{"id":10890,"date":"2021-02-07T19:48:53","date_gmt":"2021-02-07T19:48:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10890"},"modified":"2023-03-03T22:14:24","modified_gmt":"2023-03-03T21:14:24","slug":"jesaja-9-1-6-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-9-1-6-5\/","title":{"rendered":"Jesaja 9, 1-6"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Heiliger Abend, 24. Dezember 2005<br \/>\nPredigt \u00fcber Jesaja 9, 1-6, verfasst von Gerlinde Feine<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Liebe Gemeinde \u2013<\/p>\n<p>Wenn wir uns die Szene denken, die das Weihnachtsevangelium vor unser inneres Auge stellt \u2013 den Stall mit der Krippe, Maria und Josef, die sich \u00fcber das Neugeborene beugen, die Engel, die Hirten und die vielen Tiere, allen voran Ochs und Esel, Schafe und H\u00fctehunde \u2013 dann d\u00fcrfen auch die Figuren nicht fehlen, die doch eigentlich erst in ein paar Tagen ihren Auftritt haben werden. In unserer Phantasie aber sind sie schon in der heiligen Nacht dabei, die drei Weisen mit ihren Geschenken, ihren Lasttieren und ihrem Gefolge. Sie haben \u00fcber die Jahrhunderte die Phantasie der K\u00fcnstler besch\u00e4ftigt; sie stehen symbolisch f\u00fcr alle V\u00f6lker, die nicht zu Israel geh\u00f6ren und diesen neugeborenen K\u00f6nig dennoch als ihren Herrn und Heiland anerkennen. Viele Legenden ranken sich um ihre Reise; eine davon will ich Ihnen heute abend erz\u00e4hlen; sie spielt auf der R\u00fcckreise dieser Fremden in ihre Heimat.<\/p>\n<p>Doch soweit ist es noch nicht; sie sind ja gerade erst angekommen und beugen ihre Knie vor dem g\u00f6ttlichen Kind, auch sie h\u00f6ren den Gesang der himmlischen Heerscharen: \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!\u201c. Sie h\u00f6ren das Wiegenlied der Mutter und das Fl\u00f6tenspiel der Hirten und die ruhigen Atemz\u00fcge des schlafenden Knaben. Sie geh\u00f6ren mit dazu in diese Heilige Nacht, sie waren bestimmt dabei, damals in Bethlehem, ohne die Versp\u00e4tung von 14 Tagen bis zum Epiphaniasfest, die wir ihnen zumuten. Sie werden auf die Ger\u00e4usche der Tiere gelauscht haben, die in dieser einen, besonderen Nacht untereinander Frieden hielten, und weil es ja weise, gelehrte M\u00e4nner gewesen sind, werden sie an das Schriftwort gedacht haben, in dem das Friedensreich des Messias als Ort beschrieben wird, wo W\u00f6lfe und L\u00e4mmer friedlich beieinander wohnen, wo K\u00fche und B\u00e4ren miteinander weiden und L\u00f6wen zu Vegetariern wurden (Jes 11). Und als der Gesang der Engel verklungen war und auch die Hirten ihre Instrumente beiseite gelegt hatten, da haben vielleicht die drei Sterndeuter selbst das alte Lied aus dem Buch des Propheten Jesaja angestimmt, das uns als Predigttext f\u00fcr den heutigen Abend gesagt ist (Jes 9,1-6):<\/p>\n<p><em>Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein gro\u00dfes Licht, und \u00fcber denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst gro\u00df die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fr\u00f6hlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr dr\u00fcckendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedr\u00f6hn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er hei\u00dft Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-F\u00fcrst; auf da\u00df seine Herrschaft gro\u00df werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem K\u00f6nigreich, da\u00df er&#8217;s st\u00e4rke und st\u00fctze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth. <\/em><\/p>\n<p>So haben sie gesungen beim Anblick des Kindes, in dem sie die alte Verhei\u00dfung erf\u00fcllt sahen, jetzt endlich, nach mehr als siebenhundert Jahren \u2013 jetzt endlich w\u00fcrde Friede sein, jetzt endlich war den Menschen das gro\u00dfe Licht aufgegangen, der Stern erschienen, der die Dunkelheit der Welt und der Herzen hell machen konnte. Vorbei der Krieg, vorbei die Angst der Leute, vorbei Not und Gewalt und Rache, vorbei das Oben und Unten zwischen Machthabern und Besiegten, keine Partisanenk\u00e4mpfe, Selbstmordattentate und Entf\u00fchrungen mehr, keine Erpressung, Sch\u00e4ndung und Zerst\u00f6rung \u2013 ein Kind ist geboren, ein kleines, schwaches, hilfloses Wesen, das doch allein durch die Namen, die es f\u00fchrt, Macht hat, die Welt zu ver\u00e4ndern! In dieser Nacht konnte man es sehen, als der Himmel offen stand \u00fcber dem Stall in Bethlehem, hier war der Beweis, da\u00df Gott es ernst meint mit dem, was er den Menschen verspricht; da\u00df das B\u00f6se \u00fcberwunden ist und aus der Welt mu\u00df, da\u00df Gott den Menschen heilsam nahe kommt und den Tod in seine Schranken weist. In der Geburt dieses Kindes war endlich der Anfang gemacht, nun musste man nur noch ein Weilchen warten, bis er herangewachsen war, dieser besondere Knabe, der Tr\u00e4ger der Verhei\u00dfung mit den zauberhaften Namen, die mit so viel Hoffnung verkn\u00fcpft sind: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-F\u00fcrst \u2013 hinter dieser Bestimmung tritt die Herkunft aus k\u00f6niglichem Haus und g\u00f6ttlichem Rat ganz zur\u00fcck. Was kommen wird, ist wichtiger als das, was gewesen ist: Das Licht ist jetzt in der Welt, und es wird immer gr\u00f6\u00dfer und heller strahlen \u00fcber denen, die es erkennen und verbreiten. Die Dunkelheit hat ein Ende: Kommt, lasst uns Gott loben und Dank sagen, kommt, lasst uns das Kind anbeten und es weitersagen: <em>Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte &#8211; des Friedens wird kein Ende sein \u2013 Gerechtigkeit und Recht werden gelten in Ewigkeit. <\/em><\/p>\n<p>So haben die Weisen gesungen zusammen mit den anderen, die mit ihnen um die Krippe herum waren. Doch in der Nacht noch erteilte ihnen ein Engel den Befehl, nicht mehr zu Herodes nach Jerusalem zur\u00fcckzukehren, sondern auf einem anderen Weg in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. So machten sie sich auf den Weg, noch ganz erf\u00fcllt von dem Gesang der Engel und dem Glanz der Verhei\u00dfung. Doch da war kein Stern mehr, der ihnen den Weg zeigte \u2013 im Gegenteil, es kam ihnen so vor, als w\u00fcrden sie sich immer weiter vom Licht entfernen. Der Stern, der sie hergebracht hatte, der war ja \u00fcber dem Stall geblieben \u2013 und weil sie heimlich reisen mussten, konnten sie sich nicht an die hell erleuchteten Wege halten. Pl\u00f6tzlich befanden sie sich abseits der Stra\u00dfe, die drei K\u00f6nige mitsamt ihrem Gefolge, mit Pferden und Kamelen (vielleicht auch einem Elefanten, wer wei\u00df). Und keine zwei Stunden weiter \u2013 inzwischen war es hell geworden \u2013 sahen sie, da\u00df sie sich zwischen Felsen und Schluchten verirrt hatten. Unwegsam war das Gel\u00e4nde, absch\u00fcssig und gef\u00e4hrlich f\u00fcr Mensch und Tier. Nun hie\u00df es: Absteigen und Rat halten.<\/p>\n<p>Als die Konferenz der drei Weisen sich immer mehr in die L\u00e4nge zog, ohne da\u00df sich ein Fortschritt erkennen lie\u00df, dr\u00e4ngten sich die Diener heran:<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df, wo sich hier ein kleiner Pfad durch die Berge schl\u00e4ngelt\u201c, meinte einer.<\/p>\n<p>Da wurde einer der K\u00f6nige b\u00f6se: \u201eSeit wann mischen sich die Knechte ein, ohne gefragt zu werden?\u201c Und der zweite pflichtete ihm bei: \u201eWo k\u00e4men wir da hin, wenn jeder x-beliebige mitreden wollte? Seit wann weisen denn die Knechte den Weg?\u201c<\/p>\n<p>Da fasste sich der Diener ein Herz und antwortete: \u201eVor wenigen Stunden noch knieten wir gemeinsam vor dem Kind, jetzt m\u00fcssen wir uns gemeinsam in die Dingeder Welt hineinknien!\u201c<\/p>\n<p>\u201ePapperlapapp, hier ist nicht mehr die Krippe, hier ist die Wirklichkeit! Und die hat andere Regeln!\u201c \u2013 So wiesen die beiden K\u00f6nige die Diener zurecht.<\/p>\n<p>Da meldete sich der dritte K\u00f6nig zu Wort: \u201eDas ist mir zu seltsam. Unsere Diener haben die ganze Reise \u00fcber f\u00fcr uns gesorgt, uns beim Essen bedient und in den kalten N\u00e4chten das w\u00e4rmende Feuer in Gang gehalten. Sie tragen unsere Lasten und sorgen f\u00fcr unsere Tiere. Sie sind mit uns auf dem Weg, sie haben mit uns den Stern gesehen und das g\u00f6ttliche Kind begr\u00fc\u00dft. Nun, wo wir nicht wissen, wie es weiter gehen soll, da sollten sie nicht mit uns beraten d\u00fcrfen und nichts zu sagen haben? Das scheint mir nicht recht zu sein.\u201c Dann zog er den Diener zu sich und fragte: \u201eSag, kennst du diese Gegend?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, antwortete der, Vor vielen Jahren musste ich schon einmal von hier fliehen. An die Wege, die ich damals von unseren Helfern gef\u00fchrt wurde, kann ich mich noch genau erinnern. Ich bringe uns sicher nach Hause.\u201c<\/p>\n<p>Der dritte K\u00f6nig gab das Zeichen zum Aufsitzen: \u201eGeh voraus\u201c, sagte er zu dem Diener, der nun ihr Bergf\u00fchrer werden sollte.\u201cAber zuvor gib mir noch dein Gep\u00e4ck; ich habe gen\u00fcgend Platz in den Taschen in denen das Gold lag f\u00fcr das Kind.\u201c<\/p>\n<p>Die beiden anderen K\u00f6nige protestierten: \u201eBedenkst du nicht, was du tust? Du stellst die Welt auf den Kopf!\u201c \u2013 \u201eIst das so, wenn man aufeinander h\u00f6rt und die Lasten gerechter verteilt?\u201c fragte der zur\u00fcck und setzte sich in Bewegung. Die anderen folgten ihm. Und w\u00e4hrend sie sich gemeinsam den Weg durch das steinige Gel\u00e4nde bahnten, kam es ihnen auf einmal so vor, als w\u00e4re es noch heller und freundlicher um sie herum geworden, und als h\u00f6rten sie wieder den Gesang der Engel und das Lied des Propheten: <em>Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein gro\u00dfes Licht &#8211; Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. <\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde \u2013<\/p>\n<p>die Erfahrung, die die K\u00f6nige und ihre Begleiter auf dem Heimweg gemacht haben in dieser kleinen Erz\u00e4hlung aus einem Weihnachtsbuch, die hat ja einen ernsten und gut nachvollziehbaren Hintergrund. Wir alle lassen uns in diesen Tagen gerne anstecken von der Atmosph\u00e4re des Festes, f\u00fchlen uns wohl in den geschm\u00fcckten Stuben, genie\u00dfen das k\u00f6stliche Essen, haben Tannenduft in der Nase und gl\u00e4nzende Augen von den liebevoll ausgesuchten Geschenken. Und selbst die Unmusikalischen summen die Lieder der Weihnacht mit, singen \u201eJauchzet, frohlocket\u201c zur CD oder \u201eVom Himmel hoch, da komm ich her\u201c. Und gut tun wir daran, wenn wir uns darauf einlassen, wenn wir mit einstimmen in den Jubel, der damals in Bethlehem zum ersten Mal erklang, wenn wir uns anstecken lassen von der Freude, die im Himmel und auf Erden dar\u00fcber herrscht, da\u00df Gott Mensch geworden ist. Wenn wir einander Geschenke machen, weil Gott uns seinen Sohn geschenkt hat. Wenn wir unsere H\u00e4user schm\u00fccken und mit Freunden und Verwandten ein Fest feiern, <em>so wie man sich freut in der Ernte oder <\/em>wenn ein Krieg siegreich beendet wurde (das ist gemeint mit der \u201eFreude, wenn die Beute verteilt wird\u201c). Und das Besondere daran ist, da\u00df es diesmal keine Besiegten gibt, da\u00df alle sich freuen d\u00fcrfen, alle V\u00f6lker auf der ganzen Erde \u2013 es scheint hell \u00fcber denen, die im Dunkel waren, es gibt kein Oben oder Unten, keineBesiegten, keine Gefangenen, keine Folteropfer, keine Hinterbliebenen\u2026<\/p>\n<p>So singt das Lied, das uns der Prophet Jesaja \u00fcberliefert hat. Aber wenn das Fest vorbei ist, wenn die Kerzen verl\u00f6scht sind und die Musik verklingt, dann sind schnell wieder die alten Verh\u00e4ltnisse hergestellt, das sagt die Erfahrung, und die kleine Geschichte von der R\u00fcckreise der K\u00f6nige, die zeigt, wie das dann geht \u2013 wie dann die Herren wieder Herren sind und die Knechte wieder Knechte sein sollen, wie ihnen die Jochstange wieder aufgelegt wird, die doch zerbrochen worden ist, wie das B\u00f6se wieder in die Welt hineinsteht und in unser Leben. Manchmal, so wie in den letzten Jahren, da mu\u00df man gar nicht erst warten, bis das Fest \u201eoffiziell\u201c vorbei ist: Am 26.12.2003 bebte in Bam im Iran die Erde, am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 brachte der gro\u00dfe Tsunami vor der K\u00fcste Sumatras tausendfach Tod und Elend, und man mu\u00df kein Prophet sein, um zu ahnen: auch in diesem Jahr werden wir nicht nur Weihnachtslieder h\u00f6ren, sondern auch den L\u00e4rm des Krieges und der Terroranschl\u00e4ge, Angstschreie und Totenklage. Es ist, als k\u00e4men unsere Weihnachtslieder einfach nicht dagegen an, und ich kann diejenigen gut verstehen, die sich dem lieber entziehen, die da nicht mitmachen wollen oder gar nicht mehr mittun k\u00f6nnen, weil das Erlebte sie stumm gemacht hat und immun gegen das, was die Kinder so zauberhaft und geheimnisvoll finden an Weihnachten.<\/p>\n<p>Und doch ist das Licht nun in der Welt, seit 2000 Jahren schon, und will sich immer noch ausbreiten und gr\u00f6\u00dfer werden und seinen Weg finden in die Dunkelheit unserer Zeit. Es will unsere Herzen erreichen und unser Denken erhellen, so wie in unserer Geschichte dem K\u00f6nig ein Licht aufging. Und nat\u00fcrlich haben seine Gef\u00e4hrten Recht gehabt, da\u00df er durch sein Handeln die bestehende Welt und ihre Ordnung auf den Kopf stellte: Genau damit aber entsprach er der Welt Gottes, dem Reich des Friedef\u00fcrsten, das doch in Bethlehem ausgerufen worden war.<\/p>\n<p>Und auch der Diener hat Recht, wenn er behauptet, da\u00df die, die gemeinsam vor dem Kind gekniet haben, sich gemeinsam in die Dinge der Welt hineinknieen m\u00fcssen: Wer die Bilder der Verhei\u00dfung einmal vor Augen hatte, findet sich nicht mehr ab mit der Finsternis der Welt, der will, da\u00df es licht und hell wird f\u00fcr sich und andere \u2013 man mu\u00df nur einen Anfang wagen, sich aufraffen und etwas daf\u00fcr tun (und wenn es nur eine kleine Geste ist, ein gutes Wort zur rechten Zeit, ein wenig Geduld oder etwas Nachgiebigkeit).<\/p>\n<p>\u201eDort, wo das Gold war, da ist nun Platz f\u00fcr deine Last\u201c, sagt der K\u00f6nig zu dem Diener, der nun den anderen den Weg zeigen soll. Er hat von seinem Wohlstand etwas abgegeben (als Geschenk f\u00fcr das Kind, so wie jede Spende, jeder Beitrag zur Hilfe f\u00fcr andere und zur Unterst\u00fctzung der Gemeinschaft z\u00e4hlt \u2013 \u201eVergelt\u2019s Gott!\u201c, sei daf\u00fcr gesagt, f\u00fcr die Zuwendung an die Erdbebenopfer in Pakistan ebenso wie an die Kleiderkammer der Diakonie oder f\u00fcr das T\u00fcbinger Projekt zur H\u00e4uslichen Betreuung Schwerkranker oder wo sonst Hilfe gebraucht wird). Nun sieht dieser Weise, wo Not am Mann ist, wo Belastungen gerechter verteilt und Kr\u00e4fte geschont werden k\u00f6nnen, und ist sich nicht mehr zu fein, um zu tun, was recht ist. Auch das geh\u00f6rt dazu, wenn Gottes Licht sich ausbreiten will in der Welt mit unserer Hilfe und durch unsere bescheidenen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><em>Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein gro\u00dfes Licht, und \u00fcber denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.<\/em> So f\u00e4ngt es an, das Lied, das der Prophet Jesaja uns \u00fcberliefert hat und das in Bethlehem angestimmt wurde, als es an der Zeit war. Der, der es singt, ist niemand anderes als Gott selbst. Mit beinahe denselben Worten, mit denen er die Welt erschuf und das Licht von der Finsternis schied, bringt er das B\u00f6se aus der Welt: <em>Jeder Stiefel, der mit Gedr\u00f6hn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter\u2026von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth. <\/em><\/p>\n<p>Gott selbst steht daf\u00fcr ein, da\u00df es auf Erden nicht bleibt wie es ist, finster und unerl\u00f6st. Gott selbst hat es hell werden lassen durch die Geburt eines Kindes, dessen Weg durch die Welt uns den Weg in den Himmel er\u00f6ffnet. Die Freude und der Jubel dar\u00fcber werden nie verklingen, so laut und st\u00f6rend wir auch manche Ger\u00e4usche dieser Zeit empfinden m\u00f6gen. Denn das Licht ist schon in der Welt und sucht sich seinen Weg, breitet sich aus und wird immer gr\u00f6\u00dfer \u2013 und die darauf vertrauen, die merken mit der Zeit, wie es um sie herum heller und freundlicher wird, und die h\u00f6ren den Gesang der Engel und der Propheten: <em>Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. <\/em>Die Dunkelheit hat ein Ende: Kommt, lasst uns Gott loben und Dank sagen, kommt, lasst uns das Kind anbeten und es weitersagen: <em>Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte &#8211; des Friedens wird kein Ende sein \u2013 Gerechtigkeit und Recht werden gelten in Ewigkeit. Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anmerkung<\/strong>: Unter dem Titel \u201eAuf der Suche \u2013 nach einer Legende von Werner Reiser\u201c ist die von in der Predigt in abgewandelter Form verwendete Geschichte abgedruckt in: \u201eEine heilige Zeit\u201c. 64 Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen in Kindergarten, Schule und Gemeinde, hg. von Willi Hoffs\u00fcmmer, Freiburg 2005.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfrin. Gerlinde Feine<br \/>\nRohrgasse 4<br \/>\nD-72131 Ofterdingen<br \/>\nTel. 07473 \u2013 6334<br \/>\nFax 07473 \u2013 270266<br \/>\n<a href=\"mailto:gerlinde.feine@t-online.de\"> gerlinde.feine@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliger Abend, 24. 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