{"id":11443,"date":"2021-02-07T19:49:06","date_gmt":"2021-02-07T19:49:06","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11443"},"modified":"2023-02-03T11:30:22","modified_gmt":"2023-02-03T10:30:22","slug":"offenbarung-29f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-29f\/","title":{"rendered":"Offenbarung 2,9f"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><strong>Predigt zu Offenbarung 2,9f<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Volkstrauertag<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>verfasst von Sibylle Reh<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<hr \/>\n<p><em>Anmerkung zum Predigttext:<\/em><br \/>\n<em>Die Wahl der \u00dcbersetzung f\u00e4llt schwer, die Luther\u00fcbersetzung hat den Vorteil ihrer vertrauten, poetischen Formulierungen, andererseits ist es auch gut, eine \u00dcbersetzung zu w\u00e4hlen, die den Ausdruck \u201eSynagoge des Satans\u201c etwas freier \u00fcbersetzt,(z. B. Hoffnung f\u00fcr alle) denn die Formulierung klingt ja zun\u00e4chst in den Ohren einer heutigen deutschen Gemeinde anders, als im noch Judenchristlich gepr\u00e4gten Umfeld der kleinasiatischen Gemeinden zur Zeit der Abfassung der Offenbarung.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nEin Trost -Text. Ein Trost Text f\u00fcr diese verregneten Novembertage, ein Trosttext f\u00fcr die stillen Traurigen Feiertage, die wir zur Zeit begehen: Das Gedenken f\u00fcr die Toten der Kriege an diesem Sonntag und das Gedenken f\u00fcr die Toten der Gemeinde am n\u00e4chsten Sonntag.<br \/>\nEin Trosttext f\u00fcr alle, die leiden.<br \/>\nHaben sie schon einmal gedacht, die ganze Welt steht gegen sie, alles hat sich gegen sie verschworen. Oder kennen sie jemanden, der gerade ganz schwer zu k\u00e4mpfen hat? In solchen Situationen ist dieser Text ein guter Text, ein wohltuender Text. Balsam f\u00fcr alle Mobbingopfer.<br \/>\n<em>Mir ist auch nicht entgangen, wie b\u00f6sartig euch die Leute verleumden, die sich f\u00fcr fromm halten, in Wirklichkeit aber Gehilfen des Satans sind. (Offenbarung 2, 9b, Hoffnung f\u00fcr Alle)<\/em><br \/>\nAm Ende wird sich zeigen, wer Recht hatte, es gibt so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tode.<br \/>\nBekannter und beliebter ist der Text noch als Beerdigungstext, ein Text f\u00fcr Trauernde: der zweite, ewige Tod wird uns nichts anhaben k\u00f6nnen, wenn wir an Jesus Christus glauben.<\/p>\n<p>Die Gemeinde im Smyrna war in so gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis, einmal durch das Heidentum und den r\u00f6mischen Staat, die M\u00f6glichkeit lokaler Christenverfolgungen. Dann gab aber auch Konflikte von der anderen Seite , von innen, Konflikte mit Menschen aus der j\u00fcdischen Gemeinde, der sie sich noch immer zugeh\u00f6rig f\u00fchlten.. Einige in der j\u00fcdischen Gemeinde, wollten aber anscheinend von mit ihnen nicht mehr viel zu tun haben, sie aus der Synagoge ausschlie\u00dfen. Das schmerzte doppelt: einerseits f\u00fchlten sie sich noch als Juden, als Juden, die Christus als Messias verehrten, deren heilige Schrift aber nach wie vor die Heilige Schrift der Juden war (das neue Testament gab es noch nicht). Auch verloren sie ganz konkret ohne die Anerkennung der Juden den Schutz vor staatlicher Verfolgung, den das Judentum war eine im r\u00f6mischen Reich erlaubte Religion, Juden waren vor dem Zwang zur Anbetung des Kaisers befreit. Christen waren vor dem Gesetz gar nichts.<br \/>\nChristen waren also bedroht, an Seele und Leib in Smyrna. Sie brauchten die Aufmunterung zum durchhalten.<br \/>\nDarum, diese Aufmunterung, die der Seher Johannes diktiert bekommt.<br \/>\n<em>Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. (Offenbarung 2, 10 Luther 1984)<\/em><br \/>\nZwei Fragen dr\u00e4ngenmir als modernen Menschen auf:<br \/>\nBin ich wirklich immer auf der richtigen Seite, gebe ich auch nicht immer zu schnell nach? \u00dcberhaupt: ich sehe nicht immer die ganze Welt als feindlich an.<br \/>\nUnd zweitens: ist mir die ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tode nicht viel zu lange hin. Ich will hier und jetzt Gerechtigkeit.<\/p>\n<p>Viele Menschen erleben die Zeit im November mit k\u00fcrzeren Tagen, die dann voll grauem Regenwetter sind als die Zeit der Traurigkeit: Winterdepression.<br \/>\nDie Gesch\u00e4fte versuchen und aufzuheitern, in dem sie Unmassen von Weihnachtsdekoration zum Verkauf anbieten. Umsonst, denn zumindest hier in Hildesheim wei\u00df man noch: erst m\u00fcssen die \u201estillen Feiertage\u201c, Volkstrauertag und Totensonntag vergehen, bevor man H\u00e4user und Stra\u00dfen f\u00fcr die Advents und Weihnachtszeit vorbereiten kann.<br \/>\nDie Trauer, um das, was gewesen ist, muss Zeit und Raum einnehmen k\u00f6nnen, nur dann ist es m\u00f6glich sich freuen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich l\u00e4uft das nicht so geregelt ab, denn auch jetzt, in de Stillen Zeit, gibt es Anl\u00e4sse, zum Lachen, zum sich Freuen, und wer um den Verlust eines Menschen trauert, der wird auch noch Weihnachten traurig sein. Aber doch, diesem Ablauf an Gef\u00fchlen auch in unserem Leben Raum zu geben, Gutes und B\u00f6ses aus dem Blick unseres Glaubens zu betrachten, hat sich bew\u00e4hrt.<br \/>\nAllerdings sollen diese stillen Tage nicht nur Leid wiedergeben, sondern Hoffnung. Wir singen Lieder, die beinahe schon Adventlich klingen. \u201e<em>Wir Warten dein o Gottes Sohn\u201c<\/em><br \/>\nWarten und Hoffnung bestimmen diese Tage. Vordergr\u00fcndig warten darauf, dass wir endlich die Kartons mit Weihnachtssachen rausholen k\u00f6nnen, die Fenster beleuchten und die R\u00e4ucherm\u00e4nnchen aufstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nWarten auf Schnee, Christbaum und gl\u00e4nzende Kinderaugen.<br \/>\nDahinter warten wir auf eine friedlichere Welt. Auf eine Welt, in der Gottes Gerechtigkeit regiert, nicht die Gewalt. Eine Welt, die von der Suche nach Gott bestimmt ist, nicht vom Streben nach Macht.<br \/>\n\u201e<em>Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.\u201c<\/em><br \/>\nWarten hei\u00dft in der Bibel nicht Nichtstun.<br \/>\nDie Krone des Lebens ist der Preis f\u00fcr Treue, f\u00fcr Glauben, Vertrauen, darauf, dass es besser wird. Der Preis, daf\u00fcr, dass wir daf\u00fcr leben, dass es besser wird. Die fr\u00fchen Christen waren sogar bereit, daf\u00fcr zu sterben.<br \/>\nLiebe Gemeinde, warten, aushalten, sich darauf freuen, dass es besser wird, kann nicht hei\u00dfen, es ist sowieso alles egal, die Welt vergeht, \u201elasst uns essen und trinken, den morgen sind wir Tod.\u201c (1 Kor 15,32b)<br \/>\nEs ist richtig, viele Dinge hat keiner von uns in der Hand. Es ist nicht mein Verdienst, dass ich hier in dem reichen Westeuropa geboren bin, mir um vieles Sorgen machen muss, aber zumindest nicht darum, dass ich Nahrung, Kleidung und Wohnung haben werde; dass ich gute Startchancen im leben hatte ist nicht mein Verdienst, es ist Gl\u00fcck.<br \/>\nAuch Schlechtes habe ich nicht in der Hand, Unf\u00e4lle, Krankheiten, ich kann mich darum Bem\u00fchen, es zu vermeiden, verhindern kann ich es nicht.<br \/>\nBei allem, was mir zust\u00f6\u00dft, Gute oder b\u00f6ses, ist es nicht egal, wie meine Einstellung ist.<br \/>\nVertrauen ist wichtig.<br \/>\nUnicef hat k\u00fcrzlich zusammen mit der Zeitschrift GeoLino eine Umfrage machen lassen, was Kindern zwischen 8 und 14 Jahren wichtig ist. Eigentlich \u00fcberraschte nicht das Ergebnis, sondern die Deutlichkeit: Am wichtigsten f\u00fcr fast alle Kinder war Freundschaft. Dahinter kamen Vertrauen, Treue, Geborgenheit, Ehrlichkeit. Geld und Besitz rangiert bei deutschen Kindern erst auf Platz 15 von 20.<br \/>\nDer Psychologe Paul Watzlawick beschreibt es in seinem Buch \u201eAnleitung zum Ungl\u00fccklichsein.\u201c, wie wichtig es ist, mit welcher Einstellung man in ein Gespr\u00e4ch geht. Allein durch die Einstellung kann man sich ungl\u00fccklich machen. Er beschreibt einen Mann, der von seinem Nachbarn einen Hammer borgen m\u00f6chte. Aber dann kommen ihm Zweifel: \u201eWas ist, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht borgen will, er hat mich gestern nur so kurz gegr\u00fc\u00dft. Vielleicht ist er ja b\u00f6se auf mich.\u201c Und dann steigert sich der Mann so in die Vorstellung hinein, der Nachbar k\u00f6nnte ihm den Hammer nicht borgen, dass er schlie\u00dflich hin\u00fcbergeht, ihn, anschreit: \u201ebehalten sie ihren Hammer, sie Idiot.\u201c<br \/>\nWenn das Vertrauen so wichtig ist, schon f\u00fcr das Zusammenleben von Menschen, ist, dann denke ich, es ist genau so wichtig, Gott zu vertrauen.<br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es Situationen ,in denen ich Gott auch mal anschreien m\u00f6chte, und ich kenne auch Menschen, die das regelm\u00e4\u00dfig tun.<br \/>\nKlagen ist auch eine Form des Betens. Aber Klage macht nur Sinn, wenn ich damit eine Beziehung suche, erwarte. Wenn ich letztlich Gott vertraue.<br \/>\nBei aller Klage, ist es gut, wenn man nicht aufh\u00f6rt, letztlich zu vertrauen, darauf zu Hoffen, dass Gott seine Zusagen einh\u00e4lt.<br \/>\n<em>Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.<\/em><\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Sibylle Reh<br \/>\nSchildweg 39<br \/>\n31139 Hildesheim<br \/>\n<a href=\"mailto:sreh@gmx.de\">sreh@gmx.de<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu Offenbarung 2,9f Volkstrauertag verfasst von Sibylle Reh Anmerkung zum Predigttext: Die Wahl der \u00dcbersetzung f\u00e4llt schwer, die Luther\u00fcbersetzung hat den Vorteil ihrer vertrauten, poetischen Formulierungen, andererseits ist es auch gut, eine \u00dcbersetzung zu w\u00e4hlen, die den Ausdruck \u201eSynagoge des Satans\u201c etwas freier \u00fcbersetzt,(z. B. 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