{"id":10796,"date":"2005-11-07T19:49:12","date_gmt":"2005-11-07T18:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10796"},"modified":"2025-07-01T18:04:13","modified_gmt":"2025-07-01T16:04:13","slug":"lukas-16-1-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-16-1-9\/","title":{"rendered":"Lukas 16, 1-9"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres (Volkstrauertag) | 13. November 2005 | Lukas 16,1-9 | Thomas Bautz |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>\u201e<strong>Sich Freunde machen mit dem ungerechten Mammon\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">(1)<\/a> &#8211; und Geld macht doch gl\u00fccklich!<br \/>\n<\/strong><br \/>\nLiebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Lukas l\u00e4\u00dft Jesus seinen J\u00fcngern ein Gleichnis erz\u00e4hlen.<br \/>\nGleichnisse sind ansprechende Texte. Die Beispielerz\u00e4hlung vom barmherzigen Samariter bringt auf eindr\u00fcckliche Weise zur Sprache, was es hei\u00dft, einem anderen zum N\u00e4chsten zu werden.<br \/>\nDas Gleichnis von den hundert Schafen, von denen sich eins verirrt hat und dem der Hirte nachgeht, bis er es findet, weckt die Hoffnung, dass Gott die Menschen nicht allein und sich selbst \u00fcberl\u00e4\u00dft. Oder das Gleichnis vom Senfkorn, das klein und unscheinbar ist und doch zugleich ahnen l\u00e4\u00dft, was aus ihm werden kann, wenn man es aufgehen und gedeihen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Jesus erz\u00e4hlt auch anst\u00f6\u00dfige Gleichnisse, indem er dort Figuren erz\u00e4hlerisch einbaute, die den Zuh\u00f6rern entweder suspekt erscheinen m\u00fcssen, oder die landl\u00e4ufig ohnehin als Betr\u00fcger oder Gauner bekannt waren \u2013 z.B. Hirten, Prostituierte oder Z\u00f6llner.<br \/>\nDiesmal beginnt das Gleichnis scheinbar unverf\u00e4nglich:<\/p>\n<p>\u201eIrgendein Mensch war reich, der hatte einen Verm\u00f6gensverwalter \u2013 einen \u201e\u00d6konom\u201c.<\/p>\n<p>Doch wird mit diesem Anfang bei den J\u00fcngern und erst recht bei den sp\u00e4teren Lesern des Evangeliums nach Lukas die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung gelenkt. Denn die spannungsgeladene Beziehung von \u201ereich\u201c und \u201earm\u201c bei Lukas bzw. die Art und Weise, wie Jesus das Verh\u00e4ltnis von Reichtum und Reich Gottes betrachtet, ist hinreichend bekannt.<br \/>\n\u201eEin Reicher\u201c \u2013 wer auch immer: Beruf, Alter, biographische Hintergr\u00fcnde sind unwichtig; er selbst spielt in diesem Gleichnis nur eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt steht sein \u201e\u00d6konom\u201c, der einem berechtigten Korruptionsverdacht anheimf\u00e4llt und daraufhin um seine fristlose Entlassung f\u00fcrchtet. Eilends holt der Verwalter noch seine Kohle[n] aus dem Feuer, indem er die Schuldner seines Chefs insofern zufriedenstellt, als er ihnen den Zinssatz plus Versicherung der jeweiligen Waren pro anno erl\u00e4\u00dft.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"> (2) <\/a> Die Erwartung des korrupten Wirtschaftlers, von den Schuldnern sp\u00e4ter sozusagen mit offenen Armen empfangen zu werden, erscheint unrealistisch. Darauf kommt es offenbar auch nicht an, zumal der \u2013 ehemals betr\u00fcgerisch verfahrende \u2013 Verwalter von seinem Chef wegen seines <em>klugen<\/em> Verhaltens prompt gelobt wird. Der Leser k\u00f6nnte vermuten, dass der \u00d6konom damit sogar rehabilitiert ist und ihm keine Entlassung mehr droht.<br \/>\nIn jedem Fall will der Erz\u00e4hler des Gleichnisses auf etwas Entscheidendes und jede gewohnte wirtschaftliche Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit zun\u00e4chst sprengendes Verhalten hinaus:<\/p>\n<p>\u201eUnd ich sage euch: Schafft euch selbst Freunde mit dem ungerechten Mammon &#8230;\u201c.<br \/>\nWir sollten nicht au\u00dfer Acht lassen: Adressaten sind die J\u00fcnger \u2013 also die unmittelbare Gefolgschaft des Nazareners. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Nachfolge Jesu. Und \u2013 anst\u00f6\u00dfig genug \u2013 in diesem Zusammenhang geht es um das <em>Verh\u00e4ltnis zum Geld<\/em>.<\/p>\n<p>Jesus lobt das pragmatische Denken und Handeln des Verwalters: der Mann hat wenigstens Verstand und macht das Beste aus seiner Situation! \u2013 Der Mann aus Nazareth setzt noch einen drauf und erlaubt sich eine Schlussfolgerung, die absolut provozierend wirkt, wenn man sie bei Licht betrachtet:<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberhaupt ist es doch so: Die Kinder dieser Welt(zeit)\/ dieses \u00c4ons verhalten sich untereinander allemal kl\u00fcger, als die Kinder des Lichts\/ die Kinder Gottes [?] untereinander verfahren.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Urteil oder diese Anschauung entspricht guter alttestamentlicher Tradition; man denke nur an die peinliche Geschichte, die von Abram [sp\u00e4ter Abraham genannt] erz\u00e4hlt wird, worin er seine eigene Frau dem Pharao gegen\u00fcber als Schwester ausgibt und dieser ihn sp\u00e4ter blo\u00dfstellt.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">(3) <\/a><br \/>\nZwar f\u00fcrchtete Abram um sein Leben, weil er meinte, die \u00c4gypter w\u00fcrden ihm seine sch\u00f6ne Frau neiden und ihn deswegen beseitigen. Doch stellen Vernachl\u00e4ssigung und Gewalt nach biblischem Verst\u00e4ndnis permanente Bedrohungen aller Arten von Liebe dar, so dass Abram sein eigenes Leben mehr \u201eliebte\u201c als dasjenige seiner Frau. Man k\u00f6nnte ihn auch schlicht einen Feigling nennen. Jedenfalls handelt der Pharao \u2013 der offenbar den \u201eGott der Hebr\u00e4er\u201c f\u00fcrchtet \u2013 besonnen und gibt Abram und seiner Frau freies Geleit.<\/p>\n<p>Aber noch ein Wort zur Klugheit im Sinne von Be<em>sonnen<\/em>heit:<\/p>\n<p>Gott l\u00e4\u00dft <em>seine Sonne<\/em> scheinen \u00fcber B\u00f6se und Gute. Deshalb solle man nicht zu schnell urteilen.<\/p>\n<p>Wer gilt dann als \u201eKind dieser Welt(zeit)\u201c und wer als \u201eKind des Lichts\u201c? Woran mi\u00dft Jesus die Teilhaberschaft am Reich Gottes? \u2013 Denn darauf kommt es ja wohl in seiner Nachfolge an:<br \/>\n\u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch solches alles hinzu getan werden\u201c [Mt 6,33].<\/p>\n<p>Doch wie schwer f\u00e4llt es, im Leben nicht \u201enieder-tr\u00e4chtig\u201c zu werden, indem man das Geld \u2013 damals: das Silber \u2013 mehr liebt oder sogar geldgierig wird.<br \/>\nPink Floyd kommt mit der Ausdruckskraft einer Rockband der Wahrheit sehr nahe:<br \/>\n\u201e<em>Money is the root of all evil<\/em>\u201c \u2013 nur ist es nicht unbedingt das Geld als solches, sondern der Umgang mit dem Geld bzw. wie wir uns zum Geld verhalten. Man sollte heute singen:<br \/>\n\u201e<em>The love of money<\/em><em>is the root of all evil<\/em>.\u201c \u2013 \u201e<em>Die Liebe zum Geld ist die Wurzel alles B\u00f6sen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Habgier bedeutet den Ruin und letztlich sogar den Tod einer Gesellschaft. Mangelnde Solidarit\u00e4t, unverminderter Glaube [!] \u2013 wider alle Vernunft \u2013 an Wirtschaftswachstum, unrealistische Aus-blendung der demographischen Entwicklung in unserer Gesellschaft, Sparen am falschen Ende \u2013 vor allem aber die \u2013 spirituell gesehen \u2013 v\u00f6llig unverst\u00e4ndliche, nahezu verblendete Anschauung, durch materiellen Wohlstand allein dem Leben einen Sinn oder gar die Sinnerf\u00fcllung abringen zu k\u00f6nnen. Welch eine Illusion, welch ein gewaltiger Fetischismus! Ein Wort von Martin Luther wird gern zitiert: \u201e<em>Das woran du dein Herz h\u00e4ngst, das ist dein G\u00f6tze<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>G\u00fcnter Anders \u2013 ein Philosoph, der 15 Jahre lang seine Knochen als Fabrikarbeiter in USA geschunden hat \u2013legt bereits 1947 in seinem zweib\u00e4ndigen Werk \u201eDie Antiquiertheit des Menschen mit nachvollziehbaren Argumenten dar, wie wir Menschen in den westlichen Industriel\u00e4ndern l\u00e4ngst Sklaven unserer eigenen, von uns geschaffenen Produkte geworden sind.<br \/>\nDas Christentum hat \u2013 bis auf die im Laufe seiner Geschichte immer wieder f\u00fcr jeweils kurze Zeit aufkeimenden Armutsbewegungen und seiner lobenswerten Beitr\u00e4ge im Sozialen und im Diakonischen \u2013 die Entwicklung eines immer einseitiger werdenden Kapitalismus und Mammonismus leider auch unterst\u00fctzt, als das es seiner Salzfunktion gesellschaftlich konsequent nachgekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>In der theologischen, wissenschaftlichen Bibelauslegung wird z.T. noch bis dato die Jesus-bewegung, wie sie in den Evangelien des Neuen Testaments durchschimmert, als \u201eWander-radikalismus\u201c bezeichnet. Manche Pfarrer sprechen verharmlosend vom \u201elieben Jesus\u201c, und einige bekennen offen, wenn man sie zu ihrem Verh\u00e4ltnis zum Geld befragt: \u201eDavon kann ich nicht genug haben.\u201c \u2013 Dabei br\u00e4uchten wir uns gar nicht zu \u201eRadikalinskis\u201c aufschwingen. Wenn wir nur (wieder) lernten, ein wenig loszulassen und die Bereitschaft entwickelten, bescheidener zu leben; mehr solidarisches Bewusstsein und phantasievolles, hilfreiches Eintreten f\u00fcr andere entwickelten, dann w\u00e4re schon viel erreicht. Auf dem Rheinischen Pfarrertag am 07. November 2005 in Bonn warb ein Fachmann f\u00fcr \u00f6konomische Fragen und Problemstellungen im Rahmen einer scharfsinnigen Analyse wieder f\u00fcr das <em>Teilen<\/em> in der Gesellschaft.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"> (4) <\/a><\/p>\n<p>Nun gestatten Sie bitte, dass ich einmal pers\u00f6nlich von mir rede: Ich bin selbst Pfarrer, und ich bekenne, dass ich mir auch \u2013 oft genug \u2013 Gedanken um die Existenzsicherung f\u00fcr meine Familie mache: Meine Frau studiert noch, und wir haben einen S\u00e4ugling von ca. 10 Wochen. Ich habe zwar \u201enur\u201c einen Besch\u00e4ftigungsauftrag mit 75% und werde vermutlich bis zu meiner Pensionierung keine Stelle mehr erhalten, um auf 100% zu kommen. Aber ich darf im Auftrag meiner Landeskirche als wissenschaftlicher Mitarbeiter etwas f\u00fcr die Praktische Theologie und auch f\u00fcr die Diakoniewissenschaft beitragen. Ich teile gern mein Wissen mit anderen, recherchiere f\u00fcr sie und empfehle weiterf\u00fchrende Literatur und leiste andere Hilfestellungen.<br \/>\nMir steht eine bescheidene und warmherzige Frau zur Seite, die urspr\u00fcnglich aus Georgien\/ Kaukasus stammt. Dort wei\u00df man, was Armut im wirtschaftlichen Sinne bedeutet. Ihre Geschwister z.B. finden dort keine Arbeit; sie bleiben trotzdem in ihrer Heimat. Die Eltern meiner Frau sind zwar Lehrer, haben aber kein garantiertes, regelm\u00e4\u00dfiges Einkommen. Wie gern w\u00fcrden wir ihnen besser helfen, als nur ab und zu etwas Geld zu schicken.<br \/>\nAber dennoch sind wir gl\u00fccklich und zufrieden. Wir freuen uns an unserem s\u00fc\u00dfen kleinen Sohn; wir erfreuen uns an unserer gegenseitigen aufrichtigen, wenn auch immer wieder erk\u00e4mpften Liebe. Aber so ist es eben im Leben: Niemandem wird etwas geschenkt, au\u00dfer \u2013 und das ist zun\u00e4chst das H\u00f6chste \u2013 dem Leben selbst. Und \u2013 liebe Gemeinde \u2013 wenn ich es recht bedenke, wird manchem <em>doch<\/em> vieles geschenkt: der Partner\/ die Partnerin, ein Kind oder sogar mehrere, die Eltern und Gro\u00dfeltern, die wir uns auch nicht \u201eaussuchen\u201c konnten \u2013 eben die Familie, in die wir hinein geboren wurden; dazu auch die Heimat, unsere Kultur, unsere Muttersprache, unsere Mitmenschen, unsere Religion; die Natur: die Tier- und Pflanzenwelt, die uns umgibt, so sehr wie sie schon einged\u00e4mmt, gez\u00e4hmt und z.T. sogar zerst\u00f6rt, aber \u2013 Gott sei es gedankt \u2013 noch nicht endg\u00fcltig bezwungen oder gar vernichtet haben; der Himmel \u00fcber uns und das moralische Gesetz \u2013 das Gewissen \u2013 in uns. Und vieles andere mehr. Ist das alles \u201enichts\u201c, verehrte Gemeinde?<\/p>\n<p>Was z\u00e4hlt dagegen das Geld \u2013 der Mammon?! Wie oder womit wollen wir dem Sch\u00f6pfer \u2013 gelobt sei sein unaussprechlicher Name \u2013 all das zur\u00fcckzahlen, was er uns so gro\u00dfz\u00fcgiger und weitherzigerweise geschenkt und geliehen hat? Ja, eine Leihgabe ist doch letztlich unser aller Leben.<br \/>\nGeliehen sind uns Partner und Kinder; Partner k\u00f6nnen uns verlassen; manchmal geschieht das sogar im Frieden und gegenseitigem Einvernehmen. Kinder werden selbst Erwachsen und gehen dann ihre eigenen Wege, und das ist gut so. Wenn ein Vertrauensverh\u00e4ltnis bestanden hat, werden wir sie nicht verlieren, sie werden sich uns weiterhin zugeh\u00f6rig f\u00fchlen \u2013 im weitesten Sinne; aber sie geh\u00f6ren uns nicht, sie waren nie unser Eigentum, \u2013 auch Ehepartner nicht.<\/p>\n<p>Ernesto Cardenal schrieb einmal, nur Gott lie\u00dfe sich wirklich besitzen; ja, er wolle von uns in Besitz genommen werden. Das meinte er nat\u00fcrlich spirituell: Nur Gott \u2013 wie Geistiges und Geistliches \u00fcberhaupt \u2013 l\u00e4\u00dft sich derart verinnerlichen, dass niemand es Dir rauben kann.<\/p>\n<p>Deshalb empfahl der Nazarener, dass wir uns \u201eSch\u00e4tze im Himmel\u201c sammeln sollen, und nicht \u2013 wie \u00fcbrigens auch in einem Gleichnis warnend erz\u00e4hlt \u2013 wie der t\u00f6richte Reiche alles (in der Scheune) anh\u00e4ufen. Drastisch hei\u00dft es dort am Ende (auch bei Lukas):<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">(5)<\/a><\/p>\n<p>\u201eDu Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zur\u00fcckfordern. Wem wird dann all das geh\u00f6ren, was du angeh\u00e4uft hast? So geht es jedem, der nur f\u00fcr sich selbst Sch\u00e4tze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.\u201c<\/p>\n<p>Man spricht oder sprach schon mal gelegentlich vom \u201eschn\u00f6den Mammon\u201c, aber das h\u00f6rt sich vergleichsweise harmlos an, wenn wir den gesamten Kontext bei Lukas oder auch nur das Kapitel 16, aus dem das geh\u00f6rte\/ gelesene Gleichnis stammt, vor Augen haben:<\/p>\n<p>Es handelt sich um \u201edie explosivsten Texte seines Evangeliums \u2013 ein Synthese \u00fcber Ausbeutung, Wucher, Vergeudung, Ungerechtigkeit und Versklavung durch Reichtum und G\u00fcter\u201c. Dabei geht es in der Hauptsache um die Entlarvung der Geldgier, und peinlicherweise nennt Lukas als einen <em>Typus<\/em> ausgerechnet denjenigen der \u201ePharis\u00e4er\u201c, die er allerdings auch noch als selbstgerecht bezeichnet.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"> (6)<\/a><br \/>\nVielleicht erscheint es ein wenig \u00fcbertrieben, aber gewisserma\u00dfen lie\u00dfen sich doch einige Kriterien f\u00fcr eine alternative <em>Wirtschaftsethik<\/em> aus dem Evangelium nach Lukas ableiten.<\/p>\n<p>In einer Gesellschaft, in der Geld zum Selbstzweck geworden ist, statt Mittel zum Zweck zu sein, brauchen wir verst\u00e4rkt Menschen, die wieder bereit werden, Geld als Mittel zur F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung anderer, insbesondere der sog. Schw\u00e4cheren einzusetzen. Ich spreche bewusst von <em>sogenannten<\/em> Schw\u00e4cheren, weil mir die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr \u201estark\u201c und \u201eschwach\u201c in unserer Gesellschaft allzu suspekt erscheinen.<\/p>\n<p>Machen wir uns Freunde mit dem ungerechten Mammon. Und werden wir gl\u00fccklich dabei! \u2013 Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>(1) Laut Perikopenbuch wie auch den Predigtstudien entsprechend geh\u00f6rt V. 9 fakultativ mit zur Perikope. \u2013 Wir bauen homiletisch auf eine <em>praktische<\/em> Exegese und stimmen der Auffassung zu, dass der Schwerpunkt in der <em>Anwendung<\/em> des Gleichnisses in V. 9 liegt; vgl. Hans-Hermann H\u00fccking: Haushalter der guten Gaben Gottes. Lukas 16,1\u20138 (9). A, Predigtstudien. Perikopenreihe III. Zweiter Halbband (2005), 240\u2013243: 241.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><\/a>(2) Vgl. Ren\u00e9 Kr\u00fcger: Gott oder Mammon. Das Lukasevangelium und die \u00d6konomie (1997), 21; Zitat bei H\u00fccking: Predigtstudien. Perikopenreihe III. Zweiter Halbband (2005), 241, 243.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><\/a>(3) Gen 12,10 -20: 13ff, 18ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><\/a>(4) Cf. Meinhard Miegel: Epochenwende (2005); M. Miegel: Die deformierte Gesellschaft ( 42005), passim.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><\/a>(5) Lk 12,13\u201321: 20f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><\/a>(6) H\u00fccking: Predigtstudien (2005), 240.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Thomas Bautz<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres (Volkstrauertag) | 13. November 2005 | Lukas 16,1-9 | Thomas Bautz | \u201eSich Freunde machen mit dem ungerechten Mammon\u201c(1) &#8211; und Geld macht doch gl\u00fccklich! Liebe Gemeinde! Lukas l\u00e4\u00dft Jesus seinen J\u00fcngern ein Gleichnis erz\u00e4hlen. 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