{"id":11328,"date":"2021-02-07T19:49:04","date_gmt":"2021-02-07T19:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11328"},"modified":"2023-02-04T13:59:41","modified_gmt":"2023-02-04T12:59:41","slug":"1-mose-41-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-mose-41-16\/","title":{"rendered":"1. Mose 4,1-16"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">13. Sonntag nach Trinitatis, 10. September 2006<br \/>\nPredigt zu 1. Mose 4,1-16, verfa\u00dft von Reinhard Brandt <\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><em>1 Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN.<\/em><br \/>\n<em>2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Sch\u00e4fer, Kain aber wurde ein Ackermann.<\/em><br \/>\n<em>3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, da\u00df Kain dem HERRN Opfer brachte von den Fr\u00fcchten des Feldes.<\/em><br \/>\n<em>4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gn\u00e4dig an Abel und sein Opfer,<\/em><br \/>\n<em>5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gn\u00e4dig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.<\/em><br \/>\n<em>6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick?<\/em><br \/>\n<em>7 Ist&#8217;s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche \u00fcber sie.<\/em><br \/>\n<em>8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: La\u00df uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.<\/em><br \/>\n<em>9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich wei\u00df nicht; soll ich meines Bruders H\u00fcter sein?<\/em><br \/>\n<em>10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.<\/em><br \/>\n<em>11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen H\u00e4nden empfangen.<\/em><br \/>\n<em>12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und fl\u00fcchtig sollst du sein auf Erden.<\/em><br \/>\n<em>13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als da\u00df ich sie tragen k\u00f6nnte.<\/em><br \/>\n<em>14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich mu\u00df mich vor deinem Angesicht verbergen und mu\u00df unstet und fl\u00fcchtig sein auf Erden. So wird mir&#8217;s gehen, da\u00df mich totschl\u00e4gt, wer mich findet.<\/em><br \/>\n<em>15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschl\u00e4gt, das soll siebenf\u00e4ltig ger\u00e4cht werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, da\u00df ihn niemand erschl\u00fcge, der ihn f\u00e4nde.<\/em><br \/>\n<em>16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>obwohl: diese Anrede ist gef\u00e4hrlich! Nach dieser biblischen Brudergeschichte! Deshalb mit der Ahnung der Gefahr: liebe Schwestern und Br\u00fcder, ich kann den Kain verstehen!<\/p>\n<p>Ich kann den Kain verstehen, wie er sein Opfer bringt: von dem, was er hat, als Kleinbauer und Ackersmann. Von den Fr\u00fcchten seines Feldes, das Beste ausgesucht, Brotfladen wohl vom ersten Korn des Jahres, dazu alles, was sonst w\u00e4chst auf dem Acker. Alles Fr\u00fcchte, die er selbst angebaut hat im Schwei\u00df des Angesichts; von selbst w\u00e4chst das alles nicht. Alles Fr\u00fcchte, die er wohl selbst essen und brauchen k\u00f6nnte! Nein, Gott wird es zum Speis\u2011 und Brandopfer dargebracht! Da kann ich ihn verstehen, den Kain: von Gott haben wir alles, ihm bringen wir es zur\u00fcck, ordnen alles in die Gottesbeziehung ein.<\/p>\n<p>Ich kann den Kain auch verstehen, da\u00df er nach seinem Bruder schaut. Konkurrenz unter Br\u00fcdern, gerade im vertrauten Raum der Familie: nicht wahr, eine vertraute, eine urvertraute, urbekannte Geschichte!<\/p>\n<p>Ich kann auch den Abel verstehen, Sch\u00e4fer und Kleinviehnomade! Er tut ja nichts anderes: Das Beste, was er hat, bringt er Gott zum Opfer: die Erstlinge, die Erstgeburt der Muttertiere, die Zukunftsgarantie sozusagen. Und das Fett der Tiere, das man nach langer Wanderung am liebsten selbst auslassen und verkochen w\u00fcrde. Gott wird es zum Brandopfer dargebracht!<\/p>\n<p>Kain und Abel: ich kann den unterschwelligen Konflikt verstehen: Kain der Erstgeborene, der doppelt so viel erben wird wie Abel! Und dazu die m\u00fchsame Balance zwischen Ackerbauern und Viehz\u00fcchtern. Wird die Akkerfl\u00e4che ausgeweitet, so mu\u00df das Weideland weichen. Steigt der Viehbestand, droht umgekehrt Gefahr: da\u00df das Vieh auch auf Kulturland weidet. Wahrlich, m\u00fchsam die Balance!<\/p>\n<p>So kann ich gut den Kain verstehen, da\u00df er auf Zeichen achtet: Lohnt sich die M\u00fche? Ist meine Arbeit gesegnet? Wird anerkannt, was ich schaffe? Eine Lebensfrage ist das f\u00fcr ihn, das Zentrum seiner Person ist ber\u00fchrt. Sein Name deutet es an: \u201eKain\u201c, wohl verwandt mit <em>qanah<\/em>: \u201eschaffen, erwerben\u201c. So sucht Kain nach Zeichen, Lebenszeichen, Gotteszeichen. Wird mein Opfer wohl angenommen?<\/p>\n<p>Das ist eine der offenen Stellen in der Geschichte: Und der HERR sah gn\u00e4dig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gn\u00e4dig an. Warum? Aus welchem Grund? Als ausgleichende Gerechtigkeit? Doch wozu? Die Geschichte gibt keine Auskunft, keinen Hinweis. Es ist einfach so; und der Grund ist verborgen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist es gerade das, was diese Geschichte so lebensnah macht. Wir suchen immer nach Gr\u00fcnden, in einem fr\u00fcheren Fehlverhalten des Kain vielleicht, in falschen Fr\u00fcchten oder sonst wo. Doch wie oft gibt es keine Gr\u00fcnde, keine Erkl\u00e4rungen; man kann nur ratlos raten, nur ohne Antwort fragen, nur zornig schweigen.<\/p>\n<p>Deshalb, liebe Schwestern und Br\u00fcder, kann ich den Kain verstehen: Da\u00df er ergrimmt, sehr! Da\u00df er finster blickt! Da\u00df er seinen Blick senkt! Warum hat der Bruder es besser? Warum schafft er, was ich nicht schaffe? Was gelingt ihm, was mir nicht gelingt? Warum hat er das Gl\u00fcck, das ich nicht habe? Was wird ihm zuteil, was auch ich ersehne? Was steigt ihm leicht auf (der Rauch des Brandopfers), was mir schwer am Boden kriecht? Und im Hintergrund lauert gef\u00e4hrlich die Frage: Warum ist Gott <em>ihm <\/em>gn\u00e4dig und <em>mir nicht<\/em>? Keine Antwort! Aber die Frage!<\/p>\n<p>Ich kann, liebe Schwestern und Br\u00fcder, den Kain nur zu gut verstehen! Vielleicht, weil er mein Bruder ist? In der biblischen Urgeschichte mein Ur-Bruder? Oder genauer noch, weil ich mich in ihm entdecke? Im sehns\u00fcchtigen und vergleichenden und grimmigen Kain?! Urtief in der Seele! Weil ich ein S\u00fcnder bin! Weil ich T\u00e4ter sein k\u00f6nnte! Gef\u00e4hrlich ist das, liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>Es folgt ein Intermezzo, eine Gottesrede: \u201eDa sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist&#8217;s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c<\/p>\n<p>Was in Bruder Kain wohl vorgeht, als er von Gott so angeredet wird?: Wenn er fromm sei, soll er ertragen, da\u00df der Herr ihn nicht gn\u00e4dig ansieht. Wenn er fromm sei, soll er trotzdem frei den Blick erheben. Welche Zumutung? Welche Pr\u00fcfung? Sich Abfinden mit dem Leben und dem Bruder und dem Rauch und der Ungnade? Und trotzdem fromm sein und den Blick erheben?!<\/p>\n<p>Ich kann mich in den Kain hineinversetzen: Wie h\u00e4tte er reagieren sollen? Alles ertragen? Sich bescheiden? Das w\u00e4re am Ende vielleicht so etwas wie Selbstmord auf Raten gewesen. Oder sich auflehnen, sich erheben, die Dinge selbst in die Hand nehmen, die Mordwaffe; und den Bruder erschlagen? Das hat Kain dann getan.<\/p>\n<p>Es ist dies die entscheidende Szene, liebe Schwestern und Br\u00fcder, dieses Gottesintermezzo: Bist du, seid ihr \u201eaber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c Und dazu die Frage: \u201eWarum senkst du deinen Blick?\u201c<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00e4re wirklich <em>dies<\/em> der entscheidende Punkt f\u00fcr den Kain gewesen, zwischen Schaffen und Scheitern, zwischen Trauer und Trotz und Tod. Dies: den Blick zu heben und Gott ins Angesicht zu sehen und ihn zu fragen und ihm zu klagen! Die Schwielen an den H\u00e4nden, die Sehnsucht nach Segen, das garstige Gelingen des Bruders. Den Blick zu erheben und dies zu fragen und zu klagen, Gott zu klagen: das vergebliche Opfer, sogar den verschlossenen Himmel zu klagen.<\/p>\n<p>Dies ist der Unterschied zwischen Hiob und Kain: Hiob klagte, erhob den Blick und redete Gott ins Angesicht und klagte sein Leid und alle Verschlossenheit. Kain dagegen bleibt bei sich, der Blick ist gesenkt, wie verkr\u00fcmmt der Mensch; und er schweigt.<\/p>\n<p>Dann die Tat: Abel geht mit seinem Bruder auf\u2018s Feld, da erhebt sich Kain gegen seinen Bruder und schl\u00e4gt ihn tot. Nichts \u00fcber die n\u00e4heren Umst\u00e4nde ist berichtet, nur der Tatort; nichts \u00fcber die Tatwaffe, nur das Ergebnis: \u201eund schlug ihn tot\u201c.<\/p>\n<p>Da kann ich unseren Bruder Kain immerhin noch von ferne verstehen, liebe Schwestern und Br\u00fcder. Von ferne: denn ich habe noch niemanden erschlagen und ein gro\u00dfes Tabu steht schon vor dem Gedanken an eine solche Tat. Doch wer wei\u00df, wer auf dem weiten Feld nicht alles schon gestorben ist, weil er keine Lebensm\u00f6glichkeiten mehr hat wegen unserer, meiner Art zu leben? Weil er an Hunger, an Krankheit gestorben ist ohne Hilfe? In den Rohstoffkriegen vielleicht f\u00fcr unseren Wohlstand? (Einen wirtschaftlichen Hintergrund gibt es wohl schon urgeschichtlich bei aller Unbegreiflichkeit der Tat.) Wer wei\u00df das schon in einer globalisierten Welt? Von ferne stehe ich und wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht!\u201c Das ist auch die Antwort von Bruder Kain, als Gott ihn nach seinem Bruder Abel fragt. \u201eIch wei\u00df nicht; soll ich meines Bruders H\u00fcter sein?\u201c<\/p>\n<p>Diese Antwort von Bruder Kain kann ich nun wieder gut verstehen: das Wegschieben, das Nicht-Wahrhaben-Wollen, das Verdr\u00e4ngen. Soll ich meines Bruders H\u00fcter sein? In Dafour und in Afghanistan und im Irak und in Galil\u00e4a und in Gaza und bei den Aids-Opfern in S\u00fcdafrika? Und wie ginge das \u00fcberhaupt, der H\u00fcter meines Bruders, meiner Schwester dort zu sein? Und bei denen in meiner N\u00e4he, wie ginge das?<\/p>\n<p>Nein! Fraglich, wie die Geschichte ist, fragw\u00fcrdig, wie ich bin: Da schiebe ich die Antwort doch lieber beiseite: \u201eIch wei\u00df nicht; soll ich meines Bruders H\u00fcter sein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGott aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.\u201c Ja, die Erde selbst ist Zeuge, das Blut schreit zu Gott. So ist es! Das Blut, unschuldig vergossenes Blut, wie viel Blut schreit zu Gott!<\/p>\n<p>Und das Urteil, gar nicht eigentlich von au\u00dfen auferlegt, sondern Folge und Fluch der b\u00f6sen Tat selbst. <em>Der <\/em>Acker ist verflucht, der das Blut des Bruders aufgenommen hat. Der Blutacker verweigert den Ertrag, den Segen. \u201eUnd nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen H\u00e4nden empfangen. Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und fl\u00fcchtig sollst du sein auf Erden.\u201c<\/p>\n<p>Ach, liebe Schwestern und Br\u00fcder, das ist eine Geschichte, die wir auch kennen, aus unseren eigenen Geschichten, urtief in der Seele kennen! Mit den Folgen unserer Tat konfrontiert zu werden, unvermittelt, unmittelbar, unentrinnbar! Was wir getan haben, das holt uns ein, die Folgen treffen uns!<\/p>\n<p>Wie unseren Bruder Kain! Was f\u00fcr ein Fluch der b\u00f6sen Tat! Vom Acker hat er gelebt, jetzt mu\u00df er sich vom Acker machen. Stetig hat er gearbeitet, nun soll er unstet sein auf Erden. Von der Frucht der Erde hat er gelebt, nun soll die Flucht sein Schicksal werden.<\/p>\n<p>Ich kann Kain gut verstehen, wie er klagt dem Herrn, jetzt klagt er: \u201eMeine Strafe ist zu schwer, als da\u00df ich sie tragen k\u00f6nnte.\u201c Er beklagt sein Schicksal auf der Flucht. Realistisch sieht er, wie ihm just das zusto\u00dfen kann, was er selbst getan hat: \u201eSo wird mir&#8217;s gehen, da\u00df mich totschl\u00e4gt, wer mich findet. Keine Verdr\u00e4ngung mehr, sondern Realismus und ernste Einsicht in die Folgen der Tat. In diesem Augenblick kann er schier Vorbild sein, unser Bruder Kain, liebe Schwestern und Br\u00fcder &#8211; auch wenn solcher Ernst f\u00fcr uns noch einmal gef\u00e4hrlich werden kann.<\/p>\n<p>Doch anders Gott! Keine Lynch-Justiz mit Gott! Gott sch\u00fctzt selbst den M\u00f6rder: nicht vor den Folgen, aber vor seiner Tat. \u201eNein\u201c, spricht der Herr, \u201eNein, sondern wer Kain totschl\u00e4gt, das soll siebenf\u00e4ltig ger\u00e4cht werden. Und der Herr machte ein Zeichen an Kain, da\u00df ihn niemand erschl\u00fcge, der ihn f\u00e4nde.\u201c Ein Kainsmal, Schuldzeichen auch, vor allem aber Schutzzeichen, da\u00df Kain nicht von seiner eigenen Tat getroffen werde. Der Kreislauf von Mord und Totschlag wird von Gott unterbrochen.<\/p>\n<p>\u201eSo ging Kain hinweg von dem Angesicht des Herrn und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.\u201c<\/p>\n<p>Das ist nicht alles, was von S\u00fcnde und Schuld, von Vergebung und Frieden zu sagen ist, liebe Schwestern und Br\u00fcder. Viel, viel mehr ist noch zu sagen und zu singen: Das lassen Sie uns gleich anschlie\u00dfend tun!<\/p>\n<p>Nicht alles, aber viel ist es: viel, was erz\u00e4hlt wird in dieser Geschichte, Ur-Geschichte der Menschheit, Ur-Erfahrung zwischen Opfer und T\u00e4ter, zwischen Frage und Klage und Frage und Urteil und Klage, zwischen Strafe und Schonung. Und es ist viel am Ende; nicht alles, aber viel: Der Bruderm\u00f6rder Kain darf wohnen, darf leben. Trotz allem, mit allem, was er getan hat: er darf leben.<\/p>\n<p>Das ist viel, liebe Schwestern und Br\u00fcder! Unser Bruder Kain darf leben! Auch als Bruder Kain d\u00fcrfen wir leben!<\/p>\n<p><em>Der Friede Gottes, h\u00f6her als Vernunft und Vergeltung: der bewahre unsere Herzen und Sinne, auf da\u00df wir leben! In Christus Jesus! Amen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Nachbemerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>1) Gerade weil ich in diesem Fall die Urgeschichte aus sich heraus nur mit einer christologischen und soteriologischen Andeutung am Schlu\u00df predige, ist ein trinitarischer Kanzelgru\u00df und ein christologischer Friedenswunsch von besonderer Bedeutung, um den Ort im christlichen Gottesdienst anzuzeigen.<\/p>\n<p>2) N\u00fctzlich fand ich &#8211; nicht nur in den exegetischen Einzelfragen &#8211; die Meditation von R\u00fcdiger Lux (GPM. 60. 2006, S. 378), der besonders das Interesse des biblischen Erz\u00e4hlers am T\u00e4ter hervorhebt.<\/p>\n<p>3) M\u00f6gliche Lieder:<br \/>\nEG 343: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (Wochenlied)<br \/>\nEG 355: Mir ist Erbarmung widerfahren (eine Meditation eigener Erfahrungen)<br \/>\nEG 350: Christi Blut und Gerechtigkeit (eine soteriologische Erg\u00e4nzung)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Reinhard Brandt<br \/>\nDekan in Wei\u00dfenburg (Bayern)<br \/>\n<a href=\"mailto:reinhard.brandt@elkb.de\"> reinhard.brandt@elkb.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13. 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