{"id":11536,"date":"2021-02-07T19:49:11","date_gmt":"2021-02-07T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11536"},"modified":"2023-01-17T22:16:25","modified_gmt":"2023-01-17T21:16:25","slug":"v7-und-fuehre-uns-nicht-in-versuchung-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/v7-und-fuehre-uns-nicht-in-versuchung-theologisch-hymnologische-informationen-zu-liedern-der-predigtreihe\/","title":{"rendered":"V7) Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung (Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006<br \/>\nUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung<br \/>\nTheologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe<br \/>\nAlexander V\u00f6lker<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"..\/vaterunser-reihe-06.htm\">Zur \u00dcbersicht der Reihe<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/und-fuehre-uns-nicht-in-versuchung\/\">Zur Predigt<\/a><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung <em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In einer Reihe von Strophen des Vaterunserliedes kehrt die <em>Vater-unser-<\/em> Anrede (1,1) in stereotypen Rufen wie <em>Herr <\/em> (2,5; 5,3; 6,1; 7,1) bzw. <em>Herr Gott <\/em> (4,1) wieder: Realisieren die Beter\/ die S\u00e4ngerinnen, dass sie <em>Gott <\/em> anrufen, um nicht in Versuchung zu geraten? Unwillk\u00fcrlich denkt man an Schalom Ben-Chorins <em>Und suchst du meine S\u00fcnde, flieh ich von dir zu dir <\/em> (EG 237, siehe unten). Mit <em>Anfechtung <\/em> (griech. peirasmos; Mt. 26,41; Lk. 8,13; 22,28; 1.Petr 1,6; Jak. 1,2.12) haben Christen in ihrem Glauben st\u00e4ndig zu rechnen, Luther nennt die Quelle und den \u201eMotor\u201c (7,2f.): <em>Wenn mich der b\u00f6se Geist anficht, la\u00df mich, Herr, nicht verzagen<\/em>, hei\u00dft es in einem vergleichbaren Lied (EG 364,4. So konzentriert sich die eine Bitte dieser Gebetsstrophe ganz auf den <em>Trost <\/em> des Evangeliums <em>durch den Heiligen Geist <\/em> (7,7,4ff: <em>hilf uns tun starken Widerstand <\/em> \u2013 Gott, dem Richter, gegen\u00fcber!)<\/p>\n<p>Der Liedanfang von <em>Zieh an die Macht, du Arm des Herrn <\/em> (EG 377) verdankt sich Jes. 51,9 und feiert den Gott Israels als Sieger, dem nichts zu widerstehen vermag und der sein Volk er- l\u00f6st. <em>Streiten <\/em> (1,2; 2,3; 3,5), <em>Kampf <\/em> (1,5), der <em>Feind <\/em> (3,1), <em>Sieg <\/em> (2,2), <em>widerstehen <\/em> (3,6) weisen hin auf den geistlichen Kampf. Dass es sich um den Kampf der Glaubenden mit Gott und mit sich selbst handelt, mag man an den besonderen Gottesanreden ablesen (<em>Arm des Herrn<\/em> , 1,1; <em>o Herr<\/em> , 1,6; <em>du starker Heiland du<\/em> , 2,1; <em>Heiligtum<\/em> , 3,3; <em>Herr, du bist Gott<\/em> , 4,1). Es mag sein, dass diese und jene Sprachwendung \u2013 gerade im Ernstfall von \u201eAnfechtung\u201c \u2013 \u201e\u00fcbertr\u00edeben\u201c erscheint (<em>im Kampfe Tag und Nacht<\/em> , 1,5; <em>dr\u00e4ngt um und um<\/em> , 3,1; <em>widerstehen bis aufs Blut, <\/em> 3,6). Einen unbestreitbaren Vorteil hat dieses Lied: Es \u201eatmet Gewissheit\u201c und \u00fcberl\u00e4sst das <em>lobsingen <\/em> (2,4; 4,6f.) weder den himmlischen Heerscharen noch einer zuk\u00fcnftigen Ewigkeit \u2013 das Lob Gott erw\u00e4chst aus der <em>Not <\/em> (3,4), aus der Anfechtung.<\/p>\n<p>Versuchung\/ Anfechtung muss die Situation bestimmt haben, in der Friedemann Gottschick <em>Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? <\/em> (EG 381) konzipierte. Dieser Rahmenvers bringt auf einer Quinte den Aufschrei, zwei Kreisbewegungen folgen: Mit f\u00fcnfmaligem <em>So <\/em> als Anfang des biblischen Beispiels (<em>David<\/em> , Ps. 22,1!) in nach oben versetzter Quinte, danach in einer synkopisch verknappten Mollterz \u2013 Ausdruck von Angst, Beklemmung -, die die Fragen verst\u00e4rkt: <em>h\u00f6rtest du ihn?\/halfest du ihm? <\/em> (1,2) bis zum <em>h\u00f6re auf uns! <\/em> (4,3). Das \u201aEli, Eli\u2019 (Ps. 22,2a\/ Mk. 15,34par) aller vier Strophen-Anf\u00e4nge wird vom Urheber dieser Hiobsklage selbst \u00fcbernommen: <em>so klage auch ich <\/em> (2,2), es bleibt offen, ob dieser so ferne Gott den <em>K\u00f6nig David<\/em> , <em>der Welten Christus <\/em> und auch ihn erh\u00f6rt hat: Ausdrucksstark die Abwandlung zu <em>warum gibt du keine Antwort?<\/em> (2,1.4; 4,1). \u201eVerblutet ist der Gerechte, verspottet die Liebe, verlassen die Hoffnung\u201c(ein Ausleger). Die Wende in Versuchung und Anfechtung, denen zufolge auch in Wut und \u00c4rger, in Bitterkeit, Ohnmacht, ja Schweigen liegt erst in Strophe 4: <em>Du h\u00f6rtest doch auf Christus &#8230; <\/em> (Hebr. 5,7; 4,3). Das nicht nur musikalisch Verst\u00f6rende geh\u00f6rt zur Sache selbst: Den letzten Ton des Ganzen bildet ein es\u2019 statt eines d\u201c: \u201eDieser unaufgel\u00f6ste Schluss zwingt zur Stellungnahme \u2013 uns und auch Gott\u201c (so der Interpret).<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006 Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe Alexander V\u00f6lker Zur \u00dcbersicht der Reihe Zur Predigt Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung \u00a0 In einer Reihe von Strophen des Vaterunserliedes kehrt die Vater-unser- Anrede (1,1) in stereotypen Rufen wie Herr (2,5; 5,3; 6,1; 7,1) bzw. 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