{"id":11458,"date":"2021-02-07T19:49:07","date_gmt":"2021-02-07T19:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11458"},"modified":"2023-02-02T10:15:56","modified_gmt":"2023-02-02T09:15:56","slug":"offenbarung-3-16-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-3-16-22\/","title":{"rendered":"Offenbarung 3, 16 &#8211; 22"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3>Buss- und Bettag | Offbg 3, 16 &#8211; 22 | Esther Kuhn-Luz |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde !<\/p>\n<p>Jeder Bu\u00df- und Bettag ist \u00fcberschrieben mit einem Vers aus den Spr\u00fcchen, in dem es hei\u00dft:<br \/>\n\u201e Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk, aber die S\u00fcnde ist der Leute Verderben.\u201c ( Spr 14,34)<br \/>\nDieses Jahr scheint das noch aktueller zu sein als sonst. Der Begriff Gerechtigkeit ist einer der am meisten ben\u00fctzten Begriffe \u2013 und zwar nicht immer im Sinne der biblischen Gerechtigkeit, die aus der Perspektive der Armen, Gekr\u00e4nkten, Ausgegrenzten formuliert .<br \/>\nBiblische Gerechtigkeit hat damit zu tun, den Finger auf die klaffende Wunde zu legen, die sich schon damals und heute in unermesslicher Weise zwischen Reichen und Armen auftut. Als wollte man diesen Inhalt der biblischen Gerechtigkeit verwischen benutzen nun viele andere den Begriff Gerechtigkeit und versuchen ihn neu zu definieren \u2013 als Chancengerechtigkeit z.B. Das klingt gut \u2013 aber eine kleine Karikatur macht deutlich, wie wenig diese Sprechweise an der Gerechtigkeit f\u00fcr Benachteiligte interessiert ist. Vor einem Baum befinden sich ein Elefant, eine Schlange, ein Affe, eine Schildkr\u00f6te \u2013 sie treten zum Wettkampf an. Der Schiedsrichter sagt: \u201e Im Sinne der Chancengerechtigkeit sollen alle die selbe Chance bekommen: Sieger ist der, der als erster auf den Baum geklettert ist.\u201c \u2026<br \/>\nNa, wenn das gerecht ist\u2026<br \/>\nIn diesen Tagen sucht die EKD-Synode unter dem Thema \u201e Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk\u201c eine protestantische Position, wie Gerechtigkeit heute bei all den Problemen der Arbeitslosigkeit, der wachsenden Armut und des wachsenden Reichtums, der zunehmenden Chancenlosigkeit und der zunehmenden Kaltbl\u00fctigkeit oder Herzlosigkeit aussehen und definiert werden muss.<\/p>\n<p>In unserem heutigen Predigttext \u2013 einem Abschnitt aus den Sendschreiben des Sehers Johannes an 7 Gemeinden in Kleinasien \u2013 kommt das Wort \u201e Gerechtigkeit\u201c nicht vor \u2013 aber wir werden merken, wie auch dieser Text ein Beitrag dazu ist, Gerechtigkeit zu definieren: Gerechtigkeit ist darin zu entdecken, dass Menschen wieder f\u00fcreinander verantwortlich werden, sich gegenseitig \u00f6ffnen f\u00fcr ihre N\u00f6te aber auch die f\u00fcr ihre F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Wir h\u00f6ren den Briefabschnitt aus Offbg 3, 16 &#8211; 22 &#8211; der an die Gemeinde in Laodicea geht\u2026<\/p>\n<p>Schauen wir uns zun\u00e4chst einmal kurz an, was denn Laodicea f\u00fcr eine Stadt war. Erst dann k\u00f6nnen wir die Worte aus der Johoffbg besser verstehen.<br \/>\nLaodicea wurde unter Antiochus dem II. ( 261-246v.Chr.) gegr\u00fcndet und nach seiner Frau Laodice benannt. Wichtige Handelswege verbinden sie mit anderen St\u00e4dten.<br \/>\n\u201e Das war die reichste Stadt von den sieben, die Stadt der Bankiers, die durch das ganze Reich Handel trieben. Eine g\u00f6ttliche Stadt, sagte man in jenen Tagen, so gl\u00e4nzend war sie angelegt\u2026Die Stadt war bekannt wegen ihrer pr\u00e4chtigen Wollstoffe und bestickten Gew\u00e4nder. Es gab dort eine medizinische Schule, in der ber\u00fchmte Augen\u00e4rzte praktizierten und lehrten\u2026Es wurde dort ein sogenannter Phrygischer Puder hergestellt, der als Salbe in die Augen gestrichen, wie man glaubte, Blindheit heilte.\u201c ( Kleijs H. Kron, Der Sturz der Hure Babylon, S. 11).<br \/>\nDieser Stadt bzw. der christl. Gemeinde in ihr werden jetzt also folgende Worte geschrieben:<br \/>\n\u201e Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm w\u00e4rest.!\u201c<br \/>\nIst es eine Kritik an der Gemeinde, die in dieser reichen Stadt nicht eindeutig Stellung bezieht f\u00fcr diejenigen, die an den Segnungen der Kultur und der florierenden Wirtschaft nicht teilhaben k\u00f6nnen ? Die Angst hat, durch zu viel Kritik selber nicht mehr am Reichtum beteiligt zu werden ?<br \/>\nWeder kalt noch warm sein \u2013 sich nicht festlegen wollen, sich alle M\u00f6glichkeiten offen halten wollen.Diese so genannte postmoderne Beliebigkeit ist nach Johannes etwas, was einem die Kraft nimmt \u2026<br \/>\n\u201e Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm werde ich dich ausspeien.\u201c<br \/>\nWeg mit dir \u2013ich finde dich zum Kotzen \u2013 so w\u00fcrde es sehr drastisch in der Umgangssprache hei\u00dfen\u2026<br \/>\nMit dir kann man nichts anfangen, du bist wachsweich, willst nach allen Richtungen offen sein &#8211; so kannst du nicht gleichzeitig ein verwurzelter Baum sein, der an den Str\u00f6men des Baches der Gerechtigkeit Gottes steht.<br \/>\nUnd dann wird die Kritik an der Stadt konkret.<\/p>\n<p>\u201eDu sprichst: ich bin reich und habe genug und brauche nichts!\u201c<br \/>\nund wei\u00dft nicht, dass du elend und j\u00e4mmerlich bist,<br \/>\narm, blind und blo\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Das klingt fast nach einer aktuellen Beschreibung unserer heutigen Situation.<br \/>\nWer reich ist , der hat genug und braucht nichts.<br \/>\nDie 225 reichsten Menschen auf der Welt haben so viel wie 47 % der Menschheit insgesamt.<br \/>\nWo liegt die Kritik?<br \/>\nEs ist nicht so sehr die Kritik am Reichtum, sondern vielmehr an der Einstellung: \u201eIch habe genug und brauche nichts.\u201c Eigentlich ist doch das gerade das gro\u00dfe Stichwort: die Einsicht, dass wir genug haben, die \u00d6konomie des Genug. Grenzen anzuerkennen, Grenzen des Wachstums, Grenzen der Ausbeutung der Ressourcen, Grenzen der Belastbarkeit der Mitarbeitenden, Grenzen der grenzenlosen Freiheit \u2013 ist das nicht unsere Richtung, in die wir gesamtgesellschaftlich gehen m\u00fcssen?<br \/>\nAuf jeden Fall \u2013 aber es wird schwierig, wenn sich die Reichen ( dazu geh\u00f6ren die Reichen in einer Stadt, in der Gemeinde, aber eben auch wir als reiche Kirche, reiches Land) abschotten und sagen: \u201e Ich habe genug, ich brauche nichts.\u201c<br \/>\nDas bedeutet, sich ab zu schotten gegen\u00fcber der Situation anderer, die eben nicht \u201e genug\u201c haben. Das bedeutet, denen den R\u00fccken zu zu wenden, die in vielerlei Hinsicht vieles brauchen: was ich nicht wei\u00df, macht mich nicht hei\u00df \u2013 wenn ich die Armut anderer nicht sehen, brauche ich mir dar\u00fcber auch keine Gedanken machen.<br \/>\nWas ist das f\u00fcr ein reduziertes Menschsein! Sich selber aus der gesellschaftlichen Verflechtung heraus ziehen und sagen: ich brauche nichts und niemand.<br \/>\nDas ist die Ethik, die sich zur Zeit immer st\u00e4rker durchsetzt. \u201e Ich bin mir selbst genug.\u201c<\/p>\n<p>Und die im krassen Gegensatz steht zu einer biblischen Ethik der Gemeinschaft, der gegenseitigen Verantwortung (der dreifachen Liebe , die aus einer Verflechtung von Gottes \u2013 N\u00e4chsten und Eigenliebe besteht.)<br \/>\nDeswegen f\u00e4llt die Kritik auch so massiv aus:<br \/>\n\u201e Du wei\u00dft nicht, dass du \u2013 mit dieser Einstellung \u2013 elend und j\u00e4mmerlich bist, arm, blind und nackt.\u201c<br \/>\nDas ist stark! Eine starke Kritik und Provokation, aber auch eine starke Analyse.<br \/>\nDie selbstgesuchte Isolation der Reichen ist elend und j\u00e4mmerlich:<br \/>\nWeil ihre Beziehung zum Reichtum an erster Stelle steht sind sie arm &#8211; arm an Beziehungsf\u00e4higkeit.<br \/>\nWeil sie der Lebens- und Arbeitssituation der anderen den R\u00fccken zu kehren sind sie blind f\u00fcr sie.<br \/>\nWeil sie ihren Wert an ihrer Kleidung, an \u201e \u00c4usserlichem\u201c messen, sind sie nackt \u2013 so wie der Kaiser nackt war, der in seinen \u201e neuen Kleidern\u201c sich prunkvoll vorkam.<\/p>\n<p>Es geht um Reichtum und Armut \u2013 in doppelter Perspektive.<br \/>\nOder vielleicht ist es besser zu sagen: es geht um einen Perspektivwechsel.<br \/>\nDenn was jetzt gesagt wird h\u00f6rt sich zun\u00e4chst paradox an.<br \/>\nDen Reichen in Laodicea wird als Lebensver\u00e4nderung gesagt:<br \/>\n\u201eIch rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer gel\u00e4utert ist, damit du reich werdest.\u201c<br \/>\nDas ist eine andere Art von Gold: das liegt nicht im Tresor und erh\u00f6ht den eigenen Reichtum und das Konto in der Schweiz \u2013 sondern es ist das Gold der Beziehung, das auch \u201e durchs Feuer hindurch\u201c h\u00e4lt .<br \/>\n\u201eIch rate dir, dass du wei\u00dfe Kleider kaufst und sie anziehst und die Schande deiner Bl\u00f6\u00dfe nicht offenbar werde.\u201c Das wird Menschen in der Textilhochburg gesagt\u2026in denen prunkvolle und farbige Gew\u00e4nder gewebt werden.<br \/>\nWei\u00dfe Kleider \u2013 damit assoziieren wir Taufe, Hochzeit \u2013 also Neubeginn. Noch ist noch nicht offenbar, was werden wird. Wei\u00df, das ist aber auch die Zusammenfassung alle Farben: niemand braucht sich nackt zu f\u00fchlen, weil er oder sie \u201e die falsche Farbe\u201c anhat.<br \/>\n\u201e Ich rate dir, Augensalbe zu kaufen, deine Augen zu salben , damit du sehen m\u00f6gest.\u201c<br \/>\nIn feiner Ironie erz\u00e4hlt Johannes von den Reicht\u00fcmer der Stadt \u2013 die es eben nicht als Besitz gibt, sondern als heilende Kr\u00e4fte\u2026wenn man sie dazu anwendet, auch andere in ihren Lebens- und Arbeitssituation zu sehen.<br \/>\nDer von au\u00dfen wahrgenommene Reichtum wird zur Armut \u2013 wenn die Reichen sich nicht in gesellschaftlicher Verantwortung verstehen. Es geht nicht um Reichenschelte \u2013 es geht um die Verantwortung des Reichtums.<br \/>\n\u201e Welche ich liebe habe, die weise ich zurecht und z\u00fcchtige ich. So sei nun eifrig und tue Bu\u00dfe.\u201c<br \/>\nIn diesem Zusammenhang Bu\u00dfe zu tun, das bedeutet, die Blickrichtung zu \u00e4ndern. Das hei\u00dft: sich um zu drehen, um Menschen mit wenig Lohn, mit prek\u00e4ren Arbeits \u2013 und Lebenssituationen wahr zu nehmen und ihre Notlagen sehen.<br \/>\nDen Blick nicht mehr aufs Geld zu fixieren\u2013 Shareholder value; Erfolg; Wachstum; steigende Gewinne; hohe L\u00f6hne &#8211; sondern auf andere Menschen und die Lebenssituation\u2026<br \/>\nKehr dich um, kehr dich um zum Leben\u2026<br \/>\nUnd jetzt bekommt der Vers, den wir aus Abendmahlsfeiern so gut kennen, einen klaren Kontext:<br \/>\n\u201e Siehe, ich stehe vor der T\u00fcr und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme h\u00f6ren wird und die T\u00fcre aufmacht, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.\u201c<br \/>\nDie Stimme Jesu hat etwas mit \u201e Leben in gemeinsamer Verantwortung\u201c zu tun \u2013 und da schafft er es, Sehns\u00fcchte zu wecken. Denn nicht die Moral ver\u00e4ndert die Menschen, sondern die Sehnsucht nach einem erf\u00fcllten Leben.<br \/>\nDie T\u00fcr muss wieder aufgehen\u2026der Blick muss wieder nach draussen gehen.<br \/>\nDazu geh\u00f6rt eine Bereitschaft, sich auf andere Denk \u2013 und Lebens \u2013 und Arbeitskonzepte ein zu lassen \u2013 auch in sich kritische Stimmen zu zu lassen, die etwas von der Gerechtigkeit und nicht von der Selbstgen\u00fcgsamkeit erz\u00e4hlen.<br \/>\nJesus hebt die Selbstisolation auf \u2013 und diese unheilige \u00dcberzeugung , sich selbst genug sein zu k\u00f6nnen\u2026<br \/>\nUnd das Sch\u00f6ne: Jesus ruft jetzt nicht einfach heraus: hei schau mal, was es au\u00dferhalb deines Lebens- und Denkkontextes noch alles f\u00fcr Realit\u00e4ten gibt \u2013 Jesus geht mit Menschen langsame Schritte, um ihnen eine Ver\u00e4nderung zu zu muten und zu zu trauen.<br \/>\nEr geht in die Abschottung hinein \u2013 und feiert mit dem, der denkt, er ist sich selbst genug und braucht von nichts und niemand irgendetwas \u2013 gerade mit ihm feiert er Abendmahl.<br \/>\nLassen auch wir uns einladen in die Gegenwart Jesu, um zu sp\u00fcren, wie beim gemeinsamen Feiern Sehns\u00fcchte geweckt werden. Nein, ich bin mir nicht genug!<\/p>\n<p>\u201eWer \u00fcberwindet, dem will ich geben,<br \/>\nmit mir auf dem Thron zu sitzen,<br \/>\nwie auch ich \u00fcberwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.<br \/>\nWer OHREN HAT,DER H\u00d6RE, WAS DER GEIST DER GEMEINDEN SAGT.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Gebete<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eingangsgebet ( implizit auch schon Hinf\u00fchrung zum sp\u00e4teren Abendmahl)<\/p>\n<p>( Ausschnitt aus \u201e Segen f\u00fcr alle Zeit\u201c von Hanns \u2013 Dieter H\u00fcsch , aus: In der N\u00e4he deines Himmels, S, 44f) )<br \/>\n\u201e Heute an Bu\u00df \u2013 und Bettag, an dem Tag innerer und \u00e4u\u00dferer Umkehr,<br \/>\nbitten wir dich, Gott, Zeichen zu setzen und Wunder zu tun<br \/>\ndass wir von all unseren Schuldzuweisungen ablassen<br \/>\nund jedwedem Gegner ein freier Gastgeber sind<br \/>\nEr m\u00f6ge uns von seiner Freiheit ein Lied singen<br \/>\nAuf dass wir alle gestrigen Vorurteile au\u00dfer Kraft<br \/>\nUnd alle Feindseligkeiten au\u00dfer Gefecht setzen<br \/>\nEr m\u00f6ge uns von seiner gro\u00dfen zeitlosen Zeit<br \/>\nEin paar Stunden abgeben\u2026<br \/>\nEr m\u00f6ge sich zu uns an den Tisch setzen und erkennen<br \/>\nWie sehr wir ihn alle brauchen \u00fcberall<br \/>\nAuf der ganzen Welt<br \/>\nDenn wer will uns erl\u00f6sen von all unserem<br \/>\nWeltgeschichtlichen Wahn<br \/>\nAuch von unseren t\u00e4glichen Lebenskonflikten\u2026<br \/>\nEr m\u00f6ge sich unser erbarmen<br \/>\nAm Tage und in der Nacht<br \/>\nIn der gro\u00dfen Welt und in der kleinen Welt unseres Alltags<br \/>\nIn den Parlamenten in den Chefetagen der Industrie<br \/>\nUnd in unseren K\u00fcchen\u2026<br \/>\nEr m\u00f6ge uns seine Schulter geben<br \/>\nDamit wir uns von Zeit zu Zeit von Gegenwart<br \/>\nZu Gegenwart an ihn anlehnen k\u00f6nnen getr\u00f6stet<br \/>\nGest\u00e4rkt und ermutigt.<br \/>\nAmen<\/p>\n<p><strong>F\u00fcrbitte<\/strong><\/p>\n<p>Gott, du Quelle des Lebens und Quelle der Gerechtigkeit,<br \/>\nwir brauchen dein lebendiges Wasser.<br \/>\nWeck uns auf aus unserer Lethargie und Resignation.<br \/>\nMach uns wieder bed\u00fcrftig und sehns\u00fcchtig:<br \/>\nWir geh\u00f6ren oft zu denjenigen, die sagen:<br \/>\n\u201e Ich habe genug und brauche nichts.\u201c Und denken, das w\u00e4re Bescheidenheit.<br \/>\nAber wir gestehen dir: es ist oft genug auch Angst, mir selber zu zu gestehen, was ich alles brauche an Zuwendung, an Verst\u00e4ndnis, ja, auch an Menschen, die mich unterst\u00fctzen auf meinem Weg.<br \/>\nWende meinen Blick wieder nach au\u00dfen.<br \/>\nGib uns hellsichtige Augen des Herzens \u2013 um die Menschen wahr zu nehmen, die es immer schwerer haben, ihren Lebensalltag zu bew\u00e4ltigen.<br \/>\nWir bitten dich f\u00fcr Menschen, die hier bei uns in Armut leben.<br \/>\nDie einen sieht man kaum, weil sie sich nichts mehr leisten k\u00f6nnen und deshalb nirgends mehr hingehen,<br \/>\ndie anderen arbeiten oft bis zu 10 Stunden und verdienen doch nur so wenig, dass sie davon m\u00fchsam \u00fcber die Runden kommen.<br \/>\nWir bitten dich f\u00fcr all diejenigen, die psychisch fast daran zerbrechen, dass sie keine Arbeit mehr finden.<br \/>\nElend, j\u00e4mmerlich, arm\u2026 immer mehr Menschen leben so\u2026 und dass in unserem reichen Land.<br \/>\nWir bitten dich, lass uns nicht lau sein, lass uns nicht wegschauen, sondern mach uns mutig,<br \/>\nnach L\u00f6sungen zu suchen, wie wir als Christen mit anderen zusammen etwas beitragen k\u00f6nnen zu mehr Gerechtigkeit.<br \/>\nLass uns deine Stimme h\u00f6ren und unsere T\u00fcr \u00f6ffnen \u2013<\/p>\n<p>Und so beten wir zu dir: Vater unser\u2026<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Esther Kuhn-Luz, Wirtschafts \u2013 und Sozialpfarrerin Stuttgart<br \/>\n<a href=\"mailto:Esther.Kuhn-Luz@ev-akademie-boll.de\">Esther.Kuhn-Luz@ev-akademie-boll.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buss- und Bettag | Offbg 3, 16 &#8211; 22 | Esther Kuhn-Luz | Liebe Gemeinde ! Jeder Bu\u00df- und Bettag ist \u00fcberschrieben mit einem Vers aus den Spr\u00fcchen, in dem es hei\u00dft: \u201e Gerechtigkeit erh\u00f6ht ein Volk, aber die S\u00fcnde ist der Leute Verderben.\u201c ( Spr 14,34) Dieses Jahr scheint das noch aktueller zu sein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12980,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,1,727,853,114,818,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11458","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-offenbarung","category-aktuelle","category-archiv","category-bibel","category-deut","category-kapitel-03-chapter-03-offenbarung","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11458"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16320,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11458\/revisions\/16320"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12980"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11458"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11458"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11458"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11458"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}