{"id":11514,"date":"2021-02-07T19:48:57","date_gmt":"2021-02-07T19:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11514"},"modified":"2023-02-08T20:54:16","modified_gmt":"2023-02-08T19:54:16","slug":"ein-laemmlein-geht-eg-83-christe-du-schoepfer-aller-welt-eg-92","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ein-laemmlein-geht-eg-83-christe-du-schoepfer-aller-welt-eg-92\/","title":{"rendered":"Ein L\u00e4mmlein geht EG 83 \/ Christe, du Sch\u00f6pfer aller Welt EG 92"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Passionszeit 2006<br \/>\nTheologische und kirchenmusikalische Anregungen zu Passionsliedern<br \/>\nAlexander V\u00f6lker und Thomas Schmidt<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p><strong>Zum Karfreitag (14. April 2006)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein L\u00e4mmlein geht EG 83<\/strong><\/p>\n<p>Entschlie\u00dft man sich, am Karfreitag, einem herausgehobenen Abendmahlstag in den Gemeinden, mit dem Predigttext vom \u201eMittler des neuen Bundes\u201c (Hebr 9,15. 26b-28) das gro\u00dfe <em>Agnus-Dei<\/em>-Lied Paul Gerhardts singen zu lassen, wird es nicht nur auf eine sorgf\u00e4ltige Strophen-Auswahl ankommen; mehrere Hauptperspektiven des einst 10, jetzt 7 Strophen umfassenden Lieds sollten dabei realisiert sein. Ihre zeitgem\u00e4\u00dfe Umsetzung kann eine Predigt ungemein bereichern.<\/p>\n<p>Beherrschend spricht das Lied im Pr\u00e4sens, in der Gegenwart, als glaubendes Ich, das das aus Liebe leidende und sterbende Gotteslamm (EG 190,1 ist Str. 1 voll aufgenommen) <em>ins Ged\u00e4chtnis schlie\u00dfen <\/em>(5,10) will. Eine weitere Zeitebene wird durch Str. 2 und 3 gegenw\u00e4rtig: Das \u201eVor-aller-Zeit\u201c-Gespr\u00e4ch zwischen Vater und Sohn (EG 341,5f. \u00e4hnlich), nur mit <em>O Wunderlieb, o Liebesmacht <\/em>(3,5f.) beantwortbar. Die Strophen 5 und 6 bilden original die Mitte, den Drehpunkt: Von der Gegenliebe und Dankbarkeit des Menschen f\u00fcr Jesu Wohltat handeln sie \u2013 H\u00f6renden wie Singenden m\u00f6glicherweise am ehesten zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p><em>Dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen <\/em>(4,3f.) spiegelt die traditionelle Passionspredigt der damaligen Zeit mit dem gel\u00e4ufigen Bild der in Liebe ausgebreiteten Arme Jesu am Kreuz \u2013 und nimmt schon die liebende Vereinigung dereinst (Zeitebene \u201aZukunft\u2019; Str. 7) vorweg. Str. 5 folgte (noch EKG 62,6) <em>Erweitre dich, mein Herzensschrein<\/em>; nach Str. 7 hie\u00df es: <em>Was schadet mir des Todes Gifft, Dein Blut, das ist mein Leben<\/em>. \u2013 Vier Strophen der zweiten Liedh\u00e4lfte (orig. 7-10; EG 6-7) meditieren den <em>Schatz <\/em>(6,3), das <em>Purpur<\/em>kleid (7,3), n\u00e4mlich den \u201eNutzen\u201c des Blutes Jesu.<\/p>\n<p>Die wechselvollen Bezeichnungen des so kostbaren Schatzes (<em>Saitenspiel<\/em>, 6,5; <em>Wasserquell<\/em>, 6,8; <em>Sprachgesell<\/em>, 6,9; barocke Vorliebe f\u00fcr Komposita!) sind ja alles andere als \u201eblumige Poesie\u201c; das anspruchsvolle Lied bezieht sie nicht allgemein auf die Passion Jesu (<em>was du mir zugut getan<\/em>, 5,8), sondern auf das dem Glaubenden im Abendmahl (<em>Blut<\/em> 7,3; <em>Manna<\/em>, 6,7) dargereichte Heil. \u2013 Die Melodie, im EG-Register unter \u201eAn Wasserfl\u00fcssen Babylon\u201c zu finden, erinnert daran, dass sie urspr\u00fcnglich zu Psalm 137 geh\u00f6rte, also auch ihrerseits auf die \u201eWendung des Geschicks\u201c hindeutet, die dem \u201eMittler des neuen Bundes\u201c zu danken ist.<\/p>\n<p>Einzelne zu singende Liedstrophen k\u00f6nnten durch ein sinnerschlie\u00dfendes Pr\u00e4famen eingeleitet werden, das gegebenenfalls auch Verbindung zu Abendmahlsfeier und Predigt aufzeigt (etwa: das doppelte \u201eeinmal\u201c 9,27f. in der absoluten \u201eEinmaligkeit\u201c des Geschehens auf Golgatha, oder, wiederkehrend, im einmaligen Getauftwerden auf den Namen Jesu, kontrastierend zum wiederholten Feiern des Abendmahls).<\/p>\n<p align=\"center\"><em>oder <\/em><\/p>\n<p><strong>Christe, du Sch\u00f6pfer aller Welt EG 92<\/strong><\/p>\n<p>Zur Wahl gestellt ist ein ausgesprochenes <em>Loblied <\/em>(1,4), das der lutherische Liturgiker Theodor Kliefoth aus einem lateinisch-fr\u00e4nkischen Hymnus des 9. Jahrhunderts gewann. Die Merkmale eines solchen recht feierlichen Gebetsgesangs sind rasch aufgez\u00e4hlt: als Erstes eine Gesamtschau der Sendung Jesu, schon ablesbar an der \u201aTitulatur\u2019 (Str. 1: <em>Sch\u00f6pfer<\/em>, <em>K\u00f6nig<\/em>, auch 6,4, <em>Held<\/em>); sodann die heilsgeschichtliche Gro\u00dfperspektive (<em>Sch\u00f6pfer aller Welt<\/em>, 1,1; <em>gel\u00f6st das Band, das Adams S\u00fcnde &#8230;<\/em>, 2,3f.; <em>kamst ins Fleisch<\/em>, 3,2; <em>der Geist der Kraft<\/em>, 5,3; <em>um dein Siegerangesicht<\/em>, 6,1); endlich die trinitarisch konzipierte Strophe am Schluss. Das Bildwort von <em>starker Hand <\/em>(2,2; 4,1) ist zentral: die Hand, die Schuldverfallenheit (<em>Band<\/em>, 2,3; <em>Banden<\/em>, 4,2<em>) <\/em>zu l\u00f6sen imstande ist. Der Hymnus liebt es auch, Gegens\u00e4tze sichtbar zu machen (3,1f., auch 4,1f., 5,1 <em>und doch &#8230;<\/em>).<\/p>\n<p>Gut denkbar ist es, die Karfreitagsgemeinde nach dem Vorsingen durch einstimmigen Chor an diesen meditativen Hymnus heranzuf\u00fchren; beim Singen k\u00f6nnen immer zwei Strophen-Zeilen, die in der Regel eine Sinneinheit ergeben, auf einen Atem genommen werden. Gegen\u00fcber dem gro\u00dfen Spektrum des Loblieds wirkt die abschlie\u00dfende Bitte <em>verlass uns nicht <\/em>(6,4) recht allgemein und blass \u2013 ein Ansatzpunkt f\u00fcr die Karfreitagspredigt\/die Karfreitagsf\u00fcrbitten?<\/p>\n<p><strong>-&gt; <a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/archiv-8\/Karfreitag_A83EinLaemmleingeht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EG 83<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/archiv-8\/Karfreitag_B92ChristeduSchoepfer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EG 92<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Passionszeit 2006 Theologische und kirchenmusikalische Anregungen zu Passionsliedern Alexander V\u00f6lker und Thomas Schmidt Zum Karfreitag (14. 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