{"id":10220,"date":"2004-12-07T19:49:18","date_gmt":"2004-12-07T18:49:18","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10220"},"modified":"2025-05-12T11:52:56","modified_gmt":"2025-05-12T09:52:56","slug":"lukas-3-1-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-3-1-14-3\/","title":{"rendered":"Lukas 3, 1-14"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><span style=\"color: #000099;\">3. Advent | 12. Dezember 2004 |\u00a0<\/span><span style=\"color: #000099;\">Lukas 3, 1-14 | Christoph Dinkel |<\/span><\/h3>\n<p><em>Im f\u00fcnfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Jud\u00e4a war und Herodes Landesf\u00fcrst von Galil\u00e4a und sein Bruder Philippus Landesf\u00fcrst von Itur\u00e4a und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesf\u00fcrst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der W\u00fcste.<\/em><br \/>\n<em>Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja: \u00bbEs ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle T\u00e4ler sollen erh\u00f6ht werden, und alle Berge und H\u00fcgel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.\u00ab <\/em><br \/>\n<em>Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem k\u00fcnftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.<\/em><br \/>\n<em>Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?<\/em><br \/>\n<em>Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. Es kamen auch die Z\u00f6llner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!<\/em><br \/>\n<em>Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch gen\u00fcgen an eurem Sold!<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>(1) \u201eDie W\u00fcste lebt\u201c \u2013 das wissen wir sp\u00e4testens seit Walt Disneys wunderbarem Film mit diesem Titel. Eindrucksvoll bringt der Film die \u00fcberraschende Vielfalt des Lebens in der W\u00fcste vor Augen. Wo auf den ersten Blick alles tot und lebensfeindlich erscheint, kommt bei n\u00e4herem Hinsehen eine ganz unwahrscheinliche Lebensf\u00fclle in den Blick.<\/p>\n<p>\u201eDie W\u00fcste lebt\u201c \u2013 so k\u00f6nnte auch die \u00dcberschrift \u00fcber unseren heutigen Predigttext lauten. Alle m\u00f6glichen Leute tummeln sich in der W\u00fcste. Und nicht nur Leute tummeln sich dort, sogar Gott selbst ist in der W\u00fcste gegenw\u00e4rtig und teilt sich mit. Jedenfalls redet Gott in der W\u00fcste zu Johannes dem T\u00e4ufer: \u201eDa geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der W\u00fcste. So erz\u00e4hlt es uns Lukas.<\/p>\n<p>Die W\u00fcste lebt \u2013 nicht nur Walt Disneys Film, auch ein Blick in die Bibel f\u00fchrt uns die Lebendigkeit der W\u00fcste vor. Wir brauchen nur an die W\u00fcstenerfahrungen des Volkes Israel denken, als die Israeliten auf dem Zug durch die W\u00fcste Manna und Wachteln zur Nahrung fanden, als sie mitten in der W\u00fcste am Berg Sinai die zehn Gebote bekamen, als sie in der W\u00fcste Oasen mit Quellen zum Trinken entdeckten und Gottesdienste feierten \u2013 alles in der W\u00fcste, fernab von der Zivilisation und vom Trubel der St\u00e4dte, den es auch damals schon gab.<\/p>\n<p>(2) Die W\u00fcste ist ein besonderer Ort. In der W\u00fcste gelten die vertrauten Regeln und Gewissheiten unseres Alltags nicht. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Landschaftsform W\u00fcste, sondern auch f\u00fcr die symbolisch gemeinte W\u00fcste, f\u00fcr die W\u00fcste, die wir manchmal mitten im Leben erleiden und durchwandern m\u00fcssen. Diese W\u00fcsten mitten im Leben fallen sehr individuell, sehr pers\u00f6nlich aus. F\u00fcr die eine ist es eine Krankheit, die sie oder einen nahen Menschen aus dem Alltag rei\u00dft. F\u00fcr einen anderen zerbricht eine Beziehung, die bislang lebenswichtig war, eine Ehe, eine lange Freundschaft. Die pers\u00f6nliche W\u00fcste erfahren wir auch dann, wenn sich unsere Pl\u00e4ne zerschlagen, wenn wir im Beruf, in der Schule zur\u00fcckgeworfen werden und wir nicht das erreichen, was wir uns vorgenommen haben.<\/p>\n<p>Die W\u00fcste unterbricht die Lebenszusammenh\u00e4nge der menschlichen Zivilisation, sie erzeugt eine Leere, die das Leben bedroht. Doch zugleich macht die W\u00fcste auch f\u00fcr \u00dcberraschungen, f\u00fcr Neuanf\u00e4nge f\u00fcr Ver\u00e4nderungen offen, mit denen man mitten in der F\u00fclle und dem Trubel des Alltags gar nicht gerechnet h\u00e4tte. Wahrscheinlich deshalb begegnet Gott den Israeliten so oft in der W\u00fcste. Und auch von Jesus wissen wir, dass er nach seiner Taufe f\u00fcr vierzig Tage in die W\u00fcste ging und den Versuchungen des Teufels trotzte. Offensichtlich ist es so: wer die W\u00fcste \u00fcberlebt, der kommt gest\u00e4rkt und gekr\u00e4ftigt zur\u00fcck. Wer die W\u00fcste durchwandert hat, der ist gereinigt, der hat etwas zu sagen. Genau damit rechnete auch die Menge, die zu Johannes dem T\u00e4ufer an den Jordan kam, zu einer Stelle, wo der Fluss durch die W\u00fcste flie\u00dft und der fruchtbare Ufersaum des Jordans nur ganz schmal ist.<\/p>\n<p>(3) Die W\u00fcste, das kann der Ort der Besinnung und des Neubeginns sein. In der W\u00fcste kann sich Gott offenbaren und dem Leben eine Wende geben. Doch nicht jeder, der in die W\u00fcste geht, will wirklich den Neubeginn. Man kann auch einfach nur so, um des Kicks willen, in die W\u00fcste ziehen. Modedesigner lassen ihre Models gelegentlich im W\u00fcstensand posieren. Die Farbe des Sandes und die Formen der D\u00fcnen machen die Pr\u00e4sentation der Kollektion erst zum werbetr\u00e4chtigen Event. Die W\u00fcste und ihr Mythos leben. Sie geben der Mode den besonderen \u00e4sthetischen Kick.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Modewelt, auch die Motorwelt wei\u00df sich den Mythos der W\u00fcste zu Nutze zu machen. Allj\u00e4hrlich rasen Motorr\u00e4der, Autos und auch LKW-Trucks durch die W\u00fcste Sahara. Die Rallye Paris-Dakar ist die ultimative Herausforderung f\u00fcr Mensch und Maschine. Man erprobt seine Grenzen in der Zone des Todes. Und wem es nicht bis in die W\u00fcste Sahara reicht, der kann sich zur Not auch hierzulande mit dem Motorrad ins Gel\u00e4nde wagen, um ein wenig die W\u00fcste zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich wei\u00df auch die Gesch\u00e4ftswelt und das big business um den W\u00fcstenmythos und setzt auf ihn. Manager werden zum \u00dcberlebenstraining in den Urwald, ins Gebirge oder eben in die W\u00fcste geschickt und man erwartet, dass sie gest\u00e4hlt und voller Selbstbewusstsein von dort zur\u00fcckkommen. Wer nach oben will, muss \u201edurch die W\u00fcste\u201c, wie einst schon Kara Benemsi Effendi bei Karl May. Der echte Unternehmensf\u00fchrer ist ein K\u00e4mpfer, der jeder Bedrohung trotzt, und die W\u00fcste ist sein Trainingslager.<\/p>\n<p>Die W\u00fcste ist also nicht nur der Ort der Umkehr und der Gottesbegegnung. Die W\u00fcste kann auch ein Ort sein, wo sich Models r\u00e4keln oder Manager und Motorradfahrer sich qu\u00e4len. Die W\u00fcste bietet heute den ultimativen Kick, den vielen der Alltag in seiner Gew\u00f6hnlichkeit nicht mehr bieten kann. Die W\u00fcste bietet den willkommenen Kontrast zum normalen Leben, den befristeten Ausstieg aus der Gesellschaft und dient so als dekorative Erweiterung des eigenen Horizonts, ohne dass sich im Leben wirklich etwas \u00e4ndern muss. Nur die Stimmung wird f\u00fcr kurze Zeit besser, bis man den n\u00e4chsten Kick braucht.<\/p>\n<p>(4) Was wohl die Menschen suchten, die aus Jerusalem zu Johannes dem T\u00e4ufer in die W\u00fcste aufbrachen, um sich seine Predigt anzuh\u00f6ren? Immerhin war in die W\u00fcste zu gehen schon damals angesagt. Gro\u00dfe Scharen besonders frommer Sekten machten sich zu dieser Zeit auf den Weg in die W\u00fcste, um dort in der Einsiedelei ein Gott wohlgef\u00e4lliges Leben zu f\u00fchren. Die Gemeinde von Qumran, die wir vor allem von Ausgrabungen kennen, zog sich aus den verruchten St\u00e4dten zur\u00fcck in die W\u00fcste, im Bewusstsein ihrer besonderer Auserw\u00e4hlung und ihrer besonderer Reinheit. Sie verachteten die in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern Zur\u00fcckgebliebenen und rechneten fest damit, dass Gott sie im Gericht vertilgen werde.<\/p>\n<p>Die W\u00fcste war schon damals vor fast 2000 Jahren ein besonders beliebter Weg, um sich aus der Gesellschaft zur\u00fcckzuziehen und der eigenen Gro\u00dfartigkeit und Besonderheit zu fr\u00f6nen. Genau dieser Verdacht d\u00fcrfte wohl auch dem T\u00e4ufer Johannes gekommen sein, als er die Menschenmenge vor sich sah, die zu ihm in die W\u00fcste gekommen war. \u201eSie suchen bei mir nur den besonderen religi\u00f6sen Kick, um ihren faden Alltag interessanter zu machen\u201c, wird er \u00fcberlegt haben. \u201eNa diesen Kick kann ich ihnen schon beschaffen. Die werden sich wundern\u201c, dachte er. Und dann legte er los: \u201eIhr Schlangenbrut, wer hat euch denn gewiss gemacht, dass ihr dem k\u00fcnftigen Zorn entrinnen werdet?\u201c poltert der T\u00e4ufer, und ich stelle mir vor, dass den Zuh\u00f6rern dabei ganz sch\u00f6n die Ohren geklingelt haben. Nichts da mit \u201eLiebe Gemeinde!\u201c oder mit \u201eLiebe Schwestern und Br\u00fcder!\u201c Mit \u201eIhr Schlangenbrut!\u201c, redet der T\u00e4ufer seine Zuh\u00f6rer an. An diesen Predigteinstieg hat man sich noch Jahrzehnte sp\u00e4ter genau erinnert, als Lukas sein Evangelium aufschrieb.<\/p>\n<p>(5) \u201eIhr Schlangebrut!\u201c \u2013 so beginnt die Predigt des T\u00e4ufers und dann macht er weiter: \u201eSagt doch nicht, dass ihr Abraham zu Vater habt. Ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kindern erwecken. Die Axt ist den B\u00e4umen schon an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\u201c Da werden die Zuh\u00f6rer ganz sch\u00f6n zu schlucken gehabt haben. Das ganze Bewusstsein der Erw\u00e4hlung und der eigenen Besonderheit wird ihnen vom T\u00e4ufer genommen. Es z\u00e4hlt nicht mehr die glorreiche religi\u00f6se Vergangenheit und die gro\u00dfen Verdienste der Ahnv\u00e4ter. Es z\u00e4hlt allein, ob man gute oder schlechte Fr\u00fcchte bringt, ob man Gutes tut oder nicht. Mit einer solchen Botschaft hatten die religi\u00f6sen W\u00fcstenpilger nicht gerechnet. Sie dachten, sie f\u00e4nden in der W\u00fcste zur\u00fcck zu ihren religi\u00f6sen Wurzeln, zur\u00fcck zu Abraham, zum Sinai, zu Manna und Wachteln und nun wird an die religi\u00f6sen Wurzeln die Axt gelegt und die missratenen B\u00e4ume werden abgehauen und ins Feuer geworfen.<\/p>\n<p>Dass die Bu\u00dfe, die Umkehr so gr\u00fcndlich ausfallen sollte, hatten die W\u00fcstenpilger nicht vermutet. Doch die Predigt verfehlt ihre Wirkung nicht. Die Zuh\u00f6rer sind tats\u00e4chlich zerknirscht. Sie fragen ganz ernsthaft: \u201eWas sollen wir denn tun?\u201c Und Johannes bleibt ihnen die Antwort nicht schuldig. Er gibt ihnen konkrete Anweisungen, zugeschnitten auf ihre jeweilige berufliche Situation.<\/p>\n<p>(6) Zwei Dinge fallen bei diesen Anweisungen besonders auf. Das eine: Johannes will nicht, dass die Menschen in der W\u00fcste bleiben. Er will, dass sie zur\u00fcck in ihren Alltag gehen. Der Weg der Einsiedelei in der W\u00fcste, den der T\u00e4ufer selbst gegangen ist, ist nicht der Weg, den andere gehen sollen. Sie sollen die Umkehr vielmehr in ihrem normalen Leben vollziehen. Sie sollen nicht ausbrechen aus der Gesellschaft, sondern beharrlich an sich selbst arbeiten und auf diesem Weg Gottes Willen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Das zweite, was an der Predigt des Johannes auff\u00e4llt, ist, dass seine Anweisungen f\u00fcr den Alltag gar nicht spektakul\u00e4r sind: Vom eigenen \u00dcberfluss an \u00c4rmere abgeben; andere in finanziellen Dingen nicht \u00fcbers Ohr hauen; die eigene Macht und St\u00e4rke gegen\u00fcber Schw\u00e4cheren nicht missbrauchen \u2013 so einfach sind die Regeln, die Johannes seinen Zuh\u00f6rern mit auf den Weg gibt. Es sind schlicht und einfach die zehn Gebote und das Gebot der N\u00e4chstenliebe, die Johannes seinen H\u00f6rern zu halten auftr\u00e4gt. Wer rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe bringen will, wer sein Leben im Einklang mit Gott f\u00fchren will, der muss gar nichts Besonderes, gar nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches tun: R\u00fccksicht auf andere und gro\u00dfz\u00fcgiges Abgeben, damit auch andere leben k\u00f6nnen \u2013 was die Zuh\u00f6rer des Johannes in der W\u00fcste gelernt haben, das h\u00e4tten sie auch zuhause in ihrer Synagoge h\u00f6ren k\u00f6nnen, das kann man bis heute von jeder Kanzel h\u00f6ren. Die Gebote halten und N\u00e4chstenliebe \u00fcben \u2013 darauf kommt es Johannes dem T\u00e4ufer an. Das ist der Inhalt seiner Predigt an die W\u00fcstenpilger.<\/p>\n<p>Der Weg \u201edurch die W\u00fcste\u201c f\u00fchrt die Pilger wieder zur\u00fcck nach Hause in ihren Alltag. Die Flucht aus der Gesellschaft und aus dem normalen Leben wird ihnen nicht gestattet. Wir Heutigen k\u00f6nnen es uns also sparen, selbst in die W\u00fcste zu ziehen. Uns gen\u00fcgt die Predigt des Johannes, der uns an das erinnert, was wir seit dem Konfirmandenunterricht wissen: Wenn wir unser Leben im Sinne Gottes f\u00fchren wollen, m\u00fcssen wir darauf Acht haben, dass wir den Geboten folgen und unseren N\u00e4chsten mit Liebe begegnen.<\/p>\n<p>(7) Aber vermutlich versp\u00fcren nur wenige von uns hier \u00fcberhaupt das Bed\u00fcrfnis, in die W\u00fcste zu gehen, und aus der Gesellschaft auszubrechen. Viel eher finden sich Menschen unter uns, die im symbolischen Sinn und ganz unfreiwillig in eine W\u00fcste geraten sind. Pl\u00e4ne sind gescheitert, Beziehungen zerbrochen, Krankheit und Tod werfen ihre Schatten. Die W\u00fcste als Zone des Todes hat sich bedrohlich mitten im Leben ausgebreitet und den Lebensmut ausgetrocknet. Wer unter uns in diesem Sinne in die W\u00fcste geraten ist, der oder die sei daran erinnert, dass Gott einem gerade in der W\u00fcste nahe sein kann. Die W\u00fcste ist nicht nur die Zone des Todes. Die W\u00fcste lebt, sie birgt die M\u00f6glichkeit f\u00fcr \u00fcberraschende Wendungen und neues Leben da, wo man es nicht vermutet. Gerade in der W\u00fcste, so lautet die Botschaft unseres Adventssonntags, kann einen Gott mit seinem Kommen \u00fcberraschen. Denn der Weg Gottes zu den Menschen f\u00fchrt durch die W\u00fcste:<\/p>\n<p>\u201eEs ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste:<br \/>\nBereitet den Weg des Herrn<br \/>\nund macht seine Steige eben!<br \/>\nAlle T\u00e4ler sollen erh\u00f6ht werden,<br \/>\nund alle Berge und H\u00fcgel sollen erniedrigt werden;<br \/>\nund was krumm ist, soll gerade werden,<br \/>\nund was uneben ist, soll ebener Weg werden.<br \/>\nUnd alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.\u201c<\/p>\n<p>Durch die W\u00fcste gelangt Gott zu den Menschen. Die W\u00fcste setzt die vertrauten Abl\u00e4ufe und Gewohnheiten au\u00dfer Kraft. Die Erfahrung der W\u00fcste kann uns offen machen f\u00fcr neue Worte und ungewohnte Begegnungen. Wo in der W\u00fcste zun\u00e4chst alles nur leblos und \u00f6de erscheint, da kann neues Leben keimen. Die W\u00fcste lebt. Sie ist die Chance zu Umkehr und Erneuerung. Durch die W\u00fcste kommt Gott uns nahe mit seiner Hilfe und seinem Trost. \u2013 Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Christoph Dinkel<br \/>\nG\u00e4nsheidestra\u00dfe 29<br \/>\nD \u2013 70184 Stuttgart<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:christoph.dinkel@arcor.de\">christoph.dinkel@arcor.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Advent | 12. 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