{"id":10450,"date":"2005-03-07T19:49:12","date_gmt":"2005-03-07T18:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10450"},"modified":"2025-05-15T14:42:15","modified_gmt":"2025-05-15T12:42:15","slug":"lukas-24-13-45","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-24-13-45\/","title":{"rendered":"Lukas 24, 13-45"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Ostermontag | 28. M\u00e4rz 2005 | Lukas 24, 13-45 | Elof Westergaard |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>1.<em> \u201dBrannte uns nicht das Herz, wie er zu uns redete auf dem Wege \u2013 wie er uns die Schriften aufschloss?\u201d<\/em><br \/>\nSo fragen die beiden J\u00fcnger einander, nachdem der Fremde das Brot genommen, es gesegnet, gebrochen und ihnen gegeben hat und nachdem er dadurch von ihnen wiedererkannt worden ist.<br \/>\nDer Fremde ist kein Fremder, sondern es ist der auferstandene Christus. Zuerst erkannten die beiden J\u00fcnger ihn nicht wieder. Aber da er das Brot bricht und es ihnen gibt, werden ihnen die Augen ge\u00f6ffnet, wer er ist.<br \/>\nWie er bereits auf dem Wege vorher ihre Augen daf\u00fcr ge\u00f6ffnet hat, was an Ostern geschehen war: bei der Kreuzigung, der Grablegung und an dem leeren Grab.<br \/>\nIm Bericht des Evangeliums von heute:<br \/>\nDie Identit\u00e4t des Fremden wird enth\u00fcllt, die Schriften werden ge\u00f6ffnet und die Augen der J\u00fcnger werden ge\u00f6ffnet.<br \/>\nDas ist Offenbarung auf Offenbarung dessen, was Ostern ist: Auf\u00aderstehung und Gegenwart.<br \/>\nUnd das steckt hier die Herzen der J\u00fcnger in Brand.<\/p>\n<p>2. <em>\u201dEr \u00f6ffnete die Schriften f\u00fcr uns\u201d,<\/em> sagen die beiden J\u00fcnger.<br \/>\nDie Schriften, die alttestamentlichen Schriften, die Worte der V\u00e4ter, sind nicht nur alte und verstaubte B\u00fccher. Im Gegenteil, es sind Worte, die noch immer zu uns sprechen.<br \/>\nAber diese Worte verlangen dann auch, ausgelegt und erkl\u00e4rt zu werden, so wie es der Auferstandene selbst tut auf dem Wege nach Emmaus.<br \/>\nDie Vergangenheit ist dadurch nicht nur ein unn\u00fctzer Ballast. Die Worte, die, wenn sie ausgelegt werden, im Jetzt reden und mehr Sprache und mehr Worte geben, das Mysterium zu greifen, das das Dasein in sich birgt, und das hei\u00dft hier die verwirrten Gef\u00fchle, mit denen die beiden J\u00fcnger nach den dramatischen Ostertagen zur\u00fcckgeblieben sind.<br \/>\nDer Auferstandene erkl\u00e4rte den beiden J\u00fcngern die Osterereignisse im Licht der Schriften. Er zeigte damit auch seinen Willen, uns nicht blo\u00df jeweils unseren eigenen Weg gehen zu lassen. Er versagte ihnen, nur isolierte Gr\u00f6\u00dfen im Universum zu sein.<br \/>\nBei der Begegnung auf dem Wege nach Emmaus h\u00e4lt der Aufer\u00adstan\u00addene uns fest: Es ist etwas im Kommen. Es gibt etwas, was uns zusammenh\u00e4lt, auch mehr als dies, dass wir Kinder der Zeit sind. Denn er kommt und geht den Weg mit, den wir Menschen gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>3. <em>\u201dBrannte uns nicht das Herz, wie er zu uns redete auf dem Wege \u2013 wie er uns die Schriften aufschloss?\u201d<\/em><br \/>\nDie Frage der J\u00fcnger scheint hier keinen Zweifel zuzulassen. Ihre Herzen brannten, als Jesus sich ihnen anschloss und ihnen im Licht der Schriften Ostern auslegte \u2013 Jesu Tod und Auferstehung, im Lichte der jetzt alttestamentlichen Schriften, der B\u00fccher Moses und der Propheten.<br \/>\nDas Wort der J\u00fcnger ist hier sicherlich eine r\u00fcckschauende Reflexion \u00fcber das, was sie soeben erfahren haben \u2013 sie sehen die ganze Begegnung und das Gegenw\u00e4rtigsein im Licht der Wiedererkennung Jesu beim Mahl \u2013 und auf diese Weise enth\u00e4lt die Reflexion (wie das bei jeder Reflexion der Fall ist) einen Abstand. Das ist die unumg\u00e4ngliche Voraussetzung der Auslegung.<\/p>\n<p>Aber es ist trotz allem ein Versuch, zu erkl\u00e4ren, was die Auslegung des Evangeliums dort auf dem Wege nach Emmaus bei ihnen bewirkte.<br \/>\nWas es bedeutet, dass ein Mensch in einen Dialog mit einem anderen Menschen eintritt, \u2013 dass einem ein Seifensieder aufgeht, \u2013 dass man glaubt, zu einer gewissen Klarheit zu gelangen \u2013 dass einem etwas mitgeteilt wird: dass es ein Feuer in einem entz\u00fcnden kann.<br \/>\nUnd welch ein Feuer wird da entz\u00fcndet, wenn es der Auferstandene selbst, Gott selbst, ist, der uns begleitet!<\/p>\n<p>4.<em> \u201dBrannte uns nicht das Herz, wie er zu uns redete auf dem Wege \u2013 wie er uns die Schriften aufschloss?\u201d<\/em><br \/>\nJa, was ist das denn f\u00fcr ein Feuer, das da in den Herzen der beiden J\u00fcnger entfacht wird?<br \/>\nEines steht jedenfalls fest. Es ist kein Feuer, dass sich von selbst entz\u00fcndet hat. Was ihr Herz entfacht hat, das sind nicht sie selbst, ihre eigene F\u00e4higkeit zu sehen, zu merken, zu f\u00fchlen und wahrzunehmen, sondern es ist gerade das, dass ein anderer Mensch zu ihnen spricht und sich willig zeigt, das zu erkl\u00e4ren und zu deuten, was f\u00fcr sie wie ein R\u00e4tsel ist.<br \/>\nJa, der Reichtum, der darin besteht, dass ein anderer zu ihnen kommt und seine Erfahrung, sein Wissen und seine Zeit darauf verwenden will, ihnen auseinanderzusetzten, was ihnen unklar ist. Wir k\u00f6nnten das die Gnade der Freundschaft nennen.<br \/>\nEs ist hier ja auch so, wie wenn die Liebe ein Herz entflammen l\u00e4sst. Das geschieht ja nicht in erster Linie aufgrund der eigenen F\u00e4higkeit, zu empfinden und zu f\u00fchlen, dass ein Herz entflammt.<br \/>\nWohl hilft eine \u00d6ffnung zur Welt hin, eine Offenheit, eine Fragelust und Neugierigkeit, eine Empf\u00e4nglichkeit \u2013 das alles mag vielleicht helfen, aber es ist doch nicht all dies, was ein Herz in Brand setzt.<br \/>\nEs ist vielmehr dies, dass da pl\u00f6tzlich einer kommt, der einen will, der fragt: Woran denkst du? Wer bist du? Was hast du erlebt? Erz\u00e4hl mir vom Leben!<\/p>\n<p>5. <em>\u201dBrannte uns nicht das Herz, wie er zu uns redete auf dem Wege \u2013 wie er uns die Schriften aufschloss?\u201d<\/em><br \/>\nEs sind also nicht die J\u00fcnger selbst, die den Brand in ihren Herzen verursachen. Sondern es ist der, der zu ihnen spricht auf dem Wege nach Emmaus und die Schriften f\u00fcr sie aufschlie\u00dft.<br \/>\nUnd genau dies, die Herzen in Brand setzen, ist das, was Jesu Auferstehung bedeutet.<br \/>\nUnsere Herzen sollen nicht mehr nur ihre Zeit zu Ende bringen, ihre Schlachten schlagen und dann abrupt stehenbleiben und diesen unendlichen Abstand schaffen, der zwischen Leben und Tod herrscht \u2013 nein.<br \/>\nDie Osterbotschaft ist, dass Herzen immer noch und in alle Ewigkeit in Brand gesteckt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nPfingstsonntag wird das seinen sichtbaren Ausdruck erhalten in dem Bericht vom Kommen des Heiligen Geistes in der Apostelgeschichte, wo ja erz\u00e4hlt wird, dass der Heilige Geist mit Feuerzungen, mit Flammen kam und sich auf die J\u00fcnger setzte und ihnen Mut machte. Er lie\u00df ihre aschgrauen Gesichter von Mut erstrahlen, entz\u00fcndete den Funken in ihren Augen und lie\u00df ihre Herzen schlagen f\u00fcr die Botschaft, die sie weitererz\u00e4hlen sollten: die Botschaft von der Auferstehung und der Freude.<\/p>\n<p>Aber dieses Feuer wird bereits am Ostermorgen entfacht, da das Licht nun in das Grab str\u00f6mt und sich \u00fcber alle irdische Finsternis ergie\u00dft.<br \/>\nZuerst blendet es die Augen dessen, der im Finsteren wandelt, so dass man nichts sehen kann. Wie bei den J\u00fcngern auf dem Wege nach Emmaus, die den Fremden zuerst nicht als Jesus wiedererkennen konnten.<br \/>\nAber in der Gegenwart des Mahles, da das Brot gebrochen und der Wein ausgeteilt wird, da muss es wiedererkennt werden: dass Jesus nicht blo\u00df im Grab liegt, dass die Finsternis keine Macht \u00fcber das Leben erh\u00e4lt, sondern umgekehrt: die W\u00e4rme des Lebens und die Liebe, sie bleiben bestehen.<\/p>\n<p>Das ist die gro\u00dfe Botschaft der Auferstehung.<br \/>\nDu, Heiliger Geist, gib unserem Herzen zu brennen, auf dass wir durch diese Hoffnung leben d\u00fcrfen, die Hoffnung der Auferstehung.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pastor Elof Westergaard<br \/>\nGramvej 2, Husby<br \/>\nDK-6990 Ulfborg<br \/>\nTel. +45 97495108<br \/>\nE-mail: <a href=\"mailto:eve@km.dk\"> eve@km.dk<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcbersetzt von Dietrich Harbsmeier<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostermontag | 28. 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