{"id":11532,"date":"2021-02-07T19:49:11","date_gmt":"2021-02-07T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11532"},"modified":"2023-01-17T21:20:35","modified_gmt":"2023-01-17T20:20:35","slug":"unser-taegliches-brot-gib-uns-heute-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/unser-taegliches-brot-gib-uns-heute-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe\/","title":{"rendered":"Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute (Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/archiv-8\/vaterunser-reihe-06.htm\">Zur \u00dcbersicht der Reihe<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\">\n<p align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006<br \/>\nUnser t\u00e4gliches Brot gib uns heute<br \/>\nTheologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe<br \/>\nAlexander V\u00f6lker<\/span><\/b><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><strong>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Schon oft ist zitiert worden, wie weit ausgreifend Luther das <em>t\u00e4glich Brot <\/em> (5,1), das Gott zur Erhaltung seiner Sch\u00f6pfung schenkt, interpretiert: <em>und was man b\u2019darf zur Leibesnot <\/em> (5,2) stimmt mit seiner Antwort auf die Frage \u201eWas ist denn t\u00e4glich Brot?\u201c im Kl. Kat.(EG Stammausgabe 806,3) ganz \u00fcberein. Lebensbedrohende Zerst\u00f6rungsm\u00e4chte \u201eaus Natur und Geschichte\u201c sind dabei zentral im Blick: <em>Unfried, Streit, Seuchen, teure Zeit <\/em> (5,3f.); f\u00fcr Kirche und Welt haben sie heute an gef\u00e4hrlicher Aktualit\u00e4t nichts eingeb\u00fc\u00dft. Die schon gel\u00e4ufige Doppelbitte am Strophen-Schluss nennt \u2013anders als die Strophen 1 bis 4 \u2013 das positiv W\u00fcnschenswerte zuerst (5,5); erst dann bilden die <em>Sorge <\/em>(vgl. Mt. 6,19ff.)und <em>Geiz(ens) <\/em> (vgl. EG 428,2) ein (in der Tiefe menschlicher Existenz zusammengeh\u00f6riges) Paar, mit dem sich Christen nicht herumschlagen m\u00fcssen (<em>m\u00fc\u00dfiggehen <\/em> im EG singul\u00e4r). Eine Predigt zur Bitte ums <em>t\u00e4glich Brot <\/em> \u2013 sie steht in der Mitte des Vaterunsers! \u2013 wird aus Luthers Gebets-Strophe mehr als nur dies oder jenes Stichwort beziehen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><em>Nun lasst uns Gott dem Herren<\/em> (EG 320), ein \u201eDancklied, nach essens, und sunst, fur allerley Wohlhtaten Gottes\u201c(Ludwig Helmbold, 1575),\u201evertieft [&#8230;] die Situation des Essens auf den Daseinszusammenhang \u00fcberhaupt. Essen steht als Symbol f\u00fcr etwas, das dem Leben wesentlich ist, n\u00e4mlich empfangen\u201c. Konsequent dominieren so Worte wie <em>Gaben<\/em> (1,3; 6,4), <em>geben <\/em> (2,2; 3,1; 4,1), <em>geschenkt <\/em> (6,2), sie haben als Gegen\u00fcber das <em>empfangen <\/em> (1,4), <em>haben<\/em> (6,3). \u201eUmfassende Ganzheit\u201c im Blick auf Gott, den Menschen, die Welt pr\u00e4gen das Danklied, das assoziativ vorgeht (<em>Leib, <\/em> 2,1; 3,1; <em>Seele <\/em> 2,1; 3,2; <em>t\u00f6dliche Wunden\/ Ein Arzt <\/em> 3,3; 4,1; <em>Unfall <\/em> 5,2; das \u201everbesserte\u201c <em>Unheil <\/em> ist lebenspraktisch weniger anschaulich). Bemerkenswert die \u201eModulation\u201c <em>vergeben <\/em> (6,1) zu <em>Gaben\/gegeben<\/em> , wodurch die in der Liedmitte (!) platzierte \u201eh\u00f6chste Gabe\u201c (<em>Christus<\/em> , <em>Wort, Taufe<\/em> , <em>Nachtmahl<\/em> ) besonders gew\u00fcrdigt ist. Sp\u00e4testens hier zeigt die 2. Liedh\u00e4lfte, inwieweit das Tischlied dem trinitarischen Credo folgt, auch feine Entsprechungen aufweist (wie <em>er allein <\/em> 2,2 zu <em>o Gott <\/em> 6,4; <em>Gaben <\/em> am gedeckten Tisch 1,3f. zu <em>gro\u00dfe Gaben im Himmel <\/em> 6,3f; <em>tut er nie etwas sparen <\/em> beim <em>bewahren <\/em> 2,3f. zu <em>du kannst\u2019s nicht b\u00f6se meinen <\/em> beim <em>beh\u00fcten <\/em> 7,2ff.). Trotz \u201ebeendeter Mahlzeit\u201c bleibt <em>Nun lasst uns Gott dem Herren <\/em> ein f\u00fcr <em>uns Gro\u00dfe mit den Kleinen <\/em> (7,3) immer wieder einladendes Lied. \u201eDie Wahrheit des Daseins wird durch Danken erschlossen. Die singend \u00fcbernommene, bezeugte Wahrheit bedeutet f\u00fcr Helmbold <em>Freiheit<\/em> \u201c. Es mag ja sein, dass die Predigt zur vierten Bitte mit einer Abendmahlsfeier verbunden ist \u2013 dann hat dies Lied erst recht dort seinen Platz.<\/p>\n<p><em>Komm in unsre stolze Welt <\/em> (EG 428) hat mit dem bekanntesten aller Tischgebete nur das erste Wort gemeinsam. Und doch breitet es mit seiner Reihung (<em>stolze Welt <\/em> 1,1; <em>reiches Land<\/em> 2,1; <em>laute Stadt <\/em> 3,1; <em>festes Haus<\/em> 4,1; <em>dunkles Herz <\/em> 5,1), einem ungeschminkten Bild von Lebens-, Welt- und Glaubensverh\u00e4ltnissen (Zeilen 3 und 4 jeder Strophe!) Glanz und Elend des Daseins vor Gott aus, einem Gebet gleich, das <em>\u00fcberwinden <\/em> (1,3), <em>wenden <\/em> (1,5), <em>Rettung schaffen <\/em> (2,5), <em>Kraft (geben) <\/em> 3,4 allein von Gott erhofft \u2013 seine Macht und Wirksamkeit wird in und an Christus erkannt (<em>der du Arme liebst <\/em> 1,2 bis <em>mit deines Lichtes F\u00fclle <\/em> 5,2, die jeweils 2. Zeile). Ungewohnte Wortkontexte lassen aufhorchen (Wie stimmt <em>Liebe<\/em> mit <em>Werbung<\/em> 1,2 zusammen?), Doppelausdr\u00fccke (<em>Macht und Geld<\/em> , <em>Ha\u00df und Feindessinn<\/em> , <em>Geiz und Unverstand) <\/em> h\u00e4ufen sich am Liedanfang &#8230; Fast vierzig Jahre danach (1968!) ist zu fragen, ob und wie wir dieses Lied denn noch heute singen. Zwei weit ausholende Melodieb\u00f6gen, um einen Ton versetzt, lassen den Liedinhalt erleben bis zum h\u00f6chsten Ton (c\u2019\u2019 auf <em>Ha\u00df<\/em> ), von dem aus sich die Weise, in die man sich hineinh\u00f6ren muss, auf <em>den Weg des Friedens hin <\/em> abw\u00e4rts (und wieder aufw\u00e4rts zum Anfangston) begibt.<\/p>\n<p><em>Der du vorausgingst weit<\/em> (bzw. <em>Der du uns weit voraus<\/em> ): Hier soll auf dieses Lied von Olov Hartmann\/ Sven-Erik B\u00e4ck\/ J\u00fcrgen Henkys (schwedische Original <em>Du som gick f\u00f6re <\/em> oss) wenigstens hingewiesen werden, das in keiner Regionalausgabe des EG, nur im RG (Gesang- buch der Ev.-ref. Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, dort unter Nr. 830) steht. <em>Der du mit Lebensbrot\/ durch die Geschichte ziehst\/ t\u00e4gliches Brot gib uns\/ Christus, auch heute <\/em> lautet die 2. Strophe dieses Liedes.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur \u00dcbersicht der Reihe Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006 Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe Alexander V\u00f6lker Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute Schon oft ist zitiert worden, wie weit ausgreifend Luther das t\u00e4glich Brot (5,1), das Gott zur Erhaltung seiner Sch\u00f6pfung schenkt, interpretiert: und was man b\u2019darf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15586,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,727,120,114,109,126,913],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-11532","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelle","category-archiv","category-bes_gelegenheiten","category-deut","category-predigten","category-predigtreihen","category-unser-vater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11532"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16065,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11532\/revisions\/16065"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11532"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=11532"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=11532"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=11532"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=11532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}