{"id":10088,"date":"2021-02-07T19:49:36","date_gmt":"2021-02-07T19:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10088"},"modified":"2022-10-06T15:02:25","modified_gmt":"2022-10-06T13:02:25","slug":"johannes-38-2-timotheus-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-38-2-timotheus-19\/","title":{"rendered":"Johannes 3,8; 2. Timotheus 1,9"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p align=\"left\"><strong>\u201eGeist der Kraft und der Liebe: Seelsorgliche Anweisungen f\u00fcr Timotheus\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Wir haben heute mit Recht etwas gegen Pauschalurteile. Wir d\u00fcrfen und k\u00f6nnen aber nicht einseitig und verallgemeinernd sprechen und urteilen, wenn es um den selbstlosen Dienst f\u00fcr Christen geht.<\/p>\n<p>Werdet offen f\u00fcr Christi Geist! Christi Geist ist ein Geist der Hoffnung. Wer die Zukunft nur dunkelt sieht, wer behauptet, der Mensch und die Welt h\u00e4tten keinen Sinn mehr, der hat Gott vergessen. Gott verl\u00e4sst die Welt nicht, seine Pl\u00e4ne mit ihr scheitern nicht.<\/p>\n<p>Gottes Geist befreit den Menschen aus der Gefangenschaft der Schuld, aus der Verstrickung in selbsts\u00fcchtiges Denken und Streben. Er befreit zu einem guten und erl\u00f6senden Gebrauch der menschlichen Freiheit. Auch heute \u00f6ffnet der Geist Christi den \u201eblinden\u201c Zeitgenossen die Augen f\u00fcr die wahren Werke des Lebens, f\u00fcr Gottes Gegenwart und Wirken in der Sch\u00f6pfung und im Gang der Geschichte.<\/p>\n<p>Der Herr hat den Menschen als Hilfe das Gebet zus\u00e4tzlich aufgetragen, damit er die Welt von seinem Herzen her umforme; damit er sie verwandle im Heiligen Geist; damit er sie menschlicher mache; damit er in ihr zusammen mit Christen das Reich Gottes auferbaue. Im Gebet vor allem liegt f\u00fcr uns Christen unsere St\u00e4rke. Der Glaube hilft in besonderer Weise. Er schenkt uns den erforderlichen Mut, unseren Weg im Vertrauen auf Gott, der auch der Herr unserer Geschichte ist, hoffnungsvoll und besonnen zu gehen.<\/p>\n<p>Der Heilige Geist vermittelt zus\u00e4tzlich die Liebe, die Jesus Christus gebracht und gelebt hat. Derjenige, den der Heilige Geist erfasst hat, kann nicht anders, als sich liebend und helfend den Mitmenschen zuzuwenden. Wo Menschen f\u00fcreinander da sind und an dem Schicksal anderer teilnehmen, kann dies nicht verborgen bleiben.<\/p>\n<p>Offen werden f\u00fcr Christi Geist bedeutet dann aber, dass dieser Geist Gottes in Christus sich nicht auf ein bestimmtes Bild von Christsein und Kirchesein festgelegt hat. Kirche hat ihre Gestalt nach zu wachsen (!), in den Formen der Fr\u00f6mmigkeit aber auch in den Hilfestellungen f\u00fcr das Leben des Menschen grunds\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Der Geist Gottes \u2013 der weht, wo und wie er will (vgl. Joh 3,8) \u2013 begr\u00fcndet und best\u00e4rkt die Verhei\u00dfung Jesu Christi, dass da, wo sein Wort laut wird, wo Menschen um die Gabe des Heiligen Geistes bitten, wo Menschen im Gottesdienst zusammen sind, Gottes Geist wirksam wird! Christi Geist bewirkt in uns Menschen, offen zu werden und unsere pers\u00f6nlichen vielf\u00e4ltigen Begabungen in den Dienst des je Anderen, des je N\u00e4chsten zu stellen. Vielfalt muss nicht zur Last werden, sondern ist Ausdruck des Reichtums und wird die Gemeinschaft bereichern, wenn die Liebe das Miteinander bestimmt, denn, so sagt die Schrift<em>, \u201eGott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.\u201c <\/em>Nicht Angst und Verzweiflung also, die zum Abschirmen vor dem Anders-Sein des Anderen zwingen, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit, welche das So-Sein des Anderen ernst nehmen, bewirken Gemeinschaft, bewirken Einheit in Vielfalt. In der Kirche ist leider oft die Haltung des Bewahrens und des Festhaltens am Gewohnten vorherrschend. Es mangelt oft daran, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die wichtigen Dinge kritisch zu sch\u00e4rfen. Doch der Heilige Geist, wie wir es im siebten Vers des ersten Kapitels geh\u00f6rt haben, duldet keinen Stillstand, sondern leitet an, Bew\u00e4hrtes zu bewahren und Neues zu wagen! Wir brauchen uns zudem nicht wegen des Bekenntnisses zum Herrn zu sch\u00e4men, denn Gottes Geist, welcher der Kirche verhei\u00dfen ist, tr\u00e4gt das Kennzeichen der Bewegung und des Wachsens. Das f\u00e4ngt beim Einzelnen an. Der Glaube l\u00e4sst sich nicht auf Teilbezirke menschlichen Lebens beschr\u00e4nken, sondern will in allen Bereichen des Menschseins hineinwachsen. Auf der von den Pastoralbriefen angefertigten B\u00fchne ermahnt der Apostel Paulus daher Timotheus stellvertretend f\u00fcr uns \u2013 in seinem Schreiben aus der Gefangenschaft wegen seines Bekenntnisses zu Christus \u2013 : Gott, der uns gerettet und gerufen hat, gibt uns die Kraft, uns f\u00fcr das Evangelium einzusetzen, ein Bekenntnis in diese Zeit zu setzen, in der es mehr Mut braucht sich zu bekennen als etwa vielleicht da und dort in fr\u00fcheren Epochen! (Vgl. 2. Tim 1,9). Wichtig ist hierbei die Erkenntnis: Nicht auf Grund eigener Verdienste und Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade sind wir gerechtfertigt. Das hei\u00dft: Nicht wir k\u00f6nnen uns aus eigenen Werken und Wirken rechtfertigen, sondern Gott in Christus und seinem Geist ist es, der uns je schon gerechtfertigt hat. Unsere Religion ist daher auch nicht eine Verdienstreligion, wonach ich mir einen Platz in der Ewigkeit zu verdienen habe, sondern wir sind je schon gerechtfertigt durch die Heilstat Gottes in Jesus Christus: Karfreitag, Grabesruhe, Karsamstag, Ostern und Auferstehung.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Prof. Dr. Alois Schifferle<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Pastoraltheologie<br \/>\nKatholische Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt<br \/>\n<a href=\"mailto:Alois.Schifferle@ku-eichstaett.de\">Alois.Schifferle@ku-eichstaett.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGeist der Kraft und der Liebe: Seelsorgliche Anweisungen f\u00fcr Timotheus\u201c Wir haben heute mit Recht etwas gegen Pauschalurteile. Wir d\u00fcrfen und k\u00f6nnen aber nicht einseitig und verallgemeinernd sprechen und urteilen, wenn es um den selbstlosen Dienst f\u00fcr Christen geht. Werdet offen f\u00fcr Christi Geist! 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