{"id":11538,"date":"2021-02-07T19:49:11","date_gmt":"2021-02-07T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=11538"},"modified":"2023-01-17T20:45:16","modified_gmt":"2023-01-17T19:45:16","slug":"sondern-erloese-uns-von-dem-boesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/sondern-erloese-uns-von-dem-boesen\/","title":{"rendered":"&#8230;sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006<br \/>\n&#8230;sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen<br \/>\nTheologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe<br \/>\nAlexander V\u00f6lker<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><strong>&#8230;sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong><em> \u00a0<\/em><\/strong>Durch den Tod zum Leben: Der Christusweg f\u00fcr die Christen kennzeichnet auch die Strophe der siebten Vaterunser-Bitte. Allein schon die wenigen Verben dieser Strophe \u2013 sie alle haben den <em>Vater <\/em> (1,1) des Liedanfangs zum Subjekt \u2013 sind aufschlussreich: <em>Erl\u00f6s <\/em> (8,1.3), <em>tr\u00f6st <\/em> (8,4), <em>bescher <\/em> (8,5; sonst nur Weihnachten und beim Tischgebet gebraucht), <em>nimm <\/em> (8,6), sie alle zeigen den, der vor allem und \u00fcber allem gibt, schenkt, tr\u00e4gt, geleitet. Die \u201eZeit-Ansage (8,2) gilt immer, nicht nur in der Sterbestunde, der <em>letzten Not <\/em> (8,4). Dass es Luther hier um die nicht endende Gemeinschaft mit Gott geht, erweist 8,3 (<em>ewigen Tod <\/em> parallelisiert zu <em>\u00dcbel <\/em> 8,1). Erst dann bitten ganz konventionelle Wendungen um ein gutes (irdisches) Lebensende (<em>seliges End<\/em> , 8,5, vielfach in Gesangbuchliedern; Ps. 31,6a in 8,6, vgl. auch z.B. den Ruf im Nachtgebet <em>Vater, in deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist<\/em> , EG Stammausg.786.8).<\/p>\n<p><em>Christus, der ist mein Leben <\/em> (EG 516): Die ersten drei Strophen dieses Sterbe- und Begr\u00e4bnisliedes (so bekannt, dass man dar\u00fcber den Dichter ganz vergessen hat!) bekennen sich mit Phil 1,21 zu <em>Christus, dem Bruder mein <\/em> (2,2; eine Tauf-Erinnerung?). Der\/ die Sterbende wei\u00df, dass er\/ sie an der durch Jesus Christus vollbrachten <em>\u00dcberwindung <\/em> (3,1) teilhat und <em>vers\u00f6hnt mit Gott <\/em> (3,4) ist. Erst dann wendet sich das Lied bildreich dem Sterben zu, bei dem <em>Seufzen <\/em> (4,4) bestm\u00f6glicher Ausdruck von Glauben ist; in der Fr\u00f6mmigkeits\u00fcberlieferung singul\u00e4r das Motiv <em>mein Herz und Gedanken\/ zergehen wie ein Licht <\/em> (5,1f.): Der\/ die Sterbende ist nicht mehr Herr seiner\/ ihrer selbst \u2013 umso gewichtiger und begr\u00fcndeter die Mehrfachanrede <em>Herr <\/em> in der zweiten Liedh\u00e4lfte (4,4; 6,2; 7,1).Zur Erl\u00f6sungsbitte des Vaterunsers eignen sich \u2013 auch ohne einen Sterbe- bzw. Todesanlass \u2013 die Strophen 1 bis 3 und 7.<\/p>\n<p><em>Und suchst du meine S\u00fcnde <\/em> (EG 237), von Schalom Ben-Chorin, dem Dichter des beliebten \u201eMandelzweig\u201c-Liedes, wird in Kirchengemeinden recht selten oder \u00fcberhaupt nicht gesungen, die Gr\u00fcnde daf\u00fcr m\u00f6gen bei der Sprache und Weise dieses Liedes liegen. F\u00fcr den Dichter ist Gott, der nur mit <em>du <\/em> angeredet wird. \u201ealles in allem\u201c, so kann man diese assoziativ angelegte Psalmparaphrase (Ps. 139) \u00fcberschreiben: <em>Ursprung, in den ich m\u00fcnde <\/em> (1,3), <em>fern und nah <\/em> (1,4; 2,3), <em>mein Weg und meine Ruh <\/em> (3,2), <em>Gericht und Gnade <\/em> (3,3), das alles \u201eist\u201c Gott \u2013 <em>bei mir <\/em> (1,4). Die wenigen Verben der Bewegung unterstreichen das eigentlich unaussprechliche Dasein des so ganz Anderen, welches das Lied \u2013 auch mit seiner Melodie \u2013 \u201emehr atmet\u201c als ausspricht (vgl. die halben Noten auf <em>von dir zu dir <\/em> 1,2; dieselbe Phrase 3,1). Das kleine, unscheinbare Lied <em>Und suchst du meine S\u00fcnde <\/em> erfordert viel Ruhe, braucht seine Zeit, \u00f6ffnet sich gerade der Meditation.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Alexander V\u00f6lker<br \/>\n<a href=\"mailto:asvoelker@teleos-web.de\">asvoelker@teleos-web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe zum Vater Unser, Oktober 2006 &#8230;sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen Theologisch-hymnologische Informationen zu Liedern der Predigtreihe Alexander V\u00f6lker &#8230;sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen \u00a0Durch den Tod zum Leben: Der Christusweg f\u00fcr die Christen kennzeichnet auch die Strophe der siebten Vaterunser-Bitte. 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