{"id":10553,"date":"2005-06-03T19:49:22","date_gmt":"2005-06-03T17:49:22","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10553"},"modified":"2025-07-04T12:27:03","modified_gmt":"2025-07-04T10:27:03","slug":"matthaeus-22-1-14-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-22-1-14-5\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 22, 1-14"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">2. Sonntag nach Trinitatis | 5. Juni 2005 | Matth\u00e4us 22, 1-14 | Petra Savvidis |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Vorbemerkung:<\/p>\n<p>Mehrere Einstiege und Konkretionen sind denkbar \u2013 ganz aktuell z.B. der Kirchentag als gro\u00dfes Fest, zu dem alle eingeladen waren, als \u201ehimmlische\u201c Erfahrung f\u00fcr manchen, die sich jetzt behaupten will in der Realit\u00e4t vor Ort &#8211; oder auch das \u201eNein\u201c der Franzosen zu Europa vom letzten Sonntag \u2013 gemeinsam Europa sein, dazu sind immer mehr L\u00e4nder eingeladen (Ost-Erweiterung), aber die Menschen wollen gar nicht.<\/p>\n<p>Die Gemeinde vor Ort vor Augen, habe ich mich f\u00fcr noch einen anderen Einstieg entschieden.<\/p>\n<p>Der Text ist schwierig und sperrig und das muss in der Predigt auch deutlich bleiben (zu den exegetischen und theologischen Knackpunkten vgl. Ulrich Schoenborn in Pastoraltheologie 94\/2005, S. 319-329). Aber: Mit Nachdruck redet das Gleichnis redet davon, dass Gott einl\u00e4dt, und zwar freundlich und mehrmals, und so muss auch eine Predigt reden. Martin Luther dazu: \u201eEr malets mit schoner farb und nennets ein hochzeit, das ist: nicht ein arbeit zeit, sed freudenzeit, da schickt man sich, singt, pfeift, isst, trinckt, ist frolich, sonst hie\u00dfe es kein hochzeit \u2026. Sic docet Euangelium esse ein libliche, froliche Predigt, et sey ein recht froliche hochzeit.\u201c (WA 37, 550f)<\/p>\n<p>Unterstrichen wird dieser einladende Aspekt durch Einladungskarten, die verteilt werden.<\/p>\n<p>Die Predigt \u00fcber diesen Text sollte in der Abendmahlsfeier Fortsetzung und Konkretion finden. In unserer Gemeinde geh\u00f6rt das Abendmahl zu jedem Gottesdienst dazu.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Predigttext: Matth\u00e4us 22, 1-14<\/p>\n<p><em>Jesus redete in Gleichnissen und sprach: <\/em><br \/>\n<em>Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, die G\u00e4ste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den G\u00e4sten: \u201eSiehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!\u201c Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Gesch\u00e4ft. Einige aber ergriffen seine Knechte verh\u00f6hnten und t\u00f6teten sie. Da wurde der K\u00f6nig zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese M\u00f6rder um und z\u00fcndete ihre Stadt an. Dann sprach er zu seinen Knechten: \u201eDie Hochzeit ist zwar bereit, aber die G\u00e4ste waren\u00b4s nicht wert. Darum geht hinaus auf die Stra\u00dfen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.\u201c Und die Knechte gingen auf die Stra\u00dfen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, B\u00f6se und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der K\u00f6nig hinein, sich die G\u00e4ste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, und sprach zu ihm: \u201eFreund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?\u201c Er aber verstummte. Da sprach der K\u00f6nig zu seinen Dienern: \u201eBindet ihm die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Z\u00e4hneklappern sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserw\u00e4hlt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Als im April der englische Kronprinz Charles Camilla Parker Bowles heiratete, sollte es die Hochzeit des Jahres werden. Aber vieles ging schief. Sie durften ohnehin nur standesamtlich heiraten, weil sie beide geschieden sind. Und sie mussten das auf einem ganz normalen Standesamt tun, wo sie sich wie jeder B\u00fcrger einen Termin besorgten.<\/p>\n<p>Dann starb der Papst, und seine Beerdigung fand genau an dem festgesetzten Hochzeitstag statt. Charles und Camilla verschoben ihre Hochzeit um einen Tag.<\/p>\n<p>Das Fernsehen berichtete ausf\u00fchrlich, die bunten Bl\u00e4tter waren voll mit Bildern des strahlenden Brautpaares. Viele g\u00f6nnten den beiden das sp\u00e4te Gl\u00fcck und die Erf\u00fcllung ihrer Liebe, auf die sie lange warten mussten.<\/p>\n<p>Aber: nicht alle k\u00f6nnen g\u00f6nnen, und ein bisschen Strafe muss offenbar sein: es hatte vor der Hochzeit reichlich Absagen gehagelt. Die europ\u00e4ischen K\u00f6nigsh\u00e4user waren h\u00f6chstens mit Zweit- oder Drittbesetzung vertreten. Bis in die Nachrichten schaffte es die Begr\u00fcndung der Absage der schwedischen Kronprinzessin Victoria: sie musste an dem Tag eine IKEA-Filiale er\u00f6ffnen. Und besonders schmerzlich war wohl die Absage der Br\u00e4utigam-Mutter, der Queen, die nicht beim Ja-Wort ihres Sohnes auf dem Standesamt in Windsor zugegen sein wollte.<\/p>\n<p>Da feiert ein K\u00f6nigssohn Hochzeit, und kaum einer geht hin.<br \/>\nDa wird eingeladen zu einer k\u00f6niglichen Hochzeit, und es gibt die merkw\u00fcrdigsten Absagen.<br \/>\nSie merken, wir sind mitten im Predigttext.<\/p>\n<p>Das Gleichnis, das Jesus erz\u00e4hlt hat, ist erstaunlich wirklich. Und das, obwohl es doch nur noch wenige K\u00f6nigss\u00f6hne in unseren Zeiten gibt, und noch viel seltener eine Hochzeit, die so misslingt. Die Realit\u00e4t liefert einen guten Einstieg in diesen Predigttext, aber das ist auf den ersten Blick auch schon das einzig Erfreuliche daran. Der Text ist schwierig, er ist sperrig, Martin Luther meinte sogar, er sei \u201eschrecklich\u201c. Im Ohr h\u00e4ngen bleibt der Schluss: \u201eViele sind berufen, wenige sind auserw\u00e4hlt.\u201c Und dieses \u201eHeulen und Z\u00e4hneklappern in der Finsternis\u201c, das denjenigen heimsuchen wird, der nicht richtig angezogen ist. Das sind starke, unbequeme Aussagen und Bilder, und darum ist das ein schwieriger, ein \u201eschrecklicher\u201c Text. Wir n\u00e4hern uns ihm vorsichtig.<\/p>\n<p>Jesus hat das Gleichnis gar nicht f\u00fcr Prinzen erz\u00e4hlt, sondern f\u00fcr ganz normale Menschen. Und das Bild von der Hochzeitsfeier ist ein Bild f\u00fcr das Reich Gottes.<\/p>\n<p><strong><em> Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gott l\u00e4dt ein \u2013 uns alle, jeden, jede einzelne von uns \u2013 er l\u00e4dt uns ein, mit ihm zusammen das Leben und die Liebe zu feiern und die Freude dar\u00fcber miteinander zu teilen. Eine Hochzeit ist immer ein Grund, fr\u00f6hlich und dankbar zu feiern. Da haben sich zwei in Liebe gefunden und wollen zusammen bleiben, da wird das Leben gemeinsam auf Liebe gebaut, da wollen zwei sich treu sein und f\u00fcreinander da sein. Eine Hochzeit ist ein gutes Bild f\u00fcr den Glauben und das Reich Gottes. Denn die Beziehung zu Gott will genauso liebevoll gelebt werden und genauso lebenslang geachtet werden wie die Beziehung zwischen Eheleuten. In Jesus ist Gott uns Menschen so nahe gekommen wie nie zuvor. Jesus ist der Grund daf\u00fcr, dass wir uns \u00fcber das Leben freuen k\u00f6nnen und \u00fcber die Liebe Gottes, die st\u00e4rker ist als der Tod.<\/p>\n<p><strong><em> Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebevoll bereitet er alles vor, freundliche Einladungen verschickt er. Die G\u00e4ste werden bei ihm herzlich willkommen sein. Wir k\u00f6nnen uns das vorstellen: da wird das Essen ausgesucht und bestellt, da wird f\u00fcr Musik und Tanz gesorgt, da werden die, die von weither kommen, beherbergt. Die G\u00e4ste sollen sich wohl f\u00fchlen und unbeschwert feiern k\u00f6nnen. So bereitet ein guter Gastgeber sein Fest vor. Das macht M\u00fche und Arbeit, das kostet etwas, aber derjenige, der zum Fest einl\u00e4dt, nimmt das gern auf sich. Er hat etwas zu feiern, er hat Grund, sich zu freuen und l\u00e4dt andere ein, sich mitzufreuen. So hat Gott Lust darauf, uns einzuladen. Er will uns gern in seiner N\u00e4he haben.<\/p>\n<p>Und dann lauter Absagen. Keiner will kommen.<\/p>\n<p>Der eine hat wohl etwas Besseres vor, die andere denkt sich: da kenn ich keinen, da geh ich nicht hin. Der dritte hat keine Zeit daf\u00fcr, oder besser gesagt: er nimmt sich keine Zeit daf\u00fcr. Und noch eine sagt sich: Ich habe gar keinen Grund zu feiern, mir ist gar nicht danach zumute.<\/p>\n<p>Die eine oder andere Begr\u00fcndung f\u00fcr eine Absage haben wir wohl alle schon mal selbst gebraucht. Wir kennen ja auch beides: Wir k\u00f6nnen uns sowohl in den Gastgeber hineindenken als auch in die Eingeladenen: hier bei uns auf dem Dorf gibt es viele Feste und Feiern \u2013 Vereinsfeste, private Einladungen aller Art \u2013 Geburtstage, rund oder nicht, bestandene Pr\u00fcfungen, Einweihungen, Jubil\u00e4en usw. Das ist einerseits wundersch\u00f6n, dass es so viele Gr\u00fcnde zum Feiern gibt, da kann sich aber andererseits auch schon mal eine Feier-M\u00fcdigkeit breit machen. Feste feiern macht aber nur Sinn, wenn es nicht aus irgendeinem Gef\u00fchl von Verpflichtung heraus geschieht, sondern aus Freude.<\/p>\n<p>Und genau das ist wohl ein Grund f\u00fcr die vielen Absagen, die Gott erntet, wenn er zum Fest einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>Die Freude fehlt. Die Menschen haben nicht das Gef\u00fchl, dass sie etwas zu feiern h\u00e4tten. Sie haben tausend andere Dinge zu tun, und alle sind wichtiger als die Freude und das Fest.<\/p>\n<p>Dass die Liebe ein Grund ist, zu feiern, haben die Menschen wohl vergessen; dass ein gemeinsames Leben gute W\u00fcnsche und fr\u00f6hliche Hoffnung braucht, das scheint sie nicht zu interessieren. Die Freude fehlt und noch mehr: es fehlt auch die Freundlichkeit, die sich mit anderen freuen kann.<\/p>\n<p><strong><em> Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auf die erste Einladung hin kommt einfach keiner.<br \/>\nJeder andere Gastgeber w\u00fcrde schmollen. Aber der K\u00f6nig im Reich Gottes tut das nicht. Er l\u00e4dt noch einmal ein. Er l\u00e4sst seine Boten erz\u00e4hlen, wie sch\u00f6n er alles vorbereitet hat. Den Ochsen hat er geschlachtet, nur das Beste wird aufgetischt. \u201eKommt doch alle zu mir und lasst uns feiern.\u201c Aber: beim zweiten Mal werden die Menschen sogar w\u00fctend und gewaltt\u00e4tig; sie sind eingeladen, fr\u00f6hlich zu sein und sich bewirten zu lassen, und sie werden w\u00fctend. Fast so, als f\u00e4nden sie es unversch\u00e4mt, zu feiern, wenn doch alles schwer und m\u00fchsam ist. \u201eWir haben unsere Sorgen im Kopf und tausend andere Dinge zu tun. Lasst uns in Ruhe mit eurem Fest. Lasst uns unsere Probleme w\u00e4lzen. Wir haben nichts zu feiern\u201c. Und eigentlich, das steckt ja dahinter, g\u00f6nnen sie auch niemand anderem, fr\u00f6hlich zu sein. Bei soviel Missmut und Missgunst wird alles auf den Kopf gestellt. Eine freundliche Einladung erntet Feindlichkeit und Gewalt und zieht wiederum Gewalt nach sich.<\/p>\n<p>Zum drittenmal l\u00e4dt er ein. Und nun ausdr\u00fccklich diejenigen, die abseits stehen, die Randsiedler der Gesellschaft, die Zaung\u00e4ste der Society. Jesus von Nazareth ist immer zu diesen Menschen gegangen und hat sie in seine N\u00e4he geholt und mit ihnen am Tisch gesessen und gegessen und gefeiert.<\/p>\n<p>Darum ist es sonnenklar, dass sie auch hier in diesem Gleichnis vom Himmelreich vorkommen. Sie geh\u00f6ren dazu. Sie sind von Gott eingeladen. <em>Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist<\/em>. (Lk 19, 10) <em>Kommt her zu mir alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.<\/em> (Wochenspruch Mt 11,28).<\/p>\n<p><strong><em> Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gott ist geduldig, er grollt nicht und ist nicht beleidigt, er l\u00e4dt unverdrossen ein zu seinem Fest, in sein Himmelreich, damit sich die Menschen mit ihm freuen \u00fcber das Leben, das ihnen geschenkt ist.<\/p>\n<p>Gott l\u00e4dt ein: einmal, zweimal, dreimal sogar, er hat den langen Atem, und er erreicht schlie\u00dflich auch diejenigen, die mit ihm das Fest des Lebens feiern wollen. Er hat diejenigen versammelt, die wenig haben und die darum auch unbeschwerter und leichter leben k\u00f6nnen und das Leben feiern k\u00f6nnen. Sie wissen es zu sch\u00e4tzen, dass sie haben, was sie brauchen, und sie brauchen nicht mehr, als sie haben. Dass das Leben ein Geschenk ist und jeder einzelne Tag ein Grund, dankbar zu sein, das wissen die am besten, deren Tage gez\u00e4hlt sind. Dass das Leben Freude macht und trotzdem jeder Tag ein schwerer Tag sein kann, das wissen die am besten, die wenig zu verlieren und viel zu gewinnen haben.<\/p>\n<p>Darauf liegt der Nachdruck in diesem Gleichnis. Gott l\u00e4dt ein und wird nicht m\u00fcde, das immer wieder zu tun. Viel geduldiger als irgendein Gastgeber ist er jedenfalls gewillt, das Fest stattfinden zu lassen. Die Hochzeit f\u00e4llt nicht aus, weil die G\u00e4ste keine Zeit haben. Sie findet statt und wird liebevoll vorbereitet, sorgf\u00e4ltig geplant und fr\u00f6hlich gefeiert. So wird auch das Reich Gottes nicht einfach abgesagt, weil wir Menschen zu besch\u00e4ftigt sind, hineinzugehen. Es findet statt, es ist da, es wartet auf uns, wir sind eingeladen, dabei zu sein. Vielleicht finden wir f\u00fcr uns selbst gute Ausreden, nicht hinzugehen. Schade eigentlich. Ich verstehe das Gleichnis so, dass die Einladung bestehen bleibt. Gott ist eben richtig hartn\u00e4ckig.<\/p>\n<p>Aber: ganz zum Schluss ist dann doch von dem Rauswurf die Rede, von einer Kleiderordnung und von den strengen Auswahlkriterien f\u00fcr das Reich Gottes. Und hier ist es dann ein schwieriger, sperriger Text. Dar\u00fcber hinweg predigen l\u00e4sst sich nicht. Schauen wir genauer hin:<\/p>\n<p>Einer der G\u00e4ste war nicht angemessen angezogen f\u00fcr das Fest, einer hatte sich nicht genug mit der Kleiderordnung besch\u00e4ftigt. Welche Kleider Gott f\u00fcr uns vorsieht, was Christen gut steht im Reich Gottes, das berichtet z.B. der Kolosserbrief (3,12ff): <em>Als neue Menschen in Christus zieht herzliches Erbarmen an und Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld \u2026 \u00fcber alles aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. <\/em><\/p>\n<p>So eine Kleiderordnung hat nichts mit Geld zu tun oder mit Glamour oder gutem Geschmack, sondern mit einer Einstellung zum Leben und zum Glauben. Wer sich einladen l\u00e4sst von Gott und sich willkommen f\u00fchlt in seiner N\u00e4he, der ist richtig \u201eangezogen\u201c, der w\u00e4hlt ganz von selbst die richtigen Kleider aus und tr\u00e4gt sie gern und voller \u00dcberzeugung, und sie werden ihm gut passen und ihn gut kleiden. Wem es aber genau daran fehlt, der ist auch fehl am Platz bei diesem Fest; wer nichts finden will, der hat auch nichts zu suchen.<\/p>\n<p><strong><em> Das Himmelreich gleicht einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.<\/em><\/strong><strong><em>Und er sandte seine Knechte aus, die G\u00e4ste zur Hochzeit zu laden. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Freundliche Boten bringen Ihnen jetzt gerade einen Umschlag. \u00d6ffnen Sie ihn \u2026.<br \/>\nSie finden eine Einladungskarte. Und darauf steht: Herzliche Einladung von Gott.<br \/>\nUnd dann geht es unterschiedlich weiter:<br \/>\nAuf einer Karte steht: Gott l\u00e4dt dich ein zu seinem Fest<br \/>\nOder: Gott l\u00e4dt dich ein, dich mit ihm \u00fcber das Leben zu freuen<br \/>\nOder: Gott l\u00e4dt dich ein, mit ihm seinen Sohn zu feiern<br \/>\nOder: Gott l\u00e4dt dich ein, dich verw\u00f6hnen zu lassen<br \/>\nOder: Gott hei\u00dft dich herzlich willkommen in seinem Haus<br \/>\nOder: Gott l\u00e4dt dich ein, wenn du m\u00fchselig und beladen bist<\/p>\n<p>Und darunter steht dann etwas zum Dresscode, wie wir das in schickeren Einladungen gelegentlich finden: da wird die Kleiderordnung vorgegeben. Aber hier hei\u00dft es nicht \u201eSmoking oder Abendkleid\u201c, hier gibt es nur einen kleinen Hinweis auf den Vers im Kolosserbrief: Kol 3,12: Zieht an Freundlichkeit, herzliches Erbarmen\u2026.<\/p>\n<p>Und dann steht unter der Einladung noch eine kleine Nachricht in Abk\u00fcrzung: u.A.w.g. Das hei\u00dft \u00fcbersetzt: um Antwort wird gebeten.<\/p>\n<p>Nehmen Sie diese Einladung mit nach Hause. Ich bin sicher, Sie finden eine Antwort, Ihre Antwort auf diese Einladung. Und Sie werden auch einen Weg finden, sie Gott mitzuteilen.<\/p>\n<p>Wir alle hier als Gottesdienstgemeinde sind gleich wieder eingeladen, miteinander das Abendmahl zu feiern. Das erinnert uns an jedem Sonntag daran, dass Gott uns in Jesus allen Grund zur Freude gibt; es gibt uns einen Vorgeschmack auf das Reich Gottes und die unendliche Gemeinschaft, die uns in seiner N\u00e4he erwartet. In dieser Vorfreude leben wir und glauben wir. Und nichts muss uns daran hindern, der Einladung zu folgen. Wir brauchen nicht warten auf das Reich Gottes, sondern es wartet schon auf uns. Wir brauchen uns nicht zu vertr\u00f6sten auf ein \u201esp\u00e4teres Gl\u00fcck\u201c und die zuk\u00fcnftige Erf\u00fcllung, sondern k\u00f6nnen schon aus der F\u00fclle heraus leben und das voller Freude feiern. Zum Beispiel jetzt im Abendmahl.<\/p>\n<p>Und Gottes Friede, der mehr und gr\u00f6\u00dfer ist als alles, was wir verstehen k\u00f6nnen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Lieder: Schm\u00fccke dich, o liebe Seele EG 218, 1.5-6; Komm, sag es allen weiter EG 225<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrerin Dr. Petra Savvidis, 59514 Welver<br \/>\n<a href=\"mailto:savvidisp@hotmail.com\"> savvidisp@hotmail.com<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Sonntag nach Trinitatis | 5. Juni 2005 | Matth\u00e4us 22, 1-14 | Petra Savvidis | Vorbemerkung: Mehrere Einstiege und Konkretionen sind denkbar \u2013 ganz aktuell z.B. der Kirchentag als gro\u00dfes Fest, zu dem alle eingeladen waren, als \u201ehimmlische\u201c Erfahrung f\u00fcr manchen, die sich jetzt behaupten will in der Realit\u00e4t vor Ort &#8211; oder auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13300,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,409,1,727,157,853,114,566,349,3,1322,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-10553","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-2-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-22-chapter-22-matthaeus","category-kasus","category-nt","category-petra-savvidis","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10553"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24872,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10553\/revisions\/24872"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10553"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=10553"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=10553"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=10553"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=10553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}