{"id":10832,"date":"2005-11-07T19:49:24","date_gmt":"2005-11-07T18:49:24","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10832"},"modified":"2025-05-13T11:03:46","modified_gmt":"2025-05-13T09:03:46","slug":"sprueche-1438","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/sprueche-1438\/","title":{"rendered":"Spr\u00fcche 14,38"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"center\">Predigtreihe &#8222;Evangelische Lebenskunst&#8220; | Bu\u00df- und Bettag 2005 | Spr\u00fcche 14,38 | Alwine Slenczka |<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong>Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk, S\u00fcnde ist der Leute Verderben. (Spr\u00fcche 14,38)<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Mit einer Gro\u00dfpackung Waschmittel wirbt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck f\u00fcr den Bu\u00df und Bettag. Damit macht sie deutlich: Der Bu\u00df- und Bettag ist einem Waschmittel vergleichbar, dass sie unbedingt erwerben m\u00fcssen. Urspr\u00fcnglich sollte der Bu\u00df- und Bettag der Tag sein, an dem die Gemeinde wegen ihrer Verfehlungen um Gottes Barmherzigkeit gebeten hat. Die Gemeinde, das Volk, soll also rein gewaschen werden. Denn im reinen Zustand geht es dem Volk gut &#8211; so der Traum: <em>Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk<\/em>.<\/p>\n<p>Wenn die CDU sich mehr um Gerechtigkeit gek\u00fcmmert h\u00e4tte, anstatt von Wettbewerb zu reden, dann h\u00e4tte sie in der Wahl vielleicht besser abgeschnitten &#8211; so wurde im Nachgang zur Wahl spekuliert. Wenn Arbeit gerecht verteilt und Renten in gerechter Weise ausbezahlt w\u00fcrden, ginge es den Menschen besser. <em>Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk<\/em>. Deutschland st\u00fcnde in der Zufriedenheit des Volkes besser da, schnitte im Vergleich mit anderen L\u00e4ndern besser ab. Aber um Gerechtigkeit in einem ganzen Volk zu verteilen, da brauchte es Waschmittelberge ohne Ende, kaum auszudenken, welche Massen.<\/p>\n<p>Stopp! K\u00f6nnen wir \u00fcberhaupt so global und \u00fcbergreifend vom Volk reden? Kann es in einem Volk jemals so viel Gerechtigkeit geben, dass dieses Volk strahlend wie auf einem Berg erh\u00f6ht, f\u00fcr alle sichtbar, bewundert wird? Besteht ein Volk nicht aus vielen einzelnen Menschen, die alle ihre eigenen Probleme mit &#8218;Gerechtigkeit&#8216; haben?<\/p>\n<p><em>Die S\u00fcnde ist der Leute Verderben. <\/em>S\u00fcnde betrifft nicht nur das ganze Volk an sich, S\u00fcnde h\u00e4ngt an den Leuten, an jedem Einzelnen, so, wie der Dreck zum Leben geh\u00f6rt. Die S\u00fcnde klebt wie der Dreck an den H\u00e4nden, schleicht sich unter die Fu\u00dfsohlen und mischt sich ins Essen. Aber was tut sie da? Sie gef\u00e4hrdet das Leben. Sie f\u00fchrt zum Verderben. Kommt Schmutz in die Wunde, dann entz\u00fcndet sie sich. Bakterien verbreiten sich und tragen Keime in den K\u00f6rper. Die S\u00fcnde &#8211; der Dreck. Gerechtigkeit geh\u00f6rt zu Gott, die S\u00fcnde zu uns.<\/p>\n<p>Wie der Dreck ist die S\u00fcnde da, wo wir versuchen uns rein zu waschen. Wo wir uns aus eigener Kraft sauber machen. Wie flott und gr\u00fcndlich das geht: &#8222;Nein, ich brauche Dich nicht, Gott. Ich schaffe und wirke vor mich hin, sieh nur, wie gut ich das tue.&#8220; Auch mit Selbstzweifeln l\u00e4sst es sich gut reinigen: &#8222;Ich selbst kann ja nichts, habe nichts gelernt und bin nichts wert &#8211; bitte verlange nur ja nichts von mir, du siehst ja, ich kann nicht f\u00fcr mich einstehen.&#8220; Sind es nicht Gottes Gaben, die er dir geschenkt hat? Ist es nicht sein Verdienst, dass du jeden Morgen neu aufstehen darfst? Aber du leugnest, dass er dich mit Gaben ausgestattet hat, mit F\u00e4higkeiten zum Dienst f\u00fcr ihn. Du versteckst dich lieber hinter deinen Selbstzweifeln. Und so ist das Leben Tag f\u00fcr Tag gef\u00e4hrdet. Weil wir uns rein waschen wollen aus eigener Kraft, uns am eigenen Schopf aus dem Schmutz ziehen wollen. Und alle Energien daf\u00fcr aufwenden, um vorbei zu leben am Leben &#8211; am Leben, das doch Gott uns geschenkt hat, am Leben, das &#8217;sauber&#8216; ist.<\/p>\n<p>Und doch ist die Sehnsucht da nach diesem Leben voller Sauberkeit. Pilatus versucht seine H\u00e4nde in Unschuld zu waschen. Er will nichts zu tun haben mit dem Blut Christi. Menschen mit Waschzwang m\u00fcssen sich zwanghaft die H\u00e4nde oder den K\u00f6rper waschen, um abzuwaschen, was sie Schreckliches erlebt haben.<\/p>\n<p><em>Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk.<\/em> Es ist nicht das Waschmittel, welches das Volk erh\u00f6ht. Gott erh\u00f6ht das Volk. Er schenkt die Gerechtigkeit. Er sieht mich an mit meinem ganzen Dreck. Der Vater nimmt den Sohn, der in seinen lumpigen und schmutzigen Kleidern nach Hause kommt, in die Arme. Ohne R\u00fccksicht darauf, dass er sich selbst dreckig machen k\u00f6nnte, umarmt Gott den verlorenen Sohn. Er nimmt mich mit meiner Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und meinen Selbstzweifeln in den Arm ohne R\u00fccksicht darauf, dass ich es eigentlich nicht wert bin: <em>Wasche mich rein von meiner Missetat und reinige mich von meiner S\u00fcnde<\/em> (Ps 51,4), &#8222;sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund&#8220;. Wenn ich Gott um seine Hilfe bitte, dann akzeptiere ich, dass ich Gottes Hilfe brauche, um mich von meinem Dreck zu befreien. Dann stehe ich zu meinem Schmutz, verstecke meine S\u00fcnde nicht. Und nehme neues Leben aus Gottes Hand.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrerin Dr. Alwine Slenczka<br \/>\nSudetenstr. 5<br \/>\n34613 Schwalmstadt<br \/>\n<a href=\"mailto:a.slenczka@gmx.de\">a.slenczka@gmx.de <\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe &#8222;Evangelische Lebenskunst&#8220; | Bu\u00df- und Bettag 2005 | Spr\u00fcche 14,38 | Alwine Slenczka | Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk, S\u00fcnde ist der Leute Verderben. (Spr\u00fcche 14,38) Liebe Gemeinde! Mit einer Gro\u00dfpackung Waschmittel wirbt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck f\u00fcr den Bu\u00df und Bettag. 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