{"id":10453,"date":"2005-04-07T19:49:25","date_gmt":"2005-04-07T17:49:25","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10453"},"modified":"2025-05-15T16:15:49","modified_gmt":"2025-05-15T14:15:49","slug":"johannes-21-1-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-21-1-14-3\/","title":{"rendered":"Johannes 21, 1-14"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3>Quasimodogeniti | 3. April 2005 | Joh 21,1\u201314 | Raimund Hoenen |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Ostern, wie es uns in den neutestamentlichen Schriften \u00fcberliefert ist und wie es Christen bis heute im Kirchenjahr feiern, hat sich nicht nur an einem Tag ereignet und ist nicht nur Sache eines Tages oder eines Festes. Die Auferweckung Jesu durch Gott vollzog sich in einem Prozess, in einer Reihe von Erscheinungen in der Anh\u00e4ngerschaft Jesu. Der Evangelist Lukas nennt die Zeit von 40 Tagen nach dem 1. Auferstehungstag bis Himmelfahrt und von 50 Tagen bis Pfingsten, die seitdem das christliche Kirchenjahr bestimmen. Danach endet die Zeit der Erscheinungen mit dem Sendungsauftrag an die Apostel, allen Menschen die Jesus-Geschichte als heilende \u201egute Botschaft\u201c Gottes mitzuteilen. Der Evangelist Johannes schlie\u00dft an die zweimaligen Erscheinungen im J\u00fcngerkreis in Jerusalem ein \u201edrittes Mal\u201c an am Galil\u00e4ischen Meer, um in einem \u00fcbertragenen Verst\u00e4ndnis die Zeit f\u00fcr Begegnungen mit dem Auferstandenen offen zu halten. Das geschieht im Glauben der Menschen, die das Heilsangebot f\u00fcr sich annehmen. Ostern \u2013 als Erfahrungsprozess mit dem Auferstandenen &#8211; begr\u00fcndet also den Glauben, der sich vom Wissen unterscheidet. Unser Wissen gelangt an un\u00fcberschreitbare Grenzen, weil es eine Auferweckung vom Tod nicht denken kann, auch wenn uns moderne Wissenschaften die Relativit\u00e4t der Zeit und ihrer Wahrnehmungen bewusst machen kann. Dennoch braucht auch der Glaube Bewahrheitung und Vergewisserung mit Erfahrungen, die geschichtlich wirksam das Leben ver\u00e4ndern und gestalten. Der 1. Sonntag nach Ostern weist thematisch auf solch eine Ver\u00e4nderung durch Neugeburt hin.<\/p>\n<p>Der lateinische Name des Sonntags ist aus der Eingangsliturgie abgeleitet, die mit dem Bibelwort aus 1. Petr 2, 2 begann: \u201e Quasi modo geniti infantes concupiscite rationabile, sine dolo lac, ut in eo crescatis in salutem : Wie die neugeborenen Kinder seid begierig nach der vern\u00fcnftigen lauteren Milch, damit ihr durch sie heranwachst zum Heil!\u201c Im Gegensatz zu unserem heutigen Vernunftverst\u00e4ndnis gilt hier als vern\u00fcnftig, durch Glauben zum Heil und zu einem sinnvollen und erf\u00fcllten Leben zu gelangen.<\/p>\n<p>Wenn wir es mit dem Auferweckungshandeln Gottes und zugleich mit unserem Glauben zu tun bekommen, dann d\u00fcrfen wir erwarten, dass es dabei geheimnisvoll und unverst\u00e4ndlich \u201eunglaublich\u201c und zugleich \u00fcberraschend verst\u00e4ndlich \u201eglaubw\u00fcrdig\u201c zugeht. Genau so pr\u00e4sentiert sich uns inhaltlich und sprachlich die Geschichte der Erscheinung des Auferstandenen in Joh 21; die folgende \u00dcbersetzung versucht sowohl dem auch f\u00fcr das Neue Testament einmaligen Sprachstil wie dem Wechsel der Zeitformen zu entsprechen.<\/p>\n<p>Johannes 21,1-14<br \/>\nDanach offenbarte sich Jesus wiederum den J\u00fcngern am See Tiberias, er offenbarte sich aber so:<br \/>\nEs waren beisammen Simon Petrus, Thomas, genannt Zwilling,<br \/>\nNathanael aus Kana in Galil\u00e4a, die Zebedaiden und zwei andere von seinen J\u00fcngern.<br \/>\nSagt zu ihnen Simon Petrus: Ich will fischen gehen. Sagen die anderen: Wir kommen auch mit dir.<br \/>\nSie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in jener Nacht fingen sie nichts.<br \/>\nAls es aber schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Und die J\u00fcnger wussten nicht, dass es Jesus ist.<br \/>\nSagt nun zu ihnen Jesus: Kinder, habt ihr nichts zum Essen dazu? Sie antworteten ihm: Nein.<br \/>\nEr aber sagte ihnen: Werft das Netz zur rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr finden!<br \/>\nSie warfen es nun aus, und sie konnten es nicht einziehen, so schwer war es von der Menge der Fische.<br \/>\nSagt nun jener J\u00fcnger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Simon Petrus aber, als er h\u00f6rte, dass es der Herr ist, g\u00fcrtete das Obergewand um \u2013 denn er war nackt \u2013 und warf sich in den See. Die anderen J\u00fcnger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht weit vom Land, etwa 200 Ellen \u2013 hundert Meter -, und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.<br \/>\nAls sie nun an Land kamen, sehen sie ein Kohlefeuer am Boden und darauf sowohl Fisch als auch Brot! Sagt Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Da stieg Simon Petrus hinein und zog das Netz an Land, voll von gro\u00dfen Fischen \u2013 153; und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.<br \/>\nSagt Jesus zu ihnen: Kommt und esst! Keiner der J\u00fcnger aber wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso auch den Fisch.<br \/>\nDas war das dritte Mal, dass Jesus den J\u00fcngern erschien, nachdem er von den Toten auferstanden war.<\/p>\n<p>(1) Die Erscheinungen des Auferstandenen setzen sich fort<\/p>\n<p>Auch wenn die Leser des Johannesevangeliums nach dem 20. Kapitel glauben, es sei schon alles gesagt und das Buch sei zu Ende (20,30f.), so gibt es ein weiteres \u201eDanach\u201c. Ort und Zeit des Erscheinungsgeschehens wechseln von Jerusalem an den See Tiberias, in die Heimat Jesu und seiner Anh\u00e4ngerschaft. Sieben J\u00fcnger sind dort versammelt, f\u00fcnf werden mit Namen genannt, zwei sind namenlos. Von denen ist einer der \u201eJ\u00fcnger, den Jesus lieb hatte\u201c, der sich am Schluss als Schriftsteller des Evangeliums bekennt (21,24) \u2013 und damit Zeuge des irdischen Jesus und der ersten Christenheit zugleich sein m\u00fcsste! Wenn auch keine Frauen in diesem Schlusskapitel vorkommen, so bleibt doch Maria Magdalena die erste Auferstehungszeugin (20,11ff.). Jeder Mann und jede Frau sind aber eingeladen, in dem J\u00fcngerverhalten sich selbst zu entdecken und es auf sich zu beziehen. Die Erz\u00e4hlung scheut sich nicht, einen Blick hinter die Kulissen in die Anf\u00e4nge der J\u00fcngerschaft zu gew\u00e4hren, die auch \u00c4ngste, Konkurrenzen und Machtk\u00e4mpfe offenbaren. Da stehen schon am Beginn Ratlosigkeit und Resignation nach Jesu Tod, der alle Erwartungen und offenbar falsche Hoffnungen zerschlagen hatte.<\/p>\n<p>Wie weiter? Wenigstens das erschien den J\u00fcngern plausibel: Zur\u00fcck zu dem, woher wir kommen \u2013 in die Heimat \u2013 und zu dem, was wir k\u00f6nnen, zu unseren alten Berufen: zu den Booten und Netzen am See! Petrus &#8211; um ihn geht es wesentlich im ganzen Kapitel &#8211; ergreift die Initiative: Ich gehe fischen! Und die anderen schlie\u00dfen sich an: Wir kommen auch mit!<\/p>\n<p>Die eigentlich l\u00f6bliche Eigeninitiative des Petrus wird nicht belohnt. Sie ist vergeblich, weil sie in die falsche Richtung geht! F\u00fcr die J\u00fcnger, die l\u00e4ngst eine andere Qualifikation durch ihre Erfahrungen mit Jesus haben, ist diese Arbeit nicht mehr dran! Und den anderen sechs fiel auch nichts anderes ein als sich Petrus anzuschlie\u00dfen. Sie machen als Mitl\u00e4ufer, was alle machen. Sie \u201ewerden gelebt\u201c, weil sie nicht ihr eigenes Leben verwirklichen. Viele von uns leben so ihr ganzes Leben, allein bestimmt von den Anforderungen anderer. Und wohl alle kennen die Erfahrungen, hinter der Zeit, hinter den Terminen herzulaufen und die Erwartungen nicht erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Der angepasste \u201eMann ohne Eigenschaften\u201c tritt in unser Blickfeld, der kein Profil hat und damit nicht eigentlich lebt.<\/p>\n<p>Eugen Drewermann verweist in diesem Zusammenhang auf Robert Musils \u201eDer Mann ohne Eigenschaften\u201c:<br \/>\n\u201eImmer wird f\u00fcr ihn erst ein m\u00f6glicher Zusammenhang entscheiden, wof\u00fcr er eine Sache h\u00e4lt. Nichts ist f\u00fcr ihn fest. Alles ist verwandlungsf\u00e4hig\u2026So ist jede seiner Antworten eine Teilantwort, jedes seiner Gef\u00fchle nur eine Ansicht&#8230;\u201c (I,81f.)<\/p>\n<p>Wer sich nur an die Situation anpasst, kann sie nicht ver\u00e4ndern und nicht neu gestalten. Das Bild der Nacht, in der alle Katzen grau sind, beschreibt zugleich die Erfolglosigkeit des Tuns. F\u00fcr den Beruf des Fischers ist die Nacht als Arbeitszeit zwar weiterhin notwendig und sachgem\u00e4\u00df, und im Berufsalltag gibt es nach wie vor vergebliches M\u00fchen, Frustrationen, Existenz- und \u00dcberlebens\u00e4ngste. Die Nacht, die mit ihrer Dunkelheit die Verg\u00e4nglichkeit der Todeswelt beschreibt, muss verlassen werden, denn f\u00fcr die J\u00fcnger ist Neues angesagt! Wenn der Auferstandene erscheint, wird es heller Morgen, bricht sich das Licht Bahn! Diese neue Wirklichkeit ist auch denen fremd, die es eigentlich wissen m\u00fcssten: Die J\u00fcnger erkennen den auferweckten Jesus zun\u00e4chst nicht! Der aber sagt ihnen wie ein Fremder, was sie tun sollen. Doch vorher unterstreicht er noch einmal den Mangel, als h\u00e4tte man von der vergeblichen \u201eNachtarbeit\u201c nicht schon genug: Ihr habt wohl nichts zum Brot dazu? Zum Leben h\u00e4tten sie mit ihren alten Berufen schon etwas, aber das Eigentliche fehlt. Das ist eben nicht \u201emit links\u201c, also aus Gewohnheit, zu machen, sondern: An der rechten Seite werdet ihr finden! Neuorientierung gegen alte Berufserfahrung ist gefragt! Am Tag fischen, nachdem in der ganzen Nacht nichts gefangen wurde? Sollen jetzt die Fische pl\u00f6tzlich anbei\u00dfen? Diesem Auftrag zu folgen verlangt eine bewusste Entscheidung, Mut der \u00dcberwindung, ein Wagnis auf der Basis von Vertrauen. Das macht den Unterschied zur Fremdbestimmung und Mitl\u00e4uferentscheidung aus: Hier ist ein alternativer Auftrag, der die J\u00fcnger neu fordert. Das best\u00e4tigt der Erfolg: Mehr als sie je erhoffen konnten, haben sie gefunden! Sie gewinnen ein Leben, das nicht von Tod, Trauer und Resignation bestimmt ist, nicht nur ein Leben \u201enach dem Tod\u201c, sondern ein neues Leben \u201evor dem Tod\u201c, diesseitig, jetzt! Die christliche Auferstehungsbotschaft vertr\u00f6stet also nicht nur auf ein \u201ejenseitiges Leben\u201c, sondern antwortet auch auf Wolf Biermanns Frage in seinem Lied \u201eEs gibt ein Leben vor dem Tod\u201c:<\/p>\n<p>\u201eAch, da\u00df es danach noch was Sch\u00f6nes gibt<br \/>\nist tr\u00f6stlich in unserer Lage.<br \/>\nWie gut! Und doch, da bleibt uns noch<br \/>\nDie kleine \u2013 die gro\u00dfe \u2013 Frage<br \/>\n(das w\u00fcssten wir gern noch daneben!)<br \/>\nOb\u00b4s so was gibt \u2013 wir h\u00e4ttens gern:<br \/>\n&#8211; auch <em>vor<\/em> unserm Tode ein Leben.\u201c<br \/>\n(aus: Preu\u00dfischer Ikarus, 1981)<\/p>\n<p>Ja, es gibt mit der Auferstehung erst recht ein Leben vor dem Tod, sie wandelt das Leben um!<\/p>\n<p>(2) Verwandlung: Vom Ausgebranntsein (burn out) zum Brennen (burn within)<\/p>\n<p>Die Schl\u00fcsselerkenntnis der Erz\u00e4hlung spricht der Lieblingsj\u00fcnger aus: Es ist der Herr (21,7)! Der Herr ist Jesus, der gekreuzigt wurde! Der Lieblingsj\u00fcnger hat diese Erkenntnis den Lesern der Geschichte bereits l\u00e4ngst mitgeteilt: Wir wissen vom ersten Satz an: Der sich offenbart, der auferstanden ist, ist Jesus! Das ist das Bekenntnis der Christen seit Ostern: Jesus ist der Herr, er ist der von Gott Auferweckte, er ist der Herr \u00fcber den Tod, er ist nahe bei Gott, gleichwie Gott, wie Thomas in der Jerusalemer Erscheinungsgeschichte bekennt (20,28). Was nun in der Erz\u00e4hlung folgt, ist die Verwandlung der J\u00fcnger. Alles was sie tun, erh\u00e4lt eine neue Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist es Petrus, der als erster auf das Boot gesprungen war und nun vom Boot herab noch vor dem Ufer ins Wasser springt. Er will nicht nackt vor den Auferstandenen treten, er muss sich noch verh\u00fcllen, denn ihm h\u00e4ngt noch seine Verratsgeschichte an \u2013 wie soll er Jesus vor die Augen treten? Doch er wird umdenken lernen, wenn ihn der Auferstandene dreimal neu beruft \u201eWeide meine Schafe\u201c \u2013 und ihn im Alter \u201eg\u00fcrten und f\u00fchren\u201cwird, \u201ewohin du nicht willst\u201c (21,18).<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger werden neu lernen m\u00fcssen, was es bedeutet, vom Auferstandenen her zu leben: Der Weg zu seiner Gegenwart ist nicht weit: 200 Ellen, ca. 100 Meter, das ist sogar auch mit gro\u00dfen Lasten, einem vollen Boot, zu schaffen. Der Auferstandene ist ja nicht am \u201eanderen Ufer\u201c, in einer anderen Welt, sondern da an Land, wo sie herkamen, er ist in der Welt gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Die \u00fcberraschendste Erfahrung ist dann die: Nicht alles im Leben muss selbst erarbeitet werden, vieles, wie das Leben selbst, ist gegeben, ist Vorgabe und Geschenk! Von dem, was die J\u00fcnger zum Leben brauchen und finden sollen, ist schon alles am Ufer. Der Fisch zum Brot ist schon auf dem Feuer, das den Fisch genie\u00dfbar macht! Die Ausgebrannten erleben, dass sie der Auferstandene selbst neu entflammt und wieder zum Brennen bringt! \u00c4hnliches erlebten die Emmausj\u00fcnger: \u201eBrannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und uns die Schrift \u00f6ffnete?\u201c (Lk 24,32). Auch ihnen teilte er das Brot aus, hier sind Brot und Fisch bereit.<\/p>\n<p>Doch bevor er austeilt, beteiligt er sie mit: Der Lohn ihrer neuen Arbeit wird gew\u00fcrdigt: Holt den Fang selbst ein! Die F\u00fclle ist gro\u00df &#8211; 153 Fische! Wir k\u00f6nnen nicht annehmen, dass sie gez\u00e4hlt worden sind, dann w\u00e4ren wir ja wieder bei der Wirklichkeit des alten Berufs und nicht bei der neuen Aufgabe! Wenn die Summe der damals bekannten V\u00f6lker gemeint ist, dann w\u00e4re die Aufgabe beschrieben, die Heilsbotschaft an die ganze Welt zu richten. Dann ist ein Netzwerk aufzubauen, das die Verhei\u00dfung hat, nicht zu zerrei\u00dfen. Darin haben Menschen nicht Gefangenschaft und Tod zu erwarten, sondern Leben und Freiheit! Das Netzwerk will erhalten werden, sorgender Umgang und Verantwortung sind gefragt! Das soll sich die kleiner werdende Kirche sagen lassen, die an ihrer Schwachheit verzweifelt oder vielleicht nicht die richtigen Wege findet, um den Hunger der Menschen nach Sinn, Orientierung und sogar Erl\u00f6sung zu stillen. \u00c4hnliche Sorgen kannten die Christen auch schon fr\u00fcher. Vom Kirchenvater Chrysostomus (um 400) ist das folgende Wort \u00fcberliefert: \u201eIhr glaubt wohl, je tiefer ihr sinkt, umso mehr Fische werdet ihr fangen?\u201c In der dunklen Meerestiefe gibt es nichts zu fischen!<\/p>\n<p>Die Verschiedenheit der Christen und die Konkurrenz k\u00f6nnen andererseits auch die Kirche beleben: Petrus und der Lieblingsj\u00fcnger sind verschieden, m\u00fcssen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden! Dem Petrus wird deshalb sp\u00e4ter gesagt werden: Du musst dich nicht um den Lieblingsj\u00fcnger k\u00fcmmern, er wird seinen eigenen Weg gehen (21,22)! Der Lieblingsj\u00fcnger wird an Petrus lernen, dass es Leitungsaufgaben gibt, f\u00fcr die andere wie er mehr geeignet sind.<\/p>\n<p>Die Begegnung mit dem Auferstandenen vereint Menschen im Mahl der Befreiten. Zwei Merkmale fallen besonders auf: Der Auferstandene l\u00e4dt zum Essen ein. Die zweifelnde R\u00fcckversicherung, ob der Auferstandene wirklich einl\u00e4dt, brauchen die Glaubenden nicht: Sie wissen und bekennen: Jesus ist es, der Herr \u00fcber Tod und Leben! Und das zweite: Jesus ist der Gastgeber, die Geladenen k\u00f6nnen sich beschenken lassen. Er selbst isst nicht mit, er hat eine andere Leiblichkeit. Die Geladenen m\u00fcssen selbst und miteinander essen. Aber Jesus kommt, um auszuteilen: Das Mahl mit ihm ist ein Mahl auf Hoffnung. Damit verbunden ist die Bitte: Ja komm Herr Jesu! Da in dieser Mahlfeier der Wein fehlt, muss keine Verbindung zur sp\u00e4teren Eucharistiefeier der Kirche hergestellt werden.<\/p>\n<p>Ein Ostern, das uns heutige H\u00f6rer ergreift, deckt Wahrheiten in uns und an uns auf, setzt Energien frei, die dem Leben dienen, l\u00f6st aus Erstarrungen und weckt Phantasie. Weil der Auferstandene Herr ist \u00fcber unser Leben und \u00fcber unseren Tod, k\u00f6nnten wir Christen gelassener leben. Wir k\u00f6nnten getroster sterben, wenn wir mit Jesus beten: Gott, in deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist. Wir k\u00f6nnten die Zweifel an Gott, die eine Naturkatastrophe wie der Tsunami hervorbringt, durch Glauben \u00fcberwinden lernen. Wir k\u00f6nnten deutlicher protestieren gegen alle Erstarrung, die auf dem Bestehenden beharrt, wenn wir Gott unsere Erneuerung und Ver\u00e4nderung zutrauen. Wir k\u00f6nnten wieder brennen f\u00fcr das Evangelium von Jesus Christus! Wir d\u00fcrfen aber auch nicht \u00fcbersehen, dass wir als Christen noch in der Welt des Todes leben, also auch in der Nacht der \u00c4ngste, im st\u00fcrmischen Meer der Zweifel, in der Ungewissheit der Hoffnungen, mit der Ohnmacht des gekreuzigten Herrn. Das \u00f6sterliche Halleluja, das Gottes Wunder preist, wird nicht nur ein \u00e4u\u00dferliches Lippenbekenntnis bleiben, wenn es unser Inneres bestimmt und sich in das Tatzeugnis f\u00fcr das Leben wandelt.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Raimund Hoenen<br \/>\n06120 Lieskau, Am Hasengarten 14a<br \/>\nmail: <a href=\"mailto:rhoenen@t-online.de\">rhoenen@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quasimodogeniti | 3. 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