{"id":10871,"date":"2021-02-07T19:49:07","date_gmt":"2021-02-07T19:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10871"},"modified":"2023-02-02T10:53:24","modified_gmt":"2023-02-02T09:53:24","slug":"2-korinther-1-18-22-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-korinther-1-18-22-4\/","title":{"rendered":"2. Korinther 1, 18-22"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">4. Sonntag im Advent, 18. Dezember 2005<br \/>\nPredigt \u00fcber 2. Korinther 1, 18-22, verfasst von Anne T\u00f6pfer (Nairobi) <\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p><strong>Liebe Gemeinde<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Ja und Amen!<br \/>\n<\/strong> Ja und Amen \u2026 wann sagen wir das? \u2026<br \/>\nSelten ist etwas in unserem Leben so sicher, das diese Worte leicht \u00fcber die Lippen kommen.<\/p>\n<p>Viel \u00f6fter sind wir hin und her gerissen \u2026<br \/>\nJa, aber &#8230; Jein &#8230;<br \/>\nEs ist nicht immer so eindeutig und so einfach JA zu sagen.<br \/>\nJA und NEIN geh\u00f6ren zu uns.<br \/>\nUnd wer nicht NEIN sagen kann, der bekommt auch Probleme.<br \/>\nDieser kleine Sprachfehler, dieses eine W\u00f6rtchen NEIN nicht zu kennen oder nicht aussprechen zu k\u00f6nnen, kann das Leben schwer machen.<br \/>\nZusagen zu machen, ohne zu wissen, wie auch das noch gemacht werden soll. Und hinterher der \u00c4rger \u00fcber einen <strong>selbst<\/strong>, weil alles zu viel wird, f\u00fcr manche gerade in der Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten.<br \/>\nManchmal ist eine Folge dieses Sprachfehlers auch, der Zorn hinterher auf die <strong>anderen<\/strong>, die so etwas auch noch verlangen konnten.<\/p>\n<p><strong>2. Zu unserem Leben geh\u00f6ren JA und NEIN<br \/>\n<\/strong> \u2026 hassen und lieben<br \/>\n\u2026 gut und b\u00f6se<br \/>\n\u2026 Freude und Trauer<\/p>\n<p><strong>a) In uns<br \/>\n<\/strong> Heute mehr als fr\u00fcher lernen wir und wissen wir, das zu uns als Menschen beides geh\u00f6rt, das JA und das NEIN<br \/>\n\u2026 aggressio und libido \u2026 Aggression und Liebe \u2026<br \/>\n\u2026 Ying und Yang \u2026<br \/>\n\u2026 die zwei Seiten.<\/p>\n<p>Wer nicht NEIN sagen kann, kann auch nicht richtig JA sagen, kennt das JA nicht in der Tiefe der Liebe und Zustimmung, die darin liegt.<br \/>\nDas Verh\u00e4ltnis von Eltern und Kindern ist ein Beispiel daf\u00fcr. Wer liebt \u2013 wie Eltern ihre Kinder lieben -, wei\u00df, dass beides zu seiner Zeit seinen Platz hat.<\/p>\n<p><strong>b) in unserer Welt<br \/>\n<\/strong> In unserer Welt leiden viele am NEIN \u2026 Krieg und Hunger \u2026 Korruption und Gier nach Macht \u2026<br \/>\nAufgrund solcher Erfahrungen ist der Wunsch nach dem JA gro\u00df. Die Sehnsucht, dass es auch anders gehen kann \u2026 der Wunsch nach Ablehnung des Unguten.<\/p>\n<p>Im allt\u00e4glichen Erleben von NEIN und Ablehnung, von Zerst\u00f6rung und Ungerechtigkeit wird der Wunsch nach dem JA, nach einer Wendung zum Guten in all dem NEIN st\u00e4rker.<br \/>\nViele Menschen, mich eingeschlossen, w\u00fcnschen sich wenigstens ein bisschen mehr JA, damit ein wenig mehr vom Himmel auf Erden sp\u00fcrbar\/erlebbar wird.<\/p>\n<p>Vor allem im Advent, in der Vorbereitung auf Weihnachten \u2026 dem Fest des Friedens, das es f\u00fcr viele noch immer ist, auch wenn sie mit der biblischen Botschaft von Weihnachten kaum noch etwas anzufangen wissen, oder sie gar nicht mehr kennen \u2026 aber dieser Wunsch nach Frieden, der Wunsch nach dem JA f\u00fcr diese Welt und f\u00fcr uns Menschen hat sich eingebrannt in unsere Herzen.<\/p>\n<p><strong>c) Warum eigentlich: Fest des Friedens?<br \/>\n<\/strong> Die Umst\u00e4nde damals waren alles andere als friedlich und menschenfreundlich \u2026 Volksz\u00e4hlung \u2026 diktiert von oben \u2026 reisen um der Obrigkeit zu gehorchen \u2026 hochschwanger \u2026 ohne angemessene Unterkunft \u2026<br \/>\nIch h\u00e4tte nicht mit Maria tauschen wollen.<br \/>\nUnd trotzdem h\u00f6ren wir das Loblied wie in der Lesung.<br \/>\n\u2026 in allen widrigen Umst\u00e4nden, die sie erlebt, in allem NEIN l\u00e4sst sie sich vom grunds\u00e4tzlichen JA nicht abbringen \u2026 denn Neues geschieht \u2026 neben dem JA und NEIN der Welt, wird das eindeutige JA neu geboren.<\/p>\n<p><strong>3. Paulus<br \/>\n<\/strong> Genau davon schreibt Paulus.<br \/>\nEs ist unruhig geworden in der Gemeinde, die er gegr\u00fcndet hat. Die Menschen dort sind zerstritten.<br \/>\nEigentlich w\u00e4re jetzt ein Besuch f\u00e4llig \u2026 zusammensitzen, miteinander reden, vermitteln, kl\u00e4ren \u2026<br \/>\nPaulus entscheidet sich dagegen, stattdessen schreibt er:<\/p>\n<p>18 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist.<br \/>\n19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm.<br \/>\n20 Denn auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.<br \/>\n21 Gott ist&#8217;s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt<br \/>\n22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.<\/p>\n<p><strong>4. In Jesus war JA<br \/>\n<\/strong> \u2026 das JA Gottes zu uns und der Welt mit all ihrem JA und NEIN \u2026<br \/>\nHier gibt es keine Einschr\u00e4nkung, kein JA, aber; kein uneindeutiges JEIN.<\/p>\n<p>Wir selbst scheitern oft an dieser Eindeutigkeit \u2026 oftmals k\u00f6nnen wir das einfach nicht.<br \/>\nWir haben Bedenken, Zweifel, schlechte Erfahrungen \u2026<br \/>\nUneingeschr\u00e4nktes Vertrauen k\u00f6nnen wir nur sehr selten schenken \u2026 es k\u00f6nnte ja ausgenutzt werden \u2026 es k\u00f6nnte v\u00f6llig unbegr\u00fcndet sein \u2026 mir zum Nachteil gereichen.<\/p>\n<p>Ich habe schon manchmal gedacht, vielleicht war es der einzige Weg, auf dem Gott uns sein uneingeschr\u00e4nktes JA zeigen konnte, indem er Mensch wurde \u2026 ein kleiner Mensch \u2026 ein Baby, wie es jede\/r von uns einmal war (oder ist \u2026 oder wird).<\/p>\n<p><strong>5. Das JA eines Kindes<br \/>\n<\/strong> Wohl kaum sonst in unserem Leben gibt es soviel JA, wie bei einem neugeborenen Kind.<br \/>\nGewiss, gibt es dieses JA auch, weil jedes Baby angewiesen ist auf Schutz, Hilfe und Liebe. Aber ich behaupte \u2013 so weit denkt ein Neugeborenes nicht.<br \/>\nIn ihm ist JA \u2026 Annahme dessen, der an meiner Seite ist.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4tte Gott uns besser sein uneingeschr\u00e4nktes JA zeigen k\u00f6nnen? \u2026 nach all den NEINs, die er von uns schon geh\u00f6rt und erlebt hat.<br \/>\nWie h\u00e4tte Gott sich uns besser zeigen k\u00f6nnen, als erneut nach einem Weg zu suchen, als erneut zu wagen sein JA erlebbar werden zu lassen in diesem Kind in der Krippe, das seinen Weg des JA in unserer Welt des JA und NEIN bis zum Kreuz zu ging?<\/p>\n<p>Daran erinnert Paulus heute mit seinen Worten:<br \/>\n<strong>In ihm war JA.<br \/>\n<\/strong>In diesem Kind in der Krippe und dem Mann am Kreuz dr\u00fcckt er sein Siegel auf den von ihm immer wieder erneuerten Vertrag, an das von ihm immer wieder neu geschenkte Versprechen, dass er bei uns ist \u2013 uneingeschr\u00e4nkt, bejahend.<br \/>\nDas gilt heute und in den Zeiten, die kommen.<\/p>\n<p><strong>6. AMEN<br \/>\n<\/strong> Das JA ist gesprochen, geboren, gestorben und hat neues Leben und neue Hoffnung geschenkt.<br \/>\nSein JA hat nicht die Ambivalenz unseres JA. Es ist uneingeschr\u00e4nkt, ohne Zweifel, voll Liebe und Vertrauen in uns fehlbare Menschen.<\/p>\n<p>So sei es \u2013 das ist gewisslich wahr \u2013 das gilt f\u00fcr mich\/uns \u2026 unsere Antwort darauf: AMEN<\/p>\n<p><strong>7.<\/strong> Dieses JA und <strong>AMEN<\/strong> ist anders als unseres .<br \/>\nDas JA ist uns gesagt, das AMEN ist unsere Antwort!<\/p>\n<p><strong>AMEN<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anne T\u00f6pfer<br \/>\nEvangelische Gemeinde Deutscher Sprache\/<br \/>\nGerman Speaking Lutheran Congregation<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>P.O.Box 14723<br \/>\nNairobi<br \/>\n00800<br \/>\nKenya<br \/>\nFon: +254 20 444 2022<br \/>\nMobil: +254 734 38 33 57<br \/>\n<a href=\"mailto:kirchenairobi@iconnect.co.ke\"> kirchenairobi@iconnect.co.ke<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Sonntag im Advent, 18. Dezember 2005 Predigt \u00fcber 2. Korinther 1, 18-22, verfasst von Anne T\u00f6pfer (Nairobi) Liebe Gemeinde 1. Ja und Amen! 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