{"id":10904,"date":"2021-02-07T19:48:58","date_gmt":"2021-02-07T19:48:58","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=10904"},"modified":"2023-02-08T12:49:31","modified_gmt":"2023-02-08T11:49:31","slug":"johannes-7-9-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-7-9-12\/","title":{"rendered":"Johannes 7, 9-12"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Heiliges Christfest II, 26. Dezember 2005<br \/>\nPredigt \u00fcber Offenbarung des Johannes 7, 9-12, verfasst von Elisabet Mester<\/span><\/b><\/h3>\n<p><strong>Lieder:<br \/>\n<\/strong>Der f\u00fcr den Sonntag vorgesehene Psalm 96 ist leider (im Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs) nicht vertont. Man k\u00f6nnte stattdessen das (im nieders\u00e4chsischen Anhang unter 539 wieder gegebene) Weihnachtslied &#8222;Singet frisch und wohlgemut&#8220; singen.<br \/>\n<strong> Andere Liedvorschl\u00e4ge:<br \/>\n<\/strong> EG 33, 2+3 Willkommen, Jesu, Gottes Lamm<br \/>\nEG 38 Wunderbarer Gnadenthron<br \/>\nEG 39, 6+7 o du hoch gesegnete Stunde<br \/>\nEG 40, 3-5 in diesem Lichte kannst du sehen<br \/>\nEG 42, 8+8 jauchzt, Himmel<br \/>\nEG 45, 3 jauchzt, ihr Engelch\u00f6re<\/p>\n<p><strong>Liturgisches:<br \/>\n<\/strong>Der Schlusschor (Nr. 11) der Bachkantate &#8222;Ich hatte viel Bek\u00fcmmernis&#8220; (BWV 21) geht auf Offb. 5, 12 und erinnert sehr stark an die Doxologie im letzten Vers des Predigttexts, die im Mittelpunkt dieser Predigt steht: <em>&#8222;Das Lamm, das erw\u00fcrget ist, ist w\u00fcrdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und St\u00e4rke und Ehre und Preis und Lob. Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, Halleluja!&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Kollektengebet:<\/strong><em><br \/>\n<\/em>Mit den Engeln von Bethlehem wollen wir dein Lob singen, du gro\u00dfer Gott, und dir daf\u00fcr danken, dass du zu uns auf die Erde gekommen bis, ein Kind der Maria, ein Freund der Menschen. Komm du in unser Herz und mach uns froh, lass uns einstimmen in den Gesang der Engel, die dich loben Tag und Nacht, schenk uns die wahre Weihnachtsfreude.<br \/>\nDir sei Ehre in Ewigkeit. Amen<\/p>\n<p><strong>F\u00fcrbittengebet:<br \/>\n<\/strong>Wir bitten dich, Gott, f\u00fcr uns und f\u00fcr andere.<br \/>\nSei bei uns, wenn wir gemeinsam rufen: erh\u00f6re uns!<br \/>\nUm Einverst\u00e4ndnis bitten wir dich, dass wir &#8222;amen&#8220; sagen k\u00f6nnen zu dem, was du wirkst, und unser Leben annehmen aus deiner g\u00fctigen Hand. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Dass dein Lob gesungen werde hier auf der Erde so wie im Himmel, darum bitten wir dich. Hilf uns zu Frieden und Gerechtigkeit, dass alle V\u00f6lker dich loben k\u00f6nnen. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<br \/>\nLass uns dir die Ehre geben und lehre uns, Ehrfurcht zu empfinden vor deiner Sch\u00f6pfung, dem Werk deiner H\u00e4nde, dass wir den Garten bebauen und bewahren, den du uns gegeben hast. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Gib uns Weisheit, gro\u00dfer Gott, lass uns erkennen, wie wunderbar du wirkst in uns und in der ganzen Welt. Zeige uns den Weg, auf dem wir gehen k\u00f6nnen, auf dich zugehen k\u00f6nnen und auf dein Reich. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Dank sei dir f\u00fcr alles, was du uns gibst. Du hast uns reich beschenkt und uns vieles anvertraut. Dass wir nicht h\u00e4ngen an unserem Besitz, dass wir frei sind zu teilen, das schenke uns auch. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Wir preisen dich f\u00fcr deine Liebe, Gott, dass du zu uns gekommen bist und bist als Kind geboren im armen Stall von Bethlehem, hast Wohnung genommen in unseren Herzen und uns zu deinen Menschen gemacht. Gib, dass wir deine Menschen bleiben, dich preisen hier und in deinem Reich. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>In deiner Kraft, du gro\u00dfer Sch\u00f6pfer, ist die Welt erschaffen, deine Kraft macht bis heute alles lebendig, was lebt. Lass uns atmen deine Kraft, dass wir lebendig sind in dir und mitwirken an dem, was du tust. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Deine St\u00e4rke macht uns frei und sch\u00fctzt uns vor allem, was uns schaden k\u00f6nnte. Darum bitten wir dich, lieber Herr Jesus: lass uns sicher und geborgen sein bei dir. Zu deiner Gemeinde geh\u00f6ren wir hier und im Himmel. Gemeinsam rufen wir: erh\u00f6re uns!<\/p>\n<p>Du hast die Bitten Saras und Abrahams erh\u00f6rt, mit Mirjam und Moses hast du gesprochen. Du hast Maria Mut gemacht und ihr geholfen, deinen Sohn zur Welt zu bringen. Auch unsere Bitten wirst du nicht verwerfen. Wir schlie\u00dfen uns an alle an, die dir vertraut haben und die zu deiner Gemeinde geh\u00f6ren. Zusammen mit ihnen sprechen wir: Amen.<\/p>\n<p>Predigttext Offenbarung 7, 9-12<br \/>\n&#8222;Danach sah ich, und siehe, eine gro\u00dfe Schar, die niemand z\u00e4hlen konnte, aus allen Nationen und St\u00e4mmen und V\u00f6lkern und Sprachen, die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit wei\u00dfen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren H\u00e4nden, und riefen mit gro\u00dfer Stimme: das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die \u00c4ltesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und St\u00e4rke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!&#8220; (Luther-\u00dcbersetzung)<\/p>\n<p><strong>Predigt:<br \/>\n<\/strong>Liebe Gemeinde,<br \/>\nWunderbar verh\u00fcllt und nicht ganz deutlich erkennbar scheint mir Weihnachten bis heute. Ich h\u00f6re die Botschaft von dem neu geborenen Kind in Bethlehem und wei\u00df doch nicht genau, was sich in diesem Jahr f\u00fcr mich dahinter verbirgt. Was f\u00fcr eine Kostbarkeit wird es diesmal geben?<br \/>\nEtwas Himmlisches und etwas Irdisches kommen hier zusammen. Oben \u00fcberm Dach singen die Engel, die Boten aus dem Paradies, die uns erz\u00e4hlen, wer da aus ihrer Welt zu uns gekommen ist. Unten im Stall liegt ein S\u00e4ugling in einem Futtertrog auf Heu und Stroh. Kostbar ist er und ganz f\u00fcr uns, sagen die Gottesboten.<br \/>\nGanz leicht zu verstehen ist das Geschehen nicht. Aber vielleicht sollen wir es auch gar nicht nur verstehen und es ist gerade das, was diese Fest so wunderbar und faszinierend macht f\u00fcr uns: Voller Gef\u00fchle und Erinnerungen, irgendwie zauberhaft ist es, wie hinter einem Schleier verborgen. Wir merken aber alle Jahre wieder: im Schatten dieses Vorhangs fahren Engel vom Himmel auf die Erde, und unsere W\u00fcnsche und Sehns\u00fcchte steigen hinauf zum Himmel.<br \/>\nWenn wir einmal in den Himmel schauen und sehen k\u00f6nnten, was dort aus unserem sehnlichen W\u00fcnschen wird, wenn wir auch mal von dort herunterschauen d\u00fcrften und sehen, wie unsere Welt von dort erscheint &#8211; das w\u00e4re wunderbar.<br \/>\nHeute haben wir ein St\u00fcck aus der Johannesoffenbarung geh\u00f6rt, das im Himmel spielt. Da trifft sich eine bunt gemischt Schar von Frauen und M\u00e4nnern, Kindern und alten Menschen. Aus allen V\u00f6lkern und Sprachen sind sie dort zusammen gekommen, um das Kind in der Krippe zu feiern. Sie sagen eine ganze Menge dar\u00fcber, wie Gott erscheint, dort auf der anderen Seite, zusammen mit den Engeln. Was ist aus ihrer Sicht \u00fcber den zu sagen, der in Bethlehem zur Welt kam?<br \/>\n&#8222;Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und St\u00e4rke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit&#8220;, sagen sie. Acht Merkmale sind es, die sie Gott zusprechen; wie Perlen auf eine Schnur aufgereiht finden wir sie hier: acht Kennzeichen, die auf den Gott von Weihnachten passen sollen.<br \/>\nAmen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und St\u00e4rke &#8211; wom\u00f6glich klingen diese Worte in unseren Ohren ein wenig altmodisch. Aber wir k\u00f6nnen ja einmal versuchen, den Staub abzuwischen und die Perlen aufzupolieren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst das Wort &#8222;Amen&#8220;, mit dem es hier beginnt. Wir sagen es eigentlich immer zuletzt, am Schluss eines Gebets. Es bedeutet \u00fcbersetzt: so sei es. So soll es auch sein. Ich will mich drauf verlassen, dass es so kommt, wie ich&#8217;s erbeten habe. &#8222;Amen&#8220; zu sagen hei\u00dft also, zu vertrauen, sich anzuvertrauen. Einssein mit dem, was wir hoffen und einverstanden sein mit dem, was Gott schicken wird. Wer so &#8222;amen&#8220; sagen kann, ist mit Gott und mit sich selbst im Reinen. Beten und bitten, Vertrauen fassen und Gott alles zutrauen. Ja sagen zu dem, was Gott wirkt. Wir sagen es sonst als letztes Wort; hier steht es nun als erstes. Ein gro\u00dfes Einverst\u00e4ndnis mit Gott. Damit kann alles beginnen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Perle auf unserer Schnur hei\u00dft &#8222;Lob&#8220;. Wer ein Lob bekommt, kann sich freuen. Es ist ja so etwas wie eine Auszeichnung. Ein kleines Lob tut immer gut. Es gibt aber auch ein gro\u00dfes Loben. Das erf\u00fcllt den Himmel und es h\u00f6rt nie auf. Die Engel singen es f\u00fcr Gott. Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, kann es wahrnehmen. Manche sagen, sie erkennen es sogar im Lachen der Kinder, im Zirpen der Meisen und in der Stille der Nacht. Wenn wir im Gottesdienst zusammen singen, dann versuchen wir, in dieses gro\u00dfe Lob einzustimmen. Mitsingen mit den Engeln im Himmel. Das erf\u00fcllt einen Menschen mit gro\u00dfer Freude. Das Lob gilt Gott, aber es macht in jedem Fall denjenigen froh, der es spendet. Mehr als froh sogar. Gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>&#8222;Amen, Lob und Ehre&#8220;. So geht es weiter. Der dritte Schmuckstein auf unserer Kette: &#8222;Ehre&#8220;. Ein merkw\u00fcrdiges Wort wie aus vergangener Zeit. Es hat mit dem Bild zu tun, das wir uns voneinander machen. Wenn ich von einem anderen Menschen so gut denke, wie es mir nur irgend gelingt, wenn ich ihm das Beste zutraue und ihm alles Sch\u00f6ne und Wertvolle zugestehe, auf das ich nur kommen kann, dann gebe ich ihm Ehre. Ich denke dann vielleicht besser von diesem Menschen, als er im Moment gerade erscheint, aber das hei\u00dft auf der anderen Seite eben, dass er in meinen Augen so gut werden darf und kann, wie ich es von ihm denke. (Meine Tochter ist die Allerbeste f\u00fcr mich, auch wenn sie vielleicht gerade jetzt nicht den allerbesten Eindruck macht. Ich wei\u00df einfach, dass sie wunderbar ist, und ich hoffe in jedem Moment, dass sie all das Gute, das in ihr steckt, noch zum Vorschein bringen wird.) Es ist gut, von einem anderen Menschen so positiv zu denken. Es gibt ihm eine Menge guter Chancen. Es hilft ihm auch, dem vorteilhaften Bild n\u00e4her zu kommen, das wir von ihm und f\u00fcr ihn hoch halten wie ein Panier.<br \/>\nEinen gibt es allerdings, von dem wir nicht besser denken k\u00f6nnen als er ist. Das ist Gott. Wenn wir ihm die Ehre geben und also versuchen, von ihm das Beste anzunehmen und zu erwarten, dann verbessern wir damit nicht seine Chancen, sondern unsere Sicht. Wir sehen ihn mehr so, wie er ist, wenn wir ihn ehren. Wir erkennen mehr von ihm und kommen seiner Wahrheit n\u00e4her. Gottes Ehre. Sie hoch zu halten, ist eine gro\u00dfe Chance. F\u00fcr uns.<\/p>\n<p>&#8222;Amen, Lob, Ehre, Weisheit&#8220;. Wir sind bei der vierten Perle angekommen. Weisheit ist ein gro\u00dfes Wort. Es ist mehr als Klugheit, mehr als Verstand und Intelligenz. Weisheit ist gr\u00f6\u00dfer als Einsicht und Vernunft. Wer weise ist, vermag die wahre Bedeutung hinter den Dingen zu erkennen. Wissen, worum es geht bei dem Ganzen. Mehr sehen als den Augenschein, mehr verstehen als die logischen Zusammenh\u00e4nge, das ist weise. Wer &#8222;amen&#8220; sagt und sich mit Gott ganz einverstanden zeigt, wer loben kann und einstimmt in die Freude der Gesch\u00f6pfe \u00fcber ihren Sch\u00f6pfer, wer Gott die Ehre gibt, die ihm geb\u00fchrt und nach und nach verstehen lernt, wie gut Gott es mit uns meint, wird mit der Zeit wohl weise. Wissen, dass mehr dahintersteckt, als was wir sehen. Die Wahrheit Gottes durch unsere Wirklichkeit hindurchschimmern sehen. Das ist weise.<br \/>\nWir sehen hier einen armen Stall, in dem ein paar schlecht gekleidete Hirten einem jungen M\u00e4dchen zu seinem Kind gratulieren. Ihr Freund ist auch dabei; der S\u00e4ugling ist vielleicht zu fr\u00fch geboren worden, unterwegs auf einer Reise, die wegen einer Volksz\u00e4hlung n\u00f6tig geworden war. Bald schon wird das Kind fliehen und im Ausland um Asyl nachsuchen m\u00fcssen, weil die M\u00e4chtigen ihm nach dem Leben trachten.<br \/>\nWeise sein und die g\u00f6ttliche Wahrheit dahinter erahnen, das hei\u00dft, hier Gott zu sehen, der sich traute, ganz klein zu werden f\u00fcr uns. Winzig und v\u00f6llig schutzlos, angewiesen auf Muttermilch und Windeln, auf menschliche Zuwendung und den w\u00e4rmenden Atem der Tiere, die diesen Gott als Kind in ihrem Futtertrog vorfinden. Wer weise ist und ahnen kann, was hier geschehen ist, dem stockt der Atem vor Erstaunen und Gl\u00fcck. Gott ist da. Bei uns. So nah wie nur m\u00f6glich. Die Hirten haben es verstanden: Gott ist angekommen. Endlich zur Welt gekommen.<br \/>\nDies ist das tiefere Verst\u00e4ndnis, um das es geht. Weisheit. Sie sucht die hinter den Ereignissen liegende Bedeutung. Sie findet sie auch.<\/p>\n<p>Amen, Lob, Ehre, Weisheit und Dank. Dank ist unsere f\u00fcnfte Perle. Wissen, dass wir uns nicht selbst gemacht haben. Das ist Dank. Verstehen, dass wir vieles haben und erfahren haben, dass wir nicht uns oder unserer Kraft zu verdanken h\u00e4tten. Wir haben es bekommen: dies Leben, und bekommen es t\u00e4glich neu aus Gottes guter Hand. Ihm verdanken wir uns mit unserer ganzen Existenz, ihm sind wir verbunden. Gott hat sich mit uns verbunden, nur deshalb sind wir da. Das zu erkennen ist Dank.<br \/>\nAls n\u00e4chstes reiht sich an den Dank der Preis. Damit sind nicht die Kosten gemeint, und auch nicht die Auszeichnung, die man f\u00fcr besonders gute Leistungen erhalten und sich ans Revers heften kann.<br \/>\nDer Preis, der Gott gilt, ist der mitempfundene Dank. Wenn ich das nicht nur wei\u00df, dass Gott es ist, der mich geschaffen hat und mich erh\u00e4lt bis heute, wenn ich es auch f\u00fchle, kann ich ihn preisen. Ich kann staunen dar\u00fcber, wie sch\u00f6n Gott ist, und mich dar\u00fcber freuen, dass ich auch sch\u00f6n geschaffen bin, nach Gottes Bild. Ich kann singen und tanzen und beten und Gedichte schreiben und alles M\u00f6gliche tun vor Freude dar\u00fcber: dass Gott Gott ist, und dass ich ich bin, und dass wir beide: Gott und ich, miteinander zu tun haben. Die wahre Weihnachtsfreude geh\u00f6rt da hinein, in diesen Preis Gottes.<br \/>\n&#8222;Kraft&#8220; hei\u00dft die siebente Perle auf unserer Kette, und gemeint ist damit die Sch\u00f6pferkraft: dass unsere Erde sicher l\u00e4uft in ihrer Bahn um die Sonne, dass sie uns h\u00e4lt und tr\u00e4gt und Nahrung gibt, dass auf den Winter wieder ein Fr\u00fchling folgt und wir die V\u00f6gel singen h\u00f6ren und die Blumen bl\u00fchen sehen. In dieser gro\u00dfen g\u00f6ttlichen Lebenskraft existiert alles, was es gibt, und auch wir verdanken uns ihr. Sie besteht fort und l\u00e4sst nicht nach, Gutes zu tun von Morgen bis zum Abend und durch alle Nacht hindurch. Wenn wir Atem holen, wenn wir Kinder zeugen und geb\u00e4ren, wenn wir Leid verkraften oder Kunstwerke schaffen: wir tun es in dieser Kraft. Sie ist nicht unsere, sondern Gottes. Dass wir an ihr teilhaben, wir wollen es nicht vergessen.<\/p>\n<p>&#8222;St\u00e4rke&#8220; hei\u00dft die achte und letzte Perle auf der Schnur. Wir k\u00f6nnten sie auch &#8222;Christus-Kraft&#8220; nennen. Jesus Christus sorgt mit seiner St\u00e4rke daf\u00fcr, dass uns b\u00f6se M\u00e4chte nichts anhaben k\u00f6nnen. Mit seinen guten M\u00e4chten umgibt er uns. Ob wir wach sind oder schlafen: er ist stark, uns zu besch\u00fctzen. Wenn wir uns einmal in Abh\u00e4ngigkeiten verfangen oder in L\u00fcgen verstricken sollten: er ist stark und macht uns wieder frei. Die St\u00e4rke von Christus besteht darin, dass er sie \u00fcbt und einsetzt f\u00fcr uns, damit wir leben k\u00f6nnen. Er ist der, an dessen Tisch wir sitzen, und den Platz, den er im Himmel f\u00fcr uns reserviert hat, h\u00e4lt er uns auch frei. Es ist gut, sich darauf zu verlassen. Nicht auf Menschen zu setzen, die stark tun und uns an ihrer Seite schwach erscheinen lassen. Sich lieber mit Menschen zusammentun, die gemeinsam aus Unterdr\u00fcckung Abh\u00e4ngigkeiten ausziehen und sich dabei in Jesu Namen gegenseitig unterst\u00fctzen. Da, wo die vermeintlich Schwachen zusammenstehen und einander zur Freiheit verhelfen, ist viel von dieser St\u00e4rke zu sp\u00fcren. Viele Menschen vor uns haben schon diese Erfahrung gemacht und sich im Vertrauen auf Jesus gegenseitig dabei geholfen, frei zu sein und immer wieder frei zu werden. Sie geh\u00f6ren zu denen, von denen wir in der Johannes-Offenbarung geh\u00f6rt haben, die im Himmel um den Thron und das Lamm herum stehen und Gottes Lob singen. Wir schlie\u00dfen uns heute mit ihnen zusammen. Eine Gemeinde sind wir im Himmel und auf der Erde. Vereint im Lob des Gottes, der an Weihnachten von Maria geboren wurde f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Wenn wir die Kette mit den acht Perlen, an der diese Predigt entlang gegangen ist, jetzt wieder vorn ber\u00fchren, wo wir begonnen haben, sagen wir: Amen.<\/p>\n<p><strong>Elisabet Mester<br \/>\nAnna-von-Borries-Stra\u00dfe 5<br \/>\n30625 Hannover<br \/>\nTel.: 0511\/5354119<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:mester@annastift.de\">mester@annastift.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliges Christfest II, 26. Dezember 2005 Predigt \u00fcber Offenbarung des Johannes 7, 9-12, verfasst von Elisabet Mester Lieder: Der f\u00fcr den Sonntag vorgesehene Psalm 96 ist leider (im Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs) nicht vertont. Man k\u00f6nnte stattdessen das (im nieders\u00e4chsischen Anhang unter 539 wieder gegebene) Weihnachtslied &#8222;Singet frisch und wohlgemut&#8220; singen. 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