{"id":10149,"date":"2021-02-07T19:49:33","date_gmt":"2021-02-07T19:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10149"},"modified":"2022-10-22T13:59:23","modified_gmt":"2022-10-22T11:59:23","slug":"roemer-818-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-818-25\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 8,18-25"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p><strong>R\u00f6merbrief 8,18-25: In welcher Zeit leben wir und was ist an der Zeit?<\/strong><\/p>\n<p><em>R\u00f6m 8,18 Denn ich bin \u00fcberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegen\u00fcber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 19 Denn das \u00e4ngstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 20 Die Sch\u00f6pfung ist ja unterworfen der Verg\u00e4nglichkeit &#8211; ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; 21 denn auch die Sch\u00f6pfung wird frei werden von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Sch\u00f6pfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich \u00e4ngstet. 23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erl\u00f6sung unseres Leibes. 24 Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? 25 Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. <\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>in welcher Zeit leben wir? Nur selten gelingt es uns, die Zeit genau zu bestimmen, und wenn, dann eher noch in der b\u00f6sen Zeit. Als vor 60 Jahren in Bochum die Bomben fielen, war dies f\u00fcr alle eine schreckliche Zeit. In welcher Zeit leben wir? Wissen wir Christinnen und Christen unsere Zeit? <em>Der Storch unter dem Himmel wei\u00df seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen<\/em> (Jer 4,6-7). F\u00fcr unsere Zugv\u00f6gel w\u00e4re es t\u00f6dlich, die Zeit falsch zu beurteilen. Wie beurteilen wir unsere Zeit? Der Prediger spricht in der Heiligen Schrift:<\/p>\n<p><em> 3:1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2 geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausrei\u00dfen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 3 t\u00f6ten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; 4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufh\u00f6ren zu herzen hat seine Zeit; 6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7 zerrei\u00dfen hat seine Zeit, zun\u00e4hen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. <\/em><\/p>\n<p>Ein jegliches hat seine Zeit. Die unterschiedlichsten Handlungen k\u00f6nnen richtig und gut sein, wenn sie zur richtigen Zeit getan werden. Die richtige Handlung zur falschen Zeit kann verheerende Folgen haben. Derjenige Mensch ist ein weiser Mensch, der wei\u00df, das richtige zur richtigen Zeit zu tun. Doch so einfach, wie dies klingt, ist es nicht. Wer hat vor 15 Jahren und 3 Monaten in Deutschland und in der westlichen Welt die Zeit richtig beurteilt und verk\u00fcndet: Jetzt ist die Zeit gekommen, dass die Mauer bald fallen wird? Eine Zeit zum Freuen steht bevor? Kaum jemand konnte damals die Zeit richtig beurteilen.<\/p>\n<p>Beklemmend und unheimlich ist es hingegen, wenn wir in der vergangenen Woche nicht nur 15 sondern auch 66 Jahre zur\u00fcckgeschaut haben: Die Reichspogromnacht war nicht nur eine Nacht des Terrors und der Brutalit\u00e4t der Nazis gegen\u00fcber der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, sondern war zugleich Auftakt und schreckliches Zeichen f\u00fcr die bevorstehende Zeit, in der ma\u00dfloses Elend \u00fcber Millionen von j\u00fcdischen Mitmenschen und nicht viel sp\u00e4ter \u00fcber die deutsche Bev\u00f6lkerung selber gekommen ist. F\u00fcr uns ist diese Nacht r\u00fcckblickend als Zeichen eindeutig. Doch damals erkannten wenige, was f\u00fcr eine Zeit mit diesem Zeichen bezeichnet wurde und wenige haben dann das dieser Zeit angemessene getan.<\/p>\n<p>Alles h\u00e4ngt f\u00fcr uns davon ab, unsere Zeit richtig zu beurteilen. Doch es gibt keine Verhei\u00dfung, dass es dem Menschen immer und automatisch gegeben w\u00e4re, seine Zeit zu wissen. D\u00fcster predigt der Prediger weiter<em>: 9,12 Auch wei\u00df der Mensch seine Zeit nicht, sondern wie die Fische gefangen werden mit dem verderblichen Netz und wie die V\u00f6gel mit dem Garn gefangen werden, so werden auch die Menschen verstrickt zur b\u00f6sen Zeit, wenn sie pl\u00f6tzlich \u00fcber sie f\u00e4llt.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, im R\u00f6merbrief analysiert Paulus theologisch mit der Erkenntnis, die ihm gegeben ist, seine Zeit und damit auch die Zeit der Kirche. Er kommt zur folgenden \u00dcberzeugung \u00fcber die Zeit, die uns Gl\u00e4ubige bestimmt:<\/p>\n<p><em>Denn ich bin \u00fcberzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht eine vergleichbare Bedeutung haben zur Herrlichkeit, die daran ist, sich an uns zu offenbaren. <\/em><\/p>\n<p>Paulus spricht von der jetzigen Zeit. Dies ist die Zeit, in der wir leben. Ein Kennzeichen dieser Zeit ist das Leiden. Doch Paulus spricht zugleich von einer anderen, zuk\u00fcnftigen Zeit. In dieser wird nur noch Herrlichkeit sein, Glanz, Licht und Schmuck. Diese Zeit findet in einem anderen Raum statt. F\u00fcr die Gl\u00e4ubigen gibt es nicht nur eine Zeit. Sie glauben nicht, dass es blo\u00df einen Zeitraum gibt f\u00fcr das Leben, sondern einen jetzigen und einen zuk\u00fcnftigen, der sich prinzipiell von jenem unterscheiden wird. In der Offenbarung wird diese kommende Zeit der Herrlichkeit ergreifend beschrieben: <em>21,3 <\/em><em> Siehe da, die H\u00fctte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron sa\u00df, sprach: Siehe, ich mache alles neu! <\/em> Und weiter: <em>22,<\/em><em> 5 Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bed\u00fcrfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten von uns, ist es wahrscheinlich schwierig, sich Raum und Zeit verdoppelt vorzustellen. Es f\u00e4llt vielen nicht leicht, dass diese Zeit durch eine ganz andere Zeit abgel\u00f6st werden soll, die auch den Raum ver\u00e4ndert. Ganz anders ist das bei der j\u00fcngeren Generation, die scheint mit solchen Vorstellungen keine Probleme zu kennen. Sie sind ge\u00fcbt darin, in Computerspielen Zeit und R\u00e4ume virtuell zu wechseln, zu verlassen und zu betreten und haben schon manchen Film gesehen, in denen die Helden Zeitraumdimensionen wechseln.<\/p>\n<p>Doch die Zeitanalyse des Paulus mutet den Christen noch mehr zu. Als Christen leben wir nicht nur in der jetzigen, vom Leiden mitgepr\u00e4gten Zeit und hoffen auf die neue Zeit, sondern wir werden in der jetzigen Zeit schon von der zuk\u00fcnftigen Heilszeit mitbestimmt. Die Offenbarung der Herrlichkeit jener Zeit hat bereits in dieser Leidenszeit begonnen, und zwar \u201ean uns\u201c schreibt der Apostel.<\/p>\n<p>In welcher Zeit leben wir? Wir leben in sich \u00fcberlappenden Zeiten. Leiden kann und muss uns noch pr\u00e4gen, doch die Enth\u00fcllung der Herrlichkeit Gottes ist bereits im Gang. So leben gerade die Gl\u00e4ubigen in einer gro\u00dfen Spannung. An ihnen zeichnet sich die neue Zeit Gottes in der alten Zeit des Leidens ab.<\/p>\n<p>Was sich so kompliziert anh\u00f6rt, war eines der Geheimnisse der Ausbreitung des Christentums in der r\u00f6mischen Welt. An vielen M\u00e4rtyrern haben Schaulustige und Gerichtsvollstrecker nicht nur Leiden gesehen, sondern gerade in deren grausamen Leiden noch etwas anderes, einen Schein von der Herrlichkeit Gottes. Auch viele von uns haben schon die Erfahrung gemacht, wie mitten in Leiden, Verzweiflung und Tod pl\u00f6tzlich Gott und sein Frieden sp\u00fcrbar wurde. Es ist ein besonderes Privileg eines Gemeindepfarrers \u00f6fters als andere schauen zu d\u00fcrfen, wie sich mitten unter verzweifelten Menschen wieder Hoffnung breit macht, wie sich auf das von Krankheit verzehrte Gesicht eines Sterbenden der Friede Gottes legen kann. Wir leben hier auf Erden noch nicht in der neuen Zeit Gottes, sondern noch in der alten Zeit, doch die neue Zeit ist unter uns schon angebrochen. Schon hat Gott uns unsere S\u00fcnden durch Kreuz und Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus vergeben. Noch sind wir vom Leiden und von unserem leiblichen Sterben nicht erl\u00f6st.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, lasst es uns wagen, uns bewusst in diese spannungsvolle Zeit hineinzustellen, in der wir leben. Es gibt heute viele verf\u00fchrende Angebote, die uns versprechen, spannungsloser in einer einzigen Zeit leben zu k\u00f6nnen. Die T\u00e4uschung hat sich breit gemacht, dass es nur eine Zeit geben soll, um darin zu leben, dass es nur ein Leben gibt, und zwar jetzt. Der postmoderne Mensch ist so gezwungen, alles aus der jetzigen Zeit herauszupumpen, nichts darf er verpassen, keine Erfolgsgelegenheit und keinen Fun. Jeder Tag, der diesem Leben im Alter noch abgerungen werden kann, muss unbedingt erk\u00e4mpft werden. Viele beurteilen die Zeit so, als ob sie die Unsterblichkeit und Seeligkeit jetzt leben m\u00fcssten. Unsterblichkeit auf Zeit hat jemand dieses Konzept genannt. Diejenigen, die dieses Ziel vermeintlich erreichen, werden stolz. Denn es ist ein Gott-loses Konzept, ein Zeitkonzept, dass ohne die Zeit Gottes auskommt und die eigene Verg\u00e4nglichkeit verdr\u00e4ngt. Andere erreichen dieses Ziel nicht: Gegen alle Versprechungen der neuen \u00d6konomie und trotz ihrer harten Arbeit will sich die wirtschaftliche Heilszeit nicht einstellen. Leiden bleibt. Frustration, Verkrampfung und Resignation machen sich breit. Liebe Gemeinde, wenn wir unsere Zeit richtig kennen, dann werden wir im Leiden nicht resignieren m\u00fcssen. Wir wissen: Vielleicht h\u00e4tten wir es besser machen m\u00fcssen, aber sogar wenn wir es ideal gemacht h\u00e4tten, w\u00e4re uns Leiden nicht erspart geblieben, denn Leiden geh\u00f6rt zu dieser Zeit. Beurteilen wir die Zeit richtig, k\u00f6nnen wir uns gerade auch dort entkrampfen, wo es nicht gut geht.<\/p>\n<p>Nun wagt Paulus einen k\u00fchnen Blick in die Sch\u00f6pfung. Er wendet sich der ganzen Natur, den Tieren aber auch den Pflanzen zu. Paulus ist davon \u00fcberzeugt, dass jeder Mensch durch die Betrachtung der Natur nicht nur etwas vom Glanz der Natur in ihrem paradiesischen Zustand ahnen kann, sondern auch in der Sch\u00f6pfung die Kraft und die Gottheit Gottes erkennen kann. Er schreibt schon viel fr\u00fcher in diesem Brief:<\/p>\n<p><em> R\u00f6m 1,20 Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Sch\u00f6pfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben. <\/em><\/p>\n<p>Betrachten wir einen jungen Hund: In seinen erwartungsvollen Augen, bei seiner spielerischen Streitlust, wenn er rennt und nicht m\u00fcde wird, sich ins Wasser st\u00fcrzt oder sich hei\u00dfhungrig auf sein Fressen st\u00fcrzt, dann sehen wir etwas von dem, was Sch\u00f6pfung Gottes ist und auch davon, was dieser Gott f\u00fcr ein Wesen hat. Doch auch die Natur lebt nicht nur in der Sch\u00f6pfungszeit, sondern zugleich in der Zeit der Verg\u00e4nglichkeit. Wie schrecklich ist der Anblick, wenn die Verg\u00e4nglichkeit schon nur an Tieren ihr Werk sichtbar tut. Wie unendlich traurig kann ein alter und kranker Hund dreinschauen, und doch ist in diesen Augen nicht nur matte Schicksalsergebenheit zu entdecken, &#8211; das w\u00e4re ja noch ertr\u00e4glich \u2013 sondern noch etwas anderes kann hintergr\u00fcndig scheinen, eine Kraft, die sich nicht einfach abfinden will mit Krankheit und Tod, eine Lebenssehnsucht und \u2013 wir wagen es mit Paulus zu ahnen \u2013 eine Hoffnung:<\/p>\n<p><em>Denn das sehns\u00fcchtige Harren der Sch\u00f6pfung erwartet die Offenbarung der Kinder Gottes. Denn die Sch\u00f6pfung ist unterworfen der Nichtigkeit, nicht freiwillig, sondern durch denjenigen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin. <\/em><\/p>\n<p>So ist die gesamte Natur unter einer riesigen Spannung. Sie ist dem Kreislauf des Werdens und Vergehens unterworfen, aber sie kann doch diesen Kreislauf nicht blind akzeptieren. Sie kann sich diesem Zeitenlauf nicht f\u00fcgen. Jedes Blatt, das in seiner schwindenden Farbenpracht vom Baum f\u00e4llt, sagt eben nicht nur, es ist Zeit f\u00fcr mich, sondern l\u00e4sst von einer Zeit tr\u00e4umen, wo das Leben des Todes nicht mehr zyklisch bedarf. Paulus suggeriert, dies sei eigentlich f\u00fcr alle Menschen erkennbar. Tats\u00e4chlich scheint das so zu sein, wie ein Blick auf Religionen lehrt, die an die Wiedergeburt glauben. Sie wollen einen Weg bieten, dieses Rad der Wiedergeburt zu durchbrechen. Der mit unendlichem Leiden verbundene Kreislauf von Leben und Tod darf nicht das letzte Wort haben. So nehmen auch sie das sehns\u00fcchtige Harren der Natur auf etwas anderes wahr, das nicht mehr der Verg\u00e4nglichkeit unterworfen ist. Die Vorstellung, dass Wiedergeburt etwas erstrebenswertes ist, auf das man hoffen kann, ist ein Produkt der westlichen Wohlstands- und \u00dcberflussgesellschaft, die nicht will, dass die jetzige Zeit vergeht, sondern die hofft, dass die jetzige Zeit immer wieder von neuem anf\u00e4ngt, um so alles nochmals und noch besser genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Nein, die Sch\u00f6pfung will nicht zyklisch wiedergeboren werden.<\/p>\n<p><em>Denn auch die Sch\u00f6pfung selbst wird befreit werden von der Sklaverei der Verg\u00e4nglichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Sch\u00f6pfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. <\/em><\/p>\n<p>So lebt auch die ganze Sch\u00f6pfung wie wir in einer vielschichtigen Zeit. Der ihr vom Sch\u00f6pfer verliehene Glanz, die Lebenskraft und ihre Fruchtbarkeit leuchten immer noch, zugleich dominiert \u00fcberall Tod und Verg\u00e4nglichkeit. Eine dritte Kraft wirkt in ihr: Eine Sehnsucht, ein Harren, Geburtswehen und eine Hoffnung auf eine Zeit, in der Tod und Verderben nicht mehr wirken. Diese neue Zeit wird an den Gl\u00e4ubigen, an der Kirche schon jetzt offenbar. Dieses Geheimnis ist gro\u00df. Und doch gilt auch f\u00fcr uns:<\/p>\n<p><em>23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, seufzen in uns selbst und erwarten die (sehnen uns nach der) Sohnschaft, die Erl\u00f6sung unseres Leibes <\/em><\/p>\n<p>In unserem Leib prallen die jetzige Zeit und die Zeit der Herrlichkeit aufeinander und durchdringen sich. Unser Leib ist das Bindeglied, die zentrale Instanz in unserer Zeit, der Zeit zwischen den Zeiten. H\u00e4tte Jesus Christus seinen Leib am Kreuz nicht f\u00fcr uns hingegeben, w\u00e4re es viel einfacher mit der Analyse unserer Zeit: Wir w\u00fcrden noch in unseren S\u00fcnden leben und w\u00e4ren ganz und gar der Verg\u00e4nglichkeit verfallen. Weil Gottes Sohn von den Toten auferstanden ist, wurde alles noch komplizierter: Sein Heil umfasst auch die Leiblichkeit. Bei ihm wurde das schon an Ostern sichtbar, wir erwarten diese Erl\u00f6sung noch f\u00fcr unseren verg\u00e4nglichen Leib, ohne sie an uns zu sehen.<\/p>\n<p><em>24 Denn wir sind gerettet in Hoffnung, eine Hoffnung aber, die sichtbar ist, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? 25 Wenn wir aber hoffen auf das, was wir nicht sehen, so erwarten wir es in Geduld. <\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ein jegliches hat seine Zeit! In welcher Zeit leben wir? F\u00fcr was ist jetzt die Zeit? Es ist Zeit zu glauben, dass Gott uns unsere Schuld vergeben hat und uns als seine Kinder angenommen hat und liebt. Es ist Zeit, zu hoffen, dass Gott f\u00fcr uns nicht ein unfertiges Heil vorgesehen hat sondern, dass der Auferstandene auch unseren Leib vom Tod erl\u00f6sen und heilen wird. Es ist Zeit, um in Geduld zu warten. Diese Zwischenzeit gibt uns Zeit f\u00fcr die Liebe gegen\u00fcber dem N\u00e4chsten. Hier gibt es so vieles zur richtigen Zeit zu tun. Amen.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Peter Wick, Ruhr Universit\u00e4t Bochum<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00f6merbrief 8,18-25: In welcher Zeit leben wir und was ist an der Zeit? 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