{"id":11125,"date":"2021-02-07T19:48:58","date_gmt":"2021-02-07T19:48:58","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11125"},"modified":"2023-02-07T19:10:19","modified_gmt":"2023-02-07T18:10:19","slug":"1-petrus-5-1-4-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-5-1-4-2\/","title":{"rendered":"1. Petrus 5, 1-4"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">Miserikordias Domini, 30. April 2006<br \/>\nPredigt zu 1. Petrus 5, 1-4, verfasst von Traugott Sch\u00e4chtele <\/span><\/b><\/h3>\n<p align=\"center\"><strong>F\u00fchren und leiten<br \/>\n<\/strong><strong>\u2013 in Verantwortung vor Gott und den Menschen <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Sie versprechen sehr viel. Sie sind unglaublich teuer. Sie haben gro\u00dfen Zulauf. Ich spreche von F\u00fchrungsseminaren. Management und F\u00fchrung. Rhetorik und Kommunikation. Innovation und Pr\u00e4sentation. So \u00e4hnlich lauten die Themenbereiche, f\u00fcr die zu solchen Veranstaltungen eingeladen wird. \u201eF\u00fchren durch Zielvereinbarungen\u201c, \u201eCharisma und Strategie\u201c, \u201e\u00dcberzeugend Leiten\u201c \u2013 so oder so \u00e4hnlich sind die Kursangebote \u00fcberschrieben. Schon ein Wochenendseminar kostet dabei mehrere hundert Euro. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>Wer Verantwortung \u00fcbernehmen soll, muss geschult und trainiert werden. \u00dcberall ist das so. Im Bereich der Wirtschaft schon lange. L\u00e4ngst auch im Sektor von Verwaltung und Dienstleistung. Und mittlerweile auch in der Kirche. Kirche, die von der Wirtschaft lernt! Lernen muss. Schlie\u00dflich ist die Kirche nicht einfach die irdische Variante des Reiches Gottes oder doch zumindest dessen Vorstufe. Sondern auch einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber im Land. Wer mitspielen will auf dem Markt der Anbieter \u2013 und sei\u2019s mit Dienstleistungen der ganz besonderen Art &#8211; der muss auch die Regeln beherrschen. Der oder die muss dann eben auch auf F\u00fchrungsseminare gehen. Schlie\u00dflich haben wir als Kirche da noch erheblichen Nachholbedarf.<\/p>\n<p>Aber geht es auch umgekehrt? Kann die Wirtschaft auch von der Kirche lernen? Und wom\u00f6glich genau da, wo viele ganz selbstverst\u00e4ndlich ein besonders ausgepr\u00e4gtes Wissen der Wirtschaft vermuten \u2013 im Bereich von F\u00fchrung und Leitung. Wird Leitungsverantwortung hier und dort auf gleiche Weise wahrgenommen? Wie ist dann aber mit der Warnung Jesu bestellt: <em>\u201eSo soll es unter euch nicht sein!\u201c<\/em> Oder seinem <em>\u201eIhr habt geh\u00f6rt \u2026 ich aber sage euch!\u201c<\/em> Geht in der Kirche am Ende alles doch noch einmal ganz anders? Und wom\u00f6glich in der Tat so, dass die Wirtschaft von der Kirche lernen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das \u00fcberhaupt: F\u00fchren und Leiten? <em>Leiten<\/em>, so hat man sich verst\u00e4ndigt, meint, sich der daf\u00fcr bereitstehenden Mittel und Methoden zu bedienen. Vereinbarte Grundlagen. Geltende Regeln. Geordnete Zust\u00e4ndigkeiten. <em>F\u00fchren<\/em> ist mehr. Auch wenn dieser Begriff gerade in unserem Land letzten Jahrhundert sehr diskreditiert wurde \u2013 in den Trainings und Seminaren f\u00fcr Menschen in Verantwortung findet er in positivem Sinn durchaus Verwendung. F\u00fchren bezieht die Person mit ein. Ihre Autorit\u00e4t. Ihre Gabe, andere zu gewinnen und zu \u00fcberzeugen. Ihre Pers\u00f6nlichkeit und Ausstrahlung. Was bedeuten dann aber F\u00fchren und Leiten in der Kirche? Der Predigttext f\u00fcr diesen Sonntag Misericordias Domini hat genau dieses zum Thema. N\u00e4mlich einen Blick auf eine genuin christliche Leitungskultur. Wie sollen die Leitungsverantwortlichen in der Kirche ihr Amt aus\u00fcben? Im f\u00fcnften und letzten Kapitel des 1. Petrusbriefes hei\u00dft es in den ersten vier Versen:<\/p>\n<p><em>1 Die \u00c4ltesten unter euch ermahne ich, der Mit\u00e4lteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gef\u00e4llt; nicht um sch\u00e4ndlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; 3 nicht als Herren \u00fcber die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. 4 So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverg\u00e4ngliche Krone der Herrlichkeit empfangen. <\/em><\/p>\n<p>Die Sprache von F\u00fchrungsseminaren spricht er nicht gerade, der heutige Predigttext. Stattdessen die Sprachmuster der sich entwickelnden noch jungen Kirche. Einer Kirche in einer Zwischenphase. Einer Kirche auf dem Weg von der Bewegung zur Institution. Solche Prozesse wiederholen sich immer wieder. In den letzte Jahrzehnten vielleicht am deutlichsten zu beobachten beim Weg der Umweltbewegung der siebziger Jahre hin zu einer politischen Partei. Aber nirgends sonst ist die Entwicklung so fulminant und dynamisch wie hier. Wie eben in der Kirche.<\/p>\n<p>Am Anfang steht da ein einzelner Bote der anbrechenden Gottesherrschaft. Wenige Jahre sp\u00e4ter ein kleines Gr\u00fcppchen ver\u00e4ngstigter Anh\u00e4nger, das sich am Karfreitagnachmittag in alle Winde zerstreut. Und nach nur dreieinhalb Jahrhunderten gilt das Christentum durch ein entsprechendes Edikt des Kaisers Theodosius ab 380 allein zugelassene Religion im gro\u00dfen r\u00f6mischen Weltreich. Wer auf einen solchen Weg zur\u00fcckblickt, muss doch F\u00fchrungserfahrung haben!<\/p>\n<p>L\u00e4ngst nicht immer war diese Entwicklung ein glaubw\u00fcrdiger Siegeszug der Liebe und der Wahrheit. Im Gegenteil: die Erfolgsgeschichte kommt allzu h\u00e4ufig nicht ohne Gewalt aus. Und nicht ohne Grund macht der Kirche diese Rolle als alleinige Staatskirche \u00fcber Jahrhunderte heftig zu schaffen. Br\u00fcche folgten. Zwischen Ost und West in Konstantinopel. Zwischen altem und neuem Glauben in Wittenberg und Genf. Aber die Kirche ist immer noch am Markt. Und bei den Menschen. Bis heute. Sucht nach immer neuen Wegen der Kommunikation der Guten Nachricht von Gottes Lust an den Menschen und seiner Zuwendung zur Welt.<\/p>\n<p>Zur Zeit der Abfassung des ersten Petrusbriefes ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Es gibt bestenfalls Vorformen einer Organisation oder einer Institution. \u00c4mter sind gerade erst dabei, sich zu entwickeln. Im Predigttext \u2013 so wie ich ihn vorgelesen habe \u2013 ist von <em>\u00c4ltesten<\/em> die Rede. Von <em>Presbytern<\/em>. Aus diesem Wort hat sich das deutsche Wort Priester herausentwickelt.<\/p>\n<p>Aber wom\u00f6glich sind noch gar keine wirklichen \u00c4ltesten gemeint. Sondern einfach nur \u00e4ltere und deshalb hoch angesehene Gemeindeglieder. Denn schon im n\u00e4chsten Vers geht es um J\u00fcngere, die sich den \u00c4lteren unterordnen sollen. Eine Institution im Aufbau. Ein Projekt zwischen Versuch und Irrtum. Das Amt des \u00c4ltesten, das eigentlich noch gar kein wirkliches Amt ist.<\/p>\n<p>In einer solchen Phase steht alles auf dem Spiel. Gerade hier kommt es darauf an, dass klug geleitet, dass behutsam, aber klar gef\u00fchrt wird. Nicht ohne Grund wird dieser 1. Petrusbrief geschrieben. Die Zeit der charismatischen F\u00fchrungsfiguren, die Hoch-Zeit der Apostel und Evangelisten ist vorbei. Das erhoffte schnelle Ende aller Dinge und die baldige Wiederkunft Christi lassen auf sich warten. Man richtet sich ein. Und schafft erste Leitungsstrukturen. Noch ohne Bisch\u00f6fe. Aber mit verdienten Gemeindegliedern, denen man das letzte entscheidende Wort zubilligt. Erfahrene \u00c4ltere werden zu \u00c4ltesten.<\/p>\n<p>Aber das Wissen um die grunds\u00e4tzlich andere Struktur des Volkes Gottes ist noch erhalten. Die Gemeinde als ganze ist ersten Petrusbrief vor allem im Blick. Als <em>\u201eheilige Priesterschaft\u201c<\/em> wird sie beschrieben. Als <em>\u201egeistliches Bauwerk\u201c<\/em> Gottes. Als <em>\u201eHaus der lebendigen Steine\u201c<\/em>. Aber all dies im Wissen darum, dass dieses Haus eine Struktur braucht. Einen Plan. Dass die Statik stimmen muss. Es ist nicht Petrus, der hier schreibt. Aber einer, der sich die Aufgabe des Petrus zu eigen macht. Einer, der an der Zukunft der Kirche Interesse hat. Darum l\u00e4sst er es nicht an Anweisungen f\u00fcr den Umgang miteinander mangeln. Mahnt den rechten Umgang miteinander an. Spricht von einem angemessenen christlichen Verhalten. Zwischen Sklaven und ihren Herren. Zwischen Frauen und M\u00e4nnern. Zwischen \u00c4lteren und J\u00fcngeren.<\/p>\n<p>Und spart dann eben auch die Frage der Leitung nicht aus. Spannend, hoch spannend sogar, welche Grundanforderungen er an christliches F\u00fchrungspersonal stellt. Zun\u00e4chst bedient er sich des traditionellen Bildes des Hirten. Darum beschreibt er das, was von den \u00c4ltesten verlangt wird, auch einfach mit dem Ausdruck \u201eWeiden\u201c. <em>\u201eWeidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist!\u201c<\/em> Dann aber konkretisiert er diesen Auftrag mit drei Gegensatzpaaren. Beschreibt, wie er sich dieses Weiden in rechter Weise vorstellt:<\/p>\n<ul>\n<li><em> nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gef\u00e4llt <\/em><\/li>\n<li><em> nicht um sch\u00e4ndlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund <\/em><\/li>\n<li><em> nicht als Herren \u00fcber die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Motivationsprofil fr\u00fchchristlichen Leitungshandelns in Reinkultur. Drei Pr\u00fcfsteine, die es in sich haben. Zun\u00e4chst: \u201e<em>Nicht gezwungen, sondern freiwillig\u201c.<\/em> Wer will einen anderen Menschen zwingen, ein Leitungsamt \u00fcbernehmen. Von Augustinus, dem gro\u00dfen Bischof in Nordafrika, wird knapp drei Jahrhunderte sp\u00e4ter solches durchaus berichtet. Bei einem Gottesdienstbesuch in der Stadt Hippo Regius, wo er sich zu einem Besuch aufh\u00e4lt, wird er mehr oder weniger \u00fcberrumpelt und unter Tr\u00e4nen z\u00f6gernd und protestierend auf der Stelle zum Priester geweiht. Vor dem, was sich im Falle des Augustinus als Beginn einer der gr\u00f6\u00dften und wirkungsvollsten Karrieren der Kirchen- und Theologiegeschichte erwies, wird hier nicht ohne Grund gewarnt.<\/p>\n<p>Wer ein solches Amt \u00fcbernimmt, muss wissen, worauf er sich einl\u00e4sst. Er \u2013 und in unserer evangelischen Kirche gottseidank l\u00e4ngst auch sie &#8211; muss hier in Freiheit entscheiden k\u00f6nnen. Nach reiflicher \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Schw\u00e4chen und St\u00e4rken. Nach R\u00fccksprache mit Menschen, die Ehrlichkeit nicht scheuen. Und die nicht nur die eigene Eitelkeit bedienen. Und unter der Voraussetzung eines gesunden Gottvertrauens. Ein Gang \u00fcbers Wasser bleibt eine solche Entscheidung allemal. Freiwilligsoll sie gef\u00e4llt werden, <em>\u201ewie es Gott gef\u00e4llt\u201c<\/em>. Ein guter Pr\u00fcfstein bei einer solch schwierigen Entscheidung.<\/p>\n<p><em>\u201eNicht aus Gewinnstreben, sondern von Herzensgrund\u201c.<\/em> So wird der zweite Pr\u00fcfstein beschrieben. Und er mutet fast schon modern an. K\u00f6nnte aus unserer Zeit stammen. Denkt man nur an die Diskussion um die in der Regel gut dotierten Nebent\u00e4tigkeiten unserer Verantwortungstr\u00e4ger. Oder an WM-Tickets f\u00fcr Politiker, die unsere Energiekonzernen verteilen. Das Gewinnstreben ist die Achillesferse jedes Leitungsamtes. Am wenigsten vielleicht noch in der Kirche. Und das ist sicher nicht schlecht.<\/p>\n<p>Bleibt der dritte Pr\u00fcfstein: \u201e<em>Nicht als Herren, sondern als Vorbilder\u201c.<\/em> Bei Lesen f\u00fchlte ich mich sofort an eine Betriebsbesichtigung im Kollegenkreis erinnert. Dabei hat uns das leitende Management des Betriebes auch sein F\u00fchrungskonzept vorgestellt. Der erste Satz der F\u00fchrungsleitlinien lautete: F\u00fchrung ist Vorbild! Ein weltliches Konzept. Gepr\u00e4gt von der Klugkeit und der Erfahrung der Weltkinder \u2013 und dabei fast wie aus der Bibel abgeschrieben. Nichts wirkt auf andere \u00fcberzeugender als die eigene Glaubw\u00fcrdigkeit und ein vorbildliches Verhalten.<\/p>\n<p>Das entscheidende Vorbild ist f\u00fcr den Schreiber des ersten Petrusbriefes derjenige, den er den <em>\u201eErzhirten\u201c<\/em> nennt. Der, dessen Auferstehung wir vor zwei Wochen an Ostern gefeiert haben. Der, dessen noch ausstehende Wiederkunft die Kirche auf Dauer zu einer Einrichtung im \u00dcbergang macht. Die Ausbildung besonderer kirchliche \u00c4mter, wie sie sich in der bunten weltweiten \u00d6kumene in gro\u00dfer Vielf\u00e4ltigkeit entwickelt haben, mag ein Zeichen daf\u00fcr sein, dass sich die Kirchen als Institution stabilisiert haben. Aber auch dann bleiben die Zeichen des \u00dcbergangs pr\u00e4gend f\u00fcr die Wirklichkeit der Kirche. \u00c4mter in der Kirche schreiben nichts fest. K\u00f6nnen nichts festschreiben. Kirchliche \u00c4mter moderieren die Wesens\u00e4u\u00dferungen der Freiheit eines Christenmenschen. Die Zeit der <em>unverg\u00e4nglichen Kronen, <\/em>um noch einmal die Sprache des Predigttextes aufzugreifen, steht allemal noch aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gegenwart gilt: Kirchliche \u00c4mter sind allemal \u00fcbertragene \u00c4mter. Sie sind \u00c4mter auf Zeit. Sie sind nicht abh\u00e4ngig von irgendwelchen Bedingungen oder irgendwelchen h\u00f6heren Weihen. Sie unterliegen einzig der Voraussetzung der entsprechenden Gaben. Und sie ziehen die Pflicht nach sich, Rechenschaft abzulegen \u2013 so, wie wir es im selben 1. Petrusbrief etwas fr\u00fcher, im 3. Kapitel, nachlesen k\u00f6nnen: <em>Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert \u00fcber die Hoffnung, die in euch ist.<\/em> Diese Aufforderung ist im Grunde die Summe \u00fcber den gesamten Brief. Und sie umschreibt damit zugleich den Rahmen, innehab dessen auch die Anleitung zu einem rechten Leiten \u2013 und zu dem rechten Leben &#8211; zu verstehe ist.<\/p>\n<p>Rechenschaft ablegen \u00fcber die Hoffnung, die in uns ist. Diese Aufgabe ist letztlich uns allen \u00fcbertragen. Nicht nur den Inhaberinnen und Inhabern kirchlicher \u00c4mter. Es ist die Grundaufgabe jedes Christenmenschen. Auch derer, die in welcher Weise auch immer, Weltverantwortung wahrnehmen. Ein tragendes Fundament allen Handelns, bei dem andere von uns als Kirche \u2013 oder zumindest beim Schreiber des 1. Petrusbriefes &#8211; sehr wohl lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Bereitschaft und die F\u00e4higkeit, Rechenschaft abzulegen &#8211; das ist der generelle Pr\u00fcfstein, vor den wir all diejenigen ruhig stellen d\u00fcrfen, die wir f\u00fcr die \u00dcbernahme von F\u00fchrung- und Leitungsverantwortung f\u00fcr geeignet halten. Wenn sie dazu bereit sind. Wenn es ihnen um die Sache und gerne auch um den Reiz der Aufgabe geht. Aber nicht darum, die eigenen Sch\u00e4fchen ins Trockene zu bringen. Wenn sie ihr Vorbild an dem, ausrichten, der dem Leben zum Sieg verholfen hat \u2013 gegen alle Widerst\u00e4nde. Sogar gegen den des Todes. Gott versorgt nicht mir \u00c4mtern. Das ist Gottes Sache nicht. Gott ruft vielmehr in Verantwortung.<\/p>\n<p>Gut, dass wir ein solches Vorbild haben. Und wir auf diese Weise selber zu Vorbildern im Glauben werden k\u00f6nnen. Gut, dass wir diese Welt in Freiheit, in Versuch und Irrtum mutig gestalten k\u00f6nnen. Gut, dass von uns nicht mehr gefordert ist, als Rechenschaft abzulegen \u00fcber die Hoffnung, die in uns ist. Dies ist schon Herausforderung genug. Bis diese Zeit des Vorl\u00e4ufigen und die der Institution im \u00dcbergang ans Ziel kommt. Und wir die <em>unverg\u00e4ngliche Krone<\/em> empfangen. Und all unsere Verantwortung und all unsere \u00c4mter aufgehen in der Freiheit, die in der Gegenwart Gottes gr\u00fcndet. Amen.<\/p>\n<p><strong>Dekan Dr. Traugott Sch\u00e4chtele<br \/>\nGoethestra\u00dfe 2 \u2013 79100 Freiburg<em><br \/>\n<\/em>Telefon 0761 7086326, Fax 0761 7086393<br \/>\n<a href=\"mailto:mail@schaechtele.net\"> mail@schaechtele.net<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miserikordias Domini, 30. April 2006 Predigt zu 1. Petrus 5, 1-4, verfasst von Traugott Sch\u00e4chtele F\u00fchren und leiten \u2013 in Verantwortung vor Gott und den Menschen Sie versprechen sehr viel. Sie sind unglaublich teuer. Sie haben gro\u00dfen Zulauf. 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