{"id":10893,"date":"2021-02-07T19:49:05","date_gmt":"2021-02-07T19:49:05","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10893"},"modified":"2023-02-04T09:01:23","modified_gmt":"2023-02-04T08:01:23","slug":"jesaja-9-1-6-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-9-1-6-3\/","title":{"rendered":"Jesaja 9, 1-6"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Heiliger Abend, 24. Dezember 2005<br \/>\nPredigt \u00fcber Jesaja 9, 1-6, verfasst von Ondrej Prostrednik (Slowakei) <\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<div align=\"left\">Der heutige Abend ist voll von \u00dcberraschungen. Bevor wir in die Kirche gingen, haben wir sicher, unbeobachtet die Geschenke f\u00fcr unsere Liebsten unter den Weihnachtsbaum gelegt. Gespannt erwarten wir auch, was wir abends f\u00fcr uns selbst unter dem Weihnachtsbaum finden werden. Was ist es eigentlich, was wir heute Abend f\u00fcr uns erhoffen? Vielleicht sind wir, Erwachsene auch ein wenig neidisch gegen\u00fcber den Kindern. Die wissen es, wie man sich auch von Kleinigkeiten riesig freuen kann. Es kann sein, dass wir heute Abend zu denen Geh\u00f6ren, die sagen: \u201eWenn ich mir eine \u00dcberraschung w\u00fcnschen sollte, dann m\u00fcsste es etwas viel ernsteres und wichtigeres sein als nur irgendein Paket unter dem Weihnachtsbaum. Mehr Gerechtigkeit in der Welt, mehr Ehrlichkeit unter den Menschen, mehr Liebe, mehr gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses, mehr Gesundheit, mehr Unterst\u00fctzung von den N\u00e4chsten, mehr Sozialsicherheit in der Gesellschaft\u2026..\u201c<\/div>\n<div align=\"left\">\n<p>Diese W\u00fcnsche sind seit Jahrtausenden die Sehnsucht der Menschheit. Immer haben sie die Menschen begeistert. Gleichzeitig aber sind sie auch mit der Geschichte des menschlichen Versagens verbunden. Die Sehnsucht nach gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen wird in der Geschichte mit gro\u00dfen Entt\u00e4uschungen begleitet. Bedeutsame Bewegungen mit der Verhei\u00dfung einer besseren Gesellschaft werden mit Kriegen und Erscheinungen von Egoismus und Gewalt begleitet. Auch deswegen haben vielleicht viele resigniert und erwarten keine gro\u00dfen Sachen. Eine Kleinigkeit unter dem Weihnachtsbaum ist genug f\u00fcr sie. Mindestens ein Moment des Gl\u00fccks.<\/p>\n<p>Und doch sind wir gekommen heute Abend das Wort Gottes zu h\u00f6ren. Das ist ein Zeichen, das wir doch gro\u00dfe Sachen erwarten. Noch gibt es Raum in unseren Herzen f\u00fcr gro\u00dfe Sachen. Wir sind gekommen um die \u00dcberraschung die uns Gott vorbereitet hat zu empfangen. Wir wollen die Weihnachtsbotschaft \u00fcber die Geburt von Jesus Christus empfangen.<\/p>\n<p>Der Prophet Jesaja druckt die Sehnsucht der Menschheit sehr pr\u00e4gnant aus. Bis Heute halten uns seine Worte in Aufmerksamkeit. \u201e Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein gro\u00dfes Licht\u2026.\u201c Das ist es wonach sich die Welt sehnt und was auch die Sehnsucht jeden von uns ist. Das ist unser Weihnachtswunsch \u2013 dass in der Finsternis unserer Welt das licht des Himmels erscheint, dass Himmel auf Erden wird. Und das ist zu Weihnachten auch geschehen. Gott bringt in Christus Himmel zur Erde. Wem? Wie? und Wann? \u2013 das wollen wir jetzt h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong> Wem?<\/strong> Dem Volk das im Finstern wandelt. Denen die in Dunkelheit leben. Finsternis ist ein Synonym f\u00fcr \u00dcbel. Gott also bringt den Himmel zu allen, die vom \u00dcbel umringt sind und nicht weiter wissen.<\/p>\n<p>Es gibt Menschen unter uns, die ihre Ehe mit einer gro\u00dfen Liebe angefangen haben. Heute ist das eheliche Leben f\u00fcr sie eine H\u00f6lle. Entfremdet, gef\u00fchllos, ohne ein gutes Wort f\u00fcreinander zu haben. Am liebsten m\u00f6chten sie allem ein Ende setzen. K\u00f6nnen es aber nicht. Trotz der emotionellen Leere sind sie materiell aneinander hingewiesen. Ein Leben, das dem Wandelen in Finsternis gleicht.<\/p>\n<p>Es gibt Menschen unter uns, denen ihr Traumleben zusammengebrochen ist weil sie durch eine Krankheit oder eine Trag\u00f6die heimgesucht wurden. Zum Bett gefesselt. In jeder Kleinigkeit an andere hingewiesen. Die Hoffung auf eine Heilung verloren. Ihre Gedanken sind nur vom Warten auf den Tod erfasst. Ein Traumleben, das zur einen Finsteren H\u00f6lle geworden ist.<\/p>\n<p>Es sind Menschen unter uns, die ohne jedes Schimmern der Hoffnung leben. Gerade f\u00fcr sie kommt das gro\u00dfe Licht, \u00fcber das Jesaja spricht. Die Herrlichkeit des Herrn kommt, die die Hirten im Bethlehem \u00fcberrascht hat, kommt auch zu uns. Das Wort des Engels, der damals sagte: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht\u2026.\u201c das selbe Wort gilt auch uns Heute. \u201eEuch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR.\u201d<\/p>\n<p>Zu Weihnachten sind viele Lichter um uns herum. Wir beschm\u00fccken die Weihnachtb\u00e4ume mit viel Licht, unsere H\u00e4user, D\u00f6rfer und St\u00e4dte sind voll von Licht in diesen Tagen. Die Finsternis, die uns oft \u00fcberw\u00e4ltigt, wollen wir mindestens auf diese Weise \u00fcberwinden. Es ist als ob diese Weihnachtlichter allen die durch eine innere Finsternis gequ\u00e4lt werden, sagen m\u00f6chten: \u201eHaltet an f\u00fcr ein Moment. Denkt nach. Es gibt ein Licht das die Finsternis endg\u00fcltig \u00fcberw\u00e4ltigt hat. Es gibt jemanden, der st\u00e4rker als alle Werke der Finsternis ist. Es gibt einen, der unsere Gef\u00fchle der Angst und Entt\u00e4uschung kennt. Jemand, der alles das, was wir durchkommen m\u00fcssen auch durchgemacht hat. Es gibt hier einen, der es mit uns gut meint und unsere Herzen ermutigen will.<\/p>\n<p>Wie sollen wir also auf das kommende Licht der Weihnachten reagieren? Halten wir an. \u00d6ffnen wir unsere Herzen f\u00fcr das Wort des Evangeliums. Darin ist die Macht die Finsternis in unseren Herzen zu \u00fcberw\u00e4ltigen. Darin ist die Macht aus der H\u00f6lle unseres Lebens uns in den Himmel zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong> Wie?<\/strong> Ganz andres als wir uns denken. Einige stellen sich den Himmel so vor, dass sie eine F\u00fclle von allen Sachen, die sie wollen, haben. Andere erwarten vom Himmel, dass sie die Macht \u00fcber andere haben. Andere wieder, dass sie nichts tun m\u00fcssen und einfach in Bequemheit das Leben genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Gott erf\u00fcllt unsere Sehns\u00fcchte in ganz anderen Weise. Er wird zu Mensch. Kommt aus der Vollkommenheit des Himmels zu uns auf die Erde. Der Erh\u00f6hte Gott spricht die verst\u00e4ndliche Sprache der Liebe. So singen wir das auch in einem Slowakischen Weihnachtslied: \u201eIn Christkind l\u00e4chelt Gott uns liebvoll zu, der Engel verk\u00fcndigt: Friede sei mit euch. Der Heiland ist uns Heute gegeben. Christus, der Herr ist gekommen.\u201c<\/p>\n<p>Jesaja spricht \u00fcber das Kind das uns geboren ist. Auf seiner Schulter wird die Herschafft sein. Sein Name ist \u201eWunderbar Rat\u201c. In Jesus wird Gott unser Bruder. Er begleitet uns. Auf eine wunderbare Weise ber\u00e4t er uns. Nicht allgemeine Ratschl\u00e4ge, die niemanden nutzen. Er betritt die Herzen deren, die Ihn empfangen. Er lebt mit ihnen, damit er sie voll versteht in allen Leiden und Schwierigkeiten. So wird sein Rat vertrauensw\u00fcrdig und wirksam.<\/p>\n<p>Die Kralizer Bibel\u00fcbersetzung spricht an dieser Stelle \u00fcber das Licht f\u00fcr die, die in der Gefangenschaft der Schatten des Todes leben. Das ist die zentrale Hoffung f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen. Die Hoffung gegen den Tod. Christus bringt sie so, das er an sich das Kreuz nimmt. Schon nach der Geburt gibt er sich in die H\u00e4nde deren die ihn verfolgen. Auf Golgatha besiegt er schlie\u00dflich den Tod. So bringt er Himmel auf die Erde.<\/p>\n<p><strong> Wann?<\/strong> Vielen klingen diese Worte wie leere Worte. Sie fragen: Wann ist schon so etwas geschehen? Selbst viele Menschen die zu Jesu Zeiten lebten, konnten in Ihm den Erl\u00f6ser sehen. Im laufe der Geschichte konnten viele nicht glauben, dass Christus und Seine Kirche etwas in der Welt wirksam \u00e4ndern konnte \u2013 in die Finsternis der Welt das Licht des Himmels zu bringen. Viel nicken nur mit Ironie im Gesicht zu und sagen: Ja das ist alles sch\u00f6n, aber was habe ich davon, wenn das alles erst in der Zukunft kommen soll? Andere wiederum in ihrer Ungeduld nahmen den Lauf der Dinge in ihre H\u00e4nde und versuchten das Himmelreich selbst nach ihren Vorstellungen einzusetzen. Auch Heute versuchen das viele im Umfeld verschiedener Sekten und extremen religi\u00f6sen Bewegungen.<\/p>\n<p>Wann also wird Himmel auf Erden sein? Das Kommen des Reiches Gottes ist nicht in unseren H\u00e4nden. Es ist nicht in unserem Terminkalender festgelegt. Weihnachten ja. Die haben einen festen Termin. Aber auch hier wissen wir, dass wahre Weihnachten nur dort sind, wo Menschen bereit sind sie zu feiern. Denn wir k\u00f6nnen alles bereit haben, wenn unsere Herzen nicht bereit sind es in Liebe zu empfangen, Weinachten finden nicht statt. Aus erhoffter Oase wird nur ein zus\u00e4tzlicher Stress.<\/p>\n<p>So ist es auch mit dem Kommen des Himmelreiches. Christus hat durch seine Menschwerdung alles auf das Regieren Gottes unter den Menschen vorbereitet. Aber er will es nicht mit Gewalt durchsetzen. Das, was er brachte, steht als ein Angebot da. Wir k\u00f6nnen es nur im Glauben empfangen. Dort, wo wir es schaffen, dort ist ein St\u00fcck Himmel auf Erde. Dort, wo Menschen Christus in ihre Herzen empfangen, dort regiert er. Jeden Tag aufs neue nimmt er sich der Regierung an und beseitigt die S\u00fcnde aus unserem Herz. So hat uns das Luther im Kleinen Katechismus gelehrt. Himmel auf Erden ist darin, dass wir die Macht des Gotteswortes akzeptieren und im Glauben Seine Gegenwart in der Kirche durch Sein Abendmahl erleben. \u00dcberall dort, wo Seine Liebe unter uns regiert, regiert auch Frieden und Gerechtigkeit. Das ist die Hoffnung f\u00fcr die Welt schon Heute, nicht nur in der entfernten Zukunft.<\/p>\n<p>Wir sprachen \u00fcber die Weihnachtw\u00fcnsche. Gott hat auch Heute f\u00fcr uns eine gro\u00dfe \u00dcberraschung. Er bringt Himmel zur Erde schon Heute dort wo Glaube in Christus ist. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ondrej Prostrednik<br \/>\nBratislava, Slowakei<br \/>\n<a href=\"mailto:prostrednik@ekumena.sk\">prostrednik@ekumena.sk<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliger Abend, 24. Dezember 2005 Predigt \u00fcber Jesaja 9, 1-6, verfasst von Ondrej Prostrednik (Slowakei) Der heutige Abend ist voll von \u00dcberraschungen. Bevor wir in die Kirche gingen, haben wir sicher, unbeobachtet die Geschenke f\u00fcr unsere Liebsten unter den Weihnachtsbaum gelegt. 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