{"id":11385,"date":"2021-02-07T19:48:54","date_gmt":"2021-02-07T19:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11385"},"modified":"2023-02-24T16:58:51","modified_gmt":"2023-02-24T15:58:51","slug":"jakobus-2-1-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jakobus-2-1-13\/","title":{"rendered":"Jakobus 2, 1-13"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">18. Sonntag nach Trinitatis, 15. Oktober 2006<br \/>\nPredigt zu Jakobus 2, 1-13, verfa\u00dft von Hans Theodor Goebel<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<ol>\n<li><em>Meine Br\u00fcder, habt den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, nicht so, dass ihr nach dem Ansehen der Person handelt. <\/em><\/li>\n<li><em>Denn wenn in eure Versammlung ein Mann herein k\u00e4me mit goldenen Ringen an den Fingern und in pr\u00e4chtigem Gewand, es k\u00e4me aber auch ein Armer in schmutzigen Gewand herein, <\/em><\/li>\n<li><em>und ihr s\u00e4het auf den, der das pr\u00e4chtige Gewand tr\u00e4gt, und spr\u00e4chet zu ihm: \u201eSetze du dich hierher, hier sitzt du gut\u201c \u2013 und spr\u00e4chet zu dem Armen:<br \/>\n\u201cDu, stell dich dorthin!\u201c oder \u201eSetze dich unten an meine Fu\u00dfbank!\u201c, <\/em><\/li>\n<li><em>w\u00fcrdet ihr da bei euch selbst nicht Unterschiede aufrichten und w\u00e4ret von b\u00f6sen Gedanken geleitete Richter? <\/em><\/li>\n<li><em>H\u00f6rt, meine geliebten Br\u00fcder! Hat nicht Gott auserw\u00e4hlt die Armen in der Welt als die im Glauben reich sind und als Erben des Reichs, das er verhei\u00dfen hat denen, die ihn lieben? <\/em><\/li>\n<li><em>Ihr aber seid mit dem Armen ohne Achtung umgegangen. Tun euch nicht die Reichen Gewalt an und sind sie es nicht, die euch vor Gericht ziehen? <\/em><\/li>\n<li><em>Verl\u00e4stern nicht sie den guten Namen, der \u00fcber euch genannt ist? <\/em><\/li>\n<li><em>Wenn ihr wirklich das k\u00f6nigliche Gesetz erf\u00fcllt nach der Schrift: \u201eLieben wirst du deinen N\u00e4chsten wie dich selbst!\u201c, handelt ihr gut. <\/em><\/li>\n<li><em>Wenn ihr aber nach dem Ansehen der Person handelt, tut ihr S\u00fcnde, \u00fcberf\u00fchrt vom Gesetz als \u00dcbertreter. <\/em><\/li>\n<li><em>Wer n\u00e4mlich das ganze Gesetz h\u00e4lt, verfehlt sich aber an einem einzigen Gebot, der hat sich an allen schuldig gemacht. <\/em><\/li>\n<li><em>Denn der gesagt hat: \u201eDu wirst nicht ehebrechen!\u201c, der hat auch gesagt: \u201eDu wirst nicht t\u00f6ten!\u201c Wenn du nun nicht die Ehe brichst, t\u00f6test aber, bist du ein \u00dcbertreter des Gesetzes geworden. <\/em><\/li>\n<li><em>So redet und so handelt als solche, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden (sollen). <\/em><\/li>\n<li><em>Denn ein Gericht ohne Erbarmen wird \u00fcber den ergehen, der nicht Erbarmen ge\u00fcbt hat. Erbarmen aber triumphiert \u00fcber das Gericht. <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"left\">1.<br \/>\nEs geht hier darum, wie wir es mit den Armen halten, liebe Gemeinde. Eine Gretchenfrage f\u00fcr den Glauben an unseren Herrn der Herrlichkeit Jesus Christus. Der passt n\u00e4mlich einfach nicht zusammen mit einer Lebenspraxis, die sich an dem Ansehen der Person orientiert und verweigert dabei dem Armen die Achtung und nimmt ihm die W\u00fcrde.<br \/>\nJakobus erz\u00e4hlt ein anschauliches Fallbeispiel: Wie im Gottesdienst dem Ansehnlichen und pr\u00e4chtig Gekleideten ein bevorzugter Platz angedienert wird. Den Armen im schmutzigen Mantel aber verweist man auf einen der unteren Pl\u00e4tze.<br \/>\nDas Fallbeispiel ist konstruiert, m\u00f6gen wir sagen. Zu krass und vordergr\u00fcndig. So geht es doch in unseren Gottesdiensten nicht zu. &#8211; Kann sein.<br \/>\nObwohl es mich und andere bis heute irritiert, wenn w\u00e4hrend der Predigt, sagen wir mal: in der Antoniterkirche der K\u00f6lner Innenstadt, ein Armer hereinkommt und um Geld bettelt.<br \/>\nWom\u00f6glich trifft das Fallbeispiel eine innere Haltung von uns. Eine Art Blockiersystem. Ein Distanzverhalten: Nur nicht zu nah ran lassen diesen Armen. Und nicht auf gleiche Augenh\u00f6he. Besser etwas weiter weg. Ist doch auch nat\u00fcrlich? Oder?<\/p>\n<p align=\"left\">Lassen wir dieses Beispiel aus dem Gottesdienst. Da kommen von den Armen wahrscheinlich eh nicht viele hin.<br \/>\nWer Augen hat, zu sehen, wird die Armut heute in unsrer Gesellschaft sehen. Armut weltweit. Sie hat riesige Ausma\u00dfe angenommen. Die Schere zwischen arm und reich ist weit auseinander gegangen.<br \/>\nDa gibt es Kinder und Jugendliche in unseren St\u00e4dten. Die sind vielleicht bef\u00e4higt, gebildet und ausgebildet zu werden und sich selbst weiter zu bilden. Nur herrscht zu Hause materielle Armut. Und man wei\u00df heute: Die Bildungsarmut h\u00e4ngt zusammen mit der materiellen Armut. Eltern in Armutsverh\u00e4ltnissen, manchmal schon in der zweiten oder dritten Generation, k\u00f6nnen ihren Kindern von sich aus oft bei Schulaufgaben nicht helfen. Und die Erziehung \u00fcberfordert sie. Nicht immer ist das so, aber die Gefahr droht. Die Kinder und Jugendlichen bekommen zu Hause keine Angebote. Keiner gibt sich mit ihnen M\u00fche. Sie sitzen daf\u00fcr viele Stunden am Tag vor Fernseher und Computer. Oder sie erhalten ihre \u201aBildung\u2019 auf der Stra\u00dfe \u2013 und was da abgeht, davon haben wir und haben wahrscheinlich auch die Eltern oft keine Ahnung. Kostenfreie, verbindliche Kindergartenjahre fehlen noch. Und n\u00f6tig sind gut ausgestattete Ganztagsschulen mit qualifiziertem Personal gerade in sozialen Brennpunkten. Damit Kinder und Jugendliche aus ihrer Armut zu Hause herauskommen und sich selbst entwickeln k\u00f6nnen. Damit sie Perspektiven f\u00fcr ihr Leben finden. Und nicht selbst hoffnungslos oder auch kriminell werden. Damit nicht eine Unterschicht auf Dauer heranw\u00e4chst.<\/p>\n<p align=\"left\">In Deutschland werden zweieinhalb Millionen Jugendliche unter 18 Jahren \u201ein materiellen Verh\u00e4ltnissen gro\u00df, die nach offizieller Lesart als <em>&gt;Armut&lt;<\/em> bezeichnet werden\u201c (DIE ZEIT). \u2013 Wie viele sind es in Lateinamerika, Asien, Afrika? Bei den Fl\u00fcchtlingen, die mit ihren Booten Europas K\u00fcsten anlaufen? Wenn sie nicht vorher im Meer ertrunken sind.<br \/>\nDa, wo sie herkommen, k\u00f6nnen viele nicht leben von dem, was sie auf ihren Feldern anbauen, oder von einem Kleinbetrieb, \u00fcberhaupt von ihrer H\u00e4nde Arbeit. Die Strukturen des Welthandels knebeln die Armen. Und es droht Gefahr, dass sich weiter die Interessen der Industriel\u00e4nder durchsetzen gegen die Interessen der Entwicklungsl\u00e4nder.<br \/>\nUnter der \u00dcberschrift \u201e<em>Gerechtigkeit jetzt!\u201c <\/em>findet in diesen Tagen, vom 13.-15. Oktober, ein erstes bundesweites Aktionswochenende von Gruppen und einzelnen statt, die sich im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels 2007 f\u00fcr gerechten Welthandel engagieren.<\/p>\n<p align=\"left\">Wie beziehen die Kirchen Stellung im weltweiten Konkurrenzkampf zwischen den Reichen und den Armen?<br \/>\nWas tun unsre Gemeinden f\u00fcr Jugendliche, die keine Perspektive haben?<br \/>\nWo engagieren wir uns als Christen?<br \/>\nUnd was k\u00f6nnen wir da tun?<\/p>\n<p align=\"left\">Hinh\u00f6ren auf die Lebens-Interessen der Armen, auf ihre Bed\u00fcrfnisse. Hinsehen, wie sie dran sind. Versuchen, aus ihrer Lage heraus zu denken und zu urteilen.<\/p>\n<p align=\"left\">Es ist schon ein Zeichen, den fair gehandelten Kaffee zu kaufen und nicht den anderen.<\/p>\n<p align=\"left\">Es ist auch schon der Vorschlag gemacht worden, dass \u00e4ltere Menschen sich mit ihrer \u201eZeit, Autorit\u00e4t, Erfahrung\u201c f\u00fcr Kinder oder Jugendliche zur Verf\u00fcgung stellen als Ansprechpartner, als Vertrauensperson neben den Eltern, als Schulaufgaben- oder sonst wie Helfer. Sie \u00fcbernehmen dann gleichsam als Paten f\u00fcr einzelne Verantwortung. Nicht alle \u00c4lteren k\u00f6nnen und wollen das. M\u00fcssen sie auch nicht. Vielleicht k\u00f6nnten sich aber hier und da mal Christenmenschen dar\u00fcber zusammensetzen und sich Gedanken machen, und dann bei Erzieherinnen oder Lehrerinnen oder Sozialarbeitern oder beim Pfarrer nachfragen: Was wird hier gebraucht? Und k\u00f6nnen wir hier was einbringen?<br \/>\nImmer wird es darum gehen, mit den Augen der Armen zu sehen. Und nicht \u2013 wie der Jakobusbrief sagt \u2013 sich am Ansehen der Reichen zu orientieren, sich ihnen anzudienen und den Armen die W\u00fcrde nehmen.<br \/>\nDas ist eine Gretchenfrage des Glaubens an unsern Herrn der Herrlichkeit Jesus Christus.<\/p>\n<p>2.<br \/>\nWarum aber geh\u00f6rt die Kirche auf die Seite der Armen?<br \/>\nIst es denn heute noch so, ist es in unserem Land so, dass die Reichen der Kirche Gewalt antun &#8211; wie Jakobus es zu seiner Zeit schrieb? Kann es nicht ganz n\u00fctzlich sein f\u00fcr die Kirche, sich mit den Einflussreichen und Geld-Reichen gut zu stellen, auf deren Anliegen zu h\u00f6ren?<br \/>\nKann unsre Kirche nicht vom Ansehen der Angesehenen profitieren? Dann h\u00e4tte sie f\u00fcr ihre Arbeit doch bessere M\u00f6glichkeiten. Und auch mehr Mittel, mit denen sie dann ja wieder den Armen helfen k\u00f6nnte.<br \/>\nSo oder so \u00e4hnlich praktizieren wir es doch auch.<\/p>\n<p align=\"left\">Wir m\u00fcssen dabei nur bedenken: Die Kirche ist nicht dazu da, sich selbst zu erhalten. Und nicht dazu, ihren eigenen Einfluss zu vermehren. Auch nicht unter der \u00dcberschrift einer guten Sache.<br \/>\nDie Kirche ist da um Gottes willen. Um seiner Optionen willen.<br \/>\nUnd Gott selbst, der Eine und Einzige und Lebendige, hat \u2013 so schreibt Jakobus \u2013 die Armen dieser Welt auserw\u00e4hlt: als Reiche im Glauben, als Erben seines Reichs, das er verhei\u00dfen hat denen, die ihn lieben. Indem Gott so die Armen auserw\u00e4hlt, verk\u00f6rpern die Armen schon jetzt das Grundgesetz des Reiches Gottes.<br \/>\nWenn das stimmt, ist Gott parteiisch. Dann hat er h\u00f6chst parteiisch die Armen vorgezogen.<\/p>\n<p align=\"left\">So hat es auch Jesus auf den Feldern Galil\u00e4as gepredigt \u2013 wie Lukas berichtet:<br \/>\n<em>\u201eSelig seid ihr, Armen. Denn das Reich Gottes ist euer.\u201c<br \/>\nAber dagegen: Weh euch Reichen! Denn ihr habt euren Trost schon gehabt.\u201c<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Wenn ihr nun dem Armen die Ehre nehmt, ihn ver\u00e4chtlich behandelt, nicht von ihm her denkt und handelt \u2013 was macht ihr denn dann? Ihr stellt euch dann ja gegen Gottes Wahl. Eure Lebenspraxis l\u00e4uft dann der Praxis des lebendigen Gottes zuwider.\u00a0<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Jakobus berichtet in seinem Brief an sp\u00e4terer Stelle von Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unrecht der Reichen an den Armen. Ist das heute vorbei?<br \/>\nDie Schere zwischen Reichen und Armen geht immer weiter auseinander und das eine bedingt das andere.<br \/>\nDie Einen, auch die \u00f6ffentlichen Haushalte, werden immer \u00e4rmer, weil auf der Gegenseite andere immer reicher werden. Oder umgekehrt: Weil die Armen \u00e4rmer werden, werden die Reichen reicher. \u2013 Ist es so? Und verstehen wir, warum den Armen das \u201eSelig seid ihr\u201c gesagt wird und den Reichen das \u201eWehe euch!\u201c<br \/>\n\u00dcbrigens: Damit es nicht bei diesem \u201eWehe euch!\u201c bleibe, wird es gesagt.<\/p>\n<p align=\"left\">Meint nur ja nicht, sagt Jakobus, ihr k\u00f6nntet die Armen ver\u00e4chtlich behandeln und euch drauf berufen, ihr w\u00fcrdet doch sonst Gottes ganzes Gesetz samt dem Liebesgebot erf\u00fcllen. Wer sich bei einem Gebot verfehlt, der hat sich an allen Geboten schuldig gemacht.<\/p>\n<p align=\"left\">3.<br \/>\nEs steckt in der Frage, wie wir es mit den Armen halten, noch mehr drin. Das r\u00fchrt bis an den tiefsten Grund unseres Glaubens und unsres Heils. Und hat wieder zu tun mit Gottes eigenem Wollen und Tun.<br \/>\nZiemlich am Schluss unseres Predigttextes schreibt Jakobus:<br \/>\n<em>\u201eRedet und handelt als solche, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.\u201c<br \/>\n<\/em>Was hei\u00dft das? Wie passen <em>\u201eFreiheit\u201c <\/em>und <em>\u201eGesetz\u201c <\/em> zusammen?<br \/>\nVielleicht hilft uns ein drittes Wort weiter, das Jakobus im selben Zusammenhang gebraucht. Das Wort \u201e<em>Erbarmen\u201c.<br \/>\nEs wird ein Gericht ohne Erbarmen \u00fcber den ergehen, der nicht Erbarmen ge\u00fcbt hat. Erbarmen aber triumphiert \u00fcber das Gericht.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Das Gesetz, nach dem wir gerichtet werden sollen, besteht im Erbarmen. Und das Gesetz, nach dem wir uns richten sollen, besteht es nicht ebenfalls im Erbarmen?<br \/>\nGott will uns richten nach seinem Erbarmen. Er ist uns das nicht schuldig. Er erbarmt sich \u00fcber uns in seiner g\u00f6ttlichen Freiheit. Ganz allein aus der Freiheit seiner Liebe heraus. Alles, was Jesus Christus uns von Gott gebracht hat, l\u00e4sst sich begreifen in diesem Wort <em>\u201eErbarmen\u201c<\/em>.<br \/>\nErbarmen ist das \u201eGesetz der Freiheit\u201c, nach dem wir gerichtet werden sollen. Eben nach diesem Gesetz sollen wir uns richten.<br \/>\n<em>Redet und handelt als solche, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.<br \/>\n<\/em>Menschen sollen wir sein, die selbst Erbarmen \u00fcben.<\/p>\n<p align=\"left\">Martin Luther hat in seiner Schrift \u201eVon der Freiheit eines Christenmenschen\u201c gesagt: \u201e<em>Ei so will ich \u2026 gegen meinen N\u00e4chsten auch werden ein Christ, wie Christus mir geworden ist, und nichts mehr tun, denn was ich nur sehe, das ihm not, n\u00fctzlich und selig sei \u2026<\/em>.<\/p>\n<p align=\"left\">Fragen wir noch einmal zur\u00fcck: An wem sollen wir Erbarmen \u00fcben?<br \/>\nAn dem, der vor uns auf der Stra\u00dfe liegt, Hilfe braucht, unter die R\u00e4uber gefallen ist \u2013 und ist dabei, zu verbluten.<\/p>\n<p align=\"left\">Und in anderer Weise sollen wir Erbarmen \u00fcben auch an den R\u00e4ubern! An den Agenten des \u201eRaubtierkapitalismus\u201c, von dem Helmut Schmidt spricht. Denn die k\u00f6nnen wir doch nicht dabei belassen wollen, dass sie mit all ihrem Reichtum ihren \u201eTrost\u201c schon dahin haben. Ihr Reichtum ist doch kein Trost zum Leben und zum Sterben. Unser Erbarmen soll sie weiter sehen und das Leben weiter planen lassen. \u00dcber den Reichtum hinaus, dem sie so ergeben dienen und den doch die Motten und der Rost zerfressen. Auch die \u201eR\u00e4uber\u201c und die, die ihnen sich andienen, sollen doch teilhaben an der Freiheit der Kinder Gottes.<\/p>\n<p align=\"left\">Das freie Erbarmen Gottes mit uns m\u00f6ge uns selbst barmherzig machen. Es m\u00f6ge uns in unserem Erbarmen erkennbar machen. Damit wir andere einladen und locken zu dem Erbarmen, das Hoffnung ist f\u00fcr unsre Welt. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\">Vorschlag f\u00fcr die Lesung des Evangeliums: Luk 10, 25-37<\/p>\n<p align=\"left\">Glaubensbekenntnis:<\/p>\n<p align=\"left\">Ich glaube an Gott,<br \/>\nder mich geschaffen hat,<br \/>\nwie alle meine Menschenbr\u00fcder und -schwestern,<br \/>\nder treuer zu uns steht,<br \/>\nals Vater und Mutter es verm\u00f6gen;<br \/>\nder das Leben liebt und erh\u00e4lt<br \/>\ndurch die Kreisl\u00e4ufe der Sch\u00f6pfung<br \/>\nund durch das Recht seines Bundes.<\/p>\n<p align=\"left\">Ich glaube an Jesus Christus,<br \/>\ngottgesandt, eins mit ihm,<br \/>\nunser Bruder und Befreier<br \/>\naus Schuld und Zukunftsangst;<br \/>\nBefreier aus Taubheit und Blindheit<br \/>\nf\u00fcr die Zeichen der Zeit.<br \/>\nLiebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit<br \/>\nsind eins in ihm.<br \/>\nEr l\u00e4sst uns streben<br \/>\nnach der Gerechtigkeit des Reiches Gottes<br \/>\nvor allem anderen.<br \/>\nAuch an diesem Tag<br \/>\nist er uns einen Schritt voraus<br \/>\nauf diesem Weg.<\/p>\n<p align=\"left\">Ich glaube an den Heiligen Geist<br \/>\nder unsere Kirche mitnimmt<br \/>\nauf den Weg der Gerechtigkeit,<br \/>\nauf den Weg Jesu;<br \/>\nder ihr eine Stimme verleiht<br \/>\nvor den Machthabern der Welt;<br \/>\nder die Kirchen der geteilten Welt<br \/>\neinander verstehen lehrt;<br \/>\nder uns befreit aus der Gefangenschaft alter Schuld<br \/>\nund uns mit Vorfreude erf\u00fcllt<br \/>\nauf Gottes neue Sch\u00f6pfung .<\/p>\n<p align=\"left\">Dieses Glaubensbekenntnis ist neben anderen \u201eBausteinen\u201c zu finden in einer<br \/>\n<strong> <a href=\"http:\/\/www.weltweit-taube-ohren.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=51&amp;Itemid=72\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gottesdienstvorlage zur Aktion des B\u00fcndnisses \u201e<em>Gerechtigkeit jetzt!\u201c<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><strong>Hans Theodor Goebel, K\u00f6ln<br \/>\n<a href=\"mailto:HTheo_Goebel@web.de\">HTheo_Goebel@web.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18. Sonntag nach Trinitatis, 15. Oktober 2006 Predigt zu Jakobus 2, 1-13, verfa\u00dft von Hans Theodor Goebel Meine Br\u00fcder, habt den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, nicht so, dass ihr nach dem Ansehen der Person handelt. 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