{"id":10120,"date":"2021-02-07T19:49:37","date_gmt":"2021-02-07T19:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10120"},"modified":"2022-10-06T09:46:22","modified_gmt":"2022-10-06T07:46:22","slug":"erasmus-von-rotterdam-und-martin-luther","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/erasmus-von-rotterdam-und-martin-luther\/","title":{"rendered":"Erasmus von Rotterdam und Martin Luther"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>In den Jahren 1524 und 1525 erschienen zwei sehr wichtige Schriften von Erasmus von Rotterdam und Martin Luther. Beide handelten vom freien Willen des Menschen.<\/p>\n<p>Erasmus, der gr\u00f6\u00dfte Humanist seiner Zeit, d.h. Sprachwissenschaftler, Rhetoriker und Ethiker, ver\u00f6ffentlichte zuerst eine Schrift, in der er kurz gesagt Stellung zu einer ungel\u00f6sten Frage in der christlichen Theologie Stellung bezog, n\u00e4mlich der Frage, ob der Mensch einen freien Willen habe.<\/p>\n<p>Die Frage ist nicht, ob ich die Freiheit habe, zwischen zwei verschiedenen Dingen im Alltag zu w\u00e4hlen, sondern ob ich meinen Weg im Leben selbst w\u00e4hlen kann, wenn ich das Evangelium geh\u00f6rt habe. Kann ich, wenn ich das Evangelium geh\u00f6rt habe, einen bestimmten moralischen oder ethischen Weg w\u00e4hlen, der zum Heil f\u00fchrt? Mit anderen Worten: Es geht darum, wie viel oder wie wenig mein Wille f\u00fcr mein Heil bedeutet.<\/p>\n<p>Der Humanist Erasmus befand sich in \u00dcbereinstimmung mit einem Gro\u00dfteil der theologischen und kirchlichen Tradition, als er behauptete, der Wille spiele eine Rolle f\u00fcr das ethische und moralische Leben, das aus der Verk\u00fcndigung des Evangeliums folgt, und da\u00df der Mensch nicht nur in seinem Leben sein Gewissen hat, auf das er vertrauen und auf das er sich verlassen kann, sondern auch die Anleitung und Tradition, die die Kirche gegeben hat und noch immer geben kann. F\u00fcr Erasmus hatte der Mensch auf dem Weg zum Heil etliche Hilfsmittel, auf die er sich st\u00fctzen konnte.<\/p>\n<p>Die Schrift des Erasmus erschien, nachdem Martin Luther in seinen reformatorischen Schriften immer wieder behauptet hatte, da\u00df der Mensch keinen freien Willen habe, der am Heil mitwirken kann. In anderen Zusammenh\u00e4ngen hat der Mensch einen solchen Willen, nicht aber in bezug auf das Heil.<\/p>\n<p>Ende 1525 ver\u00f6ffentlichte Luther eine Schrift, die er sp\u00e4ter als die einzige Schrift neben dem kleinen Katechismus bezeichnete, auf die er stolz war. Die Schrift hie\u00df &#8222;Vom unfreien Willen&#8220;. Hier sagt Luther vom Heil, da\u00df man das hervorheben mu\u00df, in dem er selbst in seinem Kampf mit sich selbst im Kloster zu Erfurt Ruhe gefunden hatte, da\u00df es der Glaube allein ist, der erl\u00f6st, nicht die Werke des Gesetzes oder etwas anderes.<\/p>\n<p>F\u00fcr Luther bedeutete das, da\u00df sich der Mensch dem Heil nicht aktiv n\u00e4hern kann. Das war seine eigene Erfahrung, da\u00df weder Gebete, Bu\u00df\u00fcbungen oder sonst etwas einem Menschen den Frieden mit Gott bringen k\u00f6nnen. Nein, der Friede und die Ruhe und die Geborgenheit kommt erst durch die Erkenntnis, da\u00df alles von der Gnade Gottes abh\u00e4ngt. Gott schenkt uns den Glauben, weil Gott glaubw\u00fcrdig ist. Gott schenkt uns das Vertrauen, weil Gott vertrauensw\u00fcrdig ist usw. Der Mensch hat keinen freien Willen, sich dem Heil zu n\u00e4hern oder die Erlangung des Heils zu bef\u00f6rdern, sagt Luther, alles h\u00e4ngt von der Gnade Gottes ab.<\/p>\n<p>Ist es dann nicht gleichg\u00fcltig, wie wir leben, k\u00f6nnte man fragen. Und dies war denn auch popul\u00e4r gesprochen der Einwand des Erasmus gegen Luther. Aber so einfach ist das nicht. Die Auffassung Luthers f\u00fchrt nicht automatisch zur Aufl\u00f6sung jeder sittlichen oder moralischen Frage. Denn die Gnade Gottes macht uns f\u00fcr einander verantwortlich. Die Gnade Gottes ist die Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df wir uns einander annehmen k\u00f6nnen und sollen, einander respektieren und einer des anderen Last tragen sollen und k\u00f6nnen. Man kann in vielf\u00e4ltiger Weise formulieren, da\u00df wir im t\u00e4glichen leben aufeinander angewiesen sind und da\u00df sich unser Gottesverh\u00e4ltnis im Leben zusammen mit unserem N\u00e4chsten und unseren Mitmenschen ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Es ist also nicht gleichg\u00fcltig, wie wir leben. Wir leben nicht, um etwas zu erreichen, z.B. das Heil, sondern wir leben, um uns dessen anzunehmen, was uns anvertraut ist, und die Gnade Gottes haben wir als Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df wir das Leben annehmen und in der bestm\u00f6glichen Weise leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieser Gegensatz zwischen Luther und Erasmus hatte und hat f\u00fcr die christliche Kirche seit dem 16. Jahrhundert eine gro\u00dfe Bedeutung. Man kann nicht sagen, da\u00df sich die Auffassung Luthers in den lutherischen Kirchen und L\u00e4ndern total durchgesetzt h\u00e4tte oder da\u00df die Auffassung von Erasmus sich in den katholischen L\u00e4ndern durchgesetzt h\u00e4tte. Denn es ist ja eine ernste Frage, ob nicht die Gedanken Luthers allzu kompliziert sind, als da\u00df sie von der gro\u00dfen Mehrheit verstanden werden k\u00f6nnten. Warum sollen wir denn unseren N\u00e4chsten anst\u00e4ndig behandeln, wenn das nichts bedeutet? Oder k\u00f6nnen wir damit etwas erreichen?<\/p>\n<p>Mit dem Willen haben wir jeden Tag zu tun. Wir m\u00fcssen unseren Willen mobilisieren f\u00fcr vieles im Alltag, und wir erw\u00e4hnen ihn in unserem t\u00e4glichen Gebet, wenn wir sagen: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Woran denken wir, wenn wir dieses Gebet sprechen? Was bedeutet das eigentlich? Was ist das f\u00fcr ein Gott, den wir uns hinter diesem Willen vorstellen? Ist das ein gro\u00dfer und starker und sehr strenger Gott? Oder ein handelnder, umtriebiger und dynamischer Gott? Oder ist er ein schw\u00e4cherer aber dennoch souver\u00e4ner Gott, der seinen Willen mehr indirekt durchsetzt?<\/p>\n<p>Einige dieser Fragen werden uns in den beiden Gleichnissen beantwortet, die wir heute geh\u00f6rt haben. Es sind nicht nur Bilder, die uns helfen k\u00f6nnen, einige der vielen Fragen zu beantworten, die wir eben gestellt haben. Es sind in erster Linie Bilder daf\u00fcr, mit welcher Vollmacht Jesus eigentlich spricht.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us berichtet n\u00e4mlich, da\u00df Jesus nach dem Einzug in Jerusalem in einige heftige Diskussionen mit den Schriftgelehrten geriet, bei denen sie ihn direkt fragten, welche Vollmacht oder Autorit\u00e4t er eigentlich habe f\u00fcr sein Reden und Auslegen der Schrift. Denn er war ja kein Schriftgelehrter nach den Vorschriften. Er hatte sich alles selber beigebracht, kann man mit der Autorit\u00e4t eines solchen Autodidakten rechnen?<\/p>\n<p>Seine Antwort waren diese beiden Gleichnisse von den beiden S\u00f6hnen, die dem Willen ihres Vaters nicht folgten, und das Gleichnis von den b\u00f6sen Weing\u00e4rtnern, die alle Boten ihres Herrn t\u00f6teten, ja sogar seinen eigenen Sohn.<\/p>\n<p>Versuchen wir nun, die beiden Gleichnisse neu zu h\u00f6ren im Lichte dessen, da\u00df Jesus also provoziert und gefragt wurde, mit welcher Vollmacht er eigentlich spricht, und im Lichte dessen, da\u00df sich der Mensch die Gnade Gottes und das Heil nicht verdienen kann, sondern sie allein empfangen mu\u00df und danach das Geschenk verwalten mu\u00df. Ich denke, da\u00df sich diese Gleichnisse dann etwas mehr f\u00fcr uns \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Wir haben eben gefragt, was der Wille Gottes ist. Der Wille Gottes ist es, uns auf die Arbeit f\u00fcr unseren N\u00e4chsten im Weinberg des Herrn zu verweisen. Oder anders gesagt: Das ist der Sinn unseres Lebens, da\u00df wir es hier leben sollen, wo wir sind. Der Sinn ist nicht, da\u00df wir danach streben, es eigentlicher woanders nach diesem leben zu leben, sondern hier. Hier ruft uns das Leben. Hier sind die Aufgaben, die auf uns warten, da\u00df wir sie in Angriff nehmen.<\/p>\n<p>Manchmal handeln wir wie die beiden Br\u00fcder. Wir sagen erst nein, tun dann aber, was wir sollen. Oder wir sagen entgegenkommend ja, kommen aber nie dazu, das zu tun, was wir schuldig sind.<\/p>\n<p>Es kann sich ja z.B. darum handeln, da\u00df das Leben verlangt, da\u00df wir es als Geschenk Gottes sehen. Dazu sagen wir nein, weil so vieles andere in eine andere Richtung weist.<\/p>\n<p>Man mu\u00df zugeben, wenn man auf die Geschichte der Kirche sieht und manchmal auch darauf, wie es der Kirche heute in der Welt ergeht, kann es manchem schwer fallen, das Leben als Gabe Gottes zu sehen. Es ist ja durchaus m\u00f6glich, sein Leben ohne den Gedanken an Gott zu leben. Ist damit nicht auch bewiesen, da\u00df es ihn nicht gibt, das er irgendein Gehirngespinst ist?<\/p>\n<p>Nein, keineswegs. Denn man kann nun einmal Gottes Existenz weder beweisen noch widerlegen. Man kann gut die skeptische Einstellung mit dem Sohn vergleichen, der zur Arbeit im Weinberg nein sagt und dennoch hingeht, nachdem er bereut hat. Er bekennt nicht seinen Glauben und sein Vertrauen zum Vater. Er leugnet es, aber er lebt es in der Praxis.<\/p>\n<p>Was ihn dazu trieb, wissen wir nicht. Man kann vielleicht vermuten, da\u00df ihn das Gewissen dazu getrieben hat. Konnte er anders, wo nun der Vater einen Weinberg hatte, an dem zu arbeiten war, konnte er nur die H\u00e4nde in den Scho\u00df legen? Direkter gesagt: Wenn Gott uns ein Leben gegeben hat, das unsere N\u00e4he, F\u00fcrsorge und Liebe fordert, k\u00f6nnen wir das einfach ausschlagen? K\u00f6nnen wir dann nur aus dem Triebe leben, f\u00fcr uns selbst zu sorgen? Nein, oft tun wir ja eben dies: Wir leben wie Verwalter, tun, was wir sollen, und tun dies, ohne damit etwas erreichen zu wollen. Damit \u00fcber wir N\u00e4chstenliebe, oft ohne es zu wissen. Und wissen nicht, da\u00df wir damit eben die Aufgaben und Forderungen auf uns nehmen, die wir in einer religi\u00f6sen Sprache den Willen Gottes nennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und umgekehrt der andere Sohn, der bereitwillig ja sagt. Er \u00fcbt Gehorsam, in der Praxis aber lebt er nur f\u00fcr sich selbst. Das k\u00f6nnte ja ein Bild sein f\u00fcr den, der den Glauben nach au\u00dfen hin sehr ernst nimmt, der aber den Anforderungen des Lebens und seinen eigenen Idealen nicht gerecht wird.<\/p>\n<p>Wer von den beiden sind wir? Wir sind beide! Wir pendeln zwischen dem Tun dessen, was f\u00fcr den N\u00e4chsten zu tun ist, und dem Tun dessen, was wir selbst wollen und sonst nichts. Und wenn wir dabei etwas heucheln und betr\u00fcgen m\u00fcssen, so sind wir auch dazu bereit.<\/p>\n<p>Deshalb folgt nun ein anderes Bild oder Gleichnis, das auch ein Bild f\u00fcr die Heilsgeschichte ist. Denn der Mensch hat ja keinen freien Willen, sich selbst zu erl\u00f6sen. Das haben wir gerade gesehen. Wir leben das gespaltene Leben und sind einmal der eine und dann wieder der andere Bruder, der Jasager und der Neinsager.<\/p>\n<p>Das zweite Gleichnis erz\u00e4hlt in einem kurzen Bild von der Geschichte der Welt und des Menschen. Uns ist ein Leben geschenkt, das Gott geschaffen hat, er gab uns einen Weinberg, wo wir leben sollen, er baute eine Kelter, gab uns eine t\u00e4gliche Aufgabe und errichte einen Zaum darum. Waren wir besch\u00fctzt durch seine Gnade? Merkten wir, da\u00df er wohl gar nicht da war, da\u00df er kein Gott war, der dasitzt und uns bewacht und kontrolliert, sondern der uns die Freiheit und Verantwortung f\u00fcr einander gibt? Er \u00fcberl\u00e4\u00dft uns nicht uns selber. Denn er verlangt das Seine, er verlangt: So, wie er uns geliebt hat, so sollen wir einander lieben. Das tun wir nicht immer. Wir bringen vielmehr einander um oder zerst\u00f6ren das Leben der anderen.<\/p>\n<p>Deshalb sandte Gott seinen eigenen Sohn zu uns, damit er uns die Freiheit und die Verantwortung geben sollte, die wir uns aus eigenem freien Entschlu\u00df nicht verschaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie der Erbe im Gleichnis wurde er get\u00f6tet, an ein Kreuz geh\u00e4ngt. Er wurde der Eckstein, den die Bauherren verwarfen. Die Baumeister n\u00e4mlich, das sind du und ich, wenn wir sagen, da\u00df wir dieses Leben selbst in die Hand nehmen k\u00f6nnen. Und wenn wir sagen, da\u00df wir wahrlich keine Religion oder keinen Glauben brauchen.<\/p>\n<p>Aber er ist der Eckstein, wenn der f\u00e4llt, bricht alles zusammen. Er tr\u00e4gt unser Leben. Was dein Leben tr\u00e4gt, das ist n\u00e4mlich nicht das, was du selbst kannst, willst und glaubst. Was tr\u00e4gt, das ist, da\u00df du davon ausgeht, da\u00df dir alles umsonst geschenkt ist. Alles, was vor die da war. Was ist das? Ja, die Liebe, in die und durch die du erzogen bist. Das Gl\u00fcck, das darin besteht, da\u00df dir das Leben geschenkt ist, das du lebst. Du meinst vielleicht, da\u00df du dir das selbst verdankst. Sicher ist, da\u00df du gewi\u00df viele deiner Chancen gut wahrnimmst, aber du hast die Voraussetzungen f\u00fcr deine Chancen und M\u00f6glichkeiten nicht selber geschaffen.<\/p>\n<p>Du kannst etwas mit den M\u00f6glichkeiten anfangen, die du bekamst und bekommst, aber die Bedingungen deines Lebens, die sind die geschenkt und gegeben. Und deine Aufgabe besteht darin, hier in die Kirche zu kommen und dir sagen zu lassen, was du mit dem von Gott gesegneten und geschenkten Leben anfangen sollst. Du sollst hinausgehen in den Weinberg, deinen Alltag, dort deine Arbeit tun, mit deinem N\u00e4chsten leben und Gott die Ernte geben, die er fordert, n\u00e4mlich da\u00df du deinen N\u00e4chsten liebst wie dich selbst. Er fordert, da\u00df du dies tust, indem du die Lasten in seinem bzw. ihrem Leben tr\u00e4gst, die schwer und untragbar sind.<\/p>\n<p>Ja, da\u00df du \u00fcberhaupt nicht daran denkst, wie die Weing\u00e4rtner im Gleichnis, was man dadurch erreichen kann, da\u00df man das Leben des anderen zerst\u00f6rt. Du wirst erfahren: Was du selbst gegeben hast, ohne es zu wissen, das erh\u00e4ltst du zur\u00fcck als Segen, was du aber gabst, um etwas zu erreichen, das kehrt zur\u00fcck als ein Fluch.<\/p>\n<p>Im Gleichnis nahmen sie dem Erben das Leben, um selbst das Reich und die Macht und die Herrlichkeit zu erlangen. Das sollst du nicht tun. Du sollst einsehen, da\u00df dir dies geschenkt wird und da\u00df Christus gekommen ist, dir zu schenken, was du in keiner Weise, weder durch den freien Willen noch durch eigene Hilfe anders erlangen kannst: Das Heil, das dich aus S\u00fcnde und Tod errettet. Dieser Eckstein ist Christus und niemand sonst. Amen.<\/p>\n<p><strong>Propst Poul Henning Bartholin<br \/>\nSelskovvej 42<br \/>\nDK-3400 Hiller\u00f8d<br \/>\nTel.: ++ 45 &#8211; 48 24 90 50<br \/>\n<a href=\"mailto:phb@km.dk\">e.mail: phb@km.dk<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 1524 und 1525 erschienen zwei sehr wichtige Schriften von Erasmus von Rotterdam und Martin Luther. Beide handelten vom freien Willen des Menschen. Erasmus, der gr\u00f6\u00dfte Humanist seiner Zeit, d.h. 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