{"id":10447,"date":"2005-03-07T19:49:13","date_gmt":"2005-03-07T18:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10447"},"modified":"2025-05-15T14:19:01","modified_gmt":"2025-05-15T12:19:01","slug":"matthaeus-28-1-10-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-28-1-10-7\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 28, 1-10"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Ostersonntag | 27. M\u00e4rz 2005 |\u00a0Matth\u00e4us 28, 1-10 | Ondrej Prostrednik | <\/span><\/b><\/h3>\n<p>Sicher haben auch sie schon einmal etwas gesucht. In solchen Situationen wissen wir in der Regel ganz genau, dass wir die gesuchte Sache irgendwo gelegt haben. Aber wir k\u00f6nnen uns nicht daran erinnern wohin. Wir suchen immer an den falschen Stellen. Dann hilft es sich f\u00fcr eine Weile hinzusetzen, zur Ruhe gelangen und ganz genau in den Gedanken den Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren.<\/p>\n<p>Wir treffen uns heute in der Kirche um genau dies zu tun. Vor unseren Augen sehen wir die Frauen, die ihren Verstorbenen, gekreuzigten Meister suchen. Sie suchen ihn im Grab. Aber er ist nicht da. In der Ruhe m\u00fcssen sie den Ablauf der Geschehnisse der letzten Tage wiederherstellen. So k\u00f6nnen sie dann die Stimme des Engels h\u00f6ren: \u201eEr ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat!\u201c<\/p>\n<p>Etwas vergeblich zu suchen ist m\u00fchsam. Indem die Frauen den toten Jesus im Grab suchen, suchen sie ihre verstorbene Hoffnung. In der Begegnung mit ihm haben sie einst ein neues Leben angefangen. Viele andere Menschen haben in seiner Wirkung, in seiner Predigt eine neue Zukunft f\u00fcr das Volk Israel gesehen. Das alles aber wird jetzt vergeblich im Grab gesucht.<\/p>\n<p>Die Geschichte des vergeblich gesuchten toten Jesus wiederholt sich immer wieder. Wie oft hat die Menschheit die Erneuerung der Gesellschaft gesucht. In verschiedenen Gedankensystemen, unter der F\u00fchrung verschiedener Menschen, in allerlei Versuchen eine ideale Gesellschaftsordnung einzusetzen. Sieht es nicht in der Geschichte der Menschheit allzu oft wie eine vergebliche Suche nach verlorenem Gl\u00fcck, nach dem neuen Leben das geahnt wird aber sehr schwer zu finden ist? Und in unserem pers\u00f6nlichen Leben? Viele junge oder \u00e4ltere Menschen werden durch Arbeitslosigkeit in der Entwicklung und Erf\u00fcllung ihres Lebens gebremst. Viele Familien leiden unter der Krise ihrer Beziehungen und statt Gemeinschaft finden sie nur Einsamkeit und Leere.<\/p>\n<p><strong> \u00dcberlegen wir also gemeinsam: wie finden wir das neue Leben? Das gelesene Bibelwort zeigt uns einen Weg: H\u00f6ren wir das Evangelium, empfangen wir es mit Glauben und verk\u00fcndigen wir es in Christi Auftrag. <\/strong><\/p>\n<p><strong> Das Evangelium h\u00f6ren.<\/strong> Das Wort des Engels gibt den suchenden Frauen Orientierung. In der Verwirrung, die an das Ende der Zeiten erinnert hat, gibt das Wort des Engels eine klare Wegweisung. Nicht im Grab liegt die Hoffnung der Suchenden. Christus ist auferstanden. Alle Hindernisse sind \u00fcberwunden. Die W\u00e4chter, der Stein \u2013 Christus lebt. Das ist die neue Realit\u00e4t. Nicht der Tod, das Leben hat die Macht. Das ist die neue Richtung der Geschichte. \u201eEr ist auferstanden, wie er gesagt hat!\u201c So wird den Frauen in die Erinnerung gerufen, was ihnen bei der Suche des neuen Lebens den Weg weisen soll.<\/p>\n<p>Das soll auch uns heute helfen. Wir sind in die Kirche gekommen um zu h\u00f6ren wie es war. Schon den ersten Menschen im Garten Eden war die Verhei\u00dfung dessen gegeben, der das B\u00f6se \u00fcberwinden wird. (Gn 3,15) Auch der Patriarch Abraham hat die Macht Gottes \u00fcber den Tod geahnt. Als er im Gehorsam gegen\u00fcber Gott seinen Sohn opfern wollte, hat ihn der Gedanke begleitet, dass \u201eGott kann auch wohl von den Toten erwecken\u201c. So bekam er seinen Sohn Isaak zur\u00fcck als \u201eein Zeichen des Zuk\u00fcnftigen\u201c, bezeugt der Hebr\u00e4er Brief (11,19). Jesus selbst hat die Tochter des Jairus von den Toten erweckt, auch den jungen Mann aus Nain oder seinen Freund Lazarus hat er wieder zum Leben gerufen. Er hat mehrmals in seiner Verk\u00fcndigung gesagt, dass er am dritten Tag auferstehen wird. Diese Erinnerung brauchen wir. Die Frauen brauchten sie auch.<\/p>\n<p>Das Evangelium soll in den Zusammenh\u00e4ngen empfangen und verstanden werden. Nicht als blo\u00dfe Parole. Das Evangelium als Orientierung in der Suche nach einem neuen Leben hat viel anzubieten. Nehmen wir uns Zeit dazu. Gott hat seit der Ewigkeit die \u201eMacht\u00fcbernahme\u201c des Lebens \u00fcber den Tod vorbereitet. Es ist nicht ein Zufall. Die Ostergeschichte ist nicht ein billiger Trick, der opportunistisch gedeutet wird. Christi Auferstehung ist eine Konsequenz der Pr\u00e4senz Gottes in dieser Welt. Eine logische Konsequenz seiner Beziehung der Liebe zum Menschen. Daran sollen wir uns heute erinnern. Das ist das Evangelium, das wir h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong> Das Evangelium mit Glauben empfangen.<\/strong> \u201eSiehe, ich habe es euch gesagt\u201c \u2013 lautet die knappe Begr\u00fcndung der Verk\u00fcndigung des Engels. Die Wegweisung f\u00fcr die Suche des neuen Lebens, f\u00fcr die Suche nach dem lebendigen Christus wird zwar in den breiten Zusammenh\u00e4ngen angeboten, aber so kann sie noch nicht wirken. Sie muss empfangen und gefolgt werden. Die Frauen konnten mit Recht fragen, warum sollten sie denn der Erz\u00e4hlung des Engels glauben? Worin liegt die rationale Begr\u00fcndung dieser Geschichte? Woran beruht die Autorit\u00e4t dessen, der es erz\u00e4hlt und die Wegweisung anbietet? Auch wenn solche Fragen unausgesprochen blieben, sie waren da. Der Engel muss die Furcht der Frauen \u00fcberwinden indem er sagt: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht\u201c. Er muss einen Impuls zum Handeln geben, und sagen: \u201eGehet eilend hin und sagt es seinen J\u00fcngern\u201c. Aber was soll gesagt werden? Auf wen sollen sich die Frauen vor den J\u00fcngern berufen? Wie sollen sie argumentieren um nicht ausgelacht zu werden. Worauf sollen sie die Glaubw\u00fcrdigkeit ihres Zeugnisses st\u00fctzen? Wer gibt ihnen die Autorit\u00e4t so etwas zu erz\u00e4hlen?<\/p>\n<p>Der Glaube wird hier gefragt. Nichts wird begr\u00fcndet. Auch kein Aufr\u00fcsten mit einer Macht, Wunder zu tun geschieht hier. Nichts haben die Frauen. Ganz hart gesagt \u2013 wenn sie es weiter erz\u00e4hlen, riskieren sie, dass sie sich l\u00e4cherlich machen. Sie haben nur die Zusammenh\u00e4nge der Heilsgeschichte und das Wort des Engels \u2013 \u201eSiehe, ich habe es euch gesagt\u201c. Anders ausgedr\u00fcckt &#8211; Glaubt mir und glaubt dem, was Gott bis her gesagt und getan hat. Das ist alles was ihr habt wenn ihr das neue Leben in Christus finden wollt.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr uns heute. Das neue Leben, das seit Christi Auferstehung in diese Welt hineingebrochen ist, kann nur im Glauben empfangen werden. Dieser Glaube ist nicht einfach. Er braucht Mut. Wir m\u00fcssen uns voll auf etwas verlassen, das au\u00dfer uns steht. Nicht wir sind es, die etwas wegen ihren Verdiensten erworben haben. Die Botschaft durch den Boten Gottes gegeben \u2013 das ist es, was wir haben. Sie erweckt den Glauben. Zu einem solchen Glauben werden wir auch heute wider gerufen. Zusammen mit Thomas k\u00f6nnen wir bekennen: \u201eMein Herr und mein Gott!\u201c Mit Paulus k\u00f6nnen wir sagen, dass \u201ewir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht.\u201c Wir sind eingeladen nach dem Glauben zu greifen, der uns die Hoffung gibt, dass nicht alles nur von uns abh\u00e4ngt. Die Macht Gottes ist \u00fcber uns. Sie nimmt unser Leben in die Hand. In den kritischen Augenblicken unseres Lebens haben wir die Zuversicht, dass wir von der Hand Gottes getragen werden.<\/p>\n<p><strong> Das Evangelium in Christi Auftrag verk\u00fcndigen. <\/strong> Der Glaube hat eine m\u00e4chtige Wirkung. Durch den Glauben wird die Freude des Lebens wiederhergestellt. So lesen wir es. Eine gro\u00dfe Freude ist in das Herz der Frauen gekommen, nachdem sie das Wort des Engels empfangen haben. Die gescheiterten Hoffnungen kehren zur\u00fcck in einer neuen Kraft. Sie finden den Sinn des Lebens wieder. Sie haben ein sinnvolles Programm f\u00fcr das Leben. Ihre Erfahrung soll den Glauben anderer erwecken. Alle erniedrigte und verzweifelte sollen das neue Leben finden. Nicht nur als ein Konzept oder eine Lehre. Ganz pers\u00f6nlich sind die Frauen dem Auferstandenen begegnet. \u201eUnd siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegr\u00fc\u00dft!\u201c. Sie haben gefunden was sie gesucht haben. Nicht im Grab. Nicht dort wo sie zu erst gesucht haben, aber dort wohin sie der Glaube gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Das ist die Gabe der Osterbotschaft. Die empfangene Freude weiter zu geben. Das neue Leben im Glauben den anderen vermitteln. Das ist der Auftrag den die Frauen bekommen haben: \u201eGehet hin und verk\u00fcndigt es meinen Br\u00fcdern, dass sie gehen nach Galil\u00e4a, daselbst werden sie mich sehen.\u201c<\/p>\n<p>Am Anfang sprachen wir dar\u00fcber wie m\u00fchsam ist es etwas vergeblich an falschen Orten zu suchen. Oft wissen wir nicht wo wir unser Gl\u00fcck verloren haben. Viele fragen sich wo ist ihre Kraft und Gesundheit. Wo ist die Liebe, die einst die Familie zusammengehalten hat? Wo ist der Respekt den wir einst durch unseren Beruf erworben haben? Wie finden wir das neue Leben? Die Osterbotschaft hilft uns da. H\u00f6ren wir das Evangelium, empfangen wir es mit Glauben und verk\u00fcndigen wir es in Christi Auftrag. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ondrej Prostrednik<br \/>\nGeneralsekret\u00e4r<br \/>\n\u00d6kumenischer Rat der Kirchen in der Slowakei Palis\u00e1dy 48 SK 811 06<br \/>\nBratislava Slowakei<br \/>\n<a href=\"mailto:prostrednik@fevth.uniba.sk\">prostrednik @fevth.uniba.sk<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag | 27. M\u00e4rz 2005 |\u00a0Matth\u00e4us 28, 1-10 | Ondrej Prostrednik | Sicher haben auch sie schon einmal etwas gesucht. 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