{"id":10263,"date":"2004-12-07T19:49:21","date_gmt":"2004-12-07T18:49:21","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10263"},"modified":"2025-05-13T08:16:53","modified_gmt":"2025-05-13T06:16:53","slug":"jesaja-30-8-11-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-30-8-11-15\/","title":{"rendered":"Jesaja 30, 8-11.15"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><span style=\"color: #000099;\">Altjahresabend | 31. Dezember 2004 | Jesaja 30, 8-11.15 | Martin Evang |<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Morgen Abend wird die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers gesendet. Da Neujahrsansprachen bereits einige Tage vor Neujahr aufgezeichnet zu werden pflegen, konnte man schon heute etwas dar\u00fcber in der Zeitung lesen. Aber auch wer das nicht getan hat, wei\u00df im Allgemeinen, was ihn erwartet: ein R\u00fcckblick auf Probleme und Erfolge des Jahres 2004, ein Ausblick auf Chancen und Herausforderungen 2005, Ermutigung der Besorgten \u2013 denn viele sehen mit Sorgen auf das neue Jahr, vor allem wegen der Sozialreformen \u2013, Aufruf zu Leistungsbereitschaft und Solidarit\u00e4t. Das etwa steht f\u00fcr morgen zu erwarten.<\/p>\n<p>Bereits heute Abend macht uns die Ordnung der Predigttexte einen Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jesaja zur Neujahrsansprache. Auch sie wurde schon vor Neujahr aufgezeichnet, und zwar vor \u00fcber 2700 Jahren. Der Abschnitt beginnt geradezu mit dem Aufzeichnungsbefehl, den der HERR, der \u201eHeilige Israels\u201c h\u00f6chstselbst, seinem Propheten erteilt hat:<\/p>\n<p>8 So geh nun hin<br \/>\nund schreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel<br \/>\nund zeichne es in ein Buch,<br \/>\ndass es bleibe f\u00fcr immer und ewig.<\/p>\n<p>Mit dem Anspruch \u201ef\u00fcr immer und ewig\u201c werden Neujahrsansprachen von Bundeskanzlern nicht aufgezeichnet. Nach ihrer Ausstrahlung wandern sie ins Archiv. Erinnern Sie sich an die Aufregung, als vor ein paar Jahren eine Sendeanstalt versehentlich die Neujahrsansprache des Vorjahres ausstrahlte? Zwar spotteten b\u00f6se Zungen, man h\u00e4tte das \u00fcberhaupt nicht bemerkt \u2013 vieles klingt ja wirklich von Jahr zu Jahr gleich; aber nat\u00fcrlich gab es aktuelle Bez\u00fcge zum Vorjahr, an denen man den Missgriff gemerkt hat.<\/p>\n<p>Auch der Jahrtausende alten prophetischen Ansprache, die uns durch die Predigttextordnung zur Neujahrsansprache wird, merkt man nat\u00fcrlich an, dass sie aus dem Archiv kommt: Abteilung \u201eHebr\u00e4ische Bibel\u201c, christlich \u201eAltes Testament\u201c genannt, Unterabteilung \u201eGro\u00dfe Propheten\u201c, laufende Nr. 1 \u201eJesaja\u201c, Kapitel 30. Schon das gew\u00e4hlte Speichermedium \u2013 \u201eschreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch\u201c; Spezialisten \u00fcbersetzen sogar: \u201egrabe es ein in Erz\u201c \u2013, schon das Speichermedium verr\u00e4t das Alter. Aber \u201ef\u00fcr immer und ewig\u201c bleiben sollte die prophetische Ansprache offenbar nicht nur aus archivarischem Interesse, sondern aus folgendem Grund: Aktuell \u2013 im K\u00f6nigreich Juda gut 700 Jahre vor Christus \u2013 war sie einfach nicht willkommen und wurde sie weder geh\u00f6rt noch angenommen.<\/p>\n<p>9 Denn sie sind ein ungehorsames Volk<br \/>\nund verlogene S\u00f6hne,<br \/>\ndie nicht h\u00f6ren wollen die Weisung des HERRN,<br \/>\n10 sondern sagen zu den Sehern:<br \/>\n\u201eIhr sollt nicht sehen!\u201c<br \/>\nund zu den Schauern:<br \/>\n\u201eWas wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen!<br \/>\nRedet zu uns, was angenehm ist;<br \/>\nschauet, was das Herz begehrt!<br \/>\n11 Weicht ab vom Wege,<br \/>\ngeht aus der rechten Bahn!<br \/>\nLasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Urteil des Propheten, ja, des ihn sendenden \u201eHeiligen Israels\u201c verschlie\u00dft sich das Volk bzw. seine Repr\u00e4sentanten notwendigen Wahrheiten, weil sie unbequem sind. Deshalb soll die prophetische Ansprache, die uns heute zur Neujahrsansprache wird, f\u00fcr die Zukunft aufgezeichnet werden. \u201eF\u00fcr immer und ewig\u201c ist dabei, zugegeben, etwas zu stark \u00fcbersetzt. Der Prophet meint zun\u00e4chst eine absehbare Zukunft, in der die Adressaten, die sich seiner Botschaft jetzt verweigern, gar nicht mehr anders k\u00f6nnen als zuzugeben: \u201eEr hatte ja so Recht! H\u00e4tten wir doch nur auf ihn geh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p>Diese absehbare Zukunft \u2013 vielleicht ein Jahr, vielleicht f\u00fcnf, vielleicht f\u00fcnfzig Jahre \u2013 ist heute l\u00e4ngst vorbei. \u00dcber zweieinhalbtausend Jahre sind vergangen. Aber horchen wir doch einfach die prophetische Ansprache mit dem Interesse ab, ob sie als Neujahrsansprache, zu der sie uns heute wird, noch aktuelles Potential enth\u00e4lt; ob sie also tats\u00e4chlich \u2013 sozusagen \u2013 \u201ef\u00fcr immer und ewig\u201c etwas zu sagen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">An wen aber wollen wir die Polemik des Propheten, als Neujahrsansprache 2005 verwendet, gerichtet sein lassen? An den Bundeskanzler? An die Bundesregierung? An die politische Klasse oder die diversen politischen Klassen von vor Ort bis weltweit? Denn der Prophet damals wendet sich ja auch, obwohl er \u201eungehorsames Volk\u201c sagt, offenbar nicht an das Volksganze in Juda, schon gar nicht an die kleinen Leute, sondern, wenn ich so sagen darf, an das besondere V\u00f6lkchen der politischen Gestalter. Und tats\u00e4chlich: unangenehmen Wahrheiten auszuweichen oder sie bis zur Unkenntlichkeit zu verpacken, konkret: Propaganda, Sch\u00f6nf\u00e4rberei, die Erzeugung eines freundlichen Anscheins und, als Kehrseite davon, die Herabsetzung von anders Denkenden als Schwarzmaler, Angstmacher oder Katastrophenpropheten \u2013 das sind Dinge, die in der Welt der Politik immer wieder vorkommen; darauf k\u00f6nnten wir die \u00e4tzende Kritik Jesajas wohl anwenden: Sie sind \u201everlogene S\u00f6hne\u201c; sie gleichen Leuten, die \u201ezu den Sehern sagen: \u201aIhr sollt nicht sehen!\u2019 und zu den Schauern: \u201aWas wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen! Redet zu uns, was angenehm ist; schauet, was das Herz begehrt!\u2019\u201c<\/p>\n<p>Aber Vorsicht! Vorsicht aus doppeltem Grund! Erstens sind die Politiker in unserem Gesichtskreis \u2013 anders als in Jesajas K\u00f6nigreich Juda \u2013 als solche nicht dem \u201eHeiligen Israels\u201c verpflichtet, sondern den geltenden Gesetzen, den erkl\u00e4rten Regierungsprogrammen und ihrem Gewissen. \u201eLasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!\u201c oder auch: \u201eLasst uns doch in Ruhe mit dem dreieinigen Gott!\u201c \u2013 das d\u00fcrften, das sollten unsere Politiker sogar sagen, wenn jemand, z.B. der Repr\u00e4sentant einer christlichen Kirche, versuchen w\u00fcrde, sie religi\u00f6s unter Druck zu setzen.<\/p>\n<p>Zweitens funktioniert in unserer Gesellschaft die Kritik von Propaganda und Sch\u00f6nf\u00e4rberei insgesamt doch ziemlich gut. Den Regierungen stehen Oppositionen, den politischen Klassen ein breites Medienspektrum, den meinungsf\u00fchrenden und trendbestimmenden Teilen der Gesellschaft B\u00fcrgerinitiativen bis hin zu den gro\u00dfen NGOs, den Nicht-Regierungs-Organisationen, gegen\u00fcber. \u201eWas wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen!\u201c \u2013 mit einer solchen Haltung, von einer solchen Aussage ganz zu schweigen, w\u00fcrden sich heutige Politiker l\u00e4cherlich machen.<\/p>\n<p>Also doppelte Vorsicht damit, Jesajas Kritik an den damaligen Machthabern unbesehen als Neujahrssalve gegen Politik und Politiker unserer Tage abzufeuern! Mit viel gr\u00f6\u00dferem Recht d\u00fcrften heute die christlichen Kirchen und ihre Repr\u00e4sentanten ins Fadenkreuz der prophetischen Kritik geraten. Denn die Kirchen und ihre Akteure sind erstens tats\u00e4chlich als solche dem \u201eHeiligen Israels\u201c, den die Christen als dreieinigen Gott bekennen, verpflichtet. Zweitens werden sie in weiten Bereichen ihres Lebens l\u00e4ngst nicht so wirksam beobachtet wie die politische Szene, weil sie die \u00d6ffentlichkeit \u2013 man muss es so deutlich sagen \u2013 schlicht nicht mehr interessieren. Ich rede nicht von den Bisch\u00f6fen und Pr\u00e4sides der Landeskirchen, nicht von der EKD und ihrem Ratsvorsitzenden, die immer noch beachtliches \u00f6ffentliches Interesse finden. Aber was sich in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen abspielt: wo wird dar\u00fcber heute \u00fcberhaupt noch berichtet aufgrund eigenst\u00e4ndiger Recherche? wo wird es heute \u00fcberhaupt noch kommentiert aufgrund unabh\u00e4ngiger Urteilsbildung? wo wird es heute noch \u00f6ffentlich kritisiert nach Ma\u00dfst\u00e4ben, die nicht aus der Selbsteinsch\u00e4tzung und Selbstauslegung kirchlicher Autorit\u00e4ten gewonnen sind?<\/p>\n<p>Wenn es wirklich so ist, dass gro\u00dfe Teile des kirchlichen Lebens ohne eine kritische \u00f6ffentliche Begleitung auskommen m\u00fcssen \u2013 was tut dann die Kirche, was tun dann wir in der Kirche selbst, um dieses Manko auszugleichen? \u201eRedet zu uns, was angenehm ist!\u201c karikiert der Prophet die Erwartung der M\u00e4chtigen an die Propheten. Wie stellen wir in der Kirche sicher und wie f\u00f6rdern wir es, dass das um des \u201eHeiligen Israels\u201c willen Notwendige auch dann vernehmlich und wirksam zu Wort kommt, wenn es \u2013 gerade kirchlichen Funktionstr\u00e4gern \u2013 unangenehm ist? \u201eSchauet, was das Herz begehrt!\u201c persifliert Jesaja die quasi offizielle Erwartung an das prophetische Wirken. Wie schaffen wir in der Kirche ein Bewusstsein daf\u00fcr und wie gehen wir dann praktisch damit um, dass das, was im Namen des \u201eHeiligen Israels\u201c zu sagen ist, gerade den kirchlich hoch Verbundenen und den offiziellen Repr\u00e4sentanten der Kirche \u00e4rgerlich, ja l\u00e4stig sein k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Zwei Umst\u00e4nde machen diese Fragen besonders dringlich. Der eine besteht darin, dass aktive Gemeindekerne \u2013 und entsprechend auch die von diesen gew\u00e4hlten Leitungsgremien \u2013 oft weitgehend homogene, begrenzte \u2013 mit einem Fremdwort: \u201ebornierte\u201c \u2013 Milieus bilden, in denen die Harmonie gepflegt, dagegen kritische Anfragen als unn\u00f6tig und Konflikte als st\u00f6rend empfunden werden. Geschwisterlichkeit ersch\u00f6pft sich in Nettigkeit, und h\u00f6her als Aufrichtigkeit stehen wechselseitige Schonung und Verschonung im Kurs. \u201eWas wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen!\u201c gei\u00dfelt der Prophet eine Mentalit\u00e4t, die \u2013 kann man es bestreiten? \u2013 in unserer Kirche oft anzutreffen ist.<\/p>\n<p>Der andere Umstand, der uns als Kirche die Neujahrsansprache Jesajas zur Gerichtsrede macht, ist die komplizierte Rolle der Pfarrer in diesem Gef\u00fcge. <em>Einerseits<\/em>: Wer, wenn nicht wir Pfarrer, die wir zur \u00f6ffentlichen Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes bestellt sind, h\u00e4tte das prophetische Amt, auf solche Gefahren hinzuweisen und Missst\u00e4nde beim Namen zu nennen? Wer, wenn nicht wir Pfarrer, w\u00e4re berufen, das, was um des \u201eHeiligen Israels\u201c willen zu sagen ist, auch dann laut zu sagen, wenn es den in der Kirche Einflussreichen unangenehm ist? Wer, wenn nicht wir, w\u00e4re berufen, kritischen Geist \u2013 und kritische Geister \u2013 in der Kirche zu ermutigen, Transparenz zu fordern und zu schaffen, Kl\u00fcngel und Kungelei beim Namen zu nennen und auf Rechenschaft und Verantwortung zu bestehen? Aber <em>andererseits<\/em>: Wer, wenn nicht wir Pfarrer, sind denn die eigentlich Einflussreichen, die Machthaber in der Kirche? Wer in der Kirche unterliegt st\u00e4rker den Gefahren des Amtsgebrauchs zu eigenen Gunsten als wir Pfarrer? Wem setzen wir Pfarrer, wenn wir denn unser prophetisches Amt in der Kirche entschlossen wahrnehmen, kritischer zu als uns selbst,<\/p>\n<p>denen aus Gemeinde und \u00d6ffentlichkeit eine zwar wohltuende, aber auch \u2013 denn Gift schmeckt meist s\u00fc\u00df \u2013 nicht ungef\u00e4hrliche Wertsch\u00e4tzung entgegengebracht wird?<br \/>\ndenen die Milieuverengung und Harmoniebed\u00fcrftigkeit in Gremien zwar viele unn\u00f6tige Konflikte erspart, aber auch viele n\u00f6tige?<br \/>\nderen N\u00e4chsten- und Geschwisterliebe verdammt leicht wie Schmiergeld funktioniert?<br \/>\ndie wir erfahrungsgem\u00e4\u00df besser ankommen, wenn wir in unserer Verk\u00fcndigung den Jesus Christus, der \u201eGottes Zuspruch der Vergebung aller unserer S\u00fcnden\u201c ist, dem Jesus Christus vorziehen, der \u201emit gleichem Ernst \u2026 Gottes kr\u00e4ftiger Anspruch auf unser ganzes Leben\u201c ist (Barmer theologische Erkl\u00e4rung II)?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die 2700 Jahre alte prophetische Polemik, als Neujahrsansprache 2005 ausgestrahlt, zeigt sich beunruhigend aktuell. Vor allem uns Pfarrer, aber kaum minder die anderen kirchlichen Leitungspersonen sehe ich aufgerufen, genau hinzusehen, was in unseren Gemeinden und Kirchenkreisen von der prophetischen Attacke getroffen wird \u2013 welche Ereignisse, welche Gepflogenheiten, welche \u201ebew\u00e4hrten\u201c Strategien usw. Wir, die wir mit der Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes und mit der Leitung der Kirche betraut sind und dabei in der Verantwortung vor dem \u201eHeiligen Israels\u201c stehen, werden massiv provoziert: dazu provoziert, das, \u201ewas angenehm ist\u201c \u2013 n\u00e4mlich <em>uns<\/em> und <em>unserem<\/em> Freundeskreis oder Fanclub oder Pfarrbezirk angenehm \u2013 und das, \u201ewas das Herz begehrt\u201c \u2013 n\u00e4mlich <em>unser<\/em> eigenes Herz und das <em>unserer<\/em> speziellen Klientel \u2013 selbstkritisch zu unterscheiden von dem, was etwa <em>dem \u201eHeiligen Israels\u201c<\/em> angenehm sein und was <em>sein<\/em> Herz etwa begehren m\u00f6chte. Die alten Propheten und Jesus von Nazareth sind eine Inspirationsquelle, die so schnell nicht versiegt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sehe ich die Gemeinden \u00fcberhaupt provoziert, ihre evangelische Mitverantwortung f\u00fcr das kirchliche Leben, an der <em>alle<\/em> Gemeindeglieder teilhaben, auch durch eine bewusst kritischere Begleitung derer wahrzunehmen, denen mit bestimmten Aufgaben auch Macht und Einfluss \u00fcbertragen ist. Speziell die etwas distanzierteren Gemeindeglieder, denen es ihre pers\u00f6nliche und berufliche Statur erm\u00f6glichen w\u00fcrde, auch eloquenten und im Strippenziehen virtuosen Kirchenfunktion\u00e4ren Stand zu halten und n\u00f6tigenfalls entgegen zu treten \u2013 speziell sie sehe ich provoziert, ihre besondere Kompetenz als ein Charisma zu begreifen, auf das die Kirche einfach nicht verzichten kann. Guckt genauer hin! Fragt hartn\u00e4ckiger nach! Mischt euch ungefragt ein! Lasst euch weder anf\u00fcttern noch abspeisen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ach ja, liebe Gemeinde, das war \u00fcbrigens bisher gar nicht die <em>ganze<\/em> prophetische Ansprache, die uns heute zur Neujahrsansprache werden sollte, sondern nur ein paar einleitende Verse dazu. Die eigentliche Botschaft \u2013 von der der Prophet erwartet hat, dass sie zu seiner Zeit sowieso nicht geh\u00f6rt wird, und von der die Predigttextordner sich sicherlich vorgestellt haben, dass sie doch eine sch\u00f6ne Botschaft zum Jahreswechsel abgeben k\u00f6nnte \u2013, die eigentliche Botschaft steht ein paar Verse sp\u00e4ter und lautet im Kern so:<\/p>\n<p>15 So spricht Gott der HERR,<br \/>\nder Heilige Israels:<br \/>\nWenn ihr umkehrtet und stille bliebet,<br \/>\nso w\u00fcrde euch geholfen;<br \/>\ndurch Stillesein und Hoffen w\u00fcrdet ihr stark sein.<\/p>\n<p>Die <em>eigentliche<\/em> Botschaft? Stand nicht auch schon in den vorigen Versen reichlich \u201eeigentliche Botschaft\u201c? Aber o.k.:<\/p>\n<p><em>Kehrt um<\/em>: Gewinnt die gro\u00dfe Wahrheit und ihre kleinen Wahrheiten von neuem lieb!<br \/>\n<em>Bleibt still<\/em>: Verfallt weder in Panik noch in Hektik, vielmehr: f\u00fcrchtet euch nicht!<br \/>\n<em>Hofft<\/em>: Traut dem Heiligen Israels zu, dass er das Unangenehme besonders bek\u00f6mmlich macht!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Dr. Martin Evang, D\u00fcsseldorf<br \/>\n<a href=\"mailto:martinevang@web.de\">martinevang@web.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altjahresabend | 31. Dezember 2004 | Jesaja 30, 8-11.15 | Martin Evang | Morgen Abend wird die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers gesendet. Da Neujahrsansprachen bereits einige Tage vor Neujahr aufgezeichnet zu werden pflegen, konnte man schon heute etwas dar\u00fcber in der Zeitung lesen. 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