{"id":11285,"date":"2021-02-07T19:48:54","date_gmt":"2021-02-07T19:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11285"},"modified":"2023-02-23T17:16:43","modified_gmt":"2023-02-23T16:16:43","slug":"1-korinther-6-9-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-6-9-20\/","title":{"rendered":"1. Korinther 6, 9-20"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">8. Sonntag nach Trinitatis, 6. August 2006<br \/>\nPredigt zu 1. Korinther 6, 9-20, verfasst von J\u00f6rg Egbert Vogel<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>(Einheits\u00fcbersetzung)<br \/>\n<em>9 Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? T\u00e4uscht euch nicht! Weder Unz\u00fcchtige noch G\u00f6tzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabensch\u00e4nder,<\/em><br \/>\n<em>10 noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine L\u00e4sterer, keine R\u00e4uber werden das Reich Gottes erben.<\/em><br \/>\n<em>11 Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.<\/em><br \/>\n<em>12\u00abAlles ist mir erlaubt\u00bb &#8211; aber nicht alles n\u00fctzt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben \u00fcber mich.<\/em><br \/>\n<em>13 Die Speisen sind f\u00fcr den Bauch da und der Bauch f\u00fcr die Speisen; Gott wird beide vernichten. Der Leib ist aber nicht f\u00fcr die Unzucht da, sondern f\u00fcr den Herrn, und der Herr f\u00fcr den Leib.<\/em><br \/>\n<em>14 Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.<\/em><br \/>\n<em>15 Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Darf ich nun die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Dirne machen? Auf keinen Fall!<\/em><br \/>\n<em>16 Oder wisst ihr nicht: Wer sich an eine Dirne bindet, ist ein Leib mit ihr? Denn es heisst: Die zwei werden ein Fleisch sein.<\/em><br \/>\n<em>17 Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.<\/em><br \/>\n<em>18 H\u00fctet euch vor der Unzucht! Jede andere S\u00fcnde, die der Mensch tut, bleibt ausserhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, vers\u00fcndigt sich gegen den eigenen Leib.<\/em><br \/>\n<em>19 Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr geh\u00f6rt nicht euch selbst;<\/em><br \/>\n<em>20 denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nzu viele Gedanken stecken in diesem Text, als dass ich sie alle aufnehmen k\u00f6nnte.<br \/>\nViele konkrete Beispiele ethischer Konkretionen des Glaubens in der Lebenswelt des antiken Korinth.<br \/>\nUm herauszufinden, welches der Hauptgedanke des Apostels ist, befreie ich den Text von den ethischen Verhaltenslisten, dann bleibt da:<\/p>\n<p>Ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.<br \/>\n\u00abAlles ist mir erlaubt\u00bb &#8211; aber nicht alles n\u00fctzt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben \u00fcber mich.<br \/>\nGott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.<br \/>\nWisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?<br \/>\nWer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.<br \/>\nWisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr geh\u00f6rt nicht euch selbst;<br \/>\ndenn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!<\/p>\n<p>Mit meinen Worten:<br \/>\nweil wir geheiligt sind durch Christus, sind wir frei von allen uns gefangen nehmenden Bindungen und werden wie Christus auferweckt werden.<br \/>\nDiese Freiheit von Bindungen ergibt sich jedoch aus der engen Verbindung mit dem Herrn.<br \/>\nDurch diese Verbindung sind wir Gottes Zeugen auf Erden.<\/p>\n<p>Damit habe ich die Gedanken des Paulus zwar sehr reduziert, aber \u2013 wie ich hoffe \u2013 auf das Wesentliche.<br \/>\nPaulus geht es ja dort, wo er zu ethischen Themen Stellung bezieht, nie um eine sich selbst begr\u00fcndende Ethik, sondern um das Verhalten der Glaubenden, das sich aus ihrem Glauben, aus ihrer pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott ergibt.<\/p>\n<p>Unser Verhalten als Christen, \u00fcber das Paulus hier bezogen auf das Leben der damaligen Gemeinde in Korinth nachdenkt, resultiert f\u00fcr ihn nicht aus unserer Kraft und Anstrengung und unserem edlen Gem\u00fct und f\u00fchrt auch nicht zu einer abstrakten Idealisierung einer bestimmten menschlicher Lebensweise, n\u00e4mlich der des Christen, die dann Vorbild und nie zu erreichendes Ideal f\u00fcr alle w\u00e4re.<br \/>\nVielmehr ist unser Verhalten f\u00fcr Paulus nur eine Randerscheinung eines gr\u00f6sseren spirituellen, bzw. heilsgeschichtlichen Zusammenhangs.<br \/>\nEs resultiert n\u00e4mlich aus einer Tat Gottes, aus der Auferweckung Jesu Christi und unserer wiederum daraus resultierenden Heiligung. Weil wir mit dem Auferstandenen so leibhaft verbunden sind, wie beispielsweise ein Arm mit dem K\u00f6rper, deshalb sind wir geheiligt, also in das Geschehen des Heils, das Jesus in der Auferstehung widerfahren ist, mit hinein genommen mit unserem Leben. Deshalb kann unser Leben als Glaubende nur in unsere eigene Auferweckung m\u00fcnden.<\/p>\n<p>Der teure Preis, der f\u00fcr uns bezahlt wurde, ist Jesu Leben der Hingabe und ist deshalb nicht umsonst bezahlt, weil wir eben auch auferweckt werden.<\/p>\n<p>Als solche, f\u00fcr die ein teurer Preis bezahlt wurde, verherrlichen wir nun in unserem Leben Gott in unserem Leib.<br \/>\nAn uns soll also die Freude \u00fcber die Liebe Gottes sichtbar werden<br \/>\nWer oder was Gott f\u00fcr uns ist, sieht man an unserem Leben.<\/p>\n<p>Was das konkret bedeutet, muss jede Zeit und jeder Glaubende jeweils ergr\u00fcnden. Paulus hat es beschrieben f\u00fcr seine Zeit.<br \/>\nWir m\u00fcssen es immer wieder neu in unserem Leben buchstabieren.<br \/>\nDabei kann es hilfreich sein zu wissen, dass wir mit unserem Leben das Wesen Gottes unseren Mitmenschen nahe bringen sollen.<br \/>\nGott, der Liebe ist und nichts als Liebe, kann niemals mit Raketen und Bomben verherrlicht werden, ganz gleich, welcher Glaube, welche Religion dahinter steht, aber sehr wohl durch Gesten der Vers\u00f6hnung, des Kompromisses, des Friedens, des Verzichts auf Waffengewalt.<\/p>\n<p>Wir verherrlichen Gott in unserem Leib, indem wir die engen Grenzen unseres Denkens \u00fcberschreiten und auch in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Firma keinen Streit anzetteln, sondern versuchen allen Menschen mit Verst\u00e4ndnis zu begegnen.<\/p>\n<p>Wir verherrlichen Gott in unserem Leben, indem wir nicht so tun, als w\u00fcssten wir immer, wer gut und wer b\u00f6se, was falsch und was richtig, was schlecht und was in Ordnung ist, sondern indem wir vorurteilsfrei zuh\u00f6ren und andere mit ihrer Meinung, ihrer Erfahrung, ihrer Erkenntnis gelten lassen.<\/p>\n<p>Bei all diesen Versuchen, heute f\u00fcr unser Leben zu buchstabieren, wie wir ad\u00e4quat das Wesen Gottes darstellen, sind mir zwei Paulinische Gedanken wichtig:<br \/>\nDas dem Wesen Gottes entsprechende Verhalten resultiert nicht aus unserem Bem\u00fchen und unserer Anstrengung \u2013 wir w\u00e4ren ja hoffnungslos zum Scheitern verurteilt \u2013 , sondern aus unserer engen pers\u00f6nlichen Verbundenheit mit dem auferstandenen Christus.<\/p>\n<p>Und Paulus schreibt: <em>Alles ist mir erlaubt &#8211; aber nicht alles n\u00fctzt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben \u00fcber mich.<\/em><br \/>\nDas heisst doch, meine Freiheit, die mir die lebenslange feste Verbindung mit Christus schenkt, wodurch ich von allen mich gefangen nehmenden Bindungen befreit bin, meine Freiheit darf nicht mir selbst und anderen zum Schaden gereichen.<br \/>\nOder wie es Rosa Luxemburg ja sehr treffend gesagt hat: <em>Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden.<\/em><\/p>\n<p>Unsere, durch den Glauben an den auferstandenen Christus entstandene unaufl\u00f6sliche Verbindung mit Gott f\u00fchrt uns konsequenterweise dazu, dass wir gar nicht anders k\u00f6nnen, als in Freiheit so zu leben, dass das Wesen Gottes durch unser Leben, vor allem auch durch unser Leben in der Gemeinschaft der Glaubenden, den Menschen bekannt gemacht wird, mit denen wir zusammenleben.<\/p>\n<p>Ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.<br \/>\n\u00abAlles ist mir erlaubt\u00bb &#8211; aber nicht alles n\u00fctzt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben \u00fcber mich.<br \/>\nGott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.<br \/>\nWisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?<br \/>\nWer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.<br \/>\nWisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr geh\u00f6rt nicht euch selbst;<br \/>\ndenn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>J\u00f6rg Egbert Vogel<br \/>\n<a href=\"mailto:j.e.vogel@gmx.ch\">j.e.vogel@gmx.ch<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. Sonntag nach Trinitatis, 6. August 2006 Predigt zu 1. Korinther 6, 9-20, verfasst von J\u00f6rg Egbert Vogel (Einheits\u00fcbersetzung) 9 Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? T\u00e4uscht euch nicht! Weder Unz\u00fcchtige noch G\u00f6tzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabensch\u00e4nder, 10 noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine L\u00e4sterer, keine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13518,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42,462,1,727,157,853,114,1295,771,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11285","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1-korinther","category-8-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-joerg-egbert-vogel","category-kapitel-06-chapter-06-1-korinther","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11285"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17120,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11285\/revisions\/17120"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11285"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11285"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11285"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11285"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}