{"id":11127,"date":"2021-02-07T19:49:04","date_gmt":"2021-02-07T19:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11127"},"modified":"2023-02-04T13:01:40","modified_gmt":"2023-02-04T12:01:40","slug":"1-petrus-5-1-7-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-5-1-7-2\/","title":{"rendered":"1. Petrus 5, 1-7"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Miserikordias Domini, 30. April 2006<br \/>\nGottesdienst im Kontext der &#8222;Woche f\u00fcr das Leben&#8220; unter dem Motto &#8222;Jedes Kind ist ein Geschenk&#8220;<br \/>\nPredigt zu 1. Petrus 5, 1-7, verfasst von Hanna Kreisel-Liebermann<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Mahnungen an die \u00c4ltesten und die Gemeinde<br \/>\n<em>Die \u00c4ltesten unter euch ermahne ich, der Mit\u00e4lteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; <\/em><br \/>\n<em>achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gef\u00e4llt; nicht um sch\u00e4ndlichen Gewinns willen, <\/em><br \/>\n<em>sondern von Herzensgrund; <\/em><br \/>\n<em>nicht als Herren \u00fcber die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverg\u00e4ngliche Krone der Herrlichkeit empfangen. <\/em><br \/>\n<em>Desgleichen, ihr J\u00fcngeren, ordnet euch den \u00c4ltesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochm\u00fctigen, aber den Dem\u00fctigen gibt er Gnade. So dem\u00fctigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erh\u00f6he zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf Gott; denn er sorgt f\u00fcr euch.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wohin gehen Sie, wenn Sie eine oder mehrere Sorgen bedr\u00fccken? Vielleicht sogar so sehr, dass sie nicht schlafen k\u00f6nnen? Und: an wen wenden Sie sich, wenn Sie ein Problem haben, f\u00fcr dass Sie auch nach reiflichem \u00dcberlegen keine L\u00f6sung finden? Und: wer ist f\u00fcr Sie jemand, auf dessen oder deren Rat Sie etwas geben? Wer hat Ihnen schon einmal in einer Lebenskrise geholfen, den Knoten zu entwirren?<\/p>\n<p>Wenn Sie nicht lange \u00fcberlegen m\u00fcssen, sondern sofort eine Antwort wissen, sind Sie gut dran.<br \/>\nIch vermute, es gibt nicht wenige Menschen, die auf diese Frage entweder spontan keine Antwort h\u00e4tten oder die nach einer Weile sagen: ein guter Freund, eine gute Freundin. Vielleicht auch: Telefonseelsorge.<\/p>\n<p>Denn eigentlich ist das die Rolle des\/der Seelsorgers\/in: ganz klassisch: dass man oder Frau zu ihm oder ihr kommen kann. Weil er oder sie unter Schweigepflicht steht. Und ein Seelsorgender sollte lebenserfahren sein, etwas wissen von den H\u00f6hen und Tiefen des Lebens. Wissen, dass es nicht nur ja oder nein, sondern Zwischent\u00f6ne gibt in Entscheidungen, die wir treffen m\u00fcssen. Und: dass jeder und jede auf Wege geraten kann, die ins Irre f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es gibt kein Lebensrezept und kein Glaubensrezept nach dem Motto: \u201eEtwas Beten, etwas Bibellese und Aufrichtigkeit. Ausreichend Spenden, regelm\u00e4ssig in den Gottesdienst und keinem Unrecht tun\u201c und alle Gef\u00e4hrdungen, alle Zweifel sind aus meinem Leben verbannt.<\/p>\n<p>Nein, vor: Irrungen und Wirrungen, vor Verletzungen und Krisen bleibt niemand bewahrt. Weder damals, als der 1. Petrusbrief geschrieben wurde, noch heute in unserer komplexen Welt.<\/p>\n<p>Alle Sorge werft auf Gott ist der Schlusssatz unseres Predigttextes; denn er sorgt f\u00fcr euch. Das ist ermutigend, entlastend gemeint \u2013 bei all dem, was ihr an Vorbild, an guten Seelsorgenden, an funktionierender Teamarbeit leisten wollt, schraubt den Anspruch auf das \u201enormale menschliche Ma\u00df\u201c, denn letztlich d\u00fcrfen wir \u201eall unsere Sorgen auf ihn werfen\u201c \u2013 uns entlasten mit einem kr\u00e4ftigen Wurf.<\/p>\n<p>Aber, zuvor sind doch Entscheidungen gefragt, und ganz besonders, wenn es um den Lebensbeginn \u2013 und das Lebensende geht. \u201ejedes Leben ist ein Geschenk\u201c lautet das Motto der \u201eWoche f\u00fcr das Leben\u201c. Eine schwangere Frau ist auf dem Plakat zu sehen, sie l\u00e4chelt, der Mann hinter ihr umfasst liebevoll ihren Bauch. Wunderbar, wenn sich ein Paar so freut auf das werdende Kind. Wunderbar, wenn beide es haben wollen und hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Nicht bedr\u00fcckt sind, weil Geldsorgen plagen, weil sie sich um den Arbeitsplatz sorgen oder sie umtreibt, wie sie die Belastung tragen k\u00f6nnen; insbesondere, wenn sie wissen, dass das Kind eine Behinderung haben wird.<\/p>\n<p><strong>Andere Sprecherin<br \/>\n<\/strong><strong>Fallbericht 1:<br \/>\n<\/strong><strong>Erlebnisbericht einer Mutter eines behinderten Kindes (Namen ge\u00e4ndert) <\/strong><\/p>\n<p>\u201eJasper ist ein Wunschkind. Bis zur 17. Schwangerschaftswoche verlief die Schwangerschaft unbeschwert und sehr gut. Der Gedanke, mit meinem Kind k\u00f6nnte etwas nicht stimmen, lag fern, wobei die Sorge wohl bei den meisten M\u00fcttern und V\u00e4tern mehr oder weniger auch verdr\u00e4ngt wird. Meine Frauen\u00e4rztin f\u00fchrte routinem\u00e4\u00dfig eine Blutkontrolle durch, wobei der Alpha-Fetoproteinwert (AFP) R\u00fcckschl\u00fcsse auf m\u00f6gliche Sch\u00e4digungen des Fetus geben sollte. Das Wort \u201eRoutine\u201c verfehlte seine beruhigende Wirkung nicht.<\/p>\n<p>Eine Postkarte von der Frauen\u00e4rztin mit der Bitte um telefonische Kontaktaufnahme wegen eines Befundes machte dann aber gro\u00dfe Angst. Der AFP-Wert sei zu hoch. Ein Neuralrohrdefekt sei m\u00f6glich. Um sicher zu gehen, empfahl sie mir eine Fruchtwasseruntersuchung. Nach drei Wochen rief die Frauen\u00e4rztin an. Der Verdacht wurde durch die Fruchtwasseruntersuchung best\u00e4tigt. Uns wurde empfohlen, eine Fehlbildungsultraschalldiagnostik vornehmen zu lassen. Ich wurde in eine Klinik \u00fcberwiesen. Durch Ultraschallmessungen wurde eine Erweiterung der Hirninnenr\u00e4ume gesichert festgestellt. Der Neuralrohrdefekt konnte zun\u00e4chst nur vermutet werden. Ich war in der 21. Schwangerschaftswoche, es waren also noch drei Wochen Zeit, das Kind legal abzutreiben.<\/p>\n<p>Die Frauen\u00e4rztin teilte uns mit, was sie \u00fcber Hydrozephalus (Wasserkopf) und Spina bifida (Offener R\u00fccken) wusste und welche Behandlungsm\u00f6glichkeiten ihr bekannt waren.<\/p>\n<p>Mein Vater vermittelte uns an eine ihm bekannte \u00c4rztin, die selbst ein behinderters Kind hat. Wir m\u00fcssten damit rechnen, dass die Behinderungen eine Menge Komplikationen mit sich bringen k\u00f6nnte: mit Sicherheit eine Blasen-Mastdarm-L\u00e4hmung, d.h. Inkontinenz unseres Kindes.<\/p>\n<p>Um nicht in eine tiefes Loch zu fallen, bin ich aktiv geworden, habe Adressen von Fachleuten herausgefunden und Termine mit ihnen gemacht. Der Ultraschallarzt einer Klinik war sehr pessimistisch und riet uns sogar zu einer Abtreibung. Mit den bisher gesammelten Ultraschallbildern trafen wir einen Neurochirurgen, der gro\u00dfe Erfahrung mit Hydrocepalus- und Spina bifida-Patienten hat. Er gab uns Informationen \u00fcber m\u00f6gliche Behinderungen und Operationen. Am Abend hatten wir ein Gespr\u00e4ch mit einem Kinderarzt, der seit Jahren Kinder mit Hydrocephalus und Spina bifida betreut. Wir trugen gleich die medizinischen Details vor. Diese interessierten ihn zun\u00e4chst einmal nicht. Er fragte mich, wie es mir gehe.<br \/>\nIn den folgenden Wochen schlossen sich weitere Ultraschalluntersuchungen an.<\/p>\n<p>Mein Kind bewegte sich mittlerweile sp\u00fcrbar im Mutterleib. Beeindruckt von den ganzen Ultraschalluntersuchungen tr\u00e4umte ich eine Nacht, dass mein Bauch eine Glaswand hat und Jasper im Bauch fror und ich beschloss, auf weitere Ultraschall-Untersuchungen zu verzichten.<\/p>\n<p>Der Kinderarzt vermittelte uns an eine Familie mit einem Spina bifida-Kind. Wir erfuhren etwas \u00fcber das Alltagsleben mit einem solchen Kind. Hier ergaben sich wichtige Erkenntnisse f\u00fcr unsere Entscheidung, das Kind zu bekommen.<\/p>\n<p>Unseren Familien fehlten all diese Erfahrungen und sie rieten uns bis zuletzt zu einer Abtreibung. Besonders mich brachte die Ablehnung meiner Eltern in gro\u00dfe Konflikte. Meine Verzweiflung war sehr gro\u00df. Es wurde argumentiert, dass wir das dem Kind nicht antun k\u00f6nnten. Sie hatten auch Angst, wir \u2013 ihre Kinder \u2013 k\u00f6nnten damit nicht fertig werden und w\u00fcrden uns die Chancen, die das Leben noch bieten k\u00f6nne, verbauen.<\/p>\n<p>Viele Freundinnen, Freunde und Bekannte waren f\u00fcr uns da. Manche boten konkrete Hilfe an. Belastend wurde es, wenn Leute, die es eigentlich gar nicht wissen konnten, genau wussten, wie sie sich entscheiden w\u00fcrden und uns ihre Entscheidung ungefragt Kund taten.<\/p>\n<p>Wir wussten letztlich nicht, was auf uns zukommen w\u00fcrde, aber wir wollten Jasper eine Chance geben.\u201c<\/p>\n<p>(Orgelmusik)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndieses Paar, diese Frau sind in einer gro\u00dfen Bedr\u00e4ngnis. Heute wirken im Gottesdienst drei Frauen mit, die in solchen und \u00e4hnlichen Problemlagen beraten. Sie h\u00f6ren zu, wenn es um die Frage geht: \u201eSchaffe ich das. Und wenn ich das Kind austragen will, tr\u00e4gt mein Partner diese Entscheidung mit? Wo bekomme ich Hilfen unterschiedlicher Art?\u201c Das Diakonische Werk, Lebensberatungsstellen, \u00a7218 \u2013Beratung und biologische Beratung: \u201eWas bedeutet diese oder jene Untersuchung und mit welchen Problemen muss ich rechnen, wenn mein Kind diese Erkrankung hat.<\/p>\n<p>Oft genug geraten Frauen erst NACH der Pr\u00e4natalen Diagnostik in die Entscheidungssituation \u2013 das ist verheerend. Darum pl\u00e4dieren SeelsorgerInnen, Beraterinnen und engagierte Gyn\u00e4kologInnen daf\u00fcr, gemeinsam zuvor dar\u00fcber nachzudenken und zu sprechen: \u201eWas tue ich, wenn festgestellt wird, dass mein Kind eine Behinderung haben k\u00f6nnte?\u201c<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit dem Verein Down Syndrom e.V. hier in der Marktkirche Gottesdienste gefeiert. Sehr bewegend und fr\u00f6hlich. Junge erwachsene mit Down-Syndrom haben die Bibeltexte gelesen und waren teilnehmende, Eltern und Geschwister haben ihn mitgestaltet. Behinderte Kinder in einer Familie k\u00f6nnen eine gro\u00dfe Bereicherung sein, davon h\u00f6ren wir nun:<\/p>\n<p class=\"Stil1\">(M\u00f6glichst zwei Sprecherinnen)<\/p>\n<p align=\"center\"><strong> Jemand zum Spielen und zum Streiten<br \/>\nEin Interview mit Claudia Turin<br \/>\nInterview: Verena Elisabeth Turin, Kind mit Down Syndrom<\/strong><br \/>\nerschienen in: <a href=\"http:\/\/www.lebenshilfe.it\/de\/perspektive\/archiv.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Perspektive 2\/2002<\/a><\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Hast du dir Gedanken dar\u00fcber gemacht, dass du eine Schwester mit Down-Syndrom hast?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Als Kind habe ich mir kaum Gedanken dar\u00fcber gemacht, es war halt so, und ich fand nichts so Besonderes daran. Ich wusste zwar, dass du eine Behinderung hast und was das mehr oder weniger bedeutet, aber ich glaube, f\u00fcr Kinder ist das Leben eben so, wie sie es von klein auf mitkriegen. Ich habe nie darunter gelitten, deshalb sind die Gedanken dar\u00fcber erst sp\u00e4ter gekommen, im Jugendalter, als ich anfing, mehr \u00fcber mich selber nachzudenken. Dort habe ich mich gefragt, ob und welche Auswirkungen eine Schwester mit Behinderung auf die Entwicklung meiner Pers\u00f6nlichkeit hatte, was anders gewesen w\u00e4re, wenn ich eine Schwester ohne Behinderung oder noch zus\u00e4tzliche Geschwister gehabt h\u00e4tte. Oder was sein wird, wenn unsere Eltern einmal nicht mehr f\u00fcr dich sorgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Wie f\u00fchlst du dich, dass du eine Schwester mit Down-Syndrom hast?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Ich bin stolz darauf, eine besondere Schwester zu haben!<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Wie siehst du die Menschenwelt mit deiner Schwester, die Down-Syndrom hat?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Die Tatsache, eine Schwester mit Down-Syndrom zu haben, hat zweifellos einige meiner Sichtweisen gepr\u00e4gt. Ich nehme mehr R\u00fccksicht auf sozial Schw\u00e4chere und hege gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig Anteilnahme f\u00fcr Minderheiten. Dadurch, dass ich mehr Einblick als manche andere in die \u201eWelt\u201c der Behinderten habe, wei\u00df ich, was uns entgehen w\u00fcrde, wenn es nur mehr \u201eperfekte Kinder\u201c g\u00e4be. Ich interessiere mich daf\u00fcr, was andere \u00fcber behinderte Menschen denken und wie sie sie behandeln. Und ich bin immer neugierig, was es Neues gibt in Bezug auf Themen, die behinderte Menschen und deren Umgebung betreffen. Auf einige Dinge lege ich weniger Wert als auf andere. Ich achte zum Beispiel nicht immer auf die Bezeichnung \u201eMenschen mit Behinderung\u201c statt \u201eBehinderte\u201c, da ich diese sowieso immer zuerst als Menschen sehe. Ich bem\u00fche mich zwar, besonders in der \u00d6ffentlichkeit, um die \u201erichtige\u201c Bezeichnung, aber es kommt ohnehin viel mehr darauf an, wie jemand mit behinderten Menschen umgeht. Dass ich dich als Schwester habe, hat noch eine weitere Auswirkung. Manchmal hinterfrage ich mein Lebenssystem, indem ich es mit deinem vergleiche. Es gibt vieles, was wir uns von euch abschauen k\u00f6nnen. Einem Menschen mit Behinderung wird zugestanden, in seinem individuellen Tempo zu lernen, seine Schw\u00e4chen werden ber\u00fccksichtigt (sie sind ja, wenn ich das einmal so sagen darf, legal), und jeder freut sich auch \u00fcber kleine Fortschritte. Diese \u201eLernmethoden\u201c etwas mehr auch bei Kindern ohne Behinderung anzuwenden w\u00e4re in unserer nach Leistung und Perfektion strebenden Welt sehr von Nutzen. Mir gef\u00e4llt auch, dass Gef\u00fchle bei dir noch viel Platz haben. Auch davon k\u00f6nnten wir vernunftgepr\u00e4gten Nicht-Behinderten uns eine Scheibe abschneiden. Vielleicht w\u00e4re es auch ganz gut, wenn wir unsere \u201eVIP\u2019s\u201c nicht auf einen so hohen Sockel stellen w\u00fcrden, sondern uns etwas von deinem zwanglosen Umgang mit ihnen abschauen k\u00f6nnten. Alle Menschen sind eben auch nur Menschen!<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Woran hast du als Kind gemerkt, dass ich etwas anders bin als du?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass du eine Behinderung hast. Gemerkt habe ich es daran, dass du manches langsamer gelernt hast, und nat\u00fcrlich auch, weil unsere Eltern dar\u00fcber geredet haben. Ich wei\u00df nicht mehr genau, ab welchem Alter mir deine Behinderung bewusst aufgefallen ist. Als 5-J\u00e4hrige h\u00e4tte ich wahrscheinlich kaum gewusst, auf welchem Entwicklungsstand du als 3-J\u00e4hrige ohne Behinderung gewesen w\u00e4rst. Ich nehme an, dass ich etwa ab dem Volksschulalter konkret Dinge bemerkt habe, die bei dir anders waren als bei mir.<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Hattest du vielleicht meinetwegen Vorteile oder Nachteile?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Ein Vorteil war sicher, dass ich durch dich viele Leute kennen gelernt habe, mit denen ich sonst nicht zu tun bekommen h\u00e4tte. Au\u00dferdem wirkte sich die Tatsache, dass ich dich als Schwester habe, positiv auf mein soziales Empfinden aus. In der Schule zum Beispiel k\u00fcmmerte ich mich immer besonders um sozial Benachteiligte oder Au\u00dfenseiter und stellte mich oft auf deren Seite. Ich hatte auch den Eindruck, dass unsere Eltern hin und wieder mir gegen\u00fcber gro\u00dfz\u00fcgiger waren bei Dingen, die du noch nicht verstanden hast. Als Nachteil habe ich empfunden, dass du im Jugendalter kaum \u00e4hnliche Interessen hattest, dort h\u00e4tte ich mir manchmal eine Schwester auf meinem Entwicklungsstand gew\u00fcnscht. Ansonsten hatte ich die selben Vor- und Nachteile, die ich mit jedem anderen Geschwisterteil auch gehabt h\u00e4tte. Ich hatte jemanden zu spielen und zu streiten. Ich war neidisch, eifers\u00fcchtig und gemein, aber auch deine Besch\u00fctzerin und dein Vorbild. Ich musste meine Eltern mit dir teilen, hatte daf\u00fcr aber auch jemanden, mit dem ich mich gegen sie solidarisieren konnte.<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin:<\/strong> Kommt dir vor, dass unsere Eltern f\u00fcr dich weniger Zeit hatten als f\u00fcr mich?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin: <\/strong> Nein, ich hatte nie dieses Gef\u00fchl, obwohl ich wei\u00df, dass unsere Eltern, besonders unsere Mutter, viel Zeit f\u00fcr dich und deine Entwicklung und F\u00f6rderung aufgewandt haben. Trotzdem erinnere ich mich nicht daran, mich zeitlich oder sonst wie benachteiligt gef\u00fchlt zu haben. Ich bin \u00fcberzeugt, dass sich unsere Eltern bem\u00fcht haben, die Zeit, die sie mit mir verbracht haben, besonders gut zu nutzen. Ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass sie sich oft bewusst nur mit mir besch\u00e4ftigt haben, obwohl ich mich, wie gesagt, nicht konkret daran erinnern kann.<\/p>\n<p><strong> Elisabeth Turin: <\/strong> Was magst du an mir und was gef\u00e4llt dir weniger?<\/p>\n<p><strong> Claudia Turin:<\/strong> Besonders gef\u00e4llt mir an dir, wie offen du auf Menschen zugehst, egal, ob Verwandte, Kollegen oder wichtige Politiker, dass du leicht Freundschaften schlie\u00dft und vielseitig interessiert bist. Manchmal st\u00f6rt mich, dass du schnell beleidigt bist und gern den Moralapostel bei anderen spielst. Aber ich mag dich so, wie du bist!<\/p>\n<p>(Orgelmusik)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\n\u201eMoralapostel\u201c \u2013 ein interessantes Wort. H\u00f6ren wir dazu einige Verse aus dem Predigttext:<\/p>\n<p>Desgleichen, ihr J\u00fcngeren, ordnet euch den \u00c4ltesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochm\u00fctigen, aber den Dem\u00fctigen gibt er Gnade.<\/p>\n<p>Wer immer schon wei\u00df, was f\u00fcr andere gut ist oder sich hochm\u00fctig gibt, wird hier kritisiert. Die J\u00fcngeren sollen sich den Gemeindeleitenden unterordnen, das entspricht nicht mehr unserem demokratischen und auf Partizipation ausgerichteten Erziehungs- und Leitungsstil. Aber der zweite Satz: \u201ealle aber haltet fest an der Demut\u201c, den k\u00f6nnen wir nicht oft genug sagen. Wir sind nicht die, die letztlich entscheiden, wir bahnen und treffen die unseren, aber unser Leben liegt in Gottes Hand. Und so kann behindertes Leben zum Segen werden und alle werden und sind Beschenkte. Aber es kann auch ganz anders sein. Dass eine Familie \u00fcberfordert ist. Dass der eine oder die andere \u2013 als schw\u00e4chster Part in der Familie &#8211; daran zerbricht. Und, dass sie nicht wissen, wie den Knoten zu entwirren oder nicht unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p class=\"Stil2\">(andere Sprecherin)<\/p>\n<p><strong> Davon erz\u00e4hlt eine Betroffene:<br \/>\nLeben mit behinderten Geschwistern <\/strong><br \/>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mein-kummerkasten.de\/27871\/Behinderte-Geschwister.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/mein-kummerkasten.de\/27871\/Behinderte-Geschwister.html<\/a><\/p>\n<p><strong> Brief an den \u201ekummerkasten\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Hallo,<br \/>\nich bin 25 Jahre alt und habe zwei behinderte Geschwister. Meine Schwester ist von Geburt an behindert, da bei der Geburt Sauerstoff gefehlt hat. Sie ist 20 Jahre alt und lebt mittlerweile in einem Dorf f\u00fcr Behinderte, wo es ihr sehr gef\u00e4llt. Sie kann zwar nicht richtige S\u00e4tze reden, aber sie antwortet auf Fragen und macht einem auch verst\u00e4ndlich, was sie von einem m\u00f6chte.<br \/>\nMein Bruder ist 12 Jahre alt und durch eine schwere Krankheit seit dem 3 Lebensjahr behindert, er hat zudem noch w\u00f6chentlich epileptische Anf\u00e4lle und redet nicht. Er wohnt, wie ich noch zu Hause. Meine Mutter k\u00fcmmert sich aufopferungsvoll um alles und vergisst dar\u00fcber sich selbst am meisten! Mein Vater ist mittlerweile Alkoholiker, mit Hang zu Depressionen, die er dann mit Antidepressiva zu stillen versucht, was allerdings vor zwei Monaten dazu f\u00fchrte, dass er nur noch durch die Wohnung getorkelt ist und nicht mehr in der Lage war, sich aufzuraffen als er hingefallen ist. Zur Zeit nimmt er die Tabletten nicht mehr, aber ich bin einfach die ganze Zeit unter Anspannung, weil ich Angst habe, dass es jederzeit wieder passieren kann und ich und meine Mutter dann nicht wissen, was wir machen sollen. Wir hatten damals seinen Arzt \u00fcber die Situation unterrichtet und auch gesagt, dass er die Tabletten missbraucht, der Arzt hat ihn darauf zu sich bestellt und uns versprochen, sich mit ihm dar\u00fcber zu unterhalten, weil wir hatten ihn gebeten, ihm keine solcher Tabletten mehr zu geben, sondern ihn stattdessen zu einer Therapie mit psychologischer Betreuung f\u00fcr die ganze Familie zu \u00fcberreden.<\/p>\n<p>Letztendlich kam mein Vater abends nach Hause mit nem neuen Rezept! Meine Mutter hat am n\u00e4chsten Tag den Arzt angerufen und gefragt, was das soll, da hat der nur gemeint ,mein Vater h\u00e4tte gesagt, er trinke kein Alkohol und an seinen psychischen Problemen seien meine Mutter und ich Schuld, weil wir undankbar seien und nur Forderungen stellen.<\/p>\n<p>Dass ich nicht lache, seit ich denken kann k\u00fcmmert sich meine Mutter nur um meine Geschwister und ich musste auch schon sehr fr\u00fch Verantwortung \u00fcbernehmen, damit meine Eltern mal einkaufen oder einfach mal am Wochenende weggehen konnten bzw. k\u00f6nnen. Das mache ich auch immer freiwillig weil ich mal will das meine Mutter rauskommt, meinem Vater g\u00f6nne ich das im Prinzip nicht!<\/p>\n<p>Mit meinem Vater habe ich keine gute Beziehung, als Kind musste ich alles machen was er sagte z. B. s\u00e4mtliche Sportarten etc. auf die ich gar keine Lust hatte. Er beschimpfte mich st\u00e4ndig und auch heute kann er sich oft nicht beherrschen, meist machte er das dann wieder mit Geschenken gut. Die haben mir allerdings nie was bedeutet, mich eher angewidert !<\/p>\n<p>Die Beziehung zu meiner Mutter ist eigentlich ganz gut, aber ich kann ihr einfach keine Gef\u00fchle zeigen, auch wenn es mir selber wehtut das ich es einfach nicht kann!<br \/>\nIch habe allgemein das Problem das ich \u00fcber viele Dinge nicht reden kann und sich das dann allgemein auf meine Stimmung niederschl\u00e4gt. Ich habe auch das Gef\u00fchl dass mich nicht viele Leute leiden k\u00f6nnen. Das liegt aber auch zum Teil daran das ich einfach nicht sagen kann, dass ich zwei behinderte Geschwister habe, ich wei\u00df auch nicht warum, aber sobald jemand fragt ob ich Geschwister habe, weiche ich aus oder entziehe ich mich ganz der Situation, so kommt es auch das eigentlich niemand richtig \u00fcber mich Bescheid wei\u00df.<\/p>\n<p>Der Einzige ist vielleicht mein Freund, mit dem ich seit f\u00fcnf Jahren zusammen bin, aber ich habe das Gef\u00fchl, dass ihm das auch alles unangenehm ist und er deswegen nie zu mir kommt &#8211; auch wenn ich ihn noch so sehr darum bitte. Er fragt mich auch nie etwas, wie es mir geht oder nach meinen Problemen etc. Ich wei\u00df nicht, ob seine Familie wei\u00df, dass ich behinderte Geschwister habe, aber ich hab es ihnen nicht erz\u00e4hlt und das ist auch sehr belastend f\u00fcr mich! Ich w\u00fcrde sehr gerne mit ihm zusammen ziehen, weil ich ihn liebe und einfach das Gef\u00fchl habe, dass wir viel gl\u00fccklicher sein k\u00f6nnten, wenn ich einfach aus der Situation zu Hause rausk\u00f6nnte. Alleine ausziehen trau ich mir irgendwie nicht zu! Vor allem habe ich auch Angst, was aus meiner Mutter wird, wenn sie hier ganz alleine mit meinem Vater und meinem Bruder bleiben muss.<\/p>\n<p>Nun, ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen k\u00f6nnt, vor allem, wie ich es endlich schaffen kann, offen dar\u00fcber zu reden, dass ich behinderte Geschwister und einen Alkoholiker als Vater habe.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndiese junge Frau hat sich an den Kummerkasten gewandt und das war ein ganz wichtiger Schritt: sich zu trauen, ihre Sorgen und ihr Dilemma \u00f6ffentlich zu machen. Ich wei\u00df nicht, welche weiteren Schritte sie \u2013 und ihre Familie \u2013 gegangen ist, ob der Vater eine Alkoholtherapie gemacht hat \u2013 und ob sie ausgezogen ist. Aber: wir d\u00fcrfen diese Familien nicht allein lassen \u2013 es ist etwas, was uns alle angeht. Jedes Kind ist ein Geschenk, ja, sicher, aber auch Eltern gesunder Kinder kommen h\u00e4ufig an ihre Grenzen der Belastbarkeit. Sie brauchen uns, nicht um Schuldgef\u00fchle zu machen oder hochm\u00fctig \u00fcber \u201egute\u201c und \u201eschlechte\u201c M\u00fctter oder Eltern zu diskutieren, sondern die Hilfen zu geben, die der oder die einzelne braucht. Vieles gibt es schon: Gro\u00dfelterndienst des Diakonischen Werkes z.B., die Initiative, dass erfahrene Ehrenamtliche junge M\u00fctter besuchen und begleiten \u2013 gerade in den ersten Wochen \u2013 und anspruchsvolle evangelische und katholische Kitas . Schon lange wird deutlich, wie wichtig die sogenannte \u201eElternarbeit\u201c ist, die Gespr\u00e4che, die Fragen der Eltern und die Begleitung der Kinder \u2013 auch in Phasen, in denen die Eltern so mit sich selbst besch\u00e4ftigt sind, dass sie weder Herz noch Blick frei haben f\u00fcr das, was die Kinder brauchen.<\/p>\n<p>&#8222;Alle eure Sorge werft auf Gott; denn er sorgt f\u00fcr euch.&#8220; Das ist das tr\u00f6stliche am Bild des \u201eguten Hirten\u201c, der uns durch alle M\u00fchsal tr\u00e4gt und ans Wasser an fruchtbare, Kraft spendende Orte f\u00fchren mag. Uns, die wir keine dummen Schafe sind, aber uns doch nach Geborgenheit, nach F\u00fcrsorge und Gehaltenwerden in aller Selbstst\u00e4ndigkeit und Freiheit sehnen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"Stil3\"><strong>Hanna Kreisel-Liebermann <\/strong><br \/>\n<strong>Pastorin an der Marktkirche Hannover <\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"mailto:hannakl@gmx.de\">hannakl@gmx.de<\/a> <\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.Marktkirche-Hannover.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.Marktkirche-Hannover.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miserikordias Domini, 30. April 2006 Gottesdienst im Kontext der &#8222;Woche f\u00fcr das Leben&#8220; unter dem Motto &#8222;Jedes Kind ist ein Geschenk&#8220; Predigt zu 1. Petrus 5, 1-7, verfasst von Hanna Kreisel-Liebermann Mahnungen an die \u00c4ltesten und die Gemeinde Die \u00c4ltesten unter euch ermahne ich, der Mit\u00e4lteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15914,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54,1,727,114,954,349,723,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1-petrus","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-05-chapter-05-1-petrus","category-kasus","category-misericordias-domini","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11127"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16448,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11127\/revisions\/16448"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11127"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11127"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11127"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11127"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}