{"id":11112,"date":"2021-02-07T19:49:04","date_gmt":"2021-02-07T19:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11112"},"modified":"2023-02-04T09:17:36","modified_gmt":"2023-02-04T08:17:36","slug":"kolosser-2-12-15-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/kolosser-2-12-15-3\/","title":{"rendered":"Kolosser 2, 12-15"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Quasimodogeniti, 23. April 2006<br \/>\nPredigt zu Kolosser 2, 12-15, verfasst von Joachim Hempel <\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Was \u201eich sage, das sage ich, damit euch niemand betr\u00fcge mit verf\u00fchrerischen Reden.\u201c \u2013 Klingt gut, hilfreich, nett gemeint; wer l\u00e4sst sich nicht gerne vor Betr\u00fcgern warnen; und wenn daf\u00fcr auch noch apostolische Autorit\u00e4t einsetzt wird, dann wollen wir es schon gerne glauben.<\/p>\n<p>Nun aber auch den \u201eBeipackzettel\u201c genau lesen; Sie wissen schon, wegen der Risiken und Nebenwirkungen. Diesmal nicht den Arzt oder Apotheker \u2013 die angesichts der F\u00fclle und L\u00e4nge der Gebrauchsinformationen auch schon \u00f6fter mal den \u00dcberblick verlieren &#8211; , diesmal also der Apostel, der uns mit gutem Rat helfen will, dass wir verf\u00fchrerischen Reden, lockenden Angeboten, verlockenden Versprechungen oder prahlerisch daherkommendem Machtgehabe nicht auf den Leim gehen.<\/p>\n<p>Na, lieber Apostel, was sagst du uns denn nun? Jetzt sind wir doch ein bisschen gespannt: \u201ein ihm und mit ihm\u201c sagt er, zum wiederholten Mal \u2013 und weist auf Lebensgrundlegendes: Ihr habt Jesus Christus angenommen, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegr\u00fcndet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Mit ihm seid ihr begraben durch die Taufe, mit ihm seid ihr auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.<\/p>\n<p>Da ist einer, der auf Konsequenzen aufmerksam macht. Wer sich auf Jesus Christus einl\u00e4sst, kriegt es mit Gott zu tun; das bekunden die biblischen Schriften mit gro\u00dfem Nachdruck. Das kann tr\u00f6stlich sein und hoffungsfroh machen, das kann aber auch nach- nimm mal den Mund nicht so voll- klingen. Gott handelt in Jesus Christus, damit alle Welt es sehen kann und \u00fcbrigens auch keiner mehr fragen muss, \u201eWo ist denn dein Gott\u201c; hier, siehe.<\/p>\n<p>Das kann man nur glauben; doch ob wir\u2019s nun glauben oder nicht, Gottes Handeln stammt aus seiner Souver\u00e4nit\u00e4t und ist unabh\u00e4ngig von unserem Glauben. Gott handelt auch, wenn Menschen nicht glauben; seine Wirklichkeit ist eben nicht nur eine geglaubte!<\/p>\n<p>Doch dass Gott in Jesus Christus auch <strong>f\u00fcr mich <\/strong>handelt, dass \u201eer <strong>f\u00fcr uns<\/strong> Menschen und zu unserem Heil vom Himmel gekommen ist, f\u00fcr uns gekreuzigt und auferstanden ist\u201c (Nic\u00e4nisches Glaubensbekenntnis 4. Jh.), das ist dann eben ein Glaubens-Bekenntnis.<\/p>\n<p>Wer in Christus gegr\u00fcndet ist, der wird frei von den M\u00e4chten der Welt, die in welcher Form auch immer, es immer darauf abgesehen haben, mich zu beherrschen, zu knechten, mich klein und gef\u00fcgig zu machen. \u201eWiderstand und Ergebung\u201c war das gro\u00dfe Thema im Leben von Dietrich Bonhoeffer; Christus ergeben, sich ihm anvertraut \u2013 konnte er den die Menschen missachtenden M\u00e4chten Widerstand entgegensetzen. Ja, er wurde verhaftet, &#8211; er wurde verurteilt, er wurde hingerichtet; aber das ist kein vergebens, kein umsonst, kein sinnlos in seinem Leben, denn den Grund seines Lebens hatte er im Glauben gefunden.<\/p>\n<p>Nochmal der Apostel: Gott hat die M\u00e4chte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie \u00f6ffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus. \u2013 Die M\u00e4chte und Gewalten hatten ja wie immer gedacht, wenn wir diesen Jesus aus der Welt schaffen, t\u00f6ten und begraben und Stein drauf, dann hat sich dieses Problem auch gel\u00f6st, wie so viele zuvor. \u201eTot ist Tot, da muss man nicht mehr machen\u201c; doch Gott sagt, \u201eTot ist tot, da will ich was machen\u201c und f\u00fchrt den Ostermorgen herauf. Das hatte die Welt noch nicht gesehen.<\/p>\n<p>Doch Gott hat das Leben nicht aus dem Nichts erschaffen, um es am Ende f\u00fcr immer dem Tod zu \u00fcberlassen. Er steht im Wort und wird all denen Recht schaffen, deren Leben durch Menschenhand am Leben gehindert wurde; er wird Recht schaffen, den Verhungerten und Ermordeten, den Terrorisierten und auf den Prachtstra\u00dfen der Gewaltt\u00e4ter Liegengebliebenen.<\/p>\n<p>Deswegen sind l\u00e4ngst nicht nur f\u00fcr die schwarzen Sklaven von einst die Spirituals zu einer Lebens- und Glaubens\u00e4u\u00dferung geworden: Mit Christus auferstanden zum ewigen Leben, dort, wo menschlicher Einfluss endlich nichts Schlimmes mehr ausrichten kann, &#8211; dort wo unser Glaube ein Zuhause hat, &#8211; dort wo alle Tr\u00e4nen abgewischt werden, &#8211; dort wo ich sein darf wie ich von Gott gedacht bin.<\/p>\n<p>In diesem Glauben will ich auch jetzt schon meinen Lebensweg gehen, vers\u00f6hnen, wo Streit ist, vergeben, wie Gott mir vergibt, Frieden gestalten, weil sein Friede mich ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ja, Friede sei mit euch von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Domprediger Joachim Hempel<br \/>\nBraunschweig<br \/>\n<a href=\"mailto:Hempel@BraunschweigerDom.de\">Hempel@BraunschweigerDom.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quasimodogeniti, 23. 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