u00dfer dem, den Gott selber geht.<br \/>\nDiese \u2013 nennen wir es mit Paulus \u2013 Verstockung Israels diene<br \/>\nden Christen also nicht dazu, sich nun f\u00fcr etwas Besseres zu halten.<br \/>\nEs diene ihnen aber zum Bild daf\u00fcr, dass es keinen Weg zu Gott<br \/>\ngeben wird, der \u00fcber besondere \u00dcbungen, besondere Enthaltsamkeit,<br \/>\nbesondere Strenge oder besonderen Glaubenseifer f\u00fchrt. Auch keinen,<br \/>\nder an einer besonderen Gruppen- oder Volkszugeh\u00f6rigkeit h\u00e4ngt.<br \/>\nEs ist eben nicht Gott im Gesetz, in der Fr\u00f6mmigkeit, in der Enthaltsamkeit,<br \/>\nin guten und wichtigen \u00dcbungen oder in unn\u00fctzem Eifer. Es<br \/>\nist Gott in der Seele. Die Seele, in der empfunden wird, dass der Sch\u00f6pfer<br \/>\ndes Himmels und der Erde unser himmlischer Vater genannt werden darf.<br \/>\nJesus von Nazareth ist nicht anders zu verstehen gewesen, als dass man<br \/>\nihn in den Kategorien der Erw\u00e4hlung des Gottesvolkes, der Verhei\u00dfung<br \/>\nund schlie\u00dflich der messianischen Erf\u00fcllung begriffen und<br \/>\ngedeutet hat. Daf\u00fcr wird die Tradition auf immer von un\u00fcberbietbarem<br \/>\nWert sein. Es ist eben die Geschichte Israels, auf deren Boden sich<br \/>\ndiese Religion Jesu hat entwickeln k\u00f6nnen. Dann aber hat sie in<br \/>\nder Person Jesu die Beschr\u00e4nkungen der Erw\u00e4hlung eines Volkes<br \/>\nabgestreift und den unendlichen Wert der einzelnen Menschenseele entdeckt.<\/p>\n<p>Diese Entdeckung f\u00fchrt nun etwas herauf, was schon im Glauben Israels<br \/>\ngrundgelegt und formuliert ist. Die V\u00f6lker, alle V\u00f6lker, sollen<br \/>\nnun zum Gottesberg ziehen. Nicht mehr Erw\u00e4hlung und Nicht-Erw\u00e4hlung<br \/>\nsollen sein, sondern die unbedingte Gottesn\u00e4he f\u00fcr jeden,<br \/>\nder sich davon anr\u00fchren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Also: keine Frage, dass auch f\u00fcr diese Vorstellung die religi\u00f6sen<br \/>\nBilder Israels gebraucht werden. Keine Frage auch, das Israel auf immer<br \/>\nin die Geschichte der Gottesn\u00e4he und der Sehnsucht danach hinein<br \/>\ngeh\u00f6rt. Keine Frage, dass, wer anf\u00e4ngt, menschliche Regeln<br \/>\nund Satzungen \u00fcber Zugeh\u00f6rigkeit und Nicht-Zugeh\u00f6rigkeit<br \/>\nzu entwerfen, auf dem besten Wege ist, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr<br \/>\ndas Reich Gottes zu vernebeln und zu verrammeln.<br \/>\nWir wissen nicht, ob Paulus seine eher w\u00fcsten Beschreibungen der<br \/>\nj\u00fcdischen Religion an anderen Schriftstellen ausdr\u00fccklich<br \/>\nbereut hat. Hier im R\u00f6merbrief ist er klug genug gewesen, den bleibenden<br \/>\nWert Israels f\u00fcr die religi\u00f6se Sprache und ihre Bilder zu<br \/>\nbeschw\u00f6ren, vor den Gefahren zu warnen, die aus schnell gestrickten<br \/>\nErw\u00e4hlungslehren erwachsen, und die Freiheit Gottes festzuhalten,<br \/>\nsich seiner Menschen zu erbarmen, und daran zu erinnern, dass jeder<br \/>\nund jede die eigenen Irrt\u00fcmer begehen wird, deretwegen wir auf<br \/>\ndie Gnade und Barmherzigkeit Gottes angewiesen sind. \u201eLass dir<br \/>\nan meiner Gnade gen\u00fcgen\u201c schreibt Paulus an anderem Ort (2.<br \/>\nKorinther 12,9).<br \/>\nIn jedem Falle gaukelt euch nicht sichere Gottesn\u00e4he dadurch vor,<br \/>\ndass ihr Zugeh\u00f6rigkeitsregeln formuliert, die nur wieder andere<br \/>\naus der Gemeinschaft mit Gott ausschlie\u00dfen. Ihr kommt Gott damit<br \/>\nkein Deut n\u00e4her und bringt nur wieder alles durcheinander. Lasst<br \/>\neuch damit gen\u00fcgen, dass Gott selbst diese N\u00e4he schon herstellen<br \/>\nwird und dass ihr den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde euren Vater<br \/>\nnennen d\u00fcrft.<br \/>\nAmen<\/p>\n<p><strong>Ulrich Braun<br \/>\nPastor in G\u00f6ttingen Nikolausberg<br \/>\neM@il: <a href=\"mailto:ulrich.braun@nikolausberg.de\">ulrich.braun@nikolausberg.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Balanceakte Predigt f\u00fcr den 10. Sonntag nach Trinitatis am 15. 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