{"id":11303,"date":"2021-02-07T19:48:54","date_gmt":"2021-02-07T19:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11303"},"modified":"2023-02-24T20:17:04","modified_gmt":"2023-02-24T19:17:04","slug":"jesaja-62-6-12-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-62-6-12-4\/","title":{"rendered":"Jesaja 62, 6-12"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag), 20. August 2006<br \/>\nPredigt zu Jesaja 62, 6-12, verfasst von Christian Tegtmeier<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Was Jesaja Juden wie Christen zu sagen hat, ist eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft, die nicht nur tr\u00f6stet, sondern ermutigt und jeden hoffen l\u00e4sst. Die frohe Botschaft richtet sich an Gottes Volk. Es sind Worte der Freude und Zuversicht an Menschen, die die Hoffnung verloren haben, dass Gott in ihrer Mitte pr\u00e4sent ist, dass er ihr Leben \u00e4ndert, ihm wieder neuen Glanz gibt, damit sein Heil und sein Gesetz in den kalten Herzen der Menschen neu zu leuchten und kr\u00e4ftig zu wirken beginnt. Die frohe Botschaft sagt, dass er kommt, auf den wir warten. Da hei\u00dft es: <em>Saget der Tochter Zion: siehe der Retter nahet dir, er hat seinen Lohn bei sich. Siehe, was er gewann<\/em> \u2013 f\u00fcr euch \u2013 <em>ist bei ihm, und was er erwarb<\/em> \u2013 f\u00fcr euch \u2013 <em>geht vor ihm her.<\/em> Mit diesem Heil, mit seinem Segen kommt er zu seinem Volk, nach Zion, in die Mitte nach Jerusalem. Wo er eintrifft, wo Menschen f\u00fcr ihn den Weg frei gemacht haben, wird sich das Leben wandeln. Die mit Tr\u00e4nen s\u00e4en werden voll Freude sein. Wer verloren ist findet den Weg in die Gemeinschaft. Die zerstreuten Glieder sammeln sich in seinem Namen. <em>Und er wird dieses Volk heilig hei\u00dfen, Erl\u00f6ste des Herrn nennen und dich wird man nennen Gesuchte und nicht mehr verlassene Stadt.<\/em><\/p>\n<p>Solcher Wandel erf\u00fcllt Hoffnungen und W\u00fcnsche. Solche Botschaft stillt die Sehnsucht derer, die glauben und ihrem Herrn vertrauen. Solche gute Nachricht erf\u00fcllt die gegebenen Verhei\u00dfungen, dass da Volk Gottes nicht mehr wie Fremde in der Heimat lebt, wie geduldete Knechte in ihrem Haus, sondern zu Hause ist, in seinem angestammten Eigentum souver\u00e4n sein darf, so leben und sich einrichten kann, wie es seinen W\u00fcnschen entspricht. Wo Gott nach Zion kommt, in sein Heiligtum und sein Volk einzieht, da sammelt er die Menschen um sich herum, gewinnt seine Macht an Einfluss und Geltung. Nun stellt sich die Frage, wie Menschen sich vorbereiten und einbringen k\u00f6nnen, wie sie de Herrn und sein Heil empfangen, damit sie \u201eErl\u00f6ste des Herrn\u201c werden. Damit sie teilhaben k\u00f6nnen am Segen und an der Kraft des Herrn, die die Mutlosen stark macht, die Traurigen tr\u00f6stet, die Matten und M\u00fcden belebt, Menschen aufbrechen l\u00e4sst zu den Ufern, an denen das neue Leben um Gottes Willen beginnt. Der Prophet spricht von der unerm\u00fcdlichen Aufgabe der W\u00e4chter auf den Mauern und Zinnen der Stadt Gottes, die wachen und die Menschen stets neu erinnern, wenn sie rufen: \u201eDer Herr kommt! Der Herr kommt zu euch!\u201c Wer wacht wie sie, sieht, wann und wo er kommt. Der ist bereit, den Gast zu empfangen. Der wird den anderen, die ihn Fragen berichten auf wen er wartet, und wer nun eintreffen wird. Der wird selbst zum W\u00e4chter auf hoher Zinne und erz\u00e4hlt von dem Gott, der Heil und Ordnung, Leben und Zukunft bei sich hat Denn wo die Freude fehlt, wo die Hoffnung schwach geworden oder gar erloschen ist, da ist auch das Volk m\u00fcde geworden im Glauben. Doch nun bahnt sich ein Wandel an: der Herr kommt nach Zion und mit ihm Heil und Leben, ein neuer Anfang.<\/p>\n<p>Solcher Ruf schl\u00e4gt Br\u00fccken, soll uns Christen erreichen, m\u00f6chte auch unseren Glauben wecken und ber\u00fchren, liebe Gemeinde. Vielleicht ist es f\u00fcr unser Volk, unsere Kirchen und ihre Gemeinden im Glauben die elfte Stunde, ja sogar schon f\u00fcnf Minuten vor Zw\u00f6lf, ohne dass wir die Stimme der W\u00e4chter vermissen oder h\u00f6ren. Doch frage ich: haben wir solche W\u00e4chter, haben wir noch K\u00fcnder des Wortes Gottes? Gibt es Propheten, die Gottes Worte weitersagen? Wartet eine Kirchengesellschaft von eingeschriebenen Mitgliedern auf Christus, auf den Retter, den der Prophet Jesaja ank\u00fcndigt? Wer aufmerksam ist, wer sich mit der Kirche und denen, die darin arbeiten und mitwirken, besch\u00e4ftigt, h\u00f6rt, dass ihre Herolde des Glaubens vom fehlenden Geld sprechen und in ver\u00e4nderten Strukturen und \u00fcberschaubaren Gro\u00dfkirchen ihr Heil sehen, aber nicht auf den Herrn warten. Von Jesus Christus als ihrem Erl\u00f6ser und Heiland haben sie kaum noch etwas zu verk\u00fcndigen, es sei denn in leeren Formeln und Floskeln zu gewissen Festtagen. Unl\u00e4ngst fragte ein korankundiger Mitb\u00fcrger: \u201eAuf wen warten Christen, die glauben? Wessen Stimme h\u00f6ren sie und folgen ihr?\u201c &#8211; Nach einer betretenen Pause, in der sein christlicher Gespr\u00e4chspartner schwieg, fuhr er fort: \u201eIhre W\u00e4chter schauen nicht nach Zion, sie schauen nicht auf Christus, sie erinnern sich und andere selten an das Heil. Das Volk der Christen ist tr\u00e4ge, m\u00fcde geworden im Glauben und in ihren leeren Herzen verhallen die Rufe nach Umkehr, nach der Freude, dass das Heil nahe ist: dass der Herr kommt, um die ausgetrockneten Seelen der Massemenschen zu beleben, um die Armut ihrer gottesdienstlichen St\u00e4tten und Veranstaltungen mit seinem Geist zu f\u00fcllen, um ihren Gebeten und W\u00fcnschen Gewicht, Ausrichtung und Ziele zu geben. Dabei h\u00e4tten sie doch allen Grund, auf Christus zu hoffen, es ihm zu zutrauen, den Einzelnen wie die Gemeinschaft der Glaubenden aus dem Dunkel ihrer gottvergessenen Welt herauszuf\u00fchren.\u201c Verwundert fragte der Christ: \u201e Wie ist das denn denkbar?\u201c und er bekommt zu h\u00f6ren:\u201c Euer Gott und Vater ist Schutz und Schirm f\u00fcr alle, die bedroht, ge\u00e4ngstigt, verloren und verlassen sind. Ihr nennt ihn doch den guten Hirten. Ihr singt das Lied: Ein feste Burg ist unser Gott und ihr betet :<\/p>\n<p align=\"center\">Von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen,<br \/>\nerwarten wir getrost, was kommen mag.<br \/>\nGott ist mit uns am Abend wie am Morgen<br \/>\nund ganz gewiss an jedem neuen Tag.<\/p>\n<p>Um solche Kraft und F\u00fclle an Gottvertrauen seid ihr Christen zu beneiden. Ihr habt f\u00fcr euch eine Quelle des Heils und der Zuversicht, ganz anders als die Menschen, die sich im Befolgen der Gesetze und Regeln ihrer Religion abm\u00fchen m\u00fcssen und doch nur ganz selten das Ziel der Erf\u00fcllung erreichen. Jesus Christus schenkt euch den Ort der Ruhe, eine Herberge f\u00fcr aufgescheuchte Seelen , er ruft in seine Mitte, damit ihr ganz neu anfangen k\u00f6nnt. Und das meint in jedem Fall: nicht das Vergangene fortzusetzen , sondern mit seinem Geist, mit seiner Botschaft aufzubrechen in eine Zeit, die euch Christen als Licht der Welt, als Salz der Erde braucht und nach euch ruft.<\/p>\n<p>Nun, wir haben die frohe Botschaft vernommen, liebe Gemeinde. Lassen Sie uns noch einmal die Aufforderung des Propheten h\u00f6ren, wie sie uns gilt:<\/p>\n<p><em>Gehet ein, gehet ein durch die Tore. Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, r\u00e4umt die Steine der Hindernisse hinweg! Richtet ein Zeichen des Glaubens auf f\u00fcr die Christen in eurem Land, eurer Gemeinde! Siehe, der Herr l\u00e4sst es h\u00f6ren bis an die Enden der Erde: saget der Tochter Zion: siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er (f\u00fcr euch) gewann ist bei ihm; und was er sich (f\u00fcr euch) erwarb, geht vor ihm her! <\/em><\/p>\n<p>Auf wen wollen wir noch warten? Die W\u00e4chter , die rufen und von Gottes froher Botschaft erz\u00e4hlen, sollen Sie sein, die Sie in unserem Gottesdienst die gute Nachricht, das Evangelium geh\u00f6rt haben. Gebe Gott uns in Jesus Christus seinen Geist, dass wir W\u00e4chter sind.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Liedvorschl\u00e4ge f\u00fcr das Lied nach der Predigt:<br \/>\nEG 596 (ich m\u00f6chte Glauben haben) oder<br \/>\nEG 262\/263 Sonne der Gerechtigkeit.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Christian Tegtmeier<br \/>\nPfarrer in Kirchberg bei Seesen<br \/>\n<a href=\"mailto:gabriele.tegtmeier@t-online.de\">gabriele.tegtmeier@t-online.de <\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag), 20. August 2006 Predigt zu Jesaja 62, 6-12, verfasst von Christian Tegtmeier Was Jesaja Juden wie Christen zu sagen hat, ist eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft, die nicht nur tr\u00f6stet, sondern ermutigt und jeden hoffen l\u00e4sst. 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