{"id":10047,"date":"2021-02-07T19:49:40","date_gmt":"2021-02-07T19:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10047"},"modified":"2023-03-12T12:42:48","modified_gmt":"2023-03-12T11:42:48","slug":"epheser-21-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-21-10\/","title":{"rendered":"Epheser 2,1-10"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><strong>Predigt zu Epheser 2,1-10, verfasst von Jochen Cornelius-Bundschuh<\/strong><\/h3>\n<hr \/>\n<p><em>1 Auch ihr wart tot durch eure \u00dcbertretungen und S\u00fcnden,<\/em><br \/>\n<em>2 in denen ihr fr\u00fcher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem M\u00e4chtigen, der in der Luft herrscht, n\u00e4mlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams.<\/em><br \/>\n<em>3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben gef\u00fchrt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.<\/em><br \/>\n<em>4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner gro\u00dfen Liebe, mit der er uns geliebt hat,<\/em><br \/>\n<em>5 auch uns, die wir tot waren in den S\u00fcnden, mit Christus lebendig gemacht &#8211; aus Gnade seid ihr selig geworden -;<\/em><br \/>\n<em>6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,<\/em><br \/>\n<em>7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den \u00fcberschw\u00e4nglichen Reichtum seiner Gnade durch seine G\u00fcte gegen uns in Christus Jesus.<\/em><br \/>\n<em>8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,<\/em><br \/>\n<em>9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand r\u00fchme.<\/em><br \/>\n<em>10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Tod oder Leben! Es gibt keine Alternative! Entweder du geh\u00f6rst zur Todeswelt. Dann herrscht sie \u00fcber dich und dein Leben, sie bestimmt dein Handeln, dein F\u00fchlen und dein Denken. Oder du bist lebendig mit Christus und lebst, als w\u00e4rst du schon mit ihm im Himmel. Tod oder Leben! Es gibt keine Alternative.<br \/>\nAber es gibt einen \u00dcbergang und einen, der uns hin\u00fcberhilft vom Tod ins Leben.<\/p>\n<p align=\"center\">I<\/p>\n<p>Besserwisserisch und mit erhobenem Zeigefinger beginnt die Predigt mit einer Bu\u00dfrede: Ihr wart doch wie tot! Was habt ihr nicht alles getan! Ich schlage die Zeitung auf und sehe die Bilder, die den Jogurth anpreisen und das Mineralwasser. Nackte K\u00f6rper machen Werbung, werden ausgenutzt als Blickfang. Der Mensch als Mittel zum Zweck. Was dient unter euch eigentlich nicht dem Geld? F\u00fcr den Geist des Kapitalismus tut ihr doch alles: Lasst die Fremden nicht in euer Land. Nehmt denen weg, die sowieso schon wenig haben.<br \/>\nOder woran habt ihr sonst euer Herz geh\u00e4ngt? Vielleicht noch an eure Gesundheit! Ja, daf\u00fcr seid ihr bereit, jegliche Grenze zu \u00fcberschreiten: wenn uns das am Leben erh\u00e4lt, warum sollen wir dann nicht einen zweiten Menschen haben wie wir, einen Klon als Ersatzteillager?<\/p>\n<p>Doch die Bu\u00dfpredigt bleibt dem Prediger schon nach wenigen S\u00e4tzen im Halse stecken. Wenn ich mit einem Finger auf die anderen zeige, zeigen drei Finger auf mich zur\u00fcck! Nicht nur die anderen sind Kinder des Ungehorsams. Eigentlich gilt das, was ich den anderen vorwerfe, auch f\u00fcr uns, f\u00fcr mich. Wir haben gelebt inmitten der Kinder des Ungehorsams; wir haben gelebt wie sie. Da war kein Unterschied! Wir haben mit gek\u00e4mpft: um Anerkennung, um Macht, um Geld. Wer uns in den Weg kamt, den haben wir zur Seite gesto\u00dfen, wenn wir konnten. Und wenn er oder sie st\u00e4rker war, haben wir uns unterworfen. Wir haben dieses Spiel genauso gut beherrscht wie alle anderen auch: danach zu schauen, dass wir zu unserem Recht kommen, dass es uns gut geht, auch wenn es auf Kosten anderer geht!<\/p>\n<p>Aus der Bu\u00dfpredigt wird ein Schuldbekenntnis. Wir auch, ja wir haben auch unter diesem Geist gelebt, der zu dieser Zeit am Werk ist.<\/p>\n<p align=\"center\">II<\/p>\n<p>Haben wir darunter gelitten? Haben wir eigentlich gemerkt, dass wir dabei so gut wie tot waren? Wohl nicht! Erst nachdem Gott uns durch Christus zum neuen Leben erweckt hat, wissen wir, wie es vorher um uns stand. Erst nachdem das Leben neu geworden ist, zeigt sich das wahre Gesicht des Alten. Erst dann wird deutlich, wie tot, wie sinnlos das fr\u00fchere Leben war. Erst wer verliebt ist, ahnt, was ihm vorher gefehlt hat. Nur wer die himmlische Seligkeit schon einmal erfahren hat, wei\u00df wie wenig das wert ist, worum er vorher gek\u00e4mpft hat.<\/p>\n<p>Mit was kann man so einen Wechsel: von alt nach neu, vom Tod ins Leben in unserem Alltag vergleichen? Wo erfahren Menschen heute solche radikalen Wechsel, von der Totenklage zum Hochzeitstanz? Vielleicht am ehesten mit Erfahrungen in der Liebe: einer oder eine f\u00fchlt sich wie neu geboren, weil er oder sie den Menschen entdeckt hat, der f\u00fcr ihn oder sie alles neu macht. Schluss mit dem Gef\u00fchl, ich bin allein, ich bin eigentlich f\u00fcr niemanden wirklich wichtig. Schluss mit den immer gleichen Konflikten; das ganze Leben bekommt einen neuen Glanz. Zufriedenheit stellt sich ein und Lebensfreude. Nat\u00fcrlich: wir kennen auch die kritischen R\u00fcckfragen, die Grenzen solch eines Schrittes. Die Gefahr, dass wir die Liebe \u00fcberfordern, zu viel verlangen voneinander, statt von Gott: Wie lange geht das dann gut?<\/p>\n<p>Im religi\u00f6sen Leben wird f\u00fcr manche der Gottesdienst zum Ort der Begegnung mit dem himmlischen Christus. Das Ehepaar war mit Freunden in eine Kommunit\u00e4t gereist und hatten dort die Osternacht mitgefeiert. Sie erz\u00e4hlen, dass sie dort die himmlische Seligkeit gesp\u00fcrt haben. Die neue Gemeinschaft im Geist Christi, die fremde Menschen nahebrachte, die eigentlich fern waren. Wo die anderen nicht mehr Gegner, Konkurrentinnen und Konkurrenten sind, sondern Geschwister, Freundinnen und Freunde sind. Sie erz\u00e4hlen vom Glanz der Osterkerzen, vom \u201eGeruch des Lebens\u201c (M. Josuttis), vom herrlichen Geschmack von Brot und Wein: Seht und schmeckt wie freundlich der Herr ist! Sie staunen \u00fcber die Freude aneinander und am Leben mit Gott.<\/p>\n<p>Sie staunen \u00fcber sich selbst und sie verstehen die kritischen R\u00fcckfragen, sie haben sie ja noch vor kurzem selber gestellt:<br \/>\n\u201eDas ist doch nicht evangelisch, das ist doch ein orthodoxes Gottesdienstverst\u00e4ndnis!\u201c \u201eWahrscheinlich, aber hat nicht Luther gewollt, dass der Gottesdienst uns frei macht, dass er uns den Blick in den Himmel \u00f6ffnet, dass wir unter Wort und Sakrament zu neuen Menschen werden?\u201c<br \/>\n\u201eIst das nicht eine Sonderwelt, in die ihr fl\u00fcchtet?\u201c \u201eJa, vielleicht! Aber dort finden wir Kraft, Lebenskraft.\u201c<br \/>\n\u201eHabt Ihr davon etwas mitnehmen k\u00f6nnen in euren Alltag?\u201c \u201eWir haben es versucht! Und es geht. Wir leben anders, wir haben mehr Zeit! F\u00fcr uns, f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Auszeiten, f\u00fcr Gottesdienste, f\u00fcr Gott. Wir haben auch wieder mehr Freude an \u201anormalen Gottesdiensten\u2018. Und wir wissen, dass es Dinge und Aufgaben gibt, die wichtiger sind als manches, was uns vorher sehr besch\u00e4ftigt hat.\u201c<\/p>\n<p align=\"center\">III<\/p>\n<p>Aus dem Bericht, \u00fcber das, was wir im Glauben erfahren, ist ein Dialog geworden. Ihr, wie habt ihr das erlebt, was bedeutet das f\u00fcr euch, welche Folgen hat der \u00dcbergang von Tod zum Leben f\u00fcr euch?<\/p>\n<p>Die Predigt des Paulus nimmt diese Gegen\u00fcberstellung auf. Sie betont: Ihr seid aus Gnaden gerecht geworden, nicht aus eigener Kraft. Haltet euch das bewusst! Nicht ihr habt euch an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen, das war Gottes Werk. Sein Lob sollen wir singen, nicht unseren Glauben und unsere Fr\u00f6mmigkeit r\u00fchmen. Es ist doch ein Geschenkt, dass ihr diese Begegnung hattet. Dass euch der Glanz der Osterlichter umfangen hat, dass ihr gerochen und geschmeckt, geh\u00f6rt und gef\u00fchlt habt: Gott ist gegenw\u00e4rtig! Hier ist schon ein St\u00fcck Himmel auf Erden.<\/p>\n<p>Wer diese Erfahrung macht, wird darin wandeln. Wird tun, was Jesus getan hat. In seinen Fu\u00dfstapfen unterwegs sein. Oft werden sie arg gro\u00df sein, kaum auszuf\u00fcllen. Manchmal werde ich auch lieber abbiegen wollen und eigene Wege gehen. Aber wer einmal mit Christus auferweckt worden ist, wer einmal den Himmel offen sah und den \u00fcberschw\u00e4nglichen Reichtum der Gnade Gottes erlebt hat, den l\u00e4sst der Glaube nicht mehr los.<\/p>\n<p>Es gibt einen \u00dcbergang und einen, der uns hin\u00fcberhilft vom Tod ins Leben. \u201eGott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat uns, die wir tot waren, mit Christus lebendig gemacht.\u201c<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p><strong>Direktor Priv.-Doz. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh<br \/>\nEvangelisches Predigerseminar<br \/>\nder Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck<br \/>\nGesundbrunnen 10<br \/>\n34369 Hofgeismar<br \/>\n05671-881271<br \/>\ne-mail: <a href=\"mailto:cornelius-bundschuh@ekkw.de\">cornelius-bundschuh@ekkw.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu Epheser 2,1-10, verfasst von Jochen Cornelius-Bundschuh 1 Auch ihr wart tot durch eure \u00dcbertretungen und S\u00fcnden, 2 in denen ihr fr\u00fcher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem M\u00e4chtigen, der in der Luft herrscht, n\u00e4mlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":14920,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[45,1,727,114,769,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-10047","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-epheser","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-02-chapter-02-epheser","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10047"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17609,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10047\/revisions\/17609"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10047"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=10047"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=10047"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=10047"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=10047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}