{"id":10898,"date":"2021-02-07T19:48:59","date_gmt":"2021-02-07T19:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10898"},"modified":"2023-02-07T18:30:51","modified_gmt":"2023-02-07T17:30:51","slug":"1-johannes-3-1-6-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-johannes-3-1-6-3\/","title":{"rendered":"1. Johannes 3, 1-6"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Tag der Geburt des Herrn, 25. Dezember 2005<br \/>\nPredigt \u00fcber 1. Johannes 3, 1-6, verfasst von Ekkehard Lagoda<\/span><\/b><\/h3>\n<p><em>Seht,<br \/>\nwelch gro\u00dfe Liebe<br \/>\nuns der Vater erwiesen hat,<br \/>\nda\u00df wir Gottes Kinder hei\u00dfen sollen,<br \/>\nund wir sind es!<br \/>\nDeshalb erkennt die Welt uns nicht,<br \/>\ndenn sie hat Ihn nicht erkannt.<br \/>\nGeliebte,<br \/>\nwir sind jetzt Kinder Gottes,<br \/>\nund es ist noch nicht erschienen,<br \/>\nwas wir sein werden.<br \/>\nWir wissen aber,<br \/>\nda\u00df, wenn Er erscheinen wird,<br \/>\nwir Ihm gleich sein werden,<br \/>\ndenn wir werden Ihn sehen wie Er ist.<br \/>\nUnd jeder, der diese Hoffnung auf Ihn setzt,<br \/>\nheiligt sich,<br \/>\ngleichwie jener auch heilig ist.<br \/>\nJeder, der die S\u00fcnde tut,<br \/>\n\u00fcbertritt auch Gottes Gesetz,<br \/>\nund die S\u00fcnde ist die \u00dcbertretung des Gesetzes.<br \/>\nUnd ihr wi\u00dft,<br \/>\nda\u00df Jesus dazu erschienen ist,<br \/>\num die S\u00fcnde zu beseitigen.<br \/>\nUnd S\u00fcnde ist nicht in Ihm.<br \/>\nJeder, der in Ihm bleibt,<br \/>\nder s\u00fcndigt nicht.<br \/>\nJeder, der s\u00fcndigt,<br \/>\nhat Ihn nicht gesehen,<br \/>\nnoch hat er Ihn erkannt.<br \/>\n(<\/em><em> \u00dcbersetzung Kurt Marti) <\/em><\/p>\n<p>Liebe Mitmenschen,<br \/>\nLebendige und Sterbliche,<br \/>\nSchwestern und Br\u00fcder mit Christus,<\/p>\n<p>sollten Ihnen mit Verlesen des Predigttextes so Gedanken gekommen sein: wie: schon wieder das Geschw\u00e4tz von der Liebe, die unverbindlich zwischen Nettigkeit und Erotik hin- und herschillert? Oder schon wieder die moralinsauren Vorschriften, um keine S\u00fcnde an sich heran zu lassen, so m\u00f6chte ich von vornherein klarstellen. In diesem Text geht es um weit mehr, wenn nicht sogar um alles, denn Liebe ist Leben und Lieblosigkeit ist Tod.<\/p>\n<p>Johannes kennt keine Nachsicht, er schafft gerade Klarheit, wo unser Liebes-Blabla blo\u00df Nebel erzeugt. Ohne Liebe gibt es keine Zukunft f\u00fcr unsere Welt.<br \/>\nVersuchen wir eine schrittweise Ann\u00e4herung an den Text:<br \/>\nDa geht es um uns als die Kinder Gottes.<br \/>\nEs ist die Rede von &#8222;Hoffnung&#8220; und &#8222;sich heiligen&#8220;.<br \/>\nUnd gleich sechsmal f\u00e4llt im zweiten Teil der Begriff S\u00fcnde.<br \/>\nJohannes, dem Briefschreiber, geht es um die Liebe, und die ist mit Gott identisch. Demnach ist Gott Opposition, ist Gegenkraft gegen alles, was dem Leben im Wege steht.<br \/>\n<em>\u201eSeht, welch gro\u00dfe Liebe uns der Vater erwiesen hat.\u201c<\/em> \u2013 In dieser Aufforderung schwingt Verwunderung, Staunen, Freude mit. Wir sollen die Augen aufmachen, hinschauen und das meint, von uns selbst einmal abzusehen.<br \/>\nWir sind jetzt Kinder, also T\u00f6chter und S\u00f6hne Gottes. Gott ernennt uns zu seinen Kindern, weil er uns liebt (!), mit uns zusammen sein, mit uns teilen will. Das Kind in der Krippe lehrt uns: Du darfst Kind sein \u2013 wie ein kleines Kind werden, brauchst nichts zu haben, nichts beweisen, nichts leisten, du musst einfach da sein. Du brauchst nur aus dem Vertrauen zu leben, dass alles gut wird, was auch immer geschieht.<br \/>\nUnsere Hoffnung und Zuversicht ist in Seiner Liebe begr\u00fcndet. Seht die Liebe!<br \/>\nLiebe will teilen, sucht N\u00e4he und Gemeinschaft. Liebe will sich in die Lage anderer hineinf\u00fchlen und hineinversetzen. Liebe ist nach dem Verfasser des Briefes das EINE Gesetz, das Gott selber ist. Liebe ist Phantasie f\u00fcr das Leben. Gott ist Liebe. Gott ist die Liebe und die Liebe ist sein Gesetz!<br \/>\n\u201eJeder\u201c, so hei\u00dft es im Text, \u201eder S\u00fcnde tut, \u00fcbertritt das Gesetz.\u201c Also die Einzahl ist hier gew\u00e4hlt. Es wird kein S\u00fcndenkatalog aufgelistet, sondern es geht um eine gewisse Form der Grunds\u00fcnde und das ist die \u00dcbertretung des Einen Gesetzes der Liebe, das sich nach Jesus auch zusammenfasse lie\u00dfe in den Worten: Liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u00ab bis hin zum Gebot: \u00bbLiebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen!\u00ab (Matth\u00e4us 5,44)<br \/>\nS\u00fcnde ist also Lieblosigkeit, ist jedes Denken, jedes Handeln, das gegen die Liebe verst\u00f6\u00dft.<br \/>\nWir h\u00f6ren diese Worte und feiern die Geburt Jesu, feiern, dass Gott Mensch geworden ist, dass Gott sich uns in dem Menschen Jesus zu erkennen gibt. Gott ist uns Menschen ganz nahe gekommen. Gott wurde Mensch, weil wir seine Hilfe brauchen und er uns Wege zu einem sinnstiftenden Leben immer wieder in Erinnerung rufen m\u00f6chte: Es geht um das alte Thema der Liebe, der Liebe, die &#8211; so sagt der Briefeschreiber &#8211; das einzige Gesetz ist, nach dem wir weiterleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Weihnachten verweist uns auf die Krippe. Darum hei\u00dft das erste Wort des Predigttextes \u201eSeht!\u201c Die Augen \u00f6ffnen, auf die Krippe schauen hei\u00dft, dass ich von mir absehe, mich selber nicht so wichtig nehme und ins Zentrum all meines Denkens und meiner Aktivit\u00e4ten stelle. Wir m\u00fcssen nicht alles allein regeln. Wir d\u00fcrfen wieder Kinder werden. Gott hat uns zu seinen Kindern gemacht, er hat uns angenommen, hat uns, die wir nicht immer liebevoll mit anderen umgehen und durchaus nicht immer liebenswert sind, in sein Herz geschlossen. Dadurch, dass er den ersten Schritt auf uns zu gemacht hat, dass er Mensch geworden und uns damit so nahe gekommen ist, wie es nur m\u00f6glich ist, hat Er ein Zeichen seiner Liebe zu uns gesetzt.<\/p>\n<p>\u201eWir sind Kinder Gottes\u201c. Aber, so sagt der Predigttext, \u201edie Welt erkennt uns nicht.\u201c Die Ver\u00e4nderung ist keine \u00e4u\u00dferliche. Sie kann sich nur in einer Verhaltens\u00e4nderung zeigen.<\/p>\n<p>Gott wird Mensch, damit wir Gottes T\u00f6chter und S\u00f6hne werden. Diese Botschaft hat damals die Welt ver\u00e4ndert, hat sie revolutioniert, hat sie auf den Kopf gestellt. Sie konnte die Welt ver\u00e4ndern, indem sie die Menschen ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p><strong> EG 28 \u2013 Also hat die Welt geliebt, da\u00df er seinen eingebornen Sohn gab <\/strong><\/p>\n<p>\u00bbS\u00fcnde\u00ab: ein eher abstrakter Begriff der theologischen Sprache! Paulus verwendet ihn in seinen gedankenschweren Briefen. Und hier also auch Johannes. Nun hat die Entwicklung des christlichen Denkens und Redens w\u00e4hrend vieler Jahrhunderte gezeigt, dass ein Allgemeinbegriff wie eben derjenige der \u00bbS\u00fcnde\u00ab ein Einwickelpapier ist, in das man zu verschiedenen Zeiten verschiedene Dinge eingepackt hat. Deshalb ist \u00bbS\u00fcnde\u00ab zu einem der mi\u00dfbrauchtesten W\u00f6rter geworden, so sehr, da\u00df ich es nur sehr vorsichtig verwende.<\/p>\n<p>Das Wort \u00bbS\u00fcnde\u00ab, weil es so allgemein, so wenig konkret ist, eignet sich leider gut zum Einsch\u00fcchterungswort, zum \u00c4ngstigungswort. Ich werde dennoch, auch wenn das am Thema der Weihnacht vorbei zu gehen scheint, noch ein W\u00f6rtchen \u00fcber die S\u00fcnde verlieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ach, wie gerne w\u00fcrden wir doch an Weihnachten, diesen Begriff au\u00dfen vor lassen. Die S\u00fcnde passt nicht zu einem Weihnachtsidyll.<\/p>\n<p>\u201eUnd ihr wi\u00dft, da\u00df Jesus dazu erschienen ist, um die S\u00fcnde zu beseitigen.\u201c Jesus als Zeichen der Liebe Gottes. Wenn dann Liebe das EINE Gesetz ist, das Gott selber ist, dann m\u00fcssen wir S\u00fcnde definieren als jedes Denken, jedes Handeln, das gegen diese Liebe, die Gott ist, verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Bei dem Begriff S\u00fcnde denken wir meistens zuerst an die \u00dcberschreitung bestimmter Moralvorschriften. Vergessen Sie diese! Was nottut: Betrachten Sie Ihr Denken und Tun im Spiegel der Liebe und \u00fcberlegen Sie, ob etwas lebensdienlich ist oder ob es geeignet ist, Leben zu behindern oder zu zerst\u00f6ren, ob es Menschen verbraucht. Gott will das Leben.<\/p>\n<p>Wenn wir daran glauben, da\u00df Gottes Liebe Menschen ver\u00e4ndern kann, dann hat auch bei uns der Weg der Liebe angefangen, dann setzt sich in unserem Leben die Bewegung fort, die damals in Bethlehem anfingt, dann beginnt auch bei uns die Ver\u00e4nderung, dann bleibt die Liebe nicht nur am Weihnachtsfest f\u00fcr uns sp\u00fcrbar, sondern in unserem ganzen Leben.<\/p>\n<p>Wenn wir uns also als Gottes Kinder betrachten, dann muss etwas von der uns geschenkten Liebe ausstrahlen und unser Denken und Tun beeinflussen. Diese Gotteskindschaft ist kein innerseelisches Vergn\u00fcgen, sondern hat sehr viel mit unserer Wirklichkeit zu tun.<\/p>\n<p><strong> EG 53,1 \u2013 Als die Welt verloren, Christus ward geboren <\/strong><\/p>\n<p>Ich sagte, die Gotteskindschaft ist kein innerseelisches Vergn\u00fcgen, sondern hat sehr viel mit unserer Wirklichkeit zu tun. So erweist sich die im Predigttext angesprochene S\u00fcnde als Verletzung des Lebens, der Liebe und Gottes, als Lebenswidrigkeit, Lieblosigkeit und Gottlosigkeit. Aus der Perspektive von G\u00fcte und Barmherzigkeit zeigt sich die Verh\u00e4ltnislosigkeit der S\u00fcnde, der Bruch aller Beziehungen, die r\u00fccksichtslose Selbstperspektive mit t\u00f6dlichem Trend. Alles, was lebensdienlich ist, kann keine S\u00fcnde sein, aber all das, was Leben zerst\u00f6rt und Menschen verbraucht, kann zu ihr gerechnet werden.<\/p>\n<p>Im Griechischen, der Sprache des Neuen Testaments, hei\u00dft s\u00fcndigen soviel wie &#8222;das Ziel verfehlen&#8220; &#8211; etwa so, wie ein Bogensch\u00fctze seinen Pfeil daneben schie\u00dft. Dadurch wird die Bedeutung des Wortes S\u00fcnde noch sch\u00e4rfer: S\u00fcnde bezeichnet verfehltes Leben &#8211; ein Leben, das an Gott vorbei gelebt wird.<\/p>\n<p>Werden wir mal ansatzweise konkret. Wie \u00e4u\u00dfert sich S\u00fcnde?<br \/>\nZum Beispiel:<\/p>\n<p>&#8211; wenn Ellenbogen statt Argumente eingesetzt werden und jemand notfalls \u00fcber Leichen geht. R\u00fccksichtslosigkeit ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn ich einem Mitmenschen etwas nicht g\u00f6nne. Missgunst ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn Menschen seelisch erkalten und unempf\u00e4nglich werden f\u00fcr Signale jeglicher Art. Gleichg\u00fcltigkeit ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn Menschen hassen oder neiden. Hass und Neid sind Formen der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn bestimmte Berufssparten sich wie Halbg\u00f6tter auff\u00fchren, denen nichts und niemand etwas anhaben kann. Arroganz ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn unverfrorene Politiker sich selbstgef\u00e4llig, selbstgerecht und selbstzufrieden ihre Gesetze nach ihrem Gutd\u00fcnken basteln. Amtsanma\u00dfung ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn Menschen ihre dumpfen Vorurteile, ihre Ahnungslosigkeit und ihr Nichtwissenwollen pflegen. Ignoranz ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn Menschen vor den Fernsehern oder in Theatervorstellungen ungeduldig auf den Skandal warten, um dann, wenn er da ist, laut und erregt und am\u00fcsiert zu rufen: \u201eSkandal\u201c. Voyeurismus ist eine Form der S\u00fcnde. &#8211; Nicht zu vergessen, wenn ein vor sich hinsterbender Papst vermarktet, die Worte l\u00fcgender Pr\u00e4sidenten unkommentiert wie bare M\u00fcnze gesendet werden.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn gr\u00f6\u00dfenwahnsinnige M\u00e4nner Unternehmen in den Bankrott f\u00fchren und dabei Millionen-Abfindungen zugeschoben bekommen und gleichzeitig Anerkennungspr\u00e4mien kassieren, weil sie zuvor dem Verkauf desselben Unternehmens zugestimmt haben. Dreistigkeit und Anstandslosigkeit, Hemmunglosigkeit und fehlender Selbstzweifel sind Formen der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn sich Staatssekret\u00e4re, Minister und Abgeordnete kaufen lassen. Korruption ist eine Form der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>&#8211; Achtung Satire: Wenn Namensrechte ver\u00e4u\u00dfert werden und wir in Zukunft den Begriff Weihnachten nur noch in Verbindung mit dem Namen einer ber\u00fchmten Fast-Food-Kette oder Versicherung nennen d\u00fcrften, das klingt dann wie folgt: \u201eLiebe Gemeinde, wir haben uns hier in der Kirche versammelt und feiern die Mac-Do-Weihnacht oder die Allianz-Weihnacht. Frohe oder gesegnete Migros-Weihnacht!\u201c<\/p>\n<p>Die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche ist eine Form der S\u00fcnde. \u00dcbrigens hei\u00dft die deutsche Hauptstadt dann vermutlich bald Sony-City, bitte So nie! &#8211; Berlin!<\/p>\n<p><strong> EG 57, 1+5 \u2013 Uns wird erz\u00e4hlt von Jesus Christ <\/strong><\/p>\n<p>Nun werden Sie vielleicht sagen, das betrifft uns alles nicht. Das ist nur etwas f\u00fcr die oberen Zehntausend. Das hat mit unserem t\u00e4glichen Leben wenig zu tun, daf\u00fcr k\u00f6nnen wir nichts und daran k\u00f6nnen wir auch nichts \u00e4ndern. Das bliebe zwar zu diskutieren, aber wir k\u00f6nnen das Thema auch einmal anders angehen.<\/p>\n<p>Denken wir in meditativer Form konkreter \u00fcber uns selber nach!<\/p>\n<p>Setzen Sie sich bequem hin, atmen Sie tief durch und beziehen Sie einmal jeden Satz auf sich selbst:<\/p>\n<p><em> (Klangschale bereithalten) <\/em><\/p>\n<p>\u00dcber jeden einzelnen Satz haben Sie die M\u00f6glichkeit solange nach zu denken, bis der Ton der angeschlagenen Klangschale nicht mehr zu h\u00f6ren ist:<\/p>\n<p><em>Nicht, da\u00df ich Kritik an anderen Menschen \u00fcbe, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich es vorschnell oder lieblos tue, wenn ich andere herabsetze oder verletze. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df Neid, Schadenfreude oder Zorn in mir hochkommen, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich mich diesen Gef\u00fchlen nicht widersetze, wenn ich sie nicht zu \u00fcberwinden versuche, wenn ich mich in meinem Handeln davon leiten lasse. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich \u00fcber andere rede, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich gedankenlos oder geh\u00e4ssig Schlechtes von anderen erz\u00e4hle und so ihrem Ruf schade. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich in manchen Situationen schweige, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich dort schweige, wo andere erniedrigt, verleumdet oder Opfer von L\u00fcgen werden. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich in Konflikte und Auseinandersetzungen gerate, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich st\u00e4ndig Streit vom Zaun breche, wenn ich nicht auf andere h\u00f6re und nicht auf sie eingehe, wenn ich unvers\u00f6hnlich bin. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df mir das Beten nicht immer gelingt, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich es gar nicht mehr versuche, wenn mir f\u00fcr Gebet und Gottesdienst die Zeit zu schade ist. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich gut verdienen will, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich es auf Kosten anderer tue, wenn andere dabei zu Schaden kommen, wenn ich zu unehrlichen Mitteln greife. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich in Wohlstand lebe, ist S\u00fcnde, sondern wenn er zu meinem Ein und Alles wird, wenn ich nicht mehr teilen kann, wenn ich kein Herz mehr habe f\u00fcr andere. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich auf meinen Rechten bestehe, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich dabei die Rechte anderer mi\u00dfachte, wenn ich r\u00fccksichtslos und hartherzig bin. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich die sch\u00f6nen Dinge des Lebens genie\u00dfe, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich uners\u00e4ttlich, unm\u00e4\u00dfig und undankbar bin. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich sexuelle W\u00fcnsche und Regungen versp\u00fcre, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich mich von meinen Trieben beherrschen lasse, wenn ich andere Menschen als Objekt meiner Begierde mi\u00dfbrauche. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df mir Menschen unsympathisch sind, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich deswegen ungerecht \u00fcber sie urteile, wenn ich sie diskriminiere oder verachte. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df mich manchmal Glaubenszweifel \u00fcberkommen, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich mich nicht ernsthaft \u00fcber den Glauben informiere, wenn mir Gott gleichg\u00fcltig ist. <\/em><\/p>\n<p><em> Nicht, da\u00df ich mich darum bem\u00fche, meine Zukunft zu sichern, ist S\u00fcnde, sondern wenn ich ohne Gott auszukommen meine, wenn ich nicht mehr glaube, da\u00df mein Leben in der Hand Gottes liegt. <\/em><\/p>\n<p>(aus: Besinnung zu Umkehr und Bu\u00dfe am 3. Adventssonntag 2002 in St. Andreas, D\u00fcsseldorf-ltstadt)<\/p>\n<p>Wir feiern Weihnachten. Wir freuen uns \u00fcber die Geburt Jesu. Gott wird Mensch. Gott kommt als Kind. Er kommt nicht als Kaiser. An ihm k\u00f6nnen wir lernen, zu uns selbst zu kommen, Mensch zu werden durch den Glauben. Das kleine Kind macht den Gro\u00dfen etwas vor.<\/p>\n<p><em>Mach\u2019s wie Gott &#8211; werde Mensch<br \/>\nglaube mir es lohnt sich.<br \/>\n<\/em><em>In aller Weltenfurcht halte die Hoffnung durch,<br \/>\n<\/em><em>halte die Hoffnung durch&#8230; <\/em><\/p>\n<p>Johannes, der Briefschreiber hat Jesus vor Augen. Der hat gezeigt, wie ein Leben, wie auch ein Sterben aussieht, das die Liebe verwirklicht. In ihm ist das Wort der Liebe Mensch geworden und hat sich in gelebte Praxis verwandelt.<\/p>\n<p>Angelus Silesius hat im \u201eCherubinischen Wandersmann\u201c als Mystiker den Weihnachtsgedanken am Genialsten zur Sprache gebracht: \u201e<em>Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir: du bleibst doch ewiglich verloren.\u201c AMEN. <\/em><\/p>\n<p>Der Friede Gottes<br \/>\nder alles,<br \/>\nwas wir zur Sache des Friedens zu denken wagen,<br \/>\n\u00fcbersteigt,<br \/>\nhalte unseren Verstand wach,<br \/>\nunsere Hoffnung gro\u00df,<br \/>\nund mache unsere Liebe stark. AMEN<\/p>\n<p><strong>Evangelisch-Lutherische Kirche in Genf<br \/>\nPfarrer Ekkehard Lagoda<br \/>\n20, rue Verdaine<br \/>\nCH 1204 Gen\u00e8ve<br \/>\nTel 022 310 41 87<br \/>\nFax 022 310 41 51<br \/>\n<a href=\"mailto:pfarrer@luther-genf.ch\">pfarrer@luther-genf.ch<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag der Geburt des Herrn, 25. Dezember 2005 Predigt \u00fcber 1. Johannes 3, 1-6, verfasst von Ekkehard Lagoda Seht, welch gro\u00dfe Liebe uns der Vater erwiesen hat, da\u00df wir Gottes Kinder hei\u00dfen sollen, und wir sind es! Deshalb erkennt die Welt uns nicht, denn sie hat Ihn nicht erkannt. 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