{"id":10706,"date":"2005-09-07T19:49:27","date_gmt":"2005-09-07T17:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10706"},"modified":"2025-07-14T09:55:27","modified_gmt":"2025-07-14T07:55:27","slug":"markus-10-13-16-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-10-13-16-2\/","title":{"rendered":"Markus 9, 14-27"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">17. Sonntag nach Trinitatis |<\/span><\/b><b><span style=\"color: #000099;\">\u00a018. September 2005 |\u00a0Markus 9, 14-27 | Christine Hubka |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Vorbemerkung:<br \/>\nZu diesem Gottesdienst wurden die Schulanf\u00e4ngerInnen bzw. die Kinder, die in die 5. Schulstufe gekommen sind mit ihren Familien extra eingeladen. W\u00e4hrend des Gottesdienstes wurden sie allein, bzw. mit ihren Eltern, gesegnet.<\/p>\n<p>Jesus kam zu den J\u00fcngern und sah eine gro\u00dfe Menge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei und gr\u00fc\u00dften ihn. Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen? Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo er ihn erwischt, rei\u00dft er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Z\u00e4hnen und wird starr. Und ich habe mit deinen J\u00fcngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten&#8217;s nicht. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungl\u00e4ubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riss er ihn. Und er fiel auf die Erde, w\u00e4lzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist&#8217;s, dass ihm das widerf\u00e4hrt? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbr\u00e4chte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst &#8211; alles ist m\u00f6glich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!<strong><br \/>\n<\/strong> Als nun Jesus sah, dass das Volk herbeilief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! Da schrie er und riss ihn sehr und fuhr aus. Und der Knabe lag da wie tot, sodass die Menge sagte: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. Und als er heimkam, fragten ihn seine J\u00fcnger f\u00fcr sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten. Mk 9, 14ff<\/p>\n<p>Alles ist m\u00f6glich!<br \/>\nMit diesem Bibelzitat<br \/>\nwird derzeit f\u00fcrs Lottospielen geworben.<br \/>\nSeit Wochen l\u00e4uft der Werbespot:<\/p>\n<p>Ein etwas beleibterer junger Mann<br \/>\nsteckt mitten in einem Massenstart zum Marathon.<br \/>\nAlle laufen davon. Er jappelt \u00e4chzend hinterher.<br \/>\nDann die ganze Szene noch einmal.<br \/>\nBei einem neuen Rennen:<br \/>\nEr legt los \u2013 alle anderen bleiben zur\u00fcck<br \/>\nEr zieht unter dem Jubel seiner Fans<br \/>\ntriumphierend an allen vorbei.<br \/>\nDazu kommt in Schrift und Ton:<br \/>\nAlles ist m\u00f6glich \u2013 Lotto.<\/p>\n<p>Alles ist m\u00f6glich \u2026<br \/>\nWir wissen,<br \/>\ndass das nicht stimmt.<br \/>\nSchon ganz junge Kinder machen die Erfahrung:<br \/>\nManches ist m\u00f6glich.<br \/>\nManches ist nicht m\u00f6glich,<br \/>\nweil ich es nicht schaffe.<br \/>\nEin Fisch kann nicht fliegen.<br \/>\nDiese Erfahrung bleibt bei uns,<br \/>\nwenn wir \u00e4lter werden:<br \/>\nDie J\u00fcnger von Jesus<br \/>\nk\u00f6nnen dem kranken Kind nicht helfen.<\/p>\n<p>Auch der Vater des Kindes wei\u00df,<br \/>\ndass nicht alles m\u00f6glich ist.<br \/>\nGerade hat er es ja wieder erlebt.<br \/>\nDarum sagt er zu Jesus:<br \/>\nWenn du etwas kannst,<br \/>\ndann hilf uns.<br \/>\nWenn du \u2026 etwas kannst, \u2026<br \/>\nSehr vorsichtig, sehr zur\u00fcckhaltend,<br \/>\nklingt das f\u00fcr mich.<br \/>\nSo als wollte er sich selber sch\u00fctzen.<br \/>\nNur nicht wieder zu viel erwarten<br \/>\nund dann \u2013 zum wievielten Mal!? \u2013 entt\u00e4uscht werden.<\/p>\n<p>Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst \u2013 alles ist m\u00f6glich dem, der da glaubt.<\/p>\n<p>Hier ist es wieder dieses<br \/>\n\u201eAlles ist m\u00f6glich\u201c.<\/p>\n<p>Alles ist m\u00f6glich \u2013 Lotto.<br \/>\nAlles ist m\u00f6glich &#8211; dem, der da glaubt.<br \/>\nAber \u2013<br \/>\nWer schon l\u00e4nger auf der Welt ist, hat auch schon erlebt,<br \/>\ndass Glaubenden nicht alles m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Das Leben ist kein Wunschkonzert.<br \/>\nAuch nicht f\u00fcr Glaubende.<br \/>\nEs funktioniert nicht so,<br \/>\ndass man nur seinen Zauberstab<br \/>\noder meinetwegen seinen Glauben schwingen muss:<br \/>\nHokus \u2013 pokus \u2013 pling! \u2026<br \/>\n\u2026 und alles ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ihr kennt das kleine M\u00e4dchen in der Werbung,<br \/>\ndie durch die Wohnung l\u00e4uft<br \/>\nund die Gegenst\u00e4nde verzaubert.<\/p>\n<p>Das funktioniert so lange zu ihrer Zufriedenheit,<br \/>\nbis sie zu dem kleinen Hund kommt.<br \/>\nTrotz ihres flehenden \u201eHokus-pokus- pling\u201c<br \/>\nmacht er nicht \u201esitz\u201c.<\/p>\n<p>Diese kleinen Szene mit dem Hund,<br \/>\nder partout nicht sitzen will,<br \/>\nwenn da wer daher kommt<br \/>\nund Hokus \u2013 pokus \u2013 pling sagt,<br \/>\nbringt f\u00fcr mich treffend die Frage ins Bild,<br \/>\num die es geht:<\/p>\n<p><strong>Alles<\/strong> ist m\u00f6glich \u2013 Lotto.<br \/>\n<strong>Alles <\/strong>ist m\u00f6glich \u2013 dem, der da glaubt.<\/p>\n<p>Was ist dieses alles?<br \/>\nWas alles mit einem hohen Lottogewinn m\u00f6glich ist,<br \/>\nzeigt dieser Werbespot mit dem Marathon laufenden jungen Mann:<br \/>\nBeim zweiten Mal hat unser Held die Mitlaufenden bestochen, um als Sieger ins Ziel zu kommen. Was sonst noch m\u00f6glich sein k\u00f6nnte, \u00fcberlasse ich eurer Fantasie.<\/p>\n<p>Was alles dem Glaubenden m\u00f6glich ist,<br \/>\ndar\u00fcber lohnt es sich auch nachzudenken,<br \/>\nwenn man die Erfahrung gemacht hat,<br \/>\ndass auch der Glaube seine Grenzen hat:<br \/>\n(Zur Erinnerung:<br \/>\nSogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!)<\/p>\n<p>Glaube \u2013<br \/>\nIch m\u00f6chte dieses schillernde Wort \u00fcbersetzen mit:<br \/>\nIn einer Beziehung stehen.<br \/>\nIn der Beziehung geht es nicht drum,<br \/>\nwas ich leiste<br \/>\noder was ich mir leisten kann.<br \/>\nEs geht um die Frage:<br \/>\nWer bin ich f\u00fcr dich?<br \/>\nWer bist du f\u00fcr mich?<\/p>\n<p>Jesus heilt den kranken Knaben \u2013<br \/>\nNicht der Glaube des Vaters<br \/>\nSondern der Glaube von Jesus heilt das Kind.<br \/>\nDiesen Glauben haben ich nicht.<br \/>\nDiesen Glauben haben ganz offensichtlich<br \/>\nauch die J\u00fcnger nicht.<br \/>\nIch trau mich jetzt einmal zu behaupten:<br \/>\nNiemand hat diesen Glauben.<br \/>\nDer Vater spricht f\u00fcr alle, wenn er sagt:<br \/>\nIch glaube; hilf meinem Unglauben!<\/p>\n<p>Das bedeutet aber:<br \/>\nNiemand von uns kann seinem Kind,<br \/>\noder irgendeinem anderen Menschen<br \/>\nin einer wirklich schweren Lage so helfen,<br \/>\nwie es von Jesus erz\u00e4hlt wird.<br \/>\nGanz gleich, wann und auf welche Weise<br \/>\nunsere Kinder oder Menschen, die wir lieben,<br \/>\nihre Grenzen erreichen,<br \/>\nwir k\u00f6nnen diese Grenzen f\u00fcr sie nicht beseitigen.<br \/>\nDabei ist es egal,<br \/>\nob es die Grenzen der Gesundheit,<br \/>\nder Begabung, der Kraft und F\u00e4higkeiten<br \/>\noder gar des Lebens sind.<\/p>\n<p>Die Schult\u00fcte ist kein Zauberhut!<\/p>\n<p>Dann aber ist es tats\u00e4chlich der Glaube,<br \/>\nder helfen kann.<br \/>\nDer Glaube,<br \/>\ndass vor Gott jedes Kind<br \/>\nwichtig und bedeutsam ist.<br \/>\nDer Glaube,<br \/>\ndass Gott f\u00fcr jedes Kind \u2013 ohne Ausnahme &#8211;<br \/>\neinen Platz in seiner Welt bereit hat:<\/p>\n<p>F\u00fcr die gesunden,<br \/>\nund f\u00fcr die, die mit einer Behinderung leben m\u00fcssen.<br \/>\nF\u00fcr die sprachbegabten und f\u00fcr die,<br \/>\ndenen eine Lese- und Rechtschreibschw\u00e4che<br \/>\nzu schaffen macht.<br \/>\nF\u00fcr die sch\u00fcchternen,<br \/>\ndie nur schwer einen Platz finden in einer Gruppe,<br \/>\nund f\u00fcr die charmanten,<br \/>\ndenen alle Herzen gleich zufliegen.<br \/>\nF\u00fcr die Rechenk\u00f6nige und f\u00fcr die Mathematikmuffeln \u2026<\/p>\n<p>Dieser Glaube verhindert,<br \/>\ndass ein Kind,<br \/>\neine Sch\u00fclerin, ein Sch\u00fcler,<br \/>\naber auch jeder andere Mensch,<br \/>\nnur noch unter dem Aspekt ihrer Leistung<br \/>\ngesehen wird:<br \/>\nEr schiebt die Frage:<br \/>\n\u201eWas kannst du?\u201c, beiseite<br \/>\nund stellt die lebenswichtige Frage:<br \/>\n\u201eWer bist du f\u00fcr mich?\u201c<br \/>\n\u201eWer bist du vor Gott?\u201c<\/p>\n<p>Diesem Glauben bleibt es jedoch nicht erspart<br \/>\nImmer wieder zu sagen:<br \/>\n\u201eHerr ich glaube, hilf meinem Unglauben!\u201c<\/p>\n<p>Daf\u00fcr, dass wir das ganz ungeniert tun d\u00fcrfen<br \/>\nsooft es n\u00f6tig ist,<br \/>\ndaf\u00fcr sei Gott Lob und Preis in Ewigkeit.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Christine Hubka<br \/>\n<a href=\"mailto:christine.hubka@gmx.at\">christine.hubka@gmx.at<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>17. 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