{"id":11376,"date":"2021-02-07T19:49:03","date_gmt":"2021-02-07T19:49:03","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11376"},"modified":"2023-02-05T21:02:29","modified_gmt":"2023-02-05T20:02:29","slug":"jesaja-49-1-6-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-49-1-6-5\/","title":{"rendered":"Jesaja 49, 1-6"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">17. Sonntag nach Trinitatis, 8. Oktober 2006<br \/>\nPredigt zu Jesaja 49, 1-6, verfa\u00dft von Wolfgang Achtner <\/span><\/b><\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p align=\"center\">I. Aktualisierender Einstieg<\/p>\n<p>Die Welt ist voller Propheten, Menschheitsbegl\u00fccker und Moralapostel. Sie wissen genau, was man zu tun und zu lassen hat. Sie wissen, dass die Entwicklung der Menschheit entweder einem goldenen Zeitalter entgegengeht \u2013 sofern man auf sie h\u00f6rt \u2013 oder bald in einer Katastrophe endet \u2013 sofern man nicht auf sie h\u00f6rt. Und da wir im Zeitalter der Globalisierung und der weltweiten Kommunikation leben, bekommt ihre Existenz auch eine besondere Bedeutung: Globalisierung plus Menschheitsbegl\u00fccker oder Untergangspropheten, eine brisante Mischung.<\/p>\n<p>Kennen Sie solche Menschen? Und was halten Sie von ihnen? Folgen Sie ihnen, oder f\u00fchlen sie sich abgesto\u00dfen von Menschen, die im kraftvollen Bewu\u00dftsein ihrer Sendung andere auf den Weg zur Wahrheit f\u00fchren wollen? Hand auf Herz, haben Sie in ehrf\u00fcrchtiger Anerkennung der moralischen Autorit\u00e4t beispielsweise von G\u00fcnter Grass, seinen Ratschl\u00e4gen und Direktiven Folge geleistet oder haben Sie sich ver\u00e4rgert \u00fcber eine solche moralische Anma\u00dfung \u2013 den potentiellen Pharis\u00e4ismus schon witternd \u2013 von ihm abgewandt?<\/p>\n<p>Hand aufs Herz, haben sie den klugen Lebensratschl\u00e4gen beispielsweise eines Dale Carnegie in seinem Buch \u201eSorge nicht, lebe\u201c \u2013 lange stand er auf den Bestsellerlisten \u2013 Folge geleistet in der Hoffnung, auch ein sorgenfreies Leben in einer goldenen Zukunft f\u00fchren zu k\u00f6nnen, oder haben Sie das Buch, milde l\u00e4chelnd \u00fcber seinen pausb\u00e4ckigen und unbedarften Optimismus wieder ins Verkaufsregal zur\u00fcckgestellt?<\/p>\n<p>Aber weiter: Haben Sie Samuel Huntingtons prophetische Weltdeutung eines zuk\u00fcnftigen Kampfes der Kulturen zitternd in ihre Seele aufgenommen, oder dieser Schwarz-Wei\u00df Malerei widerstanden? Oder umgekehrt: Sie haben den Schlachtruf von Hans K\u00fcng \u201eKein Friede der Kulturen ohne Friede der Religionen\u201c seines Weltethosprojekts vernommen?. Sind Sie diesem honorigen Ansinnen vorbehaltlos gefolgt \u2013 von Coca Cola gesponsert \u2013 oder hat sich bei Ihnen doch eine gewisse Skepsis gegen\u00fcber solchen optimistischen und formelhaften Parolen eingestellt?<\/p>\n<p>Die Welt ist voller Propheten, Menschheitsbegl\u00fccker und Moralapostel. Man erkennt sie leicht an ihrem \u00fcberbordenden Selbstbewu\u00dftsein, an ihrer \u00dcberzeugung von der Richtigkeit \u2013 wenn nicht gar Unfehlbarkeit \u2013 der eigenen Weltsicht und ihrem missionarischen Eifer, diese zu verbreiten, Anh\u00e4nger um sich zu scharen, und Gegner zu brandmarken. Nicht selten erkennt man sie auch an ihrem gesunden Gesch\u00e4ftssinn. Sie werfen ihre Netze aus, auf dass wir uns in ihnen verfangen, oder legen ihren Leim aus, auf dass wir nicht nur auf ihm gehen, sondern auch kleben bleiben. Im Zeitalter der Globalisierung, in der viele kulturelle und religi\u00f6se Weltdeutungen sich miteinander vermischen, sich anziehen oder absto\u00dfen, konkurrieren oder bis aufs \u201eSchwert\u201c bek\u00e4mpfen, bekommt die Existenz der Propheten mit einem kompromisslosen Wahrheitsanspruch eine besondere Sprengkraft.<\/p>\n<p align=\"center\">II. Predigttext<\/p>\n<p>Was machen wir mit diesen Propheten? Sind sie wahre Propheten, oder falsche Propheten, kann man ihnen vertrauen, oder muss man ihnen misstrauen? Brauchen wir nicht grosse prophetische Visionen, die \u00fcber den t\u00e4glichen Kleinkram und \u00dcberlbenskampf hinaus gehen? Und vor allem: Woran erkenne ich einen wahren Propheten, einen wahrhaft moralisch hochstehenden Menschen und wie kann ich ihn von dem Zerrbild des selbsternannten Propheten und der selbsternannten moralischen Instanz unterscheiden? Brauchen wir nicht Menschen, die mit Mut vorangehen? Oder schaffen wir uns unsere Propheten, Menschheitsbegl\u00fccker und Moralapostel nicht sogar selbst, indem wir all unsere eigenen Defizite oder Hoffnungen in sie hineinprojizieren, so dass diese, auf der Woge unserer eigenen Vorstellungen nach oben getragen, diese uns von oben \u2013 nunmehr als Autorit\u00e4t \u2013 uns nach unten wieder zur\u00fcckspiegeln?<\/p>\n<p>All diese Frgen werden sich stellen, wenn wir den heutigen Predigttext h\u00f6ren, der uns auch von einem Propheten, seiner Berufung, seinem Scheitern und seiner Neuberufung erz\u00e4hlt. Und er ist in einer Zeit geschrieben worden, in der auch ein Konflikt der Kulturen und Religionen stattfand, es kam zu einem \u201eclash\u201c des biblischen Monotheismus mit der babylonischen Astralreligion. Unser prophetischer Text steht im zweiten Buch Jesaja, man nennt ihn auch mit einem Kunstwort den Deuterojesaja, der in der Zeit des babylonischen Exils wirkte. Es ist ein ganz besonderer Text, denn er ist eines der sogenannten Gottesknechtslieder, von denen man nicht genau wei\u00df, wer sie verfasst hat und auf wen sie bezogen sind. Die eine Gruppe der Exegeten meint, es sei damit ein einzelner Prophet, die andere ganz Israel gemeint, wieder andere pl\u00e4dieren daf\u00fcr, dass diese Alternative zu kurz greift. Doch h\u00f6ren Sie selbst:<\/p>\n<p align=\"center\"><em> Verlesung des Predigttextes: Jesaja 49, 1-6 <\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Was ist das nur f\u00fcr ein seltsamer Prophet, der im globalisierten Klein-Israel des babylonischen Exils wirkt?. Da haben wir auf der einen Seite die machtvolle Ausstattung mit besonderen F\u00e4higkeiten durch Gott. Man schaudert ein wenig, wenn man unvermittelt mit Kriegsmetaphern konfrontiert wird und h\u00f6rt, dass Gott seinen Mund zu einem \u201escharfen Schwert\u201c gemacht hat und er in Gottes Hand \u201ezum spitzen Pfeil\u201c gemacht ist. Unwillk\u00fcrlich denkt man da an den Heiligen Krieg oder das Schwert des Propheten. Und die \u00c4lteren unter Ihnen m\u00f6gen sich vielleicht an Billy Graham erinnern, den man auch \u201eGod\u2019s machine gun\u201c, \u201eGottes Machinengewehr\u201c nannte. Gibt diese Passage nicht denjenigen Recht, die in den Religionen \u2013 insbesondere den monotheistischen Religionen \u2013 eine Quelle der Gewalt sehen, die man am besten schnellstens austrocknen sollte? Jedoch Vorsicht vor solchen voreiligen Gedankenverbindunge. Der Text spricht nur metaphorisch, gemeint ist, dass der \u201eMund\u201c des Propheten mit diesen machtvollen F\u00e4higkeiten ausgestattet werden soll, es geht also um die Macht des Wortes. Aber immerhin, Gott will ihm schon die n\u00f6tigen F\u00e4higkeiten geben.<\/p>\n<p>Und der Prophet? Der verh\u00e4lt sich nun g\u00e4nzlich anders als unsere selbstbewussten modernen Propheten. Es ist untertrieben, ihn zaghaft zu nennen. Wir lernen in unserem Text einen von Selbstzweifeln und Versagens\u00e4ngsten geplagten Mann kennen, einen, der sich aus allem ein Gewissen macht, der auch all die Fruchtlosigkeit und Ergebnislosigkeit seines Einsatzes kennt. \u201eIch aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unn\u00fctz\u201c.<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6ner Prophet, k\u00f6nnte man denken, war doch die Aufgabe, zu der er sich berufen f\u00fchlte, alles andere als einfach, ja man muss sagen, sie war gigantisch.<\/p>\n<p>Versetzen wir uns einen Augenblick in seine Lage und Aufgabe. Stellen wir uns vor, wir seien Teil des Volkes Israel im babylonischen Exil. Eine Exilantengruppe von einigen Tausend Verschleppten, an den Wassern Babylons, abgeschnitten von der Heimat, getrennt von ihrer vertrauten Umgebung, auseinandergerissene Familien, beraubt des sicher nicht schlechten Lebensstandards der israelitischen Oberschicht. Seit Jahrzehnten lebt man nun in der heidnischen Fremde, sieht die Macht der fremden G\u00f6tter, wie sie auf feierlichen Prozessionen herumgetragen werden. Soll man sich anpassen, integrieren in die neue Umgebung und seine eigene Identit\u00e4t verraten? Oder soll man der eigenen Tradition treu bleiben, bald als ewig Gestriger verschrieen sein? Hin und her gerissen sind sie, die Israeliten in diesem Exil zwischen dem Anpassungsdruck oder der Anpassungsversuchung \u2013 so genau wissen wir das ja nicht \u2013 und dem Beibehalten der eigenen Tradition. In diesem Hexenkessl mit den bekannten Problemen entwurzelter Exilanten tritt nun unser Prophet auf, der Gottesknecht. Was soll er in dieser Situation machen, was kann er machen, nach menschlichem Ermessen? Interessant ist, was er nicht macht. Er sucht keinen religi\u00f6sen Kompromiss mit den fremden Gottheiten der Babylonier, vor allem dem m\u00e4chtige Astralgott der Babylonier, Marduk. Er sucht keine Integration seiner Landsleute, kein Weltethos, er richtet keinen runden Tisch ein, auch verharrt er nicht in der Tradition der ewig Gestrigen. In seinem religi\u00f6sen Anliegen ist er kompromisslos. Es geht ihm um die Wahrheit seines religi\u00f6sen Anliegens, und das vertr\u00e4gt keine Kompromisse. Was er zu sagen hat ist unerh\u00f6rt. Weder tritt er f\u00fcr einen israelitischen Partikulargott ein, noch f\u00fcr eine appeasement der Religionen, noch f\u00fcr einen lauen Synkretismus. Nein, er, der Vertreter, dieser kleinen religi\u00f6sen Minderheit im machtvollen babylonischen Reich, f\u00e4ngt an, zu missionieren. Er f\u00fchlt sich nicht nur berufen, die Zerstreuen Israels zur\u00fcck in ihre Heimat zu bringen \u2013 wieder alle realpolitischen M\u00f6glichkeiten \u2013 , sondern auch viel mehr noch \u201eLicht der Heiden\u201c zu sein. Das heisst, er hat allen Ernstes vor, als Desperado, als Vertreter dieser kleinen geknechteten Minderheit, der machtvollen Mehrheit den Weg zur religi\u00f6sen Wahrheit zu zeigen. Und worin besteht diese Wahrheit? Sie besteht darin, dass es nur einen Gott gibt, nicht die Vielheit des heidnischen G\u00f6tterhimmels, dass dieser eine Gott der Gott des geknechteten Volkes Israel, und dass dieser Gott zugleich der Gott aller V\u00f6lker ist.<\/p>\n<p>Was sollen wir davon halten? Liegt hier Gr\u00f6\u00dfenwahn vor, verbreitet sich hier ein l\u00e4cherlicher Sektierers, oder werden wir hier Zeugen des Geheimnisses des g\u00f6ttlichen Wirkens in dieser Welt?<\/p>\n<p>Mit Deuterojesaja beginnt eine religi\u00f6se Revolution. Das Volk Israel entdeckt inmitten seiner Erniedrigung in der Knechtschaft in Babylon, dass sein Gott nicht nur es selbst, sondern auch seine Feinde, die Babylonier als der eine Gott umgreift. Das Vok Israel, vertreten durch seine Propheten, entdeckt den Monotheismus. Mitten im Exil f\u00e4ngt es an, f\u00fcr diesen einzigen Gott zu missionieren, es versucht, \u201eLicht der Heiden\u201c zu werden, bis an die Enden der Welt, bis zu den \u201eV\u00f6lkern der Ferne\u201c zu missionieren. In dieser Globalisierung en miniature des babylonischen Exils treffen zwei religi\u00f6se Wahrheitsanspr\u00fcche kompromisslos aufeinander. Die machtvolle Gottheit Marduk des babylonischen Weltreichs und der ins Universale aufgestiegene Gott der kleinen israelitischen Exilsgemeinde. Wer hat in diesem Treffen obsiegt? Die Geschichte lehrt uns, dass die machtvolle heidnische Gottheit Marduk von der Bildfl\u00e4che verschwunden ist, w\u00e4hrend sich der universale Anspruch des Gottes Israels durchgesetzt hat. Legt man hier den Ma\u00dfstab der Realpolitik an, dann muss man sagen: Nach den realpolitischen M\u00f6glichkeiten ein extrem unwahrscheinliches Ergebnis. D\u00fcrfen wir daraus schlie\u00dfen, dass wir hier ein Zeugnis des Wirkens Gottes in unserer Welt und Geschichte vor uns haben? Hat sich hier der Wahrheitsanspruch unseres Gottes durchgesetzt? Wahr also dieser Gottesknecht des Deuterojesaja ein wahrer Prophet?<\/p>\n<p align=\"center\">III. Die Botschaft dieses Propheten heute<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>kann uns dieses Beispiel einer Auseinandersetzung zweier Religionen in der Antike helfen, unsere eigenen Auseinandersetzungen mit anderen Religionen im Zeitalter der Globalisierung besser zu verstehen, oder gar als Beispiel f\u00fcr unseren eigenen Umgang mit ihnen gelten? Die Welt ist voller Propheten und Weltverbesserer, sollen wir auf diesen kleinen verzgten Mann des babylonischen Exils h\u00f6ren?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir sagen, dass wir diesen Text als Christen lesen. Aber dennoch haben wir zwei Dinge mit ihm gemeinsam. Wir teilen mit ihm zum einen den Kleinmut und die Verzagtheit. Wie sehr sind wir doch in unserem eigenen Glauben wankend geworden, wie sehr kleben wir doch in unserer binnenkirchlichen Nabelschau \u2013 fast m\u00f6chte man sagen in unserem gesellschaftlichen Exil einer immer kleiner werdenden Minderheit. Wir sehr lassen wir uns von den realpolitischen Notwendigkeiten unserer schwindenden Mitglieder und zur\u00fcckgehenden Kirchensteuer gefangenennehmen, wie wenig jedoch von einem kraftvollen Glauben an die M\u00f6glichkeiten Gottes, wenn man sich denn auf ihn einl\u00e4sst und seinen Zusagen vertraut. Zum anderen teilen wir mit ihm aber auch den universalen Anspruch auf Ausbreitung und Wahrheit unseres Glaubens, wie er uns im j\u00fcdischsten unserer Evangelien, dem Matth\u00e4usevangelium von Christus anvertraut ist. \u201eGehet hin in alle Welt und lehret alle V\u00f6lker&#8230;\u201c. Universaler Missionsanspruch bei gleichzeitigem Kleinglauben und Verzagtheit, das verbindet uns mit dem Autor dieses ergreifenden Gottesknechtslieds. Kann man auf dieser Basis im Zeitalter der Globalisierung ins Treffen mit den immer st\u00e4rker konkurrierenden anderen Religionen gehen, insbesondere dem immer selbstbewusster auftretenden Islam? Wir m\u00fcssen ja einerseits irgendeinen modus vivendi finden, ohne uns und unseren Anspruch aufzugeben. Es versteht sich von selbst, dass die Option des \u201eSchwertes\u201c keine ist. Drei Optionen werden auf dem \u201eMarkt der M\u00f6glichkeiten\u201c gehandelt, einen friedlichen Ausgleich der Religionen zustande zu bringen. Die Vertreter der ersten Option empfehlen einen R\u00fcckgriff auf die Aufkl\u00e4rung und Lessings Ringparabel. Es ist der Appell an die universal wirksame gemeinsame Vernunft. Die Vertreter der zweiten Option empfehlen die Gemeinsamkeit im Ethos, speziell die goldende Regel: \u201eWas du nicht willst, was man dir tu, das f\u00fcg\u2019 auch keinem andern zu\u201c, das ist das Projekt Weltethos von Hans K\u00fcng. Die Vertreter der dritten Option empfehlen die Mystik und die mystische Erfahrung als eine gemeinsame Wurzel von Religi\u00f6sit\u00e4t in allen Religionen. Ein Sufimeister aus dem Islam, ein christlicher Mystiker und ein Zenmeister k\u00f6nnten sich sicher \u00fcber die Erfahrung des g\u00f6ttlichen Urgrunds \u2013 oder ist es ihr eigener seelischer Urgrund? \u2013 verst\u00e4ndigen. So honorig diese drei Optionen auftreten, so sehr scheinen sie aber Schrumpfformen wirklicher religi\u00f6ser Dynamik zu sein, wie wir sie in dem Dichter des Gottesknechtslieds kennen gelernt haben. Auch das europ\u00e4ische Christentum war einst von einer solchen Dynamik ergriffen, in der Begegnung mit ihm sind viele andere Religionen untergegangen, oft, man muss es leider sagen, mit zweifelhaften Missionsmethoden. Das darf uns aber nicht davon abhalten die Dynamik unseres eigenen Glaubens neu zu entdecken, in der Tiefe der Depression, in der wir uns als Christen heute in Deutschland angesichts der angesprochenen Entwicklungen befinden. So wie damals dieser kleine Gottesknecht im babylonischen Exil. Denn wir wissen: Gottes Kraft wird in der Schwachheit m\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Achtner<br \/>\n<a href=\"mailto:info@wolfgangachtner.de\"> info@wolfgangachtner.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>17. Sonntag nach Trinitatis, 8. Oktober 2006 Predigt zu Jesaja 49, 1-6, verfa\u00dft von Wolfgang Achtner Liebe Gemeinde, I. Aktualisierender Einstieg Die Welt ist voller Propheten, Menschheitsbegl\u00fccker und Moralapostel. Sie wissen genau, was man zu tun und zu lassen hat. 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