{"id":10729,"date":"2005-10-01T19:49:19","date_gmt":"2005-10-01T17:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10729"},"modified":"2025-07-14T10:55:51","modified_gmt":"2025-07-14T08:55:51","slug":"jesaja-58-7-12-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-58-7-12-4\/","title":{"rendered":"Jesaja 58, 7-12"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><span style=\"color: #000099;\">Plattdeutsche Predigt | <\/span><span style=\"color: #000099;\">Erntedankfest | 2. Oktober 2005 | Jesaja 58, 7-12 | Inke Raabe |<\/span><\/h3>\n<p>Gnad si mit jem und Freede vun Gott unse Vadder und unse Herr Jesus Christus. Amen<\/p>\n<p>S\u00fc\u00fct ewige Tieden schm\u00fccken Minschen de Kark mit de Johresloop: In de Adventstied hangt hier in de Altarbogen de groote Kranz, denn kummt schon bald de Dannenboom, und de blifft bi uns uk stahn bit Epiphanias. Stillfriedach r\u00fc\u00fcmen wi jede Schmuck wech, wi w\u00f6hn uns op Jesus sein Lieden konzentrieren. Und in de Osternacht schm\u00fccken wi de Kark mit Licht und Osterfreud. Over an keen anner Dach l\u00fccht unse Kark so wie an\u00b4t Erntedankfest: Appeln und Birnen, Wuddeln und Porree, K\u00fcrbis und Zucchini, Mais und Korn \u2013 dat allens hem de Fruns tosamdragen. Und se dohn dat mit Levd und Dankbarkeit. Dat wart nich so husch-husch dor henschmeeten, ne, jede Appel wart am leevsten noch mal dreiht, dormit he sik uk vun de beste Sied zeigen kann. Und de Erntekron wart noch mal genau inspizeert, op de uk gut genuch is f\u00f6r Gott sein Loff.<\/p>\n<p>Wundersch\u00f6n is unse Kark, wundersch\u00f6ne is jede Kark in\u00b4t Land h\u00fc\u00fct schm\u00fcckt mit dat, wat Gott hett wassen laten. Golden l\u00fccht dat vun de Altar na uns hen. De Farben vun de Harvs, de nun anfangt, sind vull vun de Warms, meis as kunn sik de Sunn in all dat rot und g\u00e4l und orange noch een Schuer f\u00f6r uns opworen<\/p>\n<p>Denn een beten Abschied licht dor uk in, finn ik. Nu is de Summer wirkli to Ende, nun kaben Hoff und Feld to Ruh, de Dage warn immer k\u00f6tter und de Sunn verleert an Kraft, jeden Dach een beten mehr. Wi danken f\u00f6r dat, wat de Summer uns schenkt hett und wi ahnen: Nich blots de Liev, uk de Seel mut sik vun dat n\u00e4hren, wat wi seiht und arntet hem. De Winter kummt und mit em de lange Tied, de d\u00fcsteren Abende, dat Nadenken und dat Gr\u00fcbeln.<\/p>\n<p>As ob de Bibel uns wat mit op de Wech geben will, so kummt mi dat v\u00f6r. Wi kriegen wat mit to Nadenken, wi kriegen een Opdrach und een groote Verspreken. Ik lees ut dat Ole Testament ut de Prophet Jesaja in dat 58. Kapitel:<\/p>\n<p>Deel mit de, de hungeri is, dat Broot und de wat keen Dack \u00f6vern Kopp hett, laat in in dien Huus. Und wenn du eener nakicht siehst, denn giff em T\u00fcch to Antreken und neih nich ut v\u00f6r dien eegen Fleesch und Blood.<\/p>\n<p>Denn wart dien Licht ruutkaben as dat Morgenrot, und du warst gau gesund warn und dien Gerechtigkeit wart v\u00f6r di hergahn und Gott sein Herrlichkeit wart achter di sien. Denn warst du ropen und de Herr ward di antworten. Und wenn du schriechst, ward he seggn: Hier bin ik.<\/p>\n<p>As Jesaja dat schrifft, is de ringste Tied f\u00f6r dat Volk Israel to Ende: Se sind na Huus kaben, veele Johren hem se in\u00b4t Exil in Babylon tobr\u00f6cht, nu endli schall dat barchop gahn, allens wart wedder gut. Over se marken uk: So ganz licht is dat gar nich. Do, in de Fremde, hem se dr\u00f6\u00f6mt, wie sch\u00f6n dat warn schull, wenn se eenes Dages wedder in Israel leben deihn, over nu sehn se, dat uk hier veel Arbeit to dohn ist. \u201eDat is dat Land, wo dat Melk und Hunni in F\u00fcll gifft\u201c hem se een den annern in de Fremde v\u00f6rbedt, nu sehn se Pal\u00e4stina in sein Wirklichkeit, mit all de W\u00fcste und all de Steens und all de M\u00f6hsal und Plaach,<\/p>\n<p>Viellicht geiht Israel dat \u00e4hnli wi uns an\u00b4t Ende vun de Summer: Man hett een ganze Masse anpackt und regelt, man hett uk wat schafft und Gott Loff und Dank sungen, so as wie dat h\u00fc\u00fct uk dohn. Over denn sind de Israeliten m\u00f6\u00f6d und ersch\u00f6pft und man fracht sik bang, wof\u00f6r de ganze M\u00f6chd nun gut ween is.<\/p>\n<p>Viellicht kennen Se dat, leeve Gemeende: Wenn man sik toveel v\u00f6rnahmen hett, wenn man sik \u00f6verarbeitet hett, wenn privates und fr\u00f6hliches to kott keem, denn is man an\u00b4t Ende vun so\u00b4n Tied eher leer und kaputt as dankbar und gl\u00fcckli.<\/p>\n<p>An\u00b4t Ende vun dat Jesajabook hett man disse Indruck: Se arbeiden, und hem dat Gef\u00f6hl, dat geiht in\u00b4t Leere. Se beden und fasten, und doch hem se dat Gef\u00f6hl, dat Gott wiet wech is. Twiebel kaben und een entnervte Langewiel.<\/p>\n<p>\u201eDeel mit de Hungerige dien Broot\u201c, secht Jesaja, \u201eund wenn een keen Dack \u00f6vern Kopp hett, denn laat em in\u201c \u2013 vers\u00f6k dat mal anners, secht he. Gah op de N\u00e4chste to, help een den annern, nimm sik mal wedder Tied f\u00f6r de Familie, dat is dat, wat jem fehlt.<\/p>\n<p>Wi h\u00f6rn disse Text an\u00b4t Erntedankfest. De Summer geiht to Ende. De Harvs kummt und de Wintertied is nich mehr wied.<\/p>\n<p>Is unse Arbeit in\u00b4t Leere gahn? Is unse M\u00f6chd umsunst ween? De Buern sind dit Johr ganz tofreeden. De August weer b\u00f6\u00f6s natt, man har Kummer und kriegen dat Korn rin. Over meistens is dat doch gut gahn. Und uk in de Gorn is de Saat gut opgahn und hett Frucht und Bl\u00f6\u00f6me br\u00f6cht. Wi denken over uk an de Minschen, de in Innsbruck oder Garmisch-Partenkirchen leben \u2013 dor hett dat Water allens tonicht makt. Uk dor wart Erntedank fiert, over wull mit een trurige Bigeschmack: Se hem j\u00fcss soveel M\u00f6chd hatt as wi &#8211; und dat is all umsonst ween.<\/p>\n<p>Wenn wi in\u00b4t gr\u00fcbeln kaben marken wi: In unse Leben is lang nich allens gl\u00fcckt: Wi hem Entt\u00e4uschung erntet und b\u00f6se Worte sind secht worn. Dat hett uk Stried geben und Konflikt. Wi hem Minschen hergeben musst, de ut unse Sicht noch lang nich dran weern. Krankheit und Dood hem \u00f6ver manch een vun uns Schadden lecht und wi stunnen dorneben und kunnen nich helpen.<\/p>\n<p>Wenn de Winter kummt, kummt dat allens uk wedder hoch und dormit uk dat Lengen: Ach kunn dat doch anners sein, ach kunn dat doch anners gahn, wenn doch blots wedder Licht und Warms in mien Leben kaben kunn!<\/p>\n<p>\u201eDeel mit de, de hungeri is, dat Broot und de wat keen Dack \u00f6vern Kopp hett, laat in in dien Huus. Und wenn du eener nakicht siehst, so giff em T\u00fcch to Antreken und neih nich ut v\u00f6r dien eegen Fleesch und Blood.\u201c<\/p>\n<p>Probeer dat doch mal, secht de Prophet Jesaja. Kiek mal nich blots op dien eegen Teller, dreih di nich blots um dien eegen Sorgen &#8211; denk mal an de annern! Und mak dien Kreis ruhig mal een beten gr\u00f6\u00f6ter, denk mal an de, an de du bit jetzt noch gar nich dacht hess! Lade Minschen in, de du noch niemals inladt hess! Und wenn du eener in Nood siehst, denn faat di doch een Hard und help em, du kannst dat doch!<\/p>\n<p>Jesaja is een Prophet, eener, de ganz neech bi Gott s\u00fclm is und wiederseggn kann, wat ut Gott sein Mund kummt. Jesaja secht: Wenn du disse Wech geihs, denn kann ik di in Gott sein Nam een Verspreken geben: \u201eDenn wart dien Licht ruutkaben as dat Morgenrot\u201c, secht he, \u201eund du warst gau gesund warn und dien Gerechtigkeit wart v\u00f6r di hergahn und Gott sein Herrlichkeit wart achter di sein. Denn warst du ropen und de Herr wart di antworten. Und wenn du schriechst, ward he seggn: Hier bin ik.\u201c<\/p>\n<p>Denn is de Trurigkeit und dat Untofreedene to Enn, secht Jesaja, denn l\u00fcchst du inwenni und du warst marken: Dat genau hett mi fehlt, nu bin ik ankaben, nu bin ik op de richtige Wech. Du brukst denn gar nich mehr na Gott to fragen, so neech is he di: He geiht v\u00f6r di und achter di, und meis bev\u00f6r du em r\u00f6pst wart he seggn: Hier bin ik, dien Gott, um di to helpen.<\/p>\n<p>Du warst sogar gesund warn, du warst gau gesund warn! \u2013 Ik w\u00fcer nich \u00fcnnersch\u00e4tzen, wat Jesaja dor versprikt: Ik heff Minschen kennenlernt, de schlimm krank ween sind. Over anstatt sik hangen to laaten und sik s\u00fclms to beduern, uk anstatt sik in Kampf und Angst to verleeren, hem de sers Leben \u00e4nnert. Se hem de de richtige Wech funnen. De keemen sik an Gott to holen, de schmeeten um, wat v\u00f6rmals wichti weer und hem n\u00fc anfungen und sers Leben dorbi in Gott sein Hand lecht. Se sind lang nich all gesund worn, over dat wor veel beter und se kunnen dat veel beter utholen und tats\u00e4chli: De l\u00fcchten inwenni, trotz Kummer und Sorch und noch in\u00b4t Starben geben se Licht vun Gott wieder an de, de nablieben.<\/p>\n<p>Probeer dat doch mal anners, secht de Prophet Jesaja, giff dien Leben een n\u00fce Richtung. Unse Predigttext geiht noch wieder. So schrifft he: Wenn du keen een ut dien Meern dukerst und mit Fingers nich na annern wiest und Schlechtes sechst, sonnern wenn du de Hungerigen dien Hard finnen letst und de K\u00fcmmerlichen satt makst, denn wart dien Licht in\u00b4t D\u00fcstern l\u00fcchten und dien D\u00fcstern ward sein as de Middachss\u00fcnn und Gott ward di fast an de Hand holen und di sattmaken, wenn dat knapp is und dien Liev wart he stark maken. Du warst sein as een Gorn, de gut Wader kricht und as een Soot, de dat niemals an Water fehlen deiht.<\/p>\n<p>Jesaja brukt starke W\u00fcrter f\u00f6r een starke Verspreken: Wenn du gut to annern bist, denn wart dat an\u00b4t Ende op di tor\u00fcchfallen, du warst mehr arnten as Korn und Kart\u00fcffeln, du warst inwendi riek sien und een Schatz bi Gott in de Himmel hem. Niemals wedder warst du di utpowert und utnutzt f\u00f6hlen, du warst di f\u00f6hlen as een Gorn, de genuch Water kricht.<\/p>\n<p>Starke Biller brukt de Prophet Jesaja. He gifft uns disse W\u00fcrter mit op de Wech in de Winter. \u201eProbeer dat doch mal ut\u201c, secht he, \u201edeel mit de, de hungeri is, dat Broot, und de keen Dack \u00f6ver\u00b4n Kopp hett &#8211; laat em in.\u201c Laat uns dat doch mal probeeren, leeve Gemeende! Wi holen dat \u00f6ver Winter mal so, wie Jesaja dat secht, und schnacken nicht schlecht \u00f6vernanner und dukern een den annern nich daal, sonnern sitten tosam und nehm uns Tied und helpen een den annern so gut as dat geiht! Dat wart nich umsonst sein, secht Jesaja, jem warn ganz gewiss Licht arnten.<\/p>\n<p>Schulln wi dat nich mal in unse Harden bewegen?<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Inke Raabe<br \/>\n<a href=\"mailto:inkeraabe@freenet.de\">inkeraabe@freenet.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plattdeutsche Predigt | Erntedankfest | 2. Oktober 2005 | Jesaja 58, 7-12 | Inke Raabe | Gnad si mit jem und Freede vun Gott unse Vadder und unse Herr Jesus Christus. 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