{"id":10774,"date":"2005-10-07T19:49:29","date_gmt":"2005-10-07T17:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10774"},"modified":"2025-07-14T13:42:25","modified_gmt":"2025-07-14T11:42:25","slug":"1-korinther-311","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-311\/","title":{"rendered":"1. Korinther 3,11"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Reformationsfest | 31. Oktober 2005 | 1. Korinther 3,11 | Jan <\/span><\/b><b><span style=\"color: #000099;\">Szarek |<\/span><\/b><\/h3>\n<p><strong>\u201eEinen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.\u201c<\/strong> (1. Kor 3,11).<\/p>\n<p>Am heutigen Reformationstag wollen wir Gott gemeinsam danken f\u00fcr das Werk der Erneuerung, wir wollen auch Gottes Wort h\u00f6ren, das die einzige Quelle unseres Glaubens ist. Es hat heute die gleiche Kraft wie im 16 Jahrhundert, als Reformator Martin Luther lebte.<\/p>\n<p>Vor Jahrhunderten hat das Wort Gottes aber nicht nur den Bruder Martin, sondern auch Ulrich Zwingli, Johann Calvin, John Wesley und viele andere anger\u00fchrt. Man kann fast von einer \u201eWolke von Zeugen&#8220; sprechen, deren Erbe &#8211; das Werk der Erneuerung &#8211; wir h\u00fcten und sch\u00fctzen wollen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Reformatoren des 16. Jahrhunderts waren von Gott berufen, um die Kirche seines Sohnes Jesus Christus zu erneuern.<\/p>\n<p>Der Maler Lukas Cranach der J\u00fcngere hat die Reformatoren als Weinleser im Weinberg, dem Symbol der Kirche, dargestellt, das Bild h\u00e4ngt heute in der Schlosskirche zu Wittenberg.<\/p>\n<p>Am 31. Oktober gedenken wir vor allem Martin Luthers, der im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die T\u00fcr der Schlosskirche in Wittenberg genagelt hatte. Sie haben die Reformation eingeleitet. Sein ganzes Leben lang, hat Martin Luther um die Erneuerung der Kirche gek\u00e4mpft, und am Reformationstag wird sein Werk von den Evangelischen besonders geehrt.<\/p>\n<p>Martin Luther war eine starke Pers\u00f6nlichkeit, ein hervorragender Theologe, ein guter Redner &#8211; kurz gesagt ein bedeutender Mann, der in die Geschichte ein gegangen ist.<\/p>\n<p>Ist Martin Luther nur eine historische Gestalt? Oder hat sein Werk auch heute noch G\u00fcltigkeit? Was f\u00fcr eine Bedeutung hat die Reformation des 16 Jahrhunderts f\u00fcr die Christen von heute, und nicht nur f\u00fcr die Christen?<\/p>\n<p>Martin Luther war auf der Suche nach dem Fundament und dem Sinn des Lebens. Er stellte lebenswichtige Fragen, die unabh\u00e4ngig waren von Zeit und Ort. Mit Verwunderung stellen wir fest, dass die Menschen auch noch heute, im 20. Jahrhundert, auf der Suche sind, im Dunkeln tappen und keine Antwort auf ihre Fragen finden . Was die Welt zu bieten hat, kann diesen Hunger nicht stillen und die Leere des Herzens nicht ausf\u00fcllen. Es gibt n\u00e4mlich nur eine Antwort, und zu finden ist sie in der Heiligen Schrift. Sie hei\u00dft Jesus Christus.<\/p>\n<p>Martin Luther und die Reformatoren haben die Bibel eingehend studiert. Sie haben festgestellt, dass der Mensch gar nicht suchen muss, weil er n\u00e4mlich schon gefunden wurde, erl\u00f6st aus Gnade. Wer an Jesus Christus glaubt der uns mit Gott vers\u00f6hnt hat durch seinen Kreuzestod- wird von der Strafe f\u00fcr seine S\u00fcnden befreit. Nur durch Christus k\u00f6nnen wir vor Gott bestehen.<\/p>\n<p>Das ist die umw\u00e4lzende Botschaft der Reformation. Luther hat in Gottes Wort die volle Wahrheit \u00fcber den Menschen gefunden. Er hat erkannt, dass der Weg von jemandem, der Gott \u00fcber die eigenen Leistungen und Verdienste sucht, ins Nichts f\u00fchrt. Diese Entdeckung hatte f\u00fcr Luther zur Folge, dass von da an einzig Christus das Glaubensfundament, das Ziel allen Strebens war. In Christus hatte er den Sinn seines Lebens gefunden.<\/p>\n<p>Der Verk\u00fcndigung des Evangeliums ordneten die Reformatoren alles andere unter, ihre Predigten, Kommentare, Vortr\u00e4ge, Briefe dienten der einen Wahrheit: <em>Es gibt kein anderes Fundament des Glaubens au\u00dfer dem einen, das schon gelegt ist &#8211; Jesus Christus<\/em>.<br \/>\nDer Apostel Paulus hebt dies in seinem zitierten Brief besonders hervor.<\/p>\n<p>Martin Luthers Leben wurde von Jesus Christus beherrscht. So hat ihn Lukas Cranach auf einem seiner Bilder dargestellt &#8211; auf der Kanzel stehend, mit der ausgestreckten Hand auf Christus, den gekreuzigten, als Quelle des Lebens weisend.<\/p>\n<p>Wenn wir heute der Reformatoren und ihres Werkes gedenken, tun wir das im Bestreben, ihrem Beispiel zu folgen und der ganzen Welt, das Fundament unseres Seins, Sinn und Ziel unseres Lebens aufzuzeigen.<\/p>\n<p>F\u00fchlen evangelische, wir Erben der Reformation in uns die Kraft von Gottes Wort? Ist es noch das \u201eallerheiligste Evangelium der wahre Schatz der Kirche\u201c \/These 62\/.<\/p>\n<p>Sind wir noch bereit sein Wort zu verk\u00fcnden und f\u00fcr ihn zu leiden? Sind wir &#8211; wie Luther, Calvin und Wesley &#8211; lebendige Zeugen des Evangeliums?<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte, dazu fehlt uns der Mut. Wir haben Angst zu sagen, wer wir sind; wir leben in der Defensive, wir sprechen nicht von unserem Glauben, wir riegeln uns von unseren Kirchengemeinden ab; wie Schnecken verkriechen wir uns im Schneckenhaus. Wir sollten aber wissen, dass die Welt auf unser Zeugnis wartet. Wenn wir uns zur\u00fcckhalten, ist es ebenso, als w\u00fcrden wir unserem Bruder die Quelle nicht zeigen, die wir in der W\u00fcste gefunden haben. So d\u00fcrfen wir nicht handeln.<\/p>\n<p>Wir haben die lebensspendende Quelle gefunden. Wir wissen, dass sie das einzige ist, worauf wir uns verlassen k\u00f6nnen &#8211; Jesus Christus. Wir k\u00f6nnen zwar die Probleme der Welt nicht l\u00f6sen, aber wir haben Jesus Christus; er ist unsere Hoffnung. Auf ihn vertrauen wir, denn er kennt das Schicksal dieser Welt. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Mit Ihm k\u00f6nnen wir in dieser Welt Zeichen der Hoffnung setzen.<\/p>\n<p>Oft fragen wir uns: Wie soll die Kirche unserer Zeit aussehen? Ist nicht eine neue Reformation n\u00f6tig? Die Antwort darauf finden wir bei Luther, der von der Kirche gesagt hat, man erkenne sie nicht an Auserlichkeiten, sondern an zwei wichtigen Merkmalen:<br \/>\nDie Kirche glaube an Christus, und durch diesen Glauben werde sie erl\u00f6st.<br \/>\nUnd das zweite &#8211; die Kirche ist dem\u00fctig, sie schenke sich anderen und vergebe.<br \/>\nDiese Feststellung hat immer noch ihre G\u00fcltigkeit.<\/p>\n<p>Vorbild und Erfahrungen der Reformatoren sowie anderer Glaubenszeugen k\u00f6nnen uns behilflich sein, Jesus nachzufolgen. Von ihnen k\u00f6nnen wir lernen, Zeugnis abzulegen in Wort und Tat. Das ist n\u00f6tig, wenn die im 16. Jahrhundert entdeckte Wahrheit in jedes suchende Herz fallen soll. Darum sind die Worte des Apostels Petrus auch an uns, an die Erben der Reformation gerichtet:<\/p>\n<p>\u201eHeiligt den Herr Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert \u00fcber die Hoffnung, die in euch ist.&#8220; (1. Petr3,15).<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr uns als J\u00fcnger Christi ist darin, die Gute Nachricht zu einer wichtigen Nachricht werden zu lassen, die das Leben der Menschen in der heutigen Welt ver\u00e4ndert.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Bischof iR.<br \/>\nJan Szarek<br \/>\nUl.Starobielska 13<br \/>\nPL-43-300 Bielsko-Bia\u0142a<br \/>\n<a href=\"mailto:j.szarek@luteranie.pl\">j.szarek@luteranie.pl<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reformationsfest | 31. Oktober 2005 | 1. Korinther 3,11 | Jan Szarek | \u201eEinen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.\u201c (1. Kor 3,11). 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