{"id":11495,"date":"2021-02-07T19:48:59","date_gmt":"2021-02-07T19:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11495"},"modified":"2023-02-07T17:22:16","modified_gmt":"2023-02-07T16:22:16","slug":"meditation-ueber-dietrich-bonhoeffers-enwurf-einer-arbeit-we-257-262","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/meditation-ueber-dietrich-bonhoeffers-enwurf-einer-arbeit-we-257-262\/","title":{"rendered":"Meditation \u00fcber Dietrich Bonhoeffers \u201eEnwurf einer Arbeit\u201c (WE 257-262)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Meditationen \u00fcber Texte von Dietrich Bonhoeffer &#8211; 2006<br \/>\nMeditation \u00fcber Dietrich Bonhoeffers \u201eEnwurf einer Arbeit\u201c (WE 257-262)<br \/>\nAnette Foged Schultz (D\u00e4nemark) <\/span><\/b><\/h3>\n<p><strong>Weltlichkeit und Gott<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Lesung: Phil. 2,5-11<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>DU, Mensch,<br \/>\n\u2013 sch\u00f6n und wunderbar geschaffen<\/p>\n<p>Ein warmer Leib<br \/>\nEin klopfendes Herz<br \/>\nEin verwundbarer Sinn<\/p>\n<p><em>Hinter dir:<\/em><br \/>\nein buntes, gelebtes Leben<br \/>\nAugenblicke voller Gegenw\u00e4rtigkeit und Sinn<br \/>\nUND<br \/>\nZeiten in Ohnmacht<br \/>\nund Verzweiflung.<\/p>\n<p>DU \u2013 Mensch<br \/>\ngestellt in ein JETZT<\/p>\n<p>Heute<br \/>\n\u2013 liegt vor dir voller M\u00f6glichkeit des Lebens<\/p>\n<p>DU \u2013 Mensch<br \/>\nmit einer <em>Zukunft<\/em><br \/>\n\u2013 gezeichnet von Hoffnung, Sehnsucht\u2026 Furcht<\/p>\n<p><em>Gott <\/em>wurde Mensch wie DU!<\/p>\n<p>\u201eEr wurde Menschen gleich!\u201c<\/p>\n<p>Wurde ein F\u00f6tus<br \/>\nMit Herz, Darmen, Beinen, Armen, H\u00e4nden<br \/>\nWuchs auf<br \/>\nWuchs in die Welt hinein<br \/>\nLegte Spuren<br \/>\n\u2013 f\u00e4rbte sie f\u00fcr immer mit seiner Liebe und seinem Schmerz<\/p>\n<p>Dein Leben hat Farbe von seinem<br \/>\nseine Liebe<br \/>\n\u2013 sein Schmerz<br \/>\nruht auf dir und gibt dir Richtung und Ziel<\/p>\n<p>DU bist dazu bestimmt, Ihm nachzufolgen!<br \/>\nDu bis geschaffen, Ihm zu gleichen!<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Du sollst Wohnung nehmen in dir selbst!<\/em><br \/>\nSo dass du f\u00fcr Andere dasein kannst<br \/>\n\u2013 wie Er f\u00fcr Andere dawar<br \/>\n\u2013 wie Er f\u00fcr dich daist<\/p>\n<p>Man kann es mit den Worten eines Dichters sagen:<\/p>\n<p>Eines ist notwendig<br \/>\n<em>hier in dieser unserer schwierigen Welt<br \/>\nvon Obdachlosen und Heimatlosen:<br \/>\nWohnung zu nehmen in sich selbst<br \/>\nin die Finsternis zu gehen<br \/>\nden Ru\u00df von der Lampe zu putzen<br \/>\nso dass Menschen auf den Wegen<br \/>\nLicht erahnen k\u00f6nnen<br \/>\nin deinen bewohnten Augen.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Man kann es mit den Worten eines Dichters sagen<em><br \/>\n<\/em>Oder man kann es mit Dietrich Bonhoeffers Worten sagen<br \/>\n\u2013 Worte \u00fcber das Menschsein<br \/>\ngestellt in die Welt<br \/>\nvor Gott und Mitmensch<\/p>\n<p>Bonhoeffer sagt:<\/p>\n<p>Unser Verh\u00e4ltnis zu Gott ist kein religi\u00f6ses Verh\u00e4ltnis<br \/>\n<em>zu einem denkbar h\u00f6chsten, m\u00e4chtigsten, besten Wesen&#8230;,<br \/>\nsondern unser Verh\u00e4ltnis zu Gott<br \/>\nist im Gegenteil ein neues Leben im \u201eDasein-f\u00fcr-andere\u201c<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht die unendlichen, unerreichbaren Aufgaben,<br \/>\nsondern der jeweils gegebene erreichbare N\u00e4chste&#8230;:<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Gott in Menschengestalt!<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht wie bei orientalischen Religionen<br \/>\nin Tiergestalten,<br \/>\nals das Ungeheure,<br \/>\nChaotische,<br \/>\nFerne,<br \/>\nSchauerliche;<br \/>\naber auch nicht in den Begriffsgestalten<br \/>\ndes Absoluten, Metaphysischen,<br \/>\nUnendlichen etc. &#8230;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Sondern der-Mensch-f\u00fcr-andere<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Darum der Gekreuzigte!<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Er<\/em> wurde Menschen gleich!<br \/>\n<em>Er<\/em> teilte die Bedingungen des Menschenlebens mit uns!<br \/>\n<em>Er<\/em> verzichtete auf seine geborgene,<br \/>\nsichere<br \/>\nerhabene Unerreichbarkeit<br \/>\nbei Gott<\/p>\n<p>Er konnte <em>daheim geblieben<\/em> sein<br \/>\naber er <em>ging hinaus<\/em><\/p>\n<p>Ging von Gott aus<br \/>\num bei uns zu sein<br \/>\nin der Mitte des Lebens<\/p>\n<p>In des Lebens rei\u00dfendem<br \/>\nherz-klopfenden Strohm<\/p>\n<p>In der Lust, dem Spiel, der Liebe,<br \/>\nder Freude, der Freundschaft<\/p>\n<p>In der Verzweiflung, der Armseligkeit,<br \/>\ndem Wahnwitz und der Einsamkeit, der Ohnmacht<\/p>\n<p>Von Ihm<br \/>\nsind wir gerufen zum <em>Widerstand<\/em> gegen alle Unmenschlichkeit<br \/>\nVon Ihm sind wir gerufen zu <em>Hingebung<\/em><\/p>\n<p><em>Hingebung<\/em> an das Leben miteinander<br \/>\nhier und jetzt<\/p>\n<p><em>In Ihm <\/em>ist das Leben!<\/p>\n<p>Deshalb soll:<br \/>\n<em>jedes Knie<br \/>\n\u2013 in Jesu Namen \u2013<br \/>\nsich beugen<br \/>\nim Himmel und auf Erden und unter der Erde,<br \/>\nund jede Zunge bekennen:<br \/>\nJesus Christus ist der Herr,<br \/>\nzu Ehren Gottes des Vaters.<\/em><\/p>\n<p>Gebet (WE 97):<\/p>\n<p>Herr Jesus Christus<br \/>\nDu warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich.<br \/>\nDu kennst alle Not der Menschen.<br \/>\nDu bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht.<br \/>\nDu vergisst mich nicht und suchst mich.<br \/>\nDu willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre.<br \/>\nHerr, ich h\u00f6re deinen Ruf und folge.<br \/>\nHilf mir!<\/p>\n<p><strong>Pastorin Anette Foged Schultz ( E-mail: <a href=\"mailto:afs@km.dk\">afs@km.dk<\/a> )<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meditationen \u00fcber Texte von Dietrich Bonhoeffer &#8211; 2006 Meditation \u00fcber Dietrich Bonhoeffers \u201eEnwurf einer Arbeit\u201c (WE 257-262) Anette Foged Schultz (D\u00e4nemark) Weltlichkeit und Gott Lesung: Phil. 2,5-11 DU, Mensch, \u2013 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