{"id":11007,"date":"2021-02-07T19:48:57","date_gmt":"2021-02-07T19:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11007"},"modified":"2023-02-09T08:45:15","modified_gmt":"2023-02-09T07:45:15","slug":"amos-5-21-24-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/amos-5-21-24-2\/","title":{"rendered":"Amos 5, 21-24"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Estomihi, 26. Februar 2006<br \/>\nPredigt zu\u00a0Amos 5, 21-24, verfasst von Elisabet Mester<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Als ich den Predigttext las, konnte ich nicht anders denken als: \u201eAch! Wenn unsere Kirchen und Gemeindeh\u00e4user doch nur so voll w\u00fcrden, wenn unsere Feiertage und Versammlungen so gut besucht w\u00e4ren, dass mal zu uns einer sagen k\u00f6nnte: \u201aIch bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Tu weg von mir das Gepl\u00e4rr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht h\u00f6ren!\u2019!\u201c Aber von einem \u201eGepl\u00e4rr der Lieder\u201c kann bei unserem Gemeindegesang keine Rede sein. Dazu sind wir einfach viel zu wenige hier in der Kapelle.<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen.\u201c<br \/>\nWenn ich das h\u00f6re, denke ich: Opfer und Spenden w\u00e4ren doch durchaus willkommen in unserer Zeit, wo viele ihre M\u00fcnzen drei Mal in der Tasche umdrehen, bevor sie sie hergeben (und sei es f\u00fcr einen guten Zweck).<\/p>\n<p>Vorletzte Woche habe ich in einer anderen Gemeinde den Pastor vertreten und dort Gottesdienst gehalten. Als ich zu den Abk\u00fcndigungen kam und die Kollekte ansagen sollte, die am letzten Sonntag zusammen gekommen war, ist es mir fast im Hals stecken geblieben. 3 \u20ac und 72 Cent hatte die Gemeindesekret\u00e4rin mir ins Buch geschrieben, und darunter den Vers aus dem 2. Korintherbrief, den ich als Dank dazu verlesen sollte: Einen fr\u00f6hlichen Geber hat Gott lieb! (2 Kor 9,7)<\/p>\n<p>Den Vers habe ich nicht mehr \u00fcber die Lippen gebracht. Ich habe nur im Stillen gedacht: Es liegt ja nicht an den zugekn\u00f6pften Portemonnaies, wenn das diakonische Werk hier so wenig bekommen hat. Es liegt ja eher daran, dass die Leute gar nicht mehr zum Gottesdienst kommen. (\u201eEines bitt ich sehr: ich m\u00f6chte bleiben, wo erz\u00e4hlt wird, Herr, von deiner G\u00fcte. M\u00f6chte Stund\u2019 und Tage bei dir verbringen, dein Wort zu h\u00f6ren, m\u00f6chte selber singen mein Lied dir.\u201c Das haben wir heute zu Beginn gesungen; ein Lied auf Psalm 27, das davon erz\u00e4hlt, wie sch\u00f6n es ist, am Gottesdienst teilzunehmen. F\u00fcr die meisten Menschen unserer Zeit ist das anscheinend gar nicht mehr bekannt. Sie haben die Erfahrung nicht gemacht, wie sch\u00f6n es ist, den Sonntag zu feiern, zu singen, zu beten und sich von Gott tr\u00f6sten zu lassen.)<\/p>\n<p>Ich bin am Ausgang der Kirche, beim Verabschieden, schon manchmal gefragt worden, ob ich nicht traurig bin, wenn ich den halben Samstag am Schreibtisch verbringe und versuche, eine gute Predigt zustande zu bringen, und dann sind am Sonntag so wenige Gemeindeglieder im Gottesdienst zu sehen. Ich habe immer gesagt: \u201eNein. Ich schreibe es f\u00fcr die, die kommen, und hoffe, dass sie etwas davon haben. Das ist mir genug.\u201c<\/p>\n<p>Vielleicht war das nur die \u00e4u\u00dfere Seite. Innen war ich manchmal traurig, wenn ich die Gottesdienstbesucher bitten musste, doch bitte etwas nach vorne zu kommen und mehr zusammenzusitzen. Wenn sie sich zu ganz wenigen \u00fcber die ganze gro\u00dfe Kirche verteilten, kam ich mir so verloren vor. Ja, ich f\u00fchlte mich allein da vorne, nicht getragen von der Gemeinde in meinem Vor-Beten und Predigen, in meinem Singen, das ich laut anstimmte, damit etwas Gesang zu h\u00f6ren sei und nicht nur die Orgel.<\/p>\n<p>Zum Schluss haben mir diejenigen, die da gewesen waren, die Hand gedr\u00fcckt und gesagt: \u201eJa. Schade, dass wir heute wieder so wenige waren!\u201c Dann habe ich gedacht: \u201eNur gn\u00e4dig mit denen, die gekommen sind!\u201c, habe tapfer gel\u00e4chelt und gesagt: \u201eMacht doch nichts. Sie waren ja hier!\u201c<\/p>\n<p>Innen und au\u00dfen. Das ist so eine Sache: Oftmals ist es nicht dasselbe. Man zeigt nach au\u00dfen etwas anderes her als das, was innen drin ist.<\/p>\n<p>Als Evangelische haben wir nat\u00fcrlich gelernt: die innere Einstellung ist das Allerwichtigste. Wir sollen nicht zum Gottesdienst gehen, weil wir meinen, dass wir m\u00fcssten. \u201eDu bist, Herr, mein Licht und meine Freiheit.\u201c Wir d\u00fcrfen hingehen, wenn wir m\u00f6chten. Wenn wir wollen, ist es gut. Wenn wir nicht wollen, ist es wohl besser, zu Hause zu bleiben, als ohne Aufrichtigkeit mitzusingen und mitzubeten. Solche halben Sachen mag Gott nicht.<\/p>\n<p>Ob es ihm gef\u00e4llt, wenn die Leute heute einfach zu Hause bleiben, so dass die B\u00e4nke in den Kirchen reihenweise leer stehen, ist damit allerdings noch nicht gesagt.<br \/>\nIch f\u00e4nde es sch\u00f6n, wenn viele Menschen aus \u00dcberzeugung zur Kirche k\u00e4men und gern am Gottesdienst teilnehmen wollten.<\/p>\n<p>Gottesdienst ist aber ja nicht nur in der Kirche. Das ganze Leben ist ein Gottesdienst, wenn man es recht versteht.<\/p>\n<p>Das, was wir im Gottesdienst h\u00f6ren und tun, soll ja eins sein mit dem, was wir \u201edrau\u00dfen\u201c, also au\u00dferhalb dieser Mauern, auch tun. Wenn wir in der Kirche aus der Bibel h\u00f6ren, soll das bedeuten, dass wir \u00fcberall versuchen, nach Gottes Wort zu leben.<br \/>\nWenn wir in der Kirche Gott loben, soll das hei\u00dfen, wir tun das auch zu Hause.<\/p>\n<p>Wenn wir in der Kirche untereinander Frieden halten und freundlich miteinander umgehen, soll das hei\u00dfen, wir tun das auch im Beruf und im Stra\u00dfenverkehr und im Verein und in der Hausgemeinschaft mit den Nachbarn. Sonst ist das Ganze hohl. Sonst bekommt der Prophet Amos bei uns Recht mit seiner Kritik: ihr kommt nur zum Gottesdienst, um eure frommen Gef\u00fchle zu pflegen; nicht, um auch dementsprechend zu leben. Ihr erg\u00f6tzt euch daran, wunderbare Orgelkl\u00e4nge zu h\u00f6ren oder kluge und bewegende Worte, ihr berauscht euch an der sch\u00f6nen Innigkeit eurer Gebete, aber wie weit reicht das? Nur bis zum Portal. Wenn ihr wieder drau\u00dfen seid, ist alles so wie vorher.<\/p>\n<p>(Oder vielleicht wie nach dem Besuch einer Theatervorstellung. Man hat etwas geh\u00f6rt und gesehen, was einen angeregt hat; man hat sich selbst sehen lassen und es genossen, seinen neuen Mantel auszuf\u00fchren. Man ist mal drau\u00dfen gewesen und hat an einer Veranstaltung teilgenommen, das tut allemal gut. Hinterher hat man etwas zu erz\u00e4hlen. \u201eHerr X wird auch immer \u00e4lter. Jetzt hat er lange sein Portemonnaie gesucht, als der Klingelbeutel herumging. Dabei wei\u00df doch jeder, wann die Kollekte eingesammelt wird. Immer nach den Abk\u00fcndigungen. Also wirklich. Haben Sie\u2019s auch gemerkt?\u201c \u2013 \u201eJa, Mir ist es aufgefallen. Er hat \u00fcbrigens M\u00fcnzen reingetan und keinen Geldschein.\u201c \u2013 \u201eAch, tats\u00e4chlich?\u201c \u2013 \u201eJa, wirklich.\u201c)<\/p>\n<p>\u201eIch bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Gepl\u00e4rr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht h\u00f6ren! Es str\u00f6me aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.\u201c<\/p>\n<p>Das, was wir in der Kirche h\u00f6ren, auch zu tun, darauf kommt es also an. Und noch mehr darauf, das, was wir in der Kirche tun, auch drau\u00dfen in der Welt zu tun. Denn in der Kirche haben wir ja nicht nur die Predigt, die uns helfen soll, die Worte der Bibel auf unser Leben gut anzuwenden. Wir haben auch das Abendmahl, das uns zeigt, wie wir das leben k\u00f6nnen. Im Abendmahl reichen wir aneinander weiter, was wir brauchen. Wir teilen Brot, also das, was wir n\u00f6tig brauchen, um unser Leben zu erhalten. Wir teilen auch den Saft des Weinstocks, also das, was f\u00fcr uns Freude und \u00dcberfluss bedeutet.<\/p>\n<p>Brot und Wein f\u00fcr alle, die da sind, f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen. Nicht f\u00fcr die eine mehr und f\u00fcr den anderen weniger. Nicht f\u00fcr den einen den Wein und f\u00fcr die anderen nur das Brot. Nicht f\u00fcr die Wohlhabenden Wei\u00dfbrot und f\u00fcr die Armen Schwarzbrot. Nein. Gleich viel, gleich Gutes f\u00fcr alle. Das ist das Prinzip des Christentums, liebe Gemeinde. Damit ist unser Glaube einmal gro\u00df geworden in einer heidnischen Welt, in der es von falschen G\u00f6ttern nur so wimmelte, und in der die krasse Ungleichheit der Menschen so selbstverst\u00e4ndlich zu sein schien wie die Tatsache, dass wir geboren werden und sterben m\u00fcssen. Gleich viel, gleich Gutes f\u00fcr alle. Das war revolution\u00e4r, denn die ersten Christen haben das nicht nur im Gottesdienst so gepredigt und gehandhabt. Sie haben es in ihren Versammlungen so gefeiert, um sich in diesem Prinzip versichern und best\u00e4rken zu lassen, damit sie es dann in ihren H\u00e4usern ebenso halten konnten. Annehmen, was man selber n\u00f6tig hat, und abgeben an diejenigen, die etwas brauchten. Nicht nur Dinge abgeben. Auch Trost spenden, Verst\u00e4ndnis aufbringen, Zeit f\u00fcr andere haben. Mitteilen, was mitzuteilen ist: Freude und Kummer, Gedanken und Pl\u00e4ne, Gef\u00fchle und Einf\u00e4lle. Alles mitteilen k\u00f6nnen. Alles mit anderen teilen d\u00fcrfen. Nicht allein bleiben damit. Das ist christlich. Auch H\u00e4user und Mahlzeiten, Kleidung und Ausr\u00fcstung, ja, sogar Grundst\u00fccke und Geld, das wurde untereinander verteilt.<\/p>\n<p>Damit haben die ersten Gemeinden mehr Zulauf gewonnen als durch ihre Predigt. Oder, um es richtig zu sagen: Damit haben sie viele f\u00fcr sich interessiert, die daraufhin in den Gottesdienst kamen und sich auch von der Predigt \u00fcberzeugen lie\u00dfen. Geworben haben die ersten christlichen Gemeinden bei den anderen jedenfalls zun\u00e4chst mit dem, was sie taten, und nicht zuerst mit dem, was sie sagten. Sie sind nicht mit der Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes hausieren gegangen, sondern haben untereinander so gelebt, dass viele andere danach fragten, wie sie denn dazu kommen, so freigebig, ja gro\u00dfz\u00fcgig zu sein. Die so genannten \u201eHeiden\u201c: also diejenigen, die vielen G\u00f6ttern huldigten und sich von dem einen dies und dem anderen jenes erbaten, haben bei den Christen gesehen, dass sie nicht G\u00f6tter, sondern einander um alles bitten konnten, und dass sie alles immer gern und bereitwillig gaben. Wenn man die Christen dann fragte, wie sie dazu k\u00e4men, erz\u00e4hlten sie von einem, der f\u00fcr sie alles gegeben hatte, sogar sein Leben, und der bis heute gibt, wahres Leben n\u00e4mlich. Ein Leben, das zu leben sich lohnt, weil es geteilt wird.<\/p>\n<p>Wenn wir im Gottesdienst das Abendmahl feiern und uns gemeinsam daran erinnern, wie Jesus ein letztes Mal mit seien J\u00fcngern gegessen und getrunken hat, dann ist das also viel mehr als nur eine Erinnerung. Es ist eine echte Vergegenw\u00e4rtigung dessen, was damals geschehen ist.<\/p>\n<p>Wir treten an die Pl\u00e4tze der J\u00fcnger und lassen uns von Jesus Christus bewirten mit Brot und Wein. Unser Herz versteht dabei, dass wir von Gott alles bekommen, was wir zum Leben brauchen. Und unsere H\u00e4nde reichen es weiter an den n\u00e4chsten. Wir teilen das, was wir bekommen. Das tun wir nicht nur am Altar, sondern \u00fcberall. Mit allen Christen auf der ganzen Welt teilen wir. Das, was uns fehlt, den anderen mitteilen, und das, was wir \u00fcbrig haben, den anderen abgeben.<\/p>\n<p>Auf diese Weise sind wir eins mit Jesus Christus, der sich bis heute an uns mitteilt und sein Leben an uns austeilt. Das ist \u00fcbrigens viel mehr als N\u00e4chstenliebe, liebe Gemeinde. Es ist v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von den Empfindungen und Gef\u00fchlen, die wir dazu hegen oder auch nicht. Es ist die Struktur, in der sich der Glaube verwirklicht; die Form, in der das Ganze lebendig werden kann. Deshalb ist diese Praxis christlichen Lebens so fest im Gottesdienst verankert: damit wir immer wieder in die \u00dcbung kommen: Annehmen, was wir gereicht bekommen. Weitergeben, was noch drin ist. Das Sakrament des Abendmahls besteht nicht allein in Brot und in Wein. Es besteht darin, dass das Brot gebrochen und geteilt wird, und dass wir alle aus einem Kelch trinken, damit wir zeigen und verstehen: Eins sind wir. Eine Gemeinschaft in Christus. Das ist das wahre Sakrament, also das Geheimnis unseres Glaubens. Wenn wir im Glauben Brot und Wein teilen, dann werden wir wahrhaftig eins in Christus. Wenn wir am Altar zu dieser Gemeinschaft in Christus gekommen sind, werden wir das nicht in dem Moment hinter uns lassen, wo wir uns wieder in die Bank setzen. Das Geheimnis des Glaubens geht weiter. Wir werden ver\u00e4ndert, ja verwandelt.<\/p>\n<p>Ich will einmal zwei Dinge nennen f\u00fcr das, was sich bei uns bewegt, wenn die Teilnahme beim Abendmahl f\u00fcr uns nicht \u00e4u\u00dferlich bleibt, sondern auch nach innen geht und lebendig wird: Das erste ist: wir werden aufh\u00f6ren, andere zu verurteilen. Mit vielen anderen stehen wir am Altar und teilen die Gaben. Manche kennen wir, andere nicht. Einige sind uns \u00e4hnlich, andere v\u00f6llig fremd. Bestimmt kann keiner von uns das richtig verstehen, was in einem fremden Menschen vorgeht. Die anderen sind nun einmal anders als wir. Dennoch: dr\u00fcber \u00e4rgern m\u00fcssen wir uns nicht. Wenn ich zum Abendmahl gehe, begreife ich: Mir ist so viel vergeben worden, dass ich sagen kann: Gott wei\u00df auch, warum er von meiner Sorte nur einen Menschen gemacht hat. F\u00fcr meine Mitmenschen gilt das ebenso. Sie sind, wie sie sind, mit Fehlern behaftet wie ich, manchmal anstrengend f\u00fcr mich, wie ich eben auch f\u00fcr sie. Wenn ich beim Abendmahl neben jemandem stehe, der mir v\u00f6llig fremd ist, dann wei\u00df ich: auch er ist ein von Gott geliebter und begnadeter Mensch. Als solchen will ich ihn sehen und verstehen. Mein Urteil \u00fcber ihn ist: Er ist von Gott geliebt. Das soll gen\u00fcgen. Wenn mir das gen\u00fcgt, dann bin ich wirklich und wahrhaftig frei gesprochen, und Gottes Recht wirkt sich aus.<\/p>\n<p>\u201eEs str\u00f6me aber das Recht wie Wasser\u201c, sagt Gott nach den Worten des Propheten Amos. Ein gutes Urteil ist damit gemeint. Wenn Gott uns gut beurteilt, k\u00f6nnen wir das auch tun, was unsere Mitmenschen betrifft.<br \/>\nDann str\u00f6mt das Recht wie Wasser auch bei uns.<\/p>\n<p>Die zweite Sache, die geschieht, wenn ich das Abendmahl nicht nur \u00e4u\u00dferlich, sondern auch innerlich erfahre, ist die: es f\u00e4llt mir pl\u00f6tzlich leicht, abzugeben. Ich merke ja, dass ich genug bekomme und dass mir nichts fehlt, was ich brauche. Also kann ich auch Besuch einladen und G\u00e4ste bewirten, kann ein Paket packen und ein Geschenk irgendwohin schicken. Ich kann von meinem Gehalt etwas abzweigen und es f\u00fcr eine Sache spenden, die mir einleuchtet, und am Ende kann ich wom\u00f6glich sogar ein Kummer loslassen, der mich schon lange geplagt hat. Einfach, indem ich ihn jemandem anvertraue.<\/p>\n<p>Wenn dies: dass ich abgeben und loslassen kann, mich erreicht, dann str\u00f6mt die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Denn mit dieser Gerechtigkeit sind die guten Taten gemeint, die ich aus freiem Herzen tue, und ebenso die, die ich mir angedeihen lasse. \u201eEin jeder, wie er\u2019s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fr\u00f6hlichen Geber hat Gott lieb\u201c. Wir k\u00f6nnten die Worte von Paulus auch einmal in die andere Richtung sprechen und sagen: Wen Gott lieb hat und wer das erfahren hat, der wird auch zu einem fr\u00f6hlichen Geber. Gerechtigkeit, das hei\u00dft in der Sprache der Bibel: aus freiem Herzen geben k\u00f6nnen. Nicht sich mit saurer Miene etwas aus den Rippen schneiden, weil man meint, dass man\u2019s muss. Sondern fr\u00f6hlich feststellen, dass man viel mehr hat, als man f\u00fcr sich selber braucht, und gerne teilen, was \u00fcbrig ist. Mit der selbstverst\u00e4ndlichen Geste des Weiterreichens, die wir beim Abendmahl ein\u00fcben.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Orgelvorspiel<br \/>\nBegr\u00fc\u00dfung<br \/>\nLied EG 575, 1-3 Du bist, Herr<br \/>\nEhr sei dem Vater&#8230;<br \/>\nBittruf<br \/>\nKyrie EG 178.2<br \/>\nLobpreis<br \/>\nEhre sei Gott in der H\u00f6he&#8230;.<br \/>\nGloria EG 179, 1<br \/>\nGebet<br \/>\nLesung Amos 5, 21-24<br \/>\nLied EG 423, 2-4 Herr, h\u00f6re, Herr, erh\u00f6re<br \/>\nPredigt<br \/>\nLied EG 253, 1.2.4.5 Ich glaube, dass die Heiligen<br \/>\nAbk\u00fcndigungen<br \/>\nLied EG 229, 1-3 Kommt mit Gaben<br \/>\nF\u00fcrbitten, Abendmahl<br \/>\nLied EG 464, 1+2 Herr, gib uns unser<br \/>\nSegen<br \/>\nOrgelnachspiel<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Elisabet Mester<br \/>\nAnna-von-Borries-Stra\u00dfe 5<br \/>\n30625 Hannover<br \/>\nTel.: 0511\/5354119<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:mester@annastift.de\">mester@annastift.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi, 26. Februar 2006 Predigt zu\u00a0Amos 5, 21-24, verfasst von Elisabet Mester Liebe Gemeinde! Als ich den Predigttext las, konnte ich nicht anders denken als: \u201eAch! 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