{"id":11530,"date":"2021-02-07T19:49:11","date_gmt":"2021-02-07T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11530"},"modified":"2023-01-17T21:54:56","modified_gmt":"2023-01-17T20:54:56","slug":"v4-dein-wille-geschehe-wie-im-himmel-so-auf-erden-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/v4-dein-wille-geschehe-wie-im-himmel-so-auf-erden-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe\/","title":{"rendered":"V4) Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden (Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006<br \/>\nDein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden<br \/>\nTheologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe<br \/>\nAlexander V\u00f6lker<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/archiv-8\/vaterunser-reihe-06.htm\">Zur \u00dcbersicht der Reihe<\/a><br \/>\n<a href=\"vu-r-4.htm\">Zur Predigt<\/a><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage \u201eWas ist das?\u201c antwortet Luther: \u201eGottes guter, gn\u00e4diger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, dass er <em>auch bei uns<\/em> geschehe\u201c (Kl. Kat., EG 806.3) Strophe 4 seines Vaterunser-Liedes (EG 344) interpretiert das <em>Dein Wille geschehe <\/em>durch die alliterativ (Konsonanten g und l) einpr\u00e4gsamen Z. 3f, wobei <em>Geduld <\/em>und <em>gehorsam <\/em>auf den Spitzent\u00f6nen der im Oktavraum angelegten Melodie zu stehen kommen. Deren flie\u00dfendes Gleichma\u00df wird durch die 5. Tonstufe (g\u2019 in 13 von 48 T\u00f6nen, 6 Halbewerte) gesichert. Der Strophe-Schluss intensiviert noch einmal die Doppelbitte der Mittelzeile, indem er die Gegnerschaft des Menschen (<em>Fleisch und Blut<\/em>, Mt. 16,17) Gott und seinem Willen gegen\u00fcber auf den Punkt bringt.<\/p>\n<p>Ganz anders, n\u00e4mlich in barocker Vielfalt seiner Glaubenspoesie gibt Paul Gerhardt mit <em>Ich wei\u00df, mein Gott, dass all mein Tun <\/em>(EG 497, Strophen 1.5.9) von Jer. 10,23 aus eine \u201elebenspraktische\u201c Auslegung der dritten Vaterunser-Bitte. Was anfangs im un\u00fcberbietbar sch\u00f6nen Bildwort hei\u00dft <em>dass all mein Tun\/ und Werk in deinem Willen ruhn <\/em>(1,1f, vgl. 5,2!), gilt es nun in vielen Wechself\u00e4llen des Lebens eines Christen zu entfalten (original 18. Strophe!). Welches jeweils der Wille Gottes ist und wie er zu <em>erf\u00fcllen<\/em> (5,5) ist, wird durch <em>Werk<\/em> (1,2; 3,2; 7,5; 8,1), <em>Rat <\/em>(2,2.4f; 5,4), durch <em>Weg <\/em>(1,5; 2,3; 10,2f; 12,1ff.), durch <em>Weisheit <\/em>(4,4; 9,5) illustriert. Eine durch und durch \u201ereformatorische\u201c Melodie mit dreifachem Einsatz auf c\u2019\u2019, der Orientierung an dem, <em>was du regierst <\/em>(1,4) mit moderaten Abg\u00e4ngen versinnbildlicht, wie stark alles von ihm, der <em>mein Freund und treuer Rat <\/em>(5,4; vgl. 8,1) ist, abh\u00e4ngt, wie etwas f\u00fcr Menschen <em>Unm\u00f6gliches <\/em>(9,2), eben nicht <em>auf meinem eignen Willen <\/em>zu be<em>stehn <\/em>(5,2f.), durch Gebet \u201egelingen\u201c kann: Dass <em>Dein Wille geschehe. <\/em><\/p>\n<p>Nicht im Bild vom Kampf gegen S\u00fcnde, Tod und Teufelswerk wie Luther (Gr. Kat.) oder in behutsam-artigen Reimstrophen. wie Paul Gerhardt geben Kurt Marti und Arnim Juhre in <em>Manchmal kennen wir Gottes Willen <\/em>(EG Ausg. Baden\/Elsa\u00df\/Pfalz 642, Niedersachsen\/Bremen 594, \u00d6sterreich 633, W\u00fcrttemberg 626) eine ganz \u201eauthentisch\u201c wirkende Wiedergabe unserer Befindlichkeit der dritten Vaterunserbitte gegen\u00fcber. Diese ist durch ein achtfaches <em>manchmal <\/em>gekennzeichnet, das im <em>kennen\/ sehen\/ sp\u00fcren\/ wirken <\/em>zwischen dem Ewigen (<em>Gottes Willen\/ Zukunft\/ Liebe\/ Frieden) <\/em>und dem \u2013 so vielfach erlebten \u2013 <em>nichts <\/em>hin- und herschwankt; die prosaartige Diktion hat l\u00e4ngst ein ihr entsprechendes Reihungsprinzip gefunden. Die vertrauten Sprachkl\u00e4nge der Bitten (<em>Erleuchte\/ Bewahre\/ Begleite\/ Erwecke<\/em> ) schw\u00e4chen den Aufschrei der 3. Z. (Spitzenton auf <em>Herr<\/em> ) nicht ab. Entspricht nicht die \u201eSuchbewegung\u201c der ersten Melodie-H\u00e4lfte dem <em>manchmal <\/em> Ja, <em>manchmal <\/em> Nein (auf die die Melodie am Ende wieder zur\u00fcckzusinken scheint)? <em>Fragen\/ \u00c4ngste\/ Zweifel <\/em> geh\u00f6ren zum Glauben an diesen Gott ein Leben lang nun einmal hinzu \u2013 beides ist zu erleben, Angst und Gewissheit. Erst Strophe 4 bricht mit der Reihungsform (<em>wenn\/ dass<\/em> ) in der \u00f6sterlichen Bitte <em>Erwecke uns<\/em> , damit auch unsere Mitverantwortung f\u00fcr Gottes Frieden aussprechend (ohne, wie viele zeitgen\u00f6ssische Lieder dies tun, die entscheidende Besserung von Leben und Welt urs\u00e4chlich von unserem Tun abh\u00e4ngig zu machen).<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006 Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe Alexander V\u00f6lker Zur \u00dcbersicht der Reihe Zur Predigt Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden Auf die Frage \u201eWas ist das?\u201c antwortet Luther: \u201eGottes guter, gn\u00e4diger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16075,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,727,120,114,109,126,913],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11530","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelle","category-archiv","category-bes_gelegenheiten","category-deut","category-predigten","category-predigtreihen","category-unser-vater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11530"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16076,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11530\/revisions\/16076"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11530"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11530"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11530"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11530"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}