{"id":10437,"date":"2005-03-07T19:49:24","date_gmt":"2005-03-07T18:49:24","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10437"},"modified":"2025-05-15T14:33:07","modified_gmt":"2025-05-15T12:33:07","slug":"matthaeus-28-1-10-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-28-1-10-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 28, 1-10"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3>Ostersonntag | 27. M\u00e4rz 2005 | Mt 28,1\u201310 | Matthias Rein |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>wie kommen Menschen von der Trauer \u00fcber einen Verstorbenen<br \/>\nzur Freude \u00fcber einen Auferstandenen?<\/p>\n<p>Das ist eine einfache Frage.<br \/>\nDie Antwort darauf ist nicht so einfach.<\/p>\n<p>Denn es geht hier nicht um eine abstrakte, theoretische Frage.<br \/>\nEs geht um Lebenserfahrung, es geht um die Sicht auf die Welt.<br \/>\nUnd es geht um uns.<br \/>\nDie Frage hei\u00dft ja f\u00fcr uns: Wie kommen wir, wie komme ich von der traurigen Gewissheit, dass in dieser Welt der Tod regiert, zu dem frohmachenden Wissen, dass Gott, der Sch\u00f6pfer der Welt, den Tod besiegt?<\/p>\n<p>Um Antwort auf diese Frage zu bekommen, h\u00f6ren wir auf eine Geschichte, auf einen Bericht aus dem Matth\u00e4usevangelium.<br \/>\nWir heften uns an die Versen der beiden Frauen und versuchen mit ihren Augen wahrzunehmen, was geschehen ist.<br \/>\nSie, die Frauen, erleben genau dies: Sie kommen als Trauernde und sie gehen voller Freude, sie eilen, sie rennen, um zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef haben alles mit eigenen Augen gesehen:<br \/>\nSie standen auf dem Berg und sahen, wie Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, wie er verh\u00f6hnt wurde, wie er laut kagte, Gott habe ihn verlassen, wie er starb am Kreuz.<br \/>\nSie haben gesehen, wie Wachen aufgestellt wurden am Kreuz, damit keiner dem Toten zu nahe kam.<br \/>\nSie waren Zeugen, als Josef von Arimath\u00e4a kam, den Leichnam nahm und in sein eigenes Grab trug.<br \/>\nSie sahen, wie das Grab mit dem gro\u00dfen Stein verschlossen wurde.<br \/>\nSie sa\u00dfen dem Grab gegen\u00fcber und sahen zu.<br \/>\nSie sind Augenzeugen dessen, was geschah.<\/p>\n<p>Und nun, nach drei Tagen, nach dem Fest, kommen sie wieder.<br \/>\nSie wollen das Grab sehen. Sie wollen sich vergewissern, ob das alles wirklich wahr ist. Und sie wollen trauern, allein und ungest\u00f6rt.<br \/>\nAber sie sind nicht allein am Grab. Soldaten sind da, sie st\u00f6ren die Ruhe am Grab. Sie bewachen das Grab \u2013 was f\u00fcr ein Unsinn, brauchen Tote Bewachung?<br \/>\nDie Hohenpriester wollen einen Grabraub verhindern.<br \/>\nK\u00f6nnte ja sein, dass die J\u00fcnger den Leichnam ihres Herrn stehlen und dann behaupten, er sei auferstanden. K\u00f6nnte ja sein.<\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Gesellschaft hat sich da eingefunden: die trauernden Frauen, zutiefst bewegt, und die Soldaten, die das alles \u00fcberhaupt nichts angeht, die dienstlich sicherstellen, da\u00df nichts passiert.<\/p>\n<p>Und dann passiert etwas.<br \/>\nDie Erde bebt, Licht scheint grell auf, der Engel des Herrn steht da, er w\u00e4lzt den Stein vom Grab und setzt sich drauf. Er thront geradezu auf dem Grab.<br \/>\nDie Soldaten sehen alles. Sie sind zu Tode entsetzt. Und sie fallen alle um, wohl ohnm\u00e4chtig. Sie sind wie tot, so beschreibt es Matth\u00e4us.<br \/>\nGott wirkt und die Amtsgewalt wird ausgeschaltet. Denn nun gibt es keine unabh\u00e4ngigen Zeugen mehr, keine amtlich beglaubigten gewisserma\u00dfen.<br \/>\nGott wirkt, und die amtlichen Festeller begreifen nichts mehr.<br \/>\nHei\u00dft das, das wir das wirkliche Wesentliche, das Wirken Gottes in der Welt, eben nicht als unbeteiligte Zuschauer wahrnehmen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Der Engel spricht nun zu den Frauen. Auch sie sind erschrocken, aber sie fallen nicht um.<br \/>\nF\u00fcrchtet euch nicht, so sein erstes Wort, und f\u00fcr solchen Zuspruch gibt es nun allen Grund, denn wo Gott auftritt, da ergreift uns Menschen Furcht und Zittern.<br \/>\n\u201eIhr sucht den Gekreuzigten, aber er ist nicht hier, er ist auferstanden, so wie er gesagt hat.\u201c<br \/>\nSo seine Botschaft. Aber das ist ja nun alles v\u00f6llig unm\u00f6glich.<br \/>\nDer Engel weist in das Grab: \u201eSeht, seht mit euren eigenen Augen! Das Grab ist leer. Da hat er gelegen.\u201c Die Frauen sollen in das Grab hineingehen und sich selbst \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Und dann schickt der Engel sie zu den J\u00fcngern.<br \/>\n\u201eGeht schnell zu ihnen, sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferweckt wurde. Sagt ihnen, dass er schon unterwegs ist nach Galil\u00e4a, da sollen sie hingehen, dort werden auch sie ihn mit eigenen Augen sehen.\u201c<\/p>\n<p>Das Grab ist leer, so sehen die Frauen mit eigenen Augen.<br \/>\nAber wie kommt es, dass das Grab leer ist?<\/p>\n<p>Hier gibt es in dem Bericht des Matth\u00e4us ein L\u00fccke.<br \/>\nMatth\u00e4us erz\u00e4hlt nicht, was in den drei Tagen zwischen Jesu Grablegung und dem Auftreten des Engels am leeren Grab geschah.<br \/>\nAuch die anderen Evangelisten sagen dazu nichts.<\/p>\n<p>Uns begegnet eine L\u00fccke, eine Leerstelle, ein Loch.<br \/>\nDieses Loch hat es in sich, denn hier wird die Welt durchbrochen, die wir kennen, die sich millionenfach in menschlicher Erfahrung best\u00e4tigt, die wir mit den Augen unbestechlicher Zeugen wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf diese Leerstelle weist das leere Grab hin.<br \/>\nAber es weist nur hin, es liefert keinen Beweis daf\u00fcr, was geschehen ist.<br \/>\nDie Vorgesetzten der Soldaten finden sp\u00e4ter ihre Erkl\u00e4rung f\u00fcr das leere Grab: Die Wache ist eingeschlafen. Anh\u00e4nger Jesu kamen in der Nacht und haben den Leichnam gestohlen.<br \/>\nAndere melden bis heute grunds\u00e4tzliche Zweifel an: War Jesus \u00fcberhaupt dort begraben? Haben sich die Frauen und die Anh\u00e4nger Jesu das alles nur eingebildet? Sie standen noch unter dem Eindruck der Ereignisse.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung des Evangelisten ist folgende:<br \/>\nGott ist hier am Werk, das kann man nicht \u00fcbersehen, wie man auch ein Erdbeben oder einen Blitz am Himmel nicht \u00fcbersehen kann.<br \/>\nGott hat den Gekreuzigten zu neuem Leben erweckt.<br \/>\nIch, Matth\u00e4us, der Evangelist, wei\u00df nicht, wie Gott das gemacht hat. Deshalb erz\u00e4hle ich es nicht. Aber ich erz\u00e4hle davon, wie dieser Auferstandene Menschen begegnet ist.<\/p>\n<p>Und so setzt Matth\u00e4us seinen Bericht fort:<br \/>\nDie Frauen h\u00f6ren, was der Engel sagt.<br \/>\nUnd sie laufen los, weg von dem Grab, weg von den toten W\u00e4chtern, weg von diesem sonderbaren Ort.<br \/>\nSie f\u00fcrchten sich \u2013 aber sie sind auch voller Freude.<br \/>\nSie machen sich auf den Weg zu den J\u00fcngern in gro\u00dfer Eile. Sie wollen ihnen erz\u00e4hlen, was sie mit eigenen Augen gesehen haben. Und sie wollen den J\u00fcngern davon berichten, was ihnen der Engel gesagt hat.<\/p>\n<p>Auf diesem Weg erleben sie eine weitere erstaunliche Begegnung.<br \/>\nDer Auferstandene selbst begegnet ihnen.<br \/>\nEr spricht sie an, er gr\u00fc\u00dft sie.<br \/>\nSie sehen ihn, sie erkennen ihn, ja, das ist er, der, den die R\u00f6mer ans Kreuz geschlagen haben.<br \/>\nSie fallen auf die Knie, \u00fcberw\u00e4ltigt, und geben ihrer Verehrung Ausdruck.<br \/>\nDer Auferstandene spricht mit ihnen:<br \/>\n\u201eF\u00fcrchtet euch nicht!<br \/>\nLauft zu meinen Br\u00fcdern, zu den J\u00fcngern.<br \/>\nErz\u00e4hlt ihnen alles!<br \/>\nSagt ihnen, sie sollen nach Galil\u00e4a gehen.<br \/>\nDort werden auch sie mich sehen.\u201c<br \/>\nEr wiederholt und er bekr\u00e4ftigt, was der Engel ihnen gesagt hat.<\/p>\n<p>Damit endet der Bericht des Matth\u00e4us.<br \/>\nWas hat er uns mitgeteilt?<\/p>\n<p>Es gab unabh\u00e4ngige Zeugen, dort am Grab, die haben auch etwas erlebt, aber das eigentlich wichtige Geschehen konnten sie nicht beobachten. Gott wirkt, es ist sichtbar und doch kann es nicht alle Welt sehen. Nur die Frauen nehmen das Eigentliche wahr.<\/p>\n<p>Wie es bei Jesu Auferstehung zuging, erfahren wir nicht.<br \/>\nLeider, viele sind sehr neugierig, dies zu erfahren. Aber dies bleibt Gottes Geheimnis.<\/p>\n<p>Ein leeres Grab an sich ist kein Beweis. Es weist auf ein Geschehen hin, aber f\u00fcr ein leeres Grab kann es viele Gr\u00fcnde geben.<\/p>\n<p>Entscheidend ist, dass sich der Auferstandene Menschen zeigt. Nicht der ganzen Welt, hier nur zwei Frauen, aber das reicht. Diese Frauen erkennen ihn, h\u00f6ren ihn, sehen ihn mit eigenen Augen. Und dann ist er wieder weg.<br \/>\nDie Frauen aber sind wie verwandelt. Kein Gedanke mehr an Trauer, ist ja auch gar nicht n\u00f6tig. Sie freuen sich, dass der Gekreuzigte lebt, anders als Menschen leben, aber doch h\u00f6chst pr\u00e4sent und gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Der Auferstandene begegnet Menschen. Davon erz\u00e4hlen uns die Evangelisten in verschiedenen Geschichten. Und davon haben wir einen Augenzeugenbericht im Originalton. Paulus berichtet von dieser Begegnung. Und wohlgemerkt: Paulus war bis zu dieser Begegnung ein aktiver Gegner Jesu und Verfolger seiner Anh\u00e4nger. Er wird in dieser Begegnung umgekrempelt.<\/p>\n<p>Aber wie ist das mit der Auferstehung selbst?<br \/>\nIst das glaubw\u00fcrdig? Wie sollen wir uns das vorstellen?<\/p>\n<p>Von der Auferstehung erz\u00e4hlen hei\u00dft von einem Loch in der Welt erz\u00e4hlen.<br \/>\nHier passiert etwas, was \u00fcber unsere Welt hinaus geht.<br \/>\nWir k\u00f6nnen nur bis zum Tod sehen und denken. Wir wissen nicht einmal, wie es ist, tot zu sein, auch wenn wir wissen,dass es den Tod gibt.<br \/>\nDas jemand von den Toten aufersteht, hei\u00dft: es gibt wenigsten an dieser Stelle mehr als den Tod, es gibt etwas, jemand, der \u00fcber den Tod hinaus geht.<\/p>\n<p>Wenn wir begreifen wollen, was die Auferstehung eines Menschen, der tot war, bedeutet, dann m\u00fcssen wir Gott ins Spiel bringen. Von der Auferstehung erz\u00e4hlen hei\u00dft, von Gott erz\u00e4hlen.<br \/>\nGott wirkt, Gott steht hinter dem, was da geschehen ist.<br \/>\nEr schafft neues Leben. Er schafft neues Leben f\u00fcr einen Menschen, der tot ist.<br \/>\nGott ist hier als Sch\u00f6pfer am Werk wie am Anfang der Welt. Und dieses Sch\u00f6pfungswerk ist f\u00fcr uns allemal Grund zur Freude, denn es schafft uns neues Leben.<\/p>\n<p>Dies haben die Frauen wahrgenommen, als sie Jesus begegneten. Und die J\u00fcnger werden es sp\u00e4ter auch wahrnehmen in Galil\u00e4a auf dem Berg. Sie begegnen dem Auferstandenen.<br \/>\nIch kann die Freude der Frauen verstehen, liebe Gemeinde.<\/p>\n<p>Nun fragen wir, wie dies f\u00fcr uns heute sichtbar, erlebbar, erfahrbar wird.<br \/>\nSollen wir acuh heute auf die Begegnung mit dem Auferstandenen hoffen?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen von einem Erlebnis erz\u00e4hlen, das ich vor kurzem hatte, dass mich sehr bewegt und bei dem auch ein Loch, eine unvermutete T\u00fcr eine Rolle spielt.<br \/>\nVor einigen Tagen besuchte ich mit einigen Seelsorgern eine gro\u00dfe Palliativ-Station in einem M\u00fcnchener Krankenhaus. Der Leitende Arzt empfing uns und erz\u00e4hlte eindr\u00fccklich von seiner Arbeit auf dieser Station. Unheilbar Kranke kommen dorthin, oft mit gro\u00dfen Schmerzen. Unsere Aufgabe ist, diesen Menschen die Schmerzen zu nehmen und sie in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, so der Arzt. Und das k\u00f6nnen wir auch tun. Dem Arzt war der Respekt, die Empathie f\u00fcr seine Patienten abzusp\u00fcren. Wir gehen respektvoll und dem\u00fctig mit den Menschen um. Sie sagen uns, was f\u00fcr sie gut ist, so sagte er im Gespr\u00e4ch. Der Tod ist sehr pr\u00e4sent in diesem Haus, das wurde deutlich an zwei Nachttischen, die vor den Krankenzimmern standen, mit einer Blume, einem pers\u00f6nlichen Gegenstand und einer brennenden Kerze darauf. Zeichen daf\u00fcr, dass hier vor kurzem zwei Menschen gestorben sind. Wir fragten den Arzt, was denn nach dem Tod seiner Meinung nach k\u00e4me. Er bekannte: Ich wei\u00df es nicht. Menschen, die dem Tod sehr nahe gekommen sind, berichten Widerspr\u00fcchliches. Aber ich glaube, dass nach dem Tod Gott selbst auf uns zukommen wird.<br \/>\nEr f\u00fchrte uns durch die Station, \u00fcberall Blumen und Pflanzen, viele Farben. Alle Krankenzimmer haben einen Wintergarten zum Park hin. So k\u00f6nnen die Kranken in die Natur, in die B\u00e4ume, in die Sch\u00f6pfung sehen. Und dann gibt es sogar einen kleinen Hund auf der Station, den eine Schwester zum Dienst mitbringt. Seine Lebendigkeit tut vielen gut.<br \/>\nHier wird der Tod nicht ausgeblendet, so wurde uns deutlich, und gerade deshalb wird ihm seine Macht genommen, wird ihm nicht das letzte Wort gelassen. Endg\u00fcltig ist der Tod besiegt. Dies strahlte dieser Ort, dieser letzte Ort f\u00fcr viele Menschen auf Erden, den sie erleben, aus.<br \/>\nWir verabschiedeten uns von dem Arzt. Er zeigte uns eine kleine unscheinbare T\u00fcr. Wir traten hindurch und standen sofort auf einem riesigen schneebedeckten sonnen\u00fcberfluteten Platz. Kinder spielten auf den zugefrorenen Kan\u00e4len. An der Seite prangte ein herrliches Schlo\u00df in der Sonne.<br \/>\nF\u00fcr mich wurde dieser Schritt durch die unscheinbare T\u00fcr in den Glanz der Sonne zum Bild f\u00fcr die Herrlichkeit, auf die wir hoffen. Wir hoffen mit Grund, denn der lebendige Auferstandene ist Menschen begegnet.<br \/>\nUnd deshalb feiern wir Ostern fr\u00f6hlich und lassen uns von der Freude der Frauen anstecken.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Hinweis: Eine anregende Meditation zu Mt 28,1-10 findet sich bei H\u00fcsch, Hanns Dieter: Das Schwere leicht gesagt, 11.Aufl., Freiburg, Basel, Wien 2000, 108f:<\/p>\n<p>Am Randes des Grabes<\/p>\n<p>Wer von uns kann schon sagen<br \/>\nWie damals Maria von Magdala<br \/>\nIch habe den Herrn gesehen<br \/>\nWer von uns kann so vermessen<br \/>\nSo fromm oder trunken sein<br \/>\nUnd kann damit durch die Welt gehen<br \/>\nJedermanns Haus betreten<br \/>\nMit froher Zuversicht<br \/>\nOhne Furcht und mit freien H\u00e4nden<br \/>\nUnter dem Himmel dahingehen<br \/>\nWer von uns kann so k\u00fchn und lebendig<br \/>\nAllem begegnen, was ihm widerf\u00e4hrt<br \/>\nUnd ist so verwandelt und losgel\u00f6st Weil er es wei\u00df<br \/>\nIch habe den Herrn gesehen<br \/>\nSehn wir nicht immer am Rande des Grabes<br \/>\nZuerst nur den G\u00e4rtner<br \/>\nUnd denken, er habe den Grabstein weggeholt<br \/>\nUnd alles habe so seine Friedhofsordnung<br \/>\nUnd sind dann gar nicht betroffen<br \/>\nUnd gehn mit dem Weinen sehr sparsam um<br \/>\nWeil wir das alles nicht glauben m\u00f6chten<br \/>\nHeute am Ende der Neuzeit<br \/>\nUnd sind doch so sterblich wie ehedem<br \/>\nHerr verlasse uns nicht<br \/>\nja Du bist auferstanden<br \/>\nDu hast das Grab und den Stein \u00fcberwunden<br \/>\nAber geh nicht so wortlos davon<br \/>\nIch habe den Herrn gesehen<br \/>\nM\u00f6chten wir gerne sagen<br \/>\nGenau wie damals Maria von Magdala<br \/>\nWir haben das leere Grab gesehen<br \/>\nUnd der Stein war hinweg<br \/>\nSeht welch ein Mensch<br \/>\nHat Pilatus gesagt<br \/>\nIch kann keine Schuld an ihm finden<br \/>\nUnd so gehen wir durch M\u00fche und Leid<br \/>\nDurch Hoffnung und Tod<br \/>\nDurch Anfang und Ende<br \/>\nSchuldlos und voller Schuld<br \/>\nMit einem leeren Grab<br \/>\nAber der Stein ist hinweg<\/p>\n<p>Du hast ihn o Herr \u00fcberwunden<br \/>\nF\u00fcr uns aus dem Weg ger\u00e4umt<br \/>\nDu bist durch ihn hindurchgegangen<br \/>\nWolle mich nicht ber\u00fchren hast Du gesagt<br \/>\nUnd Maria von Magdala S\u00fcnderin einst<br \/>\nUnd sp\u00e4ter B\u00fc\u00dferin in der Provence sagt die Legende<br \/>\nHat uns die Nachricht gegeben<br \/>\nIch habe den Herrn gesehen<br \/>\nRuhiger denn je<br \/>\nGelassener denn je und freier als alle Freiheit<br \/>\nAlle Gro\u00dfz\u00fcgigkeit war um ihn versammelt<br \/>\nAlle Liebe in ihm<br \/>\nUnd so hat er uns verlassen<br \/>\nUm Tag und Nacht bei uns zu sein<br \/>\nIch habe den Herrn gesehen<br \/>\nM\u00f6chten wir sagen<br \/>\nSeht welch ein Mensch<br \/>\nSo m\u00f6chten wir sein<br \/>\nF\u00fcrchtet Euch nicht<br \/>\nDie T\u00fcr steht offen<br \/>\nDer Stein ist verschwunden<br \/>\nWir k\u00f6nnen mit IHM in alles hinein<br \/>\nAus allem heraus und durch alles hindurchgehen<br \/>\nAmen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Matthias Rein<br \/>\nStudienleiter am Theologischen Studienseminar der VELKD<br \/>\nBischof-Meiser-Str. 6<br \/>\n82049 Pullach<br \/>\nTel. 089\/74442428<br \/>\nEmail: <a href=\"mailto:Matthias.Rein@t-online.de\">Matthias.Rein@t-online.de<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag | 27. 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