{"id":10699,"date":"2005-09-07T19:49:12","date_gmt":"2005-09-07T17:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10699"},"modified":"2025-07-14T09:25:49","modified_gmt":"2025-07-14T07:25:49","slug":"klagelieder-3-22-26-31-32-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/klagelieder-3-22-26-31-32-6\/","title":{"rendered":"Klagelieder 3, 22-26.31-32"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">16. Sonntag nach Trinitatis | 11. September 2005 |\u00a0Klagelieder 3, 22-26.31-32 | Ralf Hoburg |<\/span><\/b><\/h3>\n<p align=\"center\"><em>I.<br \/>\n<\/em><em>Die Allgegenw\u00e4rtigkeit der Klage <\/em><\/p>\n<p>In Zeiten, in denen sich die Lebenssituationen verschlechtern, w\u00e4chst die Sehnsucht nach einem g\u00f6ttlichen Eingriff oder vielmehr der Wunsch nach dem sich offenbarenden Gott. In der Not w\u00e4chst das Rettende auch \u2013 sinngem\u00e4\u00df formulierte dies Theodor W. Adorno kurz vor seinem Tod. Wenn sich die Klagen verst\u00e4rken und T\u00f6ne des Missmutes \u00f6ffentlich zu h\u00f6ren sind, so ist das ein untr\u00fcgliches Zeichen daf\u00fcr, dass es um Land und Leute nicht gut steht. Gr\u00fcnde zur Klage gab es in jedem Zeitalter. Bei einem Besuch in Berlin in diesem August durchwanderte ich verschiedene Ausstellungen. Ob es nun die Dokumente und Zeugnisse j\u00fcdischer Vertreibungen im Mittelalter und die darin zu sp\u00fcrende Verarbeitung der Pestepedemien war oder ob in einer anderen Ausstellung mit sehr bewegenden Dokumenten \u00fcber die Monate kurz nach dem Endes des 2. Weltkrieges 1945 berichtet wurde: \u00dcbereinstimmend war f\u00fcr mich auf den Gesichtern der Fotos und den bildlichen Darstellungen der Gestus der Klage zu erkennen, die die Not zu verarbeiten sucht. Auch die gro\u00dfartige Goya-Ausstellung in der Alten Nationalgalerie zeigt das doppelte Gesicht von Elend und Glanz. Es wird einerseits das sich bis zur Dekadenz steigernde Leben des aufstrebenden B\u00fcrgertums zur Zeit der Aufkl\u00e4rung beschrieben und andererseits dr\u00fccken Gesichter und die Gestaltgebung der Figuren eine innere Leere und stilles Wehklagen aus. Die Klage muss also nicht immer sichtbar sein, sondern ist auch in der Stille zu sp\u00fcren. Wohl am eindr\u00fccklichsten hat der norwegische Maler Edvard Munch in seinem Bild \u201eDer Schrei\u201c das unterdr\u00fcckte Klagen eines Menschen visuell geradezu h\u00f6rbar gemacht. Die Klage wird in Kunst, Literatur und Musik zu allen Zeiten der Kulturgeschichte zu einem Reflex \u00fcber die Dringlichkeit existenzieller Bedr\u00e4ngnis und zu einem Ruf aus der Not. Vor dem biblischen Hintergrund gesehen bilden die Klage und das Lob die zwei Grundhaltungen des Gebetes, die helfen sollen das Erlebte im Angesicht Gottes innerlich zu verarbeiten. Wer Klage erhebt, der verarbeitet das Erlebte und unternimmt den Versuch, seine Not vor ein gleichsam h\u00f6heres Gericht zu bringen. Von Anfang an also ist im Akt des Klagens die Hoffnung auf Erh\u00f6rung der Klage mit angelegt. Dabei ist es eigentlich nur von untergeordneter Bedeutung, ob Gott oder eine andere metaphysische Kraft das Gegen\u00fcber des Klagenden ist. Die Bibel ist voll von Klagen. So klagt Hiob dar\u00fcber, dass er ungerechterweise ins Elend gest\u00fcrzt ist, die Beter der Psalmen klagen \u00fcber die Not und das Elend ihres Lebens und Jesus selbst klagt \u00fcber die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten. Letztlich dr\u00fcckt die Klage aber vor allem ein menschliches Grundbed\u00fcrfnis aus.<\/p>\n<p>Im visuellen Zeitalter von Fernsehen und Medien sind wir beinahe der Bilder des Klagens satt. Es droht die Gefahr, abzustumpfen und inmitten der Klagelitaneien scheint der einzelne Mensch mit seinen Gr\u00fcnden zur Klage zu verschwinden. Wo ist die Grenze zu ziehen zwischen unzufriedenem Meckern und der berechtigten, weil zutiefst existenziellen Klage? Die Politik und die Medien klagen seit l\u00e4ngerem die schlechter werdende Lage Deutschlands im internationalen Vergleich an. Wir sprechen gelassen vom sog. \u201ePisa-Schock\u201c oder der \u201eBildungskatastrophe\u201c und klagen weithin \u00fcber einen Sozialabbau. In der Tat: es steht nicht gut um unser Land, aber auch um die ganze Welt. Wenn man aufmerksam die letzten Jahre oder gar Jahrzehnte verfolgt, so zieht sich das Klagen wie ein immer neues Menetekel an der Wand durch die Geschichte. Gegenw\u00e4rtig nehmen wir wieder Anteil an der Klage von Menschen, die durch die Naturkatastrophe eines Hurricans in den USA entwurzelt sind. Es sind gerade die Benachteiligten und \u00c4rmsten, die es schlimm getroffen hat und die sich nicht aus der Stadt retten konnten. Im Verlauf eines Jahres ist dies nach dem Tsunami inzwischen die zweite schwere Naturkatastrophe, die sich jederzeit und an allen Orten der Welt wiederholen kann. Wir haben Grund zu der Klage, dass der Mensch nun selbst die Folgen der nachhaltigen Umweltzerst\u00f6rung mit aller Macht der Natur zu sp\u00fcren bekommt. Aber nicht immer sind die Gr\u00fcnde zur Klage so spektakul\u00e4r. Die goldenen Jahre sind, das sp\u00fcren wir hierzulande deutlich, erst einmal vorbei. Immer mehr Menschen k\u00f6nnen durch Wohnungsnot oder Arbeitslosigkeit durch die L\u00f6cher der sozialen Sicherung fallen und immer mehr Menschen halten der Ver\u00e4nderungsgeschwindigkeit der Gesellschaft nicht mehr stand. Die Aggressivit\u00e4t im Miteinander der Menschen nimmt zu und einer erhebt Klage wider den Anderen. Die Sehnsucht nach den sog. Fleischt\u00f6pfen \u00c4gyptens, aus denen sich Wohlstand und Wohlergehen sch\u00f6pften, w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Aber wohin oder an welches Ohr flie\u00dft der Strom der Klagen? Gott spielt doch als Gegen\u00fcber des Menschen in unserer Gesellschaft keine scheinbar gro\u00dfe Rolle mehr. Folgt man dem Trend der Zahlen, so d\u00fcrften die Kirchen in Deutschland langsam aber allm\u00e4hlich ihre Existenzberechtigung verlieren. Aber die Ablehnung der Institution Kirche bedeutet nicht automatisch auch die Abwendung von Gott oder einer religi\u00f6sen Sehnsucht. Inzwischen ist der Glaube Privatsache geworden und somit k\u00f6nnen wir aus kirchlicher Perspektive nur erahnen, ob und wie gl\u00e4ubig die Menschen wirklich sind. Der Glaube hat sich zwar in einem gr\u00f6\u00dfer werdenden Ausma\u00df von der Lehre der Kirche entkoppelt, aber die religi\u00f6se Sehnsucht ist sp\u00fcrbar und der Wunsch die eigene Klage vor Gott zu bringen, ist nach wie vor deutlich vernehmbar. Inzwischen ist der Ort der Kirche wieder zu einem \u00f6ffentlichen Zufluchtsort geworden. Als in den vergangenen Wochen erneut ein kleines Kind get\u00f6tet wurde, meldeten die Nachrichten, dass die \u00f6rtliche Kirche v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt sei. Zunehmend sucht die pers\u00f6nliche Klage der Menschen ihre Wege in einer \u00f6ffentlichen Trauer. In ihrer eigenen und pers\u00f6nlichen Klage wollen die Menschen begleitet werden und suchen sie nach Deutungen f\u00fcr das Geschehene. Hier sind Kirche und Theologie in einer sie fast bedr\u00e4ngenden Weise nach Antworten gefragt, ja man kann sagen, dass vor dem Hintergrund von biographischem Scheitern und pers\u00f6nlicher Schicksale die Religion als ein lebensbestimmender Faktor eine wichtige Rolle erh\u00e4lt. Die Frage, wo Gott in meinem eigenen Leben ist, hat inmitten aller S\u00e4kularisierung ihren bleibenden Ort.<\/p>\n<p align=\"center\"><em>II.<br \/>\n<\/em><em>Die Klage und die Hoffnung auf \u00dcberwindung <\/em><\/p>\n<p>Der Predigttext f\u00fcr den 16. Sonntag nach Trinitatis aus den Klageliedern Jeremias setzt die Klage eines einzelnen Menschen voraus, der sein Leben im Gebet vor Gott ausbreitet. In Klagelieder 3,1-19 lesen wir von einem Mann, der in seinem Leben das Elend gesehen hat (V.1) und der \u2013 wie er selber schreibt \u2013 durch Gott mit \u201eBitternis und M\u00fchsal umgeben\u201c (V.5) wurde. Die Erfahrung des abwesenden Gottes treibt diesen Mann in seinem Nachdenken um. Es ist nicht weniger die existenzielle Erfahrung des Scheiterns, die sich in der Klage eines Menschen vor Gott Bahn bricht. Insofern ist der Beter dieses Textes in gewisser Weise ein \u201eJedermann\u201c (Hugo von Hofmannsthal), nur mit dem Unterschied, dass er seine Not vor einem Publikum schriftlich offen legt. Mir scheint, als ob der Predigttext geradezu eine Aufforderung darstellt, offensiver mit den Erfahrungen des eigenen Scheiterns umzugehen. Wer hier nun aber zu voreilig gleich an einen Vergleich zu den Talkshows der heutigen Tage denkt, geht fehl in der Annahme. Weder geht es darum, vor einem Millionenpublikum Mitleid zu erheischen noch nach Schuldigen zu suchen. Sondern seine Klage ist Reaktion auf ein Ereignis, das aus der Sph\u00e4re des Individuellen herausgehoben ist und gleichzeitig der Versuch einer offensiven Vergangenheitsbew\u00e4ltigung. \u00dcber die individuelle Klage des Mannes hinaus ist der Text aber auch ein Politikum, weil sich in ihr bzw. hinter den Worten auf einer gleichsam allegorischen Ebene die Klage des Volkes verbirgt. Der Mann, der hier klagt, ist kein geringerer als das Volk Israel, das inmitten der Vertreibung und des Exils \u00fcber die vermauerten Wege der Zukunft nachdenkt.<\/p>\n<p>Der Text steht im Zentrum von f\u00fcnf selbst\u00e4ndigen Liedern, die das Zeugnis einer Reaktion auf die Katastrophe der Zerst\u00f6rung Jerusalems und des folgenden Exils sind. Aus der Perspektive des Glaubens schien Israel den Weg verfehlt zu haben und musste nun feststellen, dass der Weg vermauert war mit Quadern und der Pfad der Geschichte zum Irrweg geworden war (V. 9). Die Zerst\u00f6rung des Tempels kam im Selbstverst\u00e4ndnis Israels fast der Zerst\u00f6rung der eigenen Identit\u00e4t gleich. Mit dem Exil setzte dann in Israel auf eine sehr unterschiedliche Weise eine Art \u201eVergangenheitsbew\u00e4ltigung\u201c ein. Das Aufarbeiten der Geschichte bildet eine entscheidende Voraussetzung f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit. Wie in den Klageliedern so deuteten die Propheten stellvertretend f\u00fcr Israel diesen Weg und wurden damit \u00fcber ihre Mahnungen und Unheilsbotschaften hinaus lebendige Beispiele f\u00fcr die F\u00e4higkeit Israels, gerade in der Krise ein erneuertes Gottesverh\u00e4ltnis aufzubauen. Trotz der Erfahrung des Unheils h\u00e4lt Israel an der Hoffnung auf Gottes Treue fest \u2013 und wird belohnt. Gott wendet sich seinem Volk immer und immer wieder neu zu. Wie es genau und an welchem Punkt es zu dem Wechsel zwischen der fast vernichtenden Klage und der deutlichen Hoffnungsgewissheit kommt, bleibt letztendlich ein Geheimnis. Hin und wieder sind j\u00fcdische Autorinnen und Autoren auch in der Selbstdeutung der Schoa soweit gegangen, die These zu wagen, dass die Hoffnung auf die G\u00fcte und Barmherzigkeit des Herrn der Motor war, das Unfassbare der Konzentrationslager zu \u00fcberleben. Ich kann als Christ nur meine tiefe Bewunderung vor dieser, dem Judentum inh\u00e4renten Hoffnungskraft bezeugen. Neue Ans\u00e4tze dieser j\u00fcdischen Hoffnungsgewissheit sind auch in Deutschland seit einigen Jahren zu sp\u00fcren, denn inzwischen ist das j\u00fcdische Leben 65 Jahre nach der Schoa wieder ein fester Bestandteil in der st\u00e4dtischen Kultur Berlins. Und wer den wunderbaren Kino-Film \u201eAlles auf Zucker\u201c gesehen hat, sp\u00fcrt hautnah, wie eng in j\u00fcdischem Denken Totenklage und Lebensfreude miteinander verbunden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"center\"><em>III.<br \/>\n<\/em><em>Die Gewissheit der Barmherzigkeit <\/em><\/p>\n<p>Mit Vers 22 beginnt nun die gro\u00dfe Wende in der Klagelitanei des betenden Mannes. Sie deutet sich langsam an, wenn in Vers 20 die Gewissheit ausgesprochen wird: \u201eDu wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir\u2019s\u201c. Die tr\u00f6stende Gewissheit des Herzens bricht sich hier im Bewusstsein Bahn. Mit der Gegenwart Gottes in der Not ist zu rechnen. Er ist derjenige, der da sein wird so wie es in 2. Mose 3 verhei\u00dfen hat: \u201eIch werde dasein\u201c. F\u00fcr diese Gewissheit der Gottesgegenwart, die Ausdruck des eigenen Glaubens ist, bildet die Klage geradezu die innere Voraussetzung.<\/p>\n<p>Wie aber kommt es zu dem fundamentalen Wechsel in der Bewertung der Not? Erst die Klage und dann die Gewissheit um die G\u00fcte und Barmherzigkeit JAHWES? Der Wechsel von Not und Rettung wiederholt sich in der Geschichte Israels. Am Anfang der Geschichte des Volkes steht eine Befreiungserfahrung. Die Rettung des Volkes am Schilfmeer bildet den Kern des Verh\u00e4ltnisses von Jahwe und Israel. In der Situation der pers\u00f6nlichen Niederlage und Vernichtung erinnert sich der Mann, d.h. Israel an die Taten Gottes. Gleichzeitig wird die eigene Zukunft und die Zukunft des Lebens in die H\u00e4nde Gottes gegeben. Die Klage ver\u00e4ndert sich in der Perspektive des Glaubens fast unmerklich in ein Glaubensbekenntnis. So dr\u00fcckt es Vers 22 aus: \u201eDie G\u00fcte des Herrn ist\u2019s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und Deine Treue ist gro\u00df.\u201c Aus dem Wissen, dass Gott nicht ewig verwirft, kommt die Kraft aus der Mitte des Glaubens die Krise zu \u00fcberwinden. Der Predigttext dr\u00fcckt dies mit dem Wort der Barmherzigkeit aus.<\/p>\n<p>Die Wende von der Klage zum Glaubensbekenntnis entstammt demnach dem tiefen Bewusstsein, dass Gottes Barmherzigkeit f\u00fcr den Menschen erkennbar wird. F\u00fcr das Judentum geschieht dies durch die Erinnerung an das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Volk und Jahwe und durch die Vergegenw\u00e4rtigung der Taten Gottes in der Geschichte des Volkes. In Liturgie, Feier und Festen wird die Erinnerung daran wach gehalten. Im Christentum nimmt diese Funktion die Vergegenw\u00e4rtigung Jesu Christi in der Gemeinde ein. Dietrich Bonhoeffer beschreibt dies mit dem Wort: \u201eChristus als Gemeinde existierend\u201c. Die G\u00fcte Gottes und seine Barmherzigkeit liegen aus der Sicht des Christentums in Jesus Christus verborgen. Er ist der \u201eMann\u201c, der stellvertretend den S\u00fchnetod am Kreuz stirbt und auf dessen Wiederkehr die Christenheit inmitten aller Zeiten und Klagen hofft. In dem Reformationslied \u201eEin feste Burg\u201c findet sich in Strophe zwei die Aussage: <em>\u201eEs streit\u2019 f\u00fcr uns der rechte Mann,\/ den Gott hat selbst erkoren.\/ Fragst Du wer der ist?\/ Er hei\u00dft Jesus Christ,\/ der Herr Zebaoth,\/ und ist kein andrer Gott,\/ das Feld muss er behalten.\u201c <\/em>W\u00e4hrend also das Judentum die Rettung aus der Not aus der eigenen Geschichtserfahrung herleitet, so erinnert sich das Christentum an das Kreuz. Aus der Sicht des Glaubens indes ist es die Kunst, oder so bezeichnet es der Text geradezu als ein k\u00f6stlich Ding, geduldig zu sein und auf die Hilfe des Herrn zu hoffen (V. 26). Mit dieser Ermahnung wird der Text wieder hoch aktuell. Denn in der Gegenwart mangelt es allzu sehr an der Hoffnung. Die Geschwindigkeit und Schnelllebigkeit der heutigen Zeit f\u00fchrt allzu rasch in die Klagelitanei. Die Unzufriedenheit steigert den Wunsch nach Meckern und Klagen. Die Welt wird zur Reparaturwerkstatt und so schnell wie bei Formel 1 Rennen der Boxenstopp geschieht, so schnell soll eine L\u00f6sung f\u00fcr die Not herbei gezaubert werden. Meistens finden wir dann schnell einen Schuldigen, wenn\u2019s nicht so klappt und der f\u00fcr die Not verantwortlich gemacht wird. Der Text erinnert mich inmitten aller Turbulenzen dieser Tage zwischen Katastrophen, steigenden \u00d6lpreisen und der bevorstehenden Wahl in zwei Wochen an die Tugend der Geduld. Beim gro\u00dfen Klageduell zwischen dem Menschen und Gott, das in diesem Predigttext vor unser aller Augen und damit in aller medialen \u00d6ffentlichkeit gef\u00fchrt wurde, gibt es in der Tat einen eindeutigen Sieger: und das ist die Barmherzigkeit Gottes! Was will man denn noch mehr? Aus dieser Gewissheit heraus w\u00fcnsche ich Ihnen eine gute Woche wo immer Sie sein m\u00f6gen. Seien Sie Gott befohlen und meckern sie nicht zu viel, denn: \u201eEs ist ein k\u00f6stlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.\u201c<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Ralf Hoburg, Hannover<br \/>\n<a href=\"mailto:RalfHoburg@aol.com\">RalfHoburg@aol.com <\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. Sonntag nach Trinitatis | 11. September 2005 |\u00a0Klagelieder 3, 22-26.31-32 | Ralf Hoburg | I. Die Allgegenw\u00e4rtigkeit der Klage In Zeiten, in denen sich die Lebenssituationen verschlechtern, w\u00e4chst die Sehnsucht nach einem g\u00f6ttlichen Eingriff oder vielmehr der Wunsch nach dem sich offenbarenden Gott. 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