{"id":10486,"date":"2005-05-01T19:49:28","date_gmt":"2005-05-01T17:49:28","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10486"},"modified":"2025-05-16T08:53:54","modified_gmt":"2025-05-16T06:53:54","slug":"lukas-115-13-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-115-13-2\/","title":{"rendered":"Lukas 11,5-13"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3>Rogate | 1. Mai 2005 | Lk 11,5\u201313 | Hellmut M\u00f6nnich |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>dieser Sonntag hat den alten lateinischen Namen \u201eRogate\u201c. \u201eBetet \u201chei\u00dft das auf Deutsch.<br \/>\nHeute ist aber nicht nur der Sonntag mit dem Namen Rogate sondern auch der 1. Mai, der \u201eTag der Arbeit\u201c.<\/p>\n<p>Wor\u00fcber sollten Christen und sollten wir heute hier im Gottesdienst mit Hilfe der Bibel nachdenken? Selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber das Beten? Oder \u00fcber das Thema Arbeit \u2013 und damit auch \u00fcber die Fragen und Probleme, die wir in Deutschland bei mehr als 5 Millionen Arbeit suchenden Menschen mit dem Stichwort Arbeit verbinden? Was kann angesichts der Arbeitslosigkeit f\u00fcr alle die Menschen getan werden, die unter ihrer Arbeitslosigkeit und den oft gravierenden Folgen leiden: wirtschaftlichen Folgen, begrenzten M\u00f6glichkeiten auch f\u00fcr die Familien, psychischen Folgen f\u00fcr manchen Betroffenen und sogar noch f\u00fcr die Kinder?<\/p>\n<p>Oder sollen wir jetzt beides verbinden und \u00fcber das Thema \u201eBete und arbeite\u201c nachdenken \u2013 den schon alten christlichen und dann benediktinischen Leitspruch \u201eora et labora\u201c?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich auf das Thema Beten und den dazu vorgeschlagenen Predigttext begrenzen \u2013 und wei\u00df doch zugleich, wie n\u00f6tig es ist, auch mit Hilfe biblischer Aussagen die heutige Arbeits- und Wirtschaftswelt zu bedenken und dabei besonders all die Menschen in den Blick zu nehmen, die nicht zu den Gewinnern sondern oft genug zu den Verlierern unserer heutigen globalen Wirtschaft z\u00e4hlen \u2013 bei uns und in vielen L\u00e4ndern unserer Welt. Schon das Thema Beten kann man in einem einzigen Gottesdienst kaum gen\u00fcgend bedenken, deshalb die Beschr\u00e4nkung. &#8211;<\/p>\n<p>Im vorgeschlagenen Predigttext geht es um\u2019s Beten, genauer um das Bitten im Gebet. Die Mitte des Predigttextes, die entscheidende Aussage, hat Martin Luthers so \u00fcbersetzt:<\/p>\n<p>\u201eBittet, so wird euch gegeben;<br \/>\nsuchet, so werdet ihr finden;<br \/>\nklopfet an, so wird euch aufgetan.\u201c<\/p>\n<p>Ich selbst verbinde mit diesen Zeilen ein Erlebnis, das ich zwar schon vor Jahren hatte bei einem Besuch in einer Klinik, das mir aber heute wieder vor Augen steht, als w\u00e4re erst k\u00fcrzlich gewesen:<\/p>\n<p>Ich hatte das Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus betreten und w\u00e4hrend ich die T\u00fcr schloss sah ich, dass das eine Bett leer war. Die Frau, die ich besuchen wollte, lag im Bett am Fenster. Durchdringend sah sie mich an. Sie hat geweint, schoss es mir durch den Kopf. Wir kannten uns. \u201eHelfen Sie mir!\u201c sagte sie. Nach meiner Erinnerung sprach sie dann weiter in kurzen, wie herausgesto\u00dfenen S\u00e4tzen: \u201eBeten Sie f\u00fcr mich! Er ist zur\u00fcckgekommen. Und ich hatte gemeint, der Krebs sei besiegt. Meine Tochter ist doch noch so jung. Ich darf doch nicht schon sterben. Ich will noch leben. Ich habe schon so viel gebetet. Beten Sie f\u00fcr mich. Bitte. Bitten Sie, dass ich leben darf.\u201c<\/p>\n<p>Ich habe die Frau damals immer wieder besucht. Als ich eines Tages wieder geklopft hatte und ins Zimmer kam, war ihr Bett leer. Die \u00c4rzte hatten nicht mehr helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hilft Bitten im Gebet?<\/p>\n<p>Noch eine ganze Zeit lang hat mich damals nicht losgelassen, was ich erlebt hatte mit dieser Frau und ihrer Bitte weiterleben zu d\u00fcrfen. &#8211;<\/p>\n<p>Heute, am Sonntag mit dem Namen \u201eBetet\u201c und der Aufforderung Jesu zu bitten, steht mir das alles wieder vor Augen, und auch die Frage ist wieder da: Hilft Bitten im Gebet? Und \u00fcberhaupt: was ist das mit dem Beten?<\/p>\n<p>Damals fiel mir schlie\u00dflich die Geschichte von Jesus im Garten Gethsemane ein. Hatte Jesus da nicht gebetet: <strong>\u201eAbba\u201c\u2013 <\/strong>das hei\u00dft in seiner Muttersprache Aram\u00e4isch \u201eVater\u201c, genau eigentlich \u201ePapa\u201c \u2013<strong>\u201eAbba,<\/strong><strong>alles ist dir m\u00f6glich; nimm diesen Kelch von mir\u201c<\/strong> (Mk 14,36)? und musste dann doch sterben &#8211; den furchtbaren Tod der Kreuzigung?<\/p>\n<p>Und jetzt lesen wir im Predigttext die so einfach klingende Aufforderung Jesu und die Zusage<strong> \u201eBittet, so wird euch gegeben\u201c<\/strong> (Lk 11,9)! Kann man das einfach h\u00f6ren und glauben? \u2013<\/p>\n<p>Ich habe dieser Tage noch einmal die Bibel in die Hand genommen um zu sehen, wie Jesus selbst gebetet hat. Denn seine Aufforderung, betend zu bitten und sein eigenes Beten und Bitten geh\u00f6ren doch ohne Zweifel eng zusammen. Beim Aufschlagen wurde mir dann aber schnell klar: zuerst muss ich im Alten Testament nachsehen, der hebr\u00e4ischen Bibel Jesu, um herauszufinden, wie die Menschen damals betend mit Gott gesprochen haben. Denn sicherlich hat Jesus als Jude die hebr\u00e4ische Bibel und nicht zuletzt darin die Psalmgebete gekannt und er hat ja auch gebetet mit Worten aus den Psalmen.<\/p>\n<p><strong> \u201eHerr\u201c<\/strong> lese ich im 139. Psalm &#8211; an dieser Stelle steht in der hebr\u00e4ischen Bibel der Name Gottes, Jahwe, &#8211; \u201e<strong>Herr, du erforschst mich und kennst mich<\/strong><strong>&#8230; . Ich gehe oder liege, so bist du um mich\u201c<\/strong>. Und wenige Zeilen weiter<strong>: \u201eVon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.\u201c <\/strong>Und dann diejenigen Zeilen dieses Psalms, die mich seit langem begleiten und die mir besonders wichtig sind:<\/p>\n<p>\u201eF\u00fchre ich gen Himmel, so bist du da;<br \/>\nbettete ich mich bei den Toten, siehe<br \/>\nso bist du auch da.<br \/>\nN\u00e4hme ich Fl\u00fcgel der Morgenr\u00f6te<br \/>\nund bliebe am \u00e4u\u00dfersten Meer,<br \/>\nso w\u00fcrde auch dort deine Hand mich f\u00fchren<br \/>\nund deine Rechte mich halten.<br \/>\nSpr\u00e4che ich: Finsternis m\u00f6ge mich decken<br \/>\nund Nacht statt Licht um mich sein -,<br \/>\nso w\u00e4re auch Finsternis nicht finster bei dir,<br \/>\nund die Nacht leuchtete wie der Tag.\u201c<\/p>\n<p>Martin Luther hat das so \u00fcbersetzt. Was f\u00fcr ein tiefes Vertrauen des Betenden hat hier Sprache gefunden! Erinnert dieses Vertrauen nicht an das fast kindliche Vertrauen Jesu, wenn er im Gebet Gott \u201eAbba\u201c, \u201ePapa\u201c nennt?<\/p>\n<p><strong>\u201eBewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich\u201c <\/strong>finde ich an anderer Stelle. Glauben \u2013 wird mir wieder deutlich \u2013 bedeutet hier in der Bibel vertrauen, auf Gott vertrauen. Im Vertrauen auf Gott spricht der Beter, betet er zu Gott.<\/p>\n<p><strong>\u201eGott, h\u00f6re meine Worte, merke auf\u201c <\/strong>lese ich<strong>. <\/strong>Und dann:<strong> \u201eGott, warum stehst du so fern, verbirgst dich?\u201c <\/strong> Und:\u201c <strong>Wie lange willst du mich so ganz vergessen?\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Offenbar haben die Menschen damals nicht nur voller Vertrauen zu Gott &#8211; dem doch Unsichtbaren! &#8211; gesprochen, sondern auch seine Ferne erfahren!<\/p>\n<p>Im 22. Psalm hei\u00dft es: <strong>\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c<\/strong> Mit diesen Psalmworten schrie doch Jesus sterbend am Kreuz zu Gott. Wo war Gott, wo war seine eingreifende Hilfe jetzt?<\/p>\n<p>Der Evangelist Lukas \u00fcberliefert, was Jesus am Kreuz als letztes betend sagte: <strong>\u201eIn deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist\u201c. <\/strong>Das sind Worte aus dem 31. Psalm. Wie viele Psalmen mag Jesus auswendig gekannt haben? Vor allem aber: was ist da in Jesus vorgegangen, dass er nach der Bitte im Garten Gethsemane schlie\u00dflich ruhig sagen konnte: <strong>\u201eSteht auf, lasst uns gehen!\u201c &#8211; <\/strong> und am Ende nach dem Schrei am Kreuz <strong>\u201eIn deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist<\/strong>\u201c?<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, was damals im Garten Gethsemane und dann vor seinen letzten Worten am Kreuz in Jesus vorgegangen ist. Was in den Evangelien einzig dargestellt wird, ist das ver\u00e4nderte Verhalten Jesu. Was immer in ihm im Garten Gethsemane vorgegangen sein mag: Jesus selbst will es jetzt so und nicht anders. Offenbar hat er dem Willen Gottes zugestimmt, war einverstanden, war sich einig mit Gott. Der Evangelist Markus aber auch Lukas stellt uns hier Gott nicht als lieben und g\u00fctigen Vater vor Augen, der wei\u00df, was f\u00fcr sein Kind gut sein wird \u2013 in den Evangelien wird einzig bezeugt, wie sich im Verlauf des Betens Jesus ver\u00e4ndert hat. Im Verlauf des Betens, im und mit dem Beten ist etwas in Jesus geschehen. Seine Bitte wurde nicht erf\u00fcllt. Aber \u2013 er stimmte Gott zu, stimmte mit Gott \u00fcberein. &#8211;<\/p>\n<p>Das Kapitel im Lukasevangelium, dem der Predigttext entnommen ist, beginnt mit einer Bitte aus dem Kreise der J\u00fcnger: \u201eHerr, lehre uns beten\u201c. Als Antwort sprach Jesus ihnen das Vaterunser vor:<\/p>\n<p>\u201eVater! Dein Name werde geheiligt.<br \/>\nDein Reich komme.<br \/>\nUnser t\u00e4gliches Brot gib uns Tag f\u00fcr Tag<br \/>\nund vergib uns unsere S\u00fcnden;<br \/>\ndenn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden.<br \/>\nUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung.\u201c<\/p>\n<p>Uns soll jetzt nicht die ungewohnte, lukanische Form des Vaterunsers interessieren sondern nur das erste Wort: \u201eVater\u201c, genauer \u201ePapa\u201c , wie wir uns das eben deutlich gemacht haben. Papa \u2013 mit dieser Anrede wusste er offenbar Gott ganz nahe bei sich, wie einen lieben Vater am Tisch sitzend. \u201ePapa\u201c, \u201eDu\u201c, Du bei mir, ich ganz nah bei dir. So sprach Jesus mit Gott. Voll Vertrauen. Gott &#8211; wie auf Arml\u00e4nge nahe.<\/p>\n<p>Genau so hat er sp\u00e4ter mit Gott im Garten Gethsemane gesprochen und ihn gebeten \u2013 aber die Bitte blieb unerf\u00fcllt. Unverst\u00e4ndlich hart stehen nebeneinander: Jesu Bitte in einem Moment, in dem es um Leben oder Tod ging, und er voller Vertrauen Gott bat, \u2013 und Gottes Schweigen.<\/p>\n<p><strong> \u201eVerbirg dich nicht vor meinem Flehen\u201c <\/strong> finde ich im Psalm 55. Und in Psalm 89:<strong> \u201e&#8230;Wie lange willst du dich so verbergen?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Jesu Bitte wurde nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Schon in der hebr\u00e4ischen Bibel, im Alten Testament, erlebten Menschen, die Gott vertrauten und auf ihn bauten, dass ihr Bitten ungeh\u00f6rt blieb, dass Gott verborgen war.<\/p>\n<p>Ging es nicht eben so Ungez\u00e4hlten in unserer Zeit &#8211; z.B. in Auschwitz &#8211; , die Gott als schweigend, als abwesend erfuhren? Keine Hilfe. Millionenfaches, entsetzliches Sterben dort und an vielen, vielen anderen Orten.<\/p>\n<p>Das Schweigen Gottes damals und das Schweigen Gottes heute im kaum beschreibbar Entsetzlichen des vergangenen Jahrhunderts, ja \u00fcberhaupt in den vergangenen Jahrhunderten bis in unsere Gegenwart &#8211; f\u00fchrt es nicht zu der Frage, ob Glauben und ob Beten \u00fcberhaupt sinnvoll ist? Gibt es darauf eine einfache, \u00fcberzeugende Antwort?<\/p>\n<p>Ich selbst kann nur meine eigene Antwort versuchen: So, wie ich glaube, dass Gott &#8211; der oft so r\u00e4tselhafte &#8211; Jesus damals nicht im Tod hat versinken lassen, sondern ihn zum Leben hob \u2013 so glaube ich, dass der Tod der Millionen Menschen damals f\u00fcr sie nicht das Letzte war. Und das glaube ich auch f\u00fcr die Schwerkranke damals im Krankenhaus, die doch sterben musste. Ich glaube an den Gott des Lebens. Aber ich wei\u00df auch: &lt;historisch&gt; ist nur sein Schweigen festzustellen \u2013 und die Antwort unseres Glaubens kann nicht jeden \u00fcberzeugen. Ich will mich trotzdem von Jesus einladen lassen zum Sprechen mit Gott, zum Beten \u2013 auch zum Bitten im Gebet und will das Antworten Gott, unserem Vater, \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber Beten im Sinn Jesu spreche wird mir klar: Es gibt auch Beten und Gebete, die sich geradezu verbieten. Ich meine damit Gebete, die z.B. im letzten Krieg in Gottesdiensten gebetet wurden, um Gott f\u00fcr die Interessen des eigenen Volkes und Landes in Anspruch zu nehmen \u2013 Gebete, die oft genug auf Propagandal\u00fcgen, auf Unwissen fu\u00dften.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist auch so ein Bittgebet bedenklich, das ein Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin betet und Gott etwa bittet, der Lehrer m\u00f6ge seinen Notenkalender verlieren, damit die eigenen mangelhaften Leistungen verborgen bleiben. Wie schnell wird Gott missbraucht &#8211; von unm\u00f6glichen Gebeten Einzelner bis zu verordneten Gebeten in Kirchen. Und Gott wird missbraucht &#8211; von Terroristen bis hin zu weltweit angelegten Strategien politisch M\u00e4chtiger. &#8211;<\/p>\n<p>Unser Orientierungspunkt beim Beten soll vielmehr das Jesus kennzeichnende, tiefe Vertrauen auf Gott, den Unsichtbaren, sein.<\/p>\n<p>Aus diesem Vertrauen heraus formt und erz\u00e4hlt Jesus in unserem Predigttext die Parabel vom in der Nacht geweckten Freund. Hin- und hergerissen zwischen der Freundschaft und seinem Wunsch, mit der Familie in Ruhe weiter schlafen zu k\u00f6nnen, muss er sich entscheiden. Unversch\u00e4mt dr\u00e4ngt der bittende Freund in der Nacht. Hier bricht das Erz\u00e4hlte ab. Jetzt ist es der erz\u00e4hlende Jesus, der erkl\u00e4rend fortf\u00e4hrt: Der Schl\u00e4fer wird aufstehen \u2013 sagt er \u2013 und geben, was n\u00f6tig ist. Aber nicht auf Grund der Freundschaft zwischen ihnen, sondern auf Grund der Unversch\u00e4mtheit des Bittenden. Damit bricht die kleine Geschichte endg\u00fcltig ab. Keine Bemerkung dazu, was aus der Geschichte zu lernen ist, wozu sie erz\u00e4hlt ist. Das m\u00fcssen die ersten H\u00f6rer damals selbst und wir nun heute beantworten. Offenbar will Jesus sagen: Wir, die wir mit Gott verbunden sind, k\u00f6nnen gar nicht \u201eunversch\u00e4mt\u201c genug bitten. Und Gott vertrauen.<\/p>\n<p>Indem Lukas aber dann die Aufforderung Jesu anf\u00fcgt: <strong>\u201eBittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan\u201c, <\/strong>beantwortet er die offene Frage mit Jesu eigenen Worten. Und verst\u00e4rkt die Antwort dann noch mit einer weiteren, verdeutlichenden Erz\u00e4hlung Jesu: <strong>Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange biete?\u201c <\/strong>usw. Die Zuh\u00f6rer damals stellen sich den Familientisch vor, an dem der Vater seiner Familie das Essen austeilt. Und den H\u00f6rern damals und uns heute wird die Antwort deutlich: Kein guter Vater wird auf die Bitten abartig reagieren. Im Gegenteil! Und wir verstehen Jesus richtig: Die Liebe Gottes zu denen, die zu ihm geh\u00f6ren, ist noch viel gewisser als die Liebe des irdischen Vaters. In diesem Wissen d\u00fcrfen wir bitten. Ja! &#8211;<\/p>\n<p>Mir selbst ist an diesen \u00fcberlieferten Geschichten Jesu zum Bitten im Gebet noch etwas klar geworden: Ich verstehe Gott viel weniger, als mancher Theologe in der Vergangenheit zu sagen wusste. Ich will mich aber einladen lassen von Jesus selbst, trotz meiner Fragen und meiner Zweifel Gott zu vertauen, zu ihm zu sprechen, auch: ihn zu bitten. Trotz allem.<strong> \u201eDennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand\u201c <\/strong>f\u00e4llt mir ein Psalmbeter ein. Haben die Menschen nicht damals schon \u00fcberzeugende Gr\u00fcnde gehabt zu zweifeln? Und konnten trotzdem sagen: \u201eDennoch\u201c?<\/p>\n<p>Von Dietrich Bonhoeffer gibt es den Hinweis: \u201eGott erf\u00fcllt nicht alle unsere W\u00fcnsche aber seine Verhei\u00dfungen\u201c.<\/p>\n<p>Ich bin mit meinen Gedanken und Fragen zum Beten und Bitten noch lange nicht fertig. Ich will hier aber laut fragen, ob wir nicht viel h\u00e4ufiger Gott um seinen g\u00f6ttlichen Geist bitten sollten, dass er unser Denken und Tun steuere, auch unser Reden \u2013 einschlie\u00dflich unserem Beten und Bitten?<\/p>\n<p>Und dann gilt: Wir k\u00f6nnen, wir d\u00fcrfen mit Gott betend sprechen, bitten, &#8211; voller Vertauen, mit aller Intensit\u00e4t, einfach \u2013 wie Jesus selbst.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>(Hinweisen m\u00f6chte ich auf die Arbeitshilfe &lt;\u201ebete und arbeite\u201c \u2013 Rogate: Tag der Arbeit &gt; des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, Arbeitsgemeinschaft in der EKD. Telefon: 07164 902 100. <a href=\"http:\/\/www.kda-ekd.de\/\">www.kda-ekd.de<\/a>)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Hellmut M\u00f6nnich, P.i.R.<\/strong><\/p>\n<p><strong> Ewaldstr.97<\/strong><br \/>\n<strong> 37075 G\u00f6ttingen<br \/>\n<a href=\"mailto:hi.moennich@freenet.de\">hi.moennich@freenet.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rogate | 1. Mai 2005 | Lk 11,5\u201313 | Hellmut M\u00f6nnich | Liebe Gemeinde, dieser Sonntag hat den alten lateinischen Namen \u201eRogate\u201c. \u201eBetet \u201chei\u00dft das auf Deutsch. Heute ist aber nicht nur der Sonntag mit dem Namen Rogate sondern auch der 1. Mai, der \u201eTag der Arbeit\u201c. 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