{"id":10073,"date":"2021-02-07T19:49:35","date_gmt":"2021-02-07T19:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10073"},"modified":"2022-10-10T09:25:42","modified_gmt":"2022-10-10T07:25:42","slug":"roemer-814-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-814-17\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 8:14-17"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>&#8222;14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.<br \/>\n15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, da\u00df ihr euch abermals f\u00fcrchten m\u00fc\u00dftet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!<br \/>\n16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, da\u00df wir Gottes Kinder sind.<br \/>\n17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, n\u00e4mlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.&#8220;<\/p>\n<p>Vorigen Sonntag bei der Begr\u00fc\u00dfung der neuen Konfirmandengruppe im Gottesdienst mu\u00dften die armen \u201eNeuen\u201c gleich mehrere S\u00e4tze aus verschiedenen Sprachen kennenlernen. Der Kinderchor begann mit \u201eLibera nos, domine!\u201c \u2013 Befreie uns, Herr. Die Liturgie setzte sich griechisch fort mit dem Kyrie eleison, das hebr\u00e4ische Halleluja kannten die meisten schon und konnten es gleich mitsingen. Heute nun f\u00fcr uns ein hebr.-aram\u00e4isches Wort, das Paulus (ich wei\u00df, ich wei\u00df, Markus auch) uns \u00fcberliefert aus der Sprache Jesu. Abba.<\/p>\n<p>Abba, lieber Vater \u2013 wie im Gottesdienst: Vater unser; vielleicht auch wie unterwegs, da, wo das Leben beginnt, der Tag, oder wo der Anfang vom Ende bevorsteht \u2013 welche Richtung wird das alles nehmen, Vater, unser Leben in deiner Hand, wir als Kinder, die losrennen und dem Vater in die Arme springen. Wir als Erwachsene, die einsehen, da\u00df wir, so sehr wir auch rennen und tun, dies Leben nicht in den Griff kriegen; im Gegenteil, je \u00e4lter einer, eine wird, desto mehr wird sichtbar, zu oft hat dieses Leben uns im Griff, oder wir sehen an anderen, wie schrecklich der Zugriff eben nicht des Lebens, sondern des Todes ist \u2013 die Hunderte in der Turnhalle von Beslan etwa, nicht auszudenken, was sie erlitten haben, Kinder, M\u00fctter und V\u00e4ter, drinnen und drau\u00dfen; schrecklich auch die Einsicht, da\u00df wir diese Nachrichten vom t\u00e4glichen Terror verdr\u00e4ngen, um unsere allt\u00e4glichen Aufgaben angehen zu k\u00f6nnen \u2013 und erst wenn so viele so akut bedroht sind, ergreift es uns.<\/p>\n<p>Abba, Vater. Erwachsenwerden l\u00e4\u00dft sich geradezu damit definieren,, wie weit wir es lernen, mit den unterschiedlichen Anforderungen so umzugehen, da\u00df Bedrohungen nicht versch\u00e4rft, sondern entsch\u00e4rft werden, Unfrieden nicht verst\u00e4rkt, sondern verhindert wird. Und Gott, kommt er dann nur noch zu Bewu\u00dftsein, wenn wir merken, wie wenig wir eigentlich entsch\u00e4rfen, verhindern k\u00f6nnen? Doch Paulus nennt uns Kinder, Kinder Gottes, die mitleiden und zwar mit Christus, und darum auch am Ende seine Herrlichkeit mit ihm teilen werden. In welchem Sinn sind Erwachsene Kinder, in welchem Geist leben wir, mehr noch wohin treibt uns der Geist?<\/p>\n<p>Nicht knechtisch, nicht von Furcht gepr\u00e4gt. Nicht im Sold von irgendwem oder irgendwas \u2013 seien es M\u00e4chte, seien es Menschen, die das Ma\u00df des Menschlichen verloren haben, so da\u00df sie Furcht und Schrecken verbreiten. Trotz der aktuellen Bedrohungen (oder ist es eher so, Terroristen z. B. sind ja auch dadurch gekennzeichnet, da\u00df sie in der Anonymit\u00e4t zu verschwinden suchen) wird zu sagen sein: Die anonymen M\u00e4chte sind viel verbreiteter, weil wir sie oft gar nicht (mehr) wahrnehmen oder f\u00fcr so selbstverst\u00e4ndlich halten, da\u00df wir sie kaum erw\u00e4hnen: Geld, Gier und die Gleichg\u00fcltigkeit, die scheinbar lebenserhaltend sein kann, in Wirklichkeit aber t\u00f6dliche Wirkungen hat. Alle diese gro\u00dfen G\u00b4s hinterlassen t\u00f6dliche Spuren \u2013 in uns, in anderen; r\u00e4umen wir dem Tod Macht ein oder geben wir dem Leben Raum in uns, in anderen?<\/p>\n<p>Abba, lieber Vater \u2013 so zu rufen, weil wir sehen, Leben ist mehr, ist anders; weil wir den kindlichen Geist empfangen, der uns so rufen l\u00e4\u00dft, da\u00df sp\u00fcrbar wird: Wir verdanken dies alles, Leben und Gemeinsamkeit, Vielfalt und Verschiedenheit, Segen und Erkenntnis, dies alles verdanken wir nicht uns selbst, nicht Menschen, sondern dem, der den Tod \u00fcberwindet \u2013 mitten im Leben.<\/p>\n<p>Im Zusammensein etwa einer Gruppe von Konfirmanden mit Behinderten; zu sehen, wie ganz im kindlichen Geist eines der M\u00e4dchen zu fragen und teilzunehmen beginnt; nachher erz\u00e4hlt eine andere Konfirmandin, wie sie mit Blinden in Judo ausgebildet wird, \u201eeinige von ihnen haben schon den blauen G\u00fcrtel\u201c. Zu sehen, wie durch die Gesichter im Lauf der Begegnung ein Zug neuer Aufmerksamkeit geht, das kann etwas vom Geist vermitteln, der uns geschenkt wird und uns bezeugt, da\u00df wir Gottes Kinder sind.<\/p>\n<p>Sind wir aber Kinder, dann auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi. Welche ein Weg \u2013 beschenkt zu werden darin, da\u00df wir als Menschen, blo\u00dfe Menschen mit all unseren Grenzen, da\u00df wir Christi Geist erhalten: ein Mit-Leiden, also im Weg ans Kreuz, darum dann aber auch ein Teilhaben an der Herrlichkeit, die seine Auferstehung uns bereitet. Unausdenklich, das geht weiter, als unsere Fassungskraft reicht \u2013 \u00fcber unsere Zeit und Begriffe hinaus. Bis hin zu der Herrlichkeit, die Gott den Menschen im Ende aller Zeiten und Begriffe zeigt.<\/p>\n<p>Die Gegenwart, im Mit-Leiden begriffen, und diese Zukunft, in der Hoffnung ergriffen, sie bestimmen uns, die Kinder Gottes. Sein Geist ist mitten unter uns; rufend, betend, singend k\u00f6nnen wir es aussprechen: Abba, lieber Vater, dir vertrauen wir uns an, hier, im Frieden, und hier, im Streit der M\u00e4chte und der Menschen \u2013 befreie uns, Herr. Erbarme dich und segne uns. Gott sei gelobt. Amen.<\/p>\n<p>\u201eJesus, der Menschensohn,<br \/>\nkam nicht, sich bedienen zu lassen.<br \/>\nEr diente anderen<br \/>\nund setzte sein Leben ein,<br \/>\nuns zu befrein.\u201c<\/p>\n<p>(Leider habe ich kein schriftliches Vorbild f\u00fcr dieses Lied mehr \u2013 und w\u00e4re dankbar, wenn mir jemand sein solches mailen k\u00f6nnte, einschl. der Noten.)<\/p>\n<p>Weitere Vorschl\u00e4ge:<br \/>\nEG 289 Nun lob, mein Seel, den Herren<br \/>\nEG 365 Von Gott will ich nicht lassen<br \/>\nEG 134 Komm, o komm du Geist des Lebens (Strophe 3, so sch\u00f6n sie zu R\u00f6mer 8, 16 pa\u00dft, m\u00fc\u00dfte eigens verst\u00e4ndlich gemacht werden.)<br \/>\nEG 428 Komm in unsere stolze Welt<br \/>\nEG 360 Die ganze Welt hast du uns \u00fcberlassen<\/p>\n<p><strong>Pastor Jobst v. Stuckrad-Barre<br \/>\nKleiner Hillen 1 \u2013 30559 Hannover<br \/>\ne-mail: <a href=\"mailto:Jobst.vonStuckrad-Barre@evlka.de\">Jobst.vonStuckrad-Barre@evlka.de<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, da\u00df ihr euch abermals f\u00fcrchten m\u00fc\u00dftet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, da\u00df wir Gottes Kinder sind. 17 Sind [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,512,1,727,114,447,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-10073","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roemer","category-14-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-08-chapter-08-roemer","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10073"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14126,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10073\/revisions\/14126"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10073"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=10073"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=10073"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=10073"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=10073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}