{"id":11055,"date":"2021-02-07T19:48:59","date_gmt":"2021-02-07T19:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11055"},"modified":"2023-02-07T18:13:06","modified_gmt":"2023-02-07T17:13:06","slug":"4-mose-21-4-9-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/4-mose-21-4-9-2\/","title":{"rendered":"4. Mose 21, 4-9"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Judika, 2. April 2006<br \/>\nPredigt zu 4. Mose 21, 4-9, verfasst von <strong>Juraj B\u00e1ndy<\/strong> (Slowakei)<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Die Schlange ist nicht das sympathischste Tier. Gerade umgekehrt. Ich habe schon von lieben H\u00fcndchen und niedlichen K\u00e4tzchen geh\u00f6rt, aber niemand hat mir gesagt: Schauen Sie mal, wie sch\u00f6n und lieb ist diese Schlange. Vielleicht mehreren von uns kommt eine G\u00e4nsehaut, wenn ich Schlangen erw\u00e4hne, weil f\u00fcr viele von uns die Schlange ausgesprochen h\u00e4sslich und ekelhaft ist. Gewiss hat diese Tatsache dazu beigetragen, dass die Schlange zum Symbol der S\u00fcnde, des \u00dcbels und der Vernichtug geworden ist.<\/p>\n<p>In dieser Rolle treten in der Geschichte, die wir gelesen haben, die feurige Schlangen auf. Auch wenn wir, die Leute von heute, diese Geschiche in den Bereich der Legenden und M\u00e4rchen abschieben m\u00f6chten, spricht diese Geschichte von solchen Sachen, die uns auch heute betreffen: <strong>von der S\u00fcnde und der Strafe, von der Bu\u00dfe und von der Rettung.<\/strong><\/p>\n<p>1. Von welcher <strong>S\u00fcnde <\/strong>spricht unsere Geschichte? Sie erz\u00e4hlt dar\u00fcber, dass das israelische Volk \u201ewurde verdrossen auf dem Wege\u201c (V. 4 \u2013 5). Es ist unverst\u00e4ndlich, dass diese Leute, die bei dem Auszug aus \u00c4gypten, bei dem Durchzug durchs Schilfmeer und bei der W\u00fcstenwanderung Gottes Hilfe und Gottes Beistand erfuhren, pl\u00f6tzlich ungeduldig wurden und wider Gott zu murren begannen. Sie klagten, dass sie umk\u00e4men, obwohl so etwas ihnen nicht drohte. Sie klagten gegen Mose: \u201eWarum hast du uns aus \u00c4gypten gef\u00fchrt, dass wir sterben in der W\u00fcste?\u201c (V. 5). Obwohl ihnen kein Untergang drohte, sie murrten gegen Gott und Mose, dass sie in den Untergang gef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Der liebe Gott macht es h\u00e4ufig so, dass er jemanden damit straft, womit er ges\u00fcndigt hat. Die Israeliten haben damit ges\u00fcndigt, dass sie unbegr\u00fcndet geklagt haben, dass Gott sie in die Vernichtung f\u00fchre. Nun hat Gott eben das gesandt, was sie wollten: feurige Schlangen, die die Vernichtung verursachen sollten.<\/p>\n<p>Hier h\u00e4tten wir gleich die erste Lehre: Klagen wir nicht gegen Gott. Denen, die klagen und murren wendet sich gerade die Klage gegen sie selbst.<\/p>\n<p>Von dem r\u00f6mischen Kriegsf\u00fchrer und Staatsmann G. I. Caesar ist aufgezeichnet, dass er einmal sehr sorgf\u00e4ltig eine prachtvolle Milit\u00e4rparade vorbereitet hat. Es hat aber geregnet und die Parade hat nicht stattgefunden. Caesar wurde zornig gegen Jupiter, von dem er vermutete, dass er den Regen gesand hatte. Zornig befahl er den Soldaten, gegen den Himmel Pfeile abzuschiessen, damit Jupiter wisse, das Caesar ihm b\u00f6se ist. Die abgeschossene Pfeile sind bald darauf auf die K\u00f6pfe der Soldaten gefallen und manche sind verletzt geworden.<\/p>\n<p>Klage nicht gegen Gott, damit sich deine Klage nicht gegen dich umdrehe wie die Pfeile der Soldaten von Caesar! Murre nicht gegen Gott wie die Israeliten in der W\u00fcste, damit dein Murren sich nicht gegen dich umkehre und Schaden tue! Diese Lehre hat auch der Apostel Paulus aus dieser Geschichte gezogen, wenn er geschrieben hat: \u201eLasset uns auch den Herrn nicht versuchen wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murrten und wurden umgebracht durch den Verderber\u201c (1Kor 10, 9 \u2013 10).<\/p>\n<p>2. Als der Herr Schlangen gegen sein Volk sandte, erkannte das Volk seine S\u00fcnde und tat <strong>Bu\u00dfe.<\/strong> Sie taten Bu\u00dfe und suchten den Weg der Rettung. Sie sagten Mose: \u201eBitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme\u201c (V. 8).<\/p>\n<p>Wenn uns der Herr straft, dann bekennen wir unsere S\u00fcnden, weil eben wegen ihnen wir unter der Strafe Gottes sind. Wenn wir unsere S\u00fcnden bekennen, zeigt uns der Herr den Weg der Rettung. Der liebe Gott gibt uns auch solche Rettung, wie dazumal den Israeliten: zuerst m\u00fcssen wir das B\u00f6se anschauen. Als ob er auch zu uns sagte: du musst dem B\u00f6sen widerstehen. Haben wir keine Angst, die S\u00fcnde anzusehen. Beobachten wir sorgf\u00e4ltig die S\u00fcnden und die Gefahren, die uns umringen. Tun wir es gerade so, wie die Israeliten, die die feurige Schlangen angeschaut haben. Die Israeliten haben gemeint, dass sie mit feurigen Schlangen, mit einer Art von Drachen umgegeben gewesen sind. Wir wissen nicht, ob es deswegen so war, weil die Schlangen rote Flecken auf dem R\u00fccken hatten, oder deswewgen, weil ihre Bisse wie Feuer waren. Es ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Schlangen gef\u00e4hrlicher zu sein schienen, als sie in der Wirklichkeit waren. Sie sind \u201enur\u201c giftige Schlangen und weder feurige Schlangen noch Drachen gewesen. Schauen wir auch die feurige Schlangen der Versuchung und der S\u00fcnde genauer an und erkennen wir, dass es keine unbekannten geheimnisvollen Drachen sind, sondern bekannte Wesen. Wenn wir etwas kennen, dann haben wir vor ihm nicht so grosse Angst. Wir haben grosse Angst vor dem, was wir nicht kennen und was geheimnisvoll zu sein scheint. Die S\u00fcnde ist f\u00fcr uns keine unbekannte und geheimnisvolle Gr\u00f6sse. Die Heilige Schrift spricht von ihr und von ihren Folgen mehr als genug. Wenn wir etwas kennen, dann haben wir nicht so grosse Angst.<\/p>\n<p>3. Der Herr hat die murrenden Israeliten in der W\u00fcste <strong>gerettet, <\/strong>aber nicht so, wie sie sich es vorgestellt hatten. Er hat die Schlangen nicht beseitigt. Er hat nur bewirkt, dass die Bisse der Schlangen nicht mehr t\u00f6dlich waren. Er hat die Schlangen nicht beseitigt, aber hat Mose befohlen, dass er eine eherne Schlange mache und sie auf eine Stange stelle und \u201ewer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben\u201c (V. 8). Das war die Rettung: unter den giftigen Schlangen die eherne Schlange anzusehen. Die giftige Schlangen h\u00f6rten nicht auf zu existieren, aber ihre Bisse waren nicht mehr t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>Die eherne Schlange auf der Stange ist ein Zeichen, welches auf Jesus Christus zeigt. Herr Jesus Christus hat gesagt: \u201eUnd wie Mose in der W\u00fcste die Schlange erh\u00f6ht hat, so muss des Menschen Sohn erh\u00f6ht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben\u201c (J 3, 14 \u2013 15). Christi Opfer am Kreuz ist dasselbe wie die Erh\u00f6hung der Schlange in der W\u00fcste \u2013 Rettung. Schaue Christus an und die S\u00fcnde hat keine Macht \u00fcber dich. Schaue Christus an und wirst gerettet werden. Schaue Christus an und du erf\u00e4hrst, dass die S\u00fcnde keine geheimnisvolle feurige Schlange ist. Das ist das Evangelium, die gute Nachricht des heutigen Sonntages. Wenn du die S\u00fcnde durch das Kreuz Christi anschaust, musst du keine Angst haben, weil Christus die Macht der S\u00fcnde genommen hat.<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben\u201c (V. 9). Nicht nur auf dem Weg des wandernden alttestamentlichen Gottesvolkes gab es Schlangen. Auch auf dem Weg des neutestamentlichen Gottesvolkes, welches unter Christi F\u00fchrung in das Himmelreich geht, gibt es Schlangen. Es sind die Schlangen der Verf\u00fchrung und der S\u00fcnde. Auch in der W\u00fcste des Wohlstandes treffen wir die Schlangen des Leides und des Bedr\u00e4ngnisses.Wenn du die N\u00e4he der S\u00fcnde f\u00fchlst, wenn das Beissen der Schlange dir weh tut, schaue Jesus Christus und sein Kreuz an. Er hat die Macht der S\u00fcnde genommen. Schaue Christus an, damit du wahrnimmst, dass die Bisse der Schlange nicht mehr t\u00f6dlich sind. Wir haben die Geschichte von den feurigen Schlangen geh\u00f6rt. Nehmen wir es nicht auf die leichte Schulter, dass es ein M\u00e4rchen ist. Nehmen wir lieber die Gefahren wahr, die auf uns lauern, bitten wir um die Hilfe Gottes und danken wir f\u00fcr unseren Herrn Jesus Christus, der uns zur Hilfe gekommen ist und die Macht der S\u00fcnde genommen hat.<\/p>\n<p>Wer die eherne Schlange ansah, \u201eblieb leben\u201c (v. 9). Schauen wir Christus an, schauen wir auf den, der durch das Kreuz erh\u00f6ht wurde, der von den Toten auferstanden ist, weil die ihn ansehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben (J 3, 16). Amen.<\/p>\n<p><strong>Prof. Juraj B\u00e1ndy, Comenius-Universit\u00e4t Bratislava<br \/>\n<a href=\"mailto:juraj.bandy@fevth.uniba.sk\">juraj.bandy@fevth.uniba.sk<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Judika, 2. 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